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Wir sind weiblich für einen Tag

 

Donnerstag ist Weltfrauentag, ein symbolischer Tag. Wir denken an die Frauen, die noch immer um einfachste Menschenrechte ringen müssen. Darum nicht misshandelt und verstümmelt zu werden, ihren Mann selbst wählen zu dürfen und auch die politische Partei, die sie überzeugt.

Doch auch in Deutschland macht es nach wie vor Sinn über die Rolle der Frauen nachzudenken: beispielsweise aufgrund der aktuellen Diskussion über arbeitende Mütter, die einen Krippenplatz für ihre Kinder brauchen oder über Klischees, die immer noch in den Köpfen von Männern und Frauen sind.

Bei ZEIT online wollen wir Zeichen setzen. Deshalb sollen am 8. März unsere Titel und alle Bilder auf der Homepage weiblich sein. Wir wollen uns bemühen, keinen Krieg, keinen Hass in die Überschriften zu lassen. Wir setzen auf die weiblichen Substantive: auf die Liebe, die Leidenschaft und die Vernunft. Es wird sicherlich auch Überschriften geben, die von Missgunst, Krisen und Niedertracht handeln. Denn – nun ja – auch das sind weibliche Wörter.

Berichtet unsere Kollegin vom Untersuchungsausschuss, werden Sie auf dem Bild ausnahmsweise nicht Herrn Kurnaz oder Herrn Steinmeier sehen, sondern die junge CDU-Abgeordnete Kristina Köhler, die Mitglied des Untersuchungsausschusses ist.

Wir werden Ihnen an diesem Tag kein noch so männliches Thema vorenthalten, wenn es aktuell ist. Aber wir werden, wo immer es geht, die Frauen im Blick behalten. Es ist ein Experiment – lassen Sie sich irritieren.

26 Kommentare

  1.   kapeka

    Hm, interessantes Projekt. Ich bin mal gespannt, ob das auch „natürlich“ gelingt, also ohne gezwungen zu wirken. Ich hoffe es zumindest.

    Gutes Gelingen!

  2.   Septy

    Wenn alle Männer Mädchen wären… *seufz*

  3.   Müllmann

    Herz erfrischende Ironie. Leute, ihr solltet das jeden Tag so machen.
    Auf in ein gynozentristisches Zeitalter, voll Güte, Kompetenz, Kultur und Licht.

  4.   L.B.

    Zeigen nicht gerade solche Gesten wie sehr wir uns doch noch solchen Geschlechterrollen verpflichtet fühlen?

    Warum sind „Liebe, Leidenschaft und Vernunft“ so weibliche Eigenschaften? Warum muss man man Krieg und Hass mit Männern in Verbindung bringen?

    Alice Schwarzer bemerkte angeblich mal sehr richtig, dass Frauen keine bessere Menschen seien, sondern vielmehr noch nicht die Gelegenheit hatten, ihre Fehler öffentlich unter Beweis zu stellen … (worauf sie ihr Recht haben)

  5.   overlord

    Wenn ich mir so anschaue, was Männer alles für Frauen tun (ein Blick aus dem Fenster genügt) und was Frauen im Gegenzug für Männer, dann fällt es mir schwer, die Vorgehensweise der ZEIT nachzuvollziehen. Am Weltmännertag dürfte Vergleichbares kaum zu beobachten sein. Schätze, dann wird wieder (wie auch schon jetzt am Weltfrauentag allerorten) in absurdester Weise gegen das Gegengeschlecht gehetzt werden. Mädels, fragt euch mal aufrichtig: Habt ihr es verdient, dass man so nett zu euch ist? Und wenn die Antwort ja lautet (und das wird sie): Womit eigentlich?

  6.   Chris

    Ich verstehe das nicht. Ist das eine seltsame Form von Ironie oder ernst gemeint? Die Überschriften einen Tag lang „weiblich“ machen – was für eine herrliche Idee, um die systematische Diskriminierung von Frauen in Deutschland zu bekämpfen. Und dann auch noch mit „weiblichen“ Substantiven – so als ob es nicht zu den Wurzeln des Problems gehören würde, dass Frauen auf Liebe und Leidenschaft festgelegt werden. Schließlich einen Tag lang von irgendwelchen abseitigen Abgeordneten berichten – was soll das bringen? Es wäre stattdessen wünschenswert (und zum Glück inzwischen auch gut möglich), jede Woche von Politikerinnen so zu berichten, als ob sie genauso gut oder schlecht ihren Job machen würden wie ihre männlichen Kollegen – das tun sie nämlich. Aber vielleicht ist das alles nur ein gut gemeinter Scherz, den ich nicht verstehe, weil ich gerade schon zu müde bin.


  7. […] interessant Seltsames. Und dieStandard schreibt fleißig.) Andere auf diesen Beitrag hinweisen 7. März 2007, 23:42 Uhr | von Rochus Wolff | Abgelegt unter: Feminismus und Interna und 8. März 2007 ÄhnlicheBeiträge Den Frauentag den Frauen?Kundgebung zum 8. März in WienBerliner Frauenmärz 2007 […]

  8.   Hellmut Königshaus

    Es ist schön zu sehen, wie die „Zeit“ die Gelegenheit dieses Datums und den Anlass ihrer Aktion nutzt, um gerade an an diesem Tag mit besonderer Freude zu kommentieren, dass in Hamburg die große Volkspartei SPD entdeckt hat, dass Frauen die Mehrheit in diesem Land stellen, und die Chance der verzweifelten Suche nach irgendeinem/r Kandidaten/in gnutzt hat, um endlich(!) einen Mann als Spitzenkandidatin zu nominieren!


  9. ganz ehrlich: das ist betulicher schnickschnack.
    für mich eine deko-idee. ich würde lieber einen gut recherchierten artikel über den „stand“ der gleichberechtigung in deutschland / europa lesen.

    mit schönem gruß,

    tanja dückers

  10.   Benzh

    Wer den Frauentag begeht, unterstützt damit nur die Ansicht, dass die Männer nach wie vor 364mal wichtiger als die Frauen sind.

 

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