{"id":16010,"date":"2013-05-01T09:00:30","date_gmt":"2013-05-01T07:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/?p=16010"},"modified":"2013-05-14T17:55:59","modified_gmt":"2013-05-14T15:55:59","slug":"alle-farben-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/2013\/05\/01\/alle-farben-2\/","title":{"rendered":"Alle Farben"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_16013\" aria-describedby=\"caption-attachment-16013\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-16013\" alt=\"AlleFarbenPresse4_by_JENS_JUNGE\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2013\/04\/AlleFarbenPresse4_by_JENS_JUNGE.jpg\" width=\"550\" height=\"370\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16013\" class=\"wp-caption-text\">(c) Kallias, Foto: Jens Junge<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><br \/>\n<\/b><strong>Frans Zimmer<\/strong> ist Mitte der Achtziger in Berlin geboren, er arbeitete als Konditor und wollte Kunst studieren. Er h\u00f6rte Rock, Trip Hop und Hip Hop \u2013 bis ihm eine richtig miese Platte in die H\u00e4nde fiel. Heute ist er als <strong>DJ<\/strong> <strong>Alle Farben<\/strong> erfolgreich und in der Electro-Clubszene international gefragt. Auch im deutschen Nachtleben kommt der fr\u00f6hliche und tanzbare Sound des 27-J\u00e4hrigen bestens an \u2013 h\u00f6chste Zeit den jungen Mann vorzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Jeder, der ein bisschen etwas f\u00fcrs Nachtleben und elektronische Musik \u00fcbrig hat, kennt Sie inzwischen. Wie hoch ist Ihr Wiedererkennungswert auf den Stra\u00dfen Berlins?<br \/>\nAlle Farben:<\/b>\u00a0Ich werde oft auf der Stra\u00dfe oder in der U-Bahn angesprochen. Sogar auf dem Flug nach Montreal letztens habe ich zwei Fans getroffen. Auch im Supermarkt an der Kasse treffe ich Leute die meine Musik m\u00f6gen. Das ist schon toll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Seit wann sind Sie DJ und wie kam es dazu?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Mittlerweile seit sieben Jahren und ich produziere seit drei Jahren. Ich bin \u00fcber Umwege dazu gekommen. Meine Eltern waren Tr\u00f6dler und ich hatte Zugang zu alten Platten. Irgendwann war eine House-Platte dabei. F\u00fcr mich war das neu \u2013 Techno mochte ich fr\u00fcher ehrlich gesagt nicht. Dieser Zugang war gut f\u00fcr mich, ich konnte die Musikrichtung auf eigene Faust entdecken. Das hat mir so Spa\u00df gemacht, dass ich mehr wollte. Der Startschuss war dann, als ich mir zwei alte Plattenspieler zugelegt habe. Die Dinger waren eigentlich ungeeignet \u2013 aber aller Anfang ist schwer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Welche Platten haben Sie damals bei Ihren Eltern f\u00fcr sich entdeckt, wissen Sie noch wie die hie\u00dfen?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Also meine zwei ersten Electro-Platten \u2013 im Nachhinein muss ich dazu sagen die sind super mies \u2013 eine hie\u00df &#8222;Shibuya Love&#8220; \u2013 an die andere kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Nach und nach habe ich auch entdeckt, wo man Platten kaufen kann. Sie mussten aber billig sein, so viel Geld hatte ich nicht. Also habe ich oft auf Flohm\u00e4rkten blind gekauft \u2013 10 St\u00fcck f\u00fcr 5 Euro \u2013 da war dann nat\u00fcrlich auch viel Schrott dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Wie sind Sie dann von diesem Ausgangspunkt in die Clubs gekommen?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Angefangen hat alles auf einem Stra\u00dfenfest, ein Freund von mir hatte da einen kleinen Shop, in dem ich spielen durfte. Sein damaliger Freund wiederum hat das Booking f\u00fcr einen kleinen Laden gemacht, das &#8222;Grand Hotel&#8220; &#8211; das gibt es mittlerweile nicht mehr. Dort habe ich dann, noch etwas unbeholfen und ohne \u00dcberg\u00e4nge aufgelegt. Es lief aber gut und sie wollten, dass ich wieder komme. Irgendwann war ich Resident-DJ mit zwei Abenden pro Woche. Ich musste also mehr Platten kaufen und habe mir einen Nebenjob gesucht, es hat mir sehr viel Spa\u00df gemacht. Und ich konnte \u00fcben \u2013 so bin ich dann in andere Clubs gekommen. Ich habe versucht st\u00e4ndig Pr\u00e4senz zu zeigen und alles mitgenommen \u2013 Ja, jede Privatparty habe ich gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin<\/b>: <b>Wann war der Moment da, an dem Sie realisiert haben, dass Sie von Ihrer Musik leben k\u00f6nnen?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Das war im Sommer 2009. Der Entschluss es wirklich zu machen, folgte dann im September. Das war schon ein Wahnsinn. Ich hatte nat\u00fcrlich mehr Druck, aber auf der anderen Seite auch mehr Zeit, um mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Ich denke, es war sehr wichtig f\u00fcr mich diese Zeit zu haben und mehr daraus zu machen. Damals ist viel passiert, ich habe an vielen Sets gearbeitet, die mich dann bekannt gemacht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Hatten Sie damals Angst, dass das vielleicht schief geht?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> N\u00f6. Ich hab mir immer gesagt: Ich kann auch was anderes machen. Ich hatte immer eine Idee. Eine Zeit lang habe ich Postkarten verkauft \u2013 ich habe alles M\u00f6gliche gemacht, aber eben nur worauf ich Lust hatte. Die Ausbildung zum Grafikdesigner habe ich angefangen, dann dreieinhalb Jahre als Konditor gearbeitet \u2013 ohne Ausbildung. Das war mein letzter Job bevor ich mich mit der Musik selbstst\u00e4ndig gemacht habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Das klingt ja interessant, aber wie kommt man denn ohne Ausbildung zu einem Konditorjob?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Das war witzig \u2013 Ich habe in dem Laden als K\u00fcchenhilfe gearbeitet, als der Konditor eines Tages gefeuert wurde. Der Koch war dann ma\u00dflos \u00fcberfordert und hat mir gesagt ich m\u00fcsste jetzt eine Torte machen \u2013 Ich dachte da noch er w\u00fcrde bleiben und mir helfen, er hat aber einfach Feierabend gemacht. Die Torte wurde gut, also war ich der Konditor f\u00fcr den Laden. Sp\u00e4ter sogar noch f\u00fcr zwei andere &#8211; das ist ja eigentlich ein gesch\u00fctzter Beruf, also will ich hier auch keine Namen nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Sie haben heute einen etwas eigenwilligen K\u00fcnstlernamen, wie sind Sie auf &#8222;Alle Farben&#8220; gekommen?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Urspr\u00fcnglich wollte ich Kunst studieren \u2013 Malerei um genau zu sein. Ich hie\u00df dann anfangs &#8222;Hundert Farben&#8220; inspiriert von dem K\u00fcnstler Friedensreich Hundertwasser. Da war der Schritt zu Alle Farben nicht mehr weit. Ich hab auch immer sehr farbenfrohe Bilder gemalt \u2013 also r\u00fcckblickend und im Hinblick auf meine Musik passt das. F\u00fcr meinen Sound r\u00fccken eben auch viele verschiedene Musikrichtungen und ihre Komponenten zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Wollen Sie das Kunststudium irgendwann nachholen?<\/b><br \/>\n<b>Alle Farben:<\/b> Nein, eigentlich nicht. Ich habe aber vor noch viel zu lernen. Im Moment nehme ich Klavierunterricht \u2013 da geh\u00f6rt auch ein Jahr lang Notenlehre dazu. Das ist etwas schwierig f\u00fcr mich, weil ich immer alles nach Gef\u00fchl gemacht habe und jetzt komme ich wieder in ein Regelwerk hinein. Ich kann mich an Regeln halten, aber bis jetzt habe ich sie immer selbst f\u00fcr mich entdeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Welche Rolle hat das Internet in Ihrer DJ-Karriere gespielt, ist es heute einfacher bekannt zu werden?<br \/>\nAlle Farben:<\/b>\u00a0 Das Internet war f\u00fcr mich sehr wichtig, ich konnte meine Musik einfach so hinaus in die Welt tragen. Ich habe einen Podcast gemacht, den am Anfang 200 Leute geh\u00f6rt und geteilt haben. Im Moment ist <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/allefarben\">Soundcloud<\/a> f\u00fcr mich sehr wichtig. Davor waren es <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/allefarben\">Myspace<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/pages\/Alle-Farben\">Facebook<\/a> oder Restrealit\u00e4t, eine Berliner Plattform. Alle zusammen haben einen guten Multiplikator ergeben, das Publikum wurde immer gr\u00f6\u00dfer und die Leute wollten mich in den Clubs sehen. Von da an war ich sehr pr\u00e4sent in Berlin \u2013 vielleicht zu sehr, das kann ich jetzt nicht mehr beurteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Sie deuten es gerade selbst an, es ist ein schmaler Grat zwischen Erfolg haben und omnipr\u00e4sent sein. Setzen Sie hier aktiv Grenzen?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Mittlerweile ganz strikt, ich mache nur noch Dinge hinter denen ich stehe. Vor allem in Berlin. Man erspielt sich schnell einen schlechten Ruf, wenn man zu viel hier spielt und die Leute denken sie sehen dich n\u00e4chste Woche sowieso wieder. Als ich diese Tendenz in Berlin gesp\u00fcrt habe, wurde mir klar, dass ich das so nicht weiterf\u00fchren kann.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_16016\" aria-describedby=\"caption-attachment-16016\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-16016\" alt=\"20121124_AlleFarben_6hsession_by_S._Pielles_Press17\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2013\/04\/20121124_AlleFarben_6hsession_by_S._Pielles_Press17.jpg\" width=\"550\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2013\/04\/20121124_AlleFarben_6hsession_by_S._Pielles_Press17.jpg 5616w, https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2013\/04\/20121124_AlleFarben_6hsession_by_S._Pielles_Press17-126x84.jpg 126w, https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2013\/04\/20121124_AlleFarben_6hsession_by_S._Pielles_Press17-220x146.jpg 220w, https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2013\/04\/20121124_AlleFarben_6hsession_by_S._Pielles_Press17-540x360.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16016\" class=\"wp-caption-text\">(c) Kallias, Foto: S. Pielles<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Sie sind als DJ inzwischen auch international sehr gefragt. Der \u00fcbliche Verlauf ist ja: Alles, was viele gut finden, wird immer bekannter, und alles, was immer bekannter wird, finden viele nicht mehr gut. Wie gehen Sie f\u00fcr sich damit um?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Ja, so ist es. Es gibt nat\u00fcrlich Menschen, die gezielt schlecht \u00fcber mich schreiben. Ich sehe das aber aus dem Blickwinkel, dass auch die meine Musik weiter tragen. Die Leute, die diese Beitr\u00e4ge lesen, klicken ja trotzdem rein und vielleicht gef\u00e4llt es ihnen dann doch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Auf Soundcloud kann man sich durch alle Ihre Sets st\u00f6bern, welches ist denn das Beliebteste?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/allefarben\/alle-farben-37-luminous\">\u201eLuminous Green\u201c<\/a> \u2013 es ist Anfang letzten Jahres entstanden. Ich finde auch nach wie vor, dass es das rundeste meiner Sets ist. Vielleicht nicht das interessanteste, aber das schl\u00fcssigste \u2013 es hat keinen Bruch. Das ist ein Gl\u00fccksgriff, weil ich ja immer nur die Musik zur Verf\u00fcgung habe, die ich und andere Menschen machen. Ein Set ist f\u00fcr mich ein kleiner Spiegel der Gegenwart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Die meisten Menschen denken wahrscheinlich, Sie stellen sich an Ihr Pult und mischen irgendetwas zusammen. Wie sieht das denn \u00fcblicherweise aus, wenn Sie an einem Set arbeiten?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Die Sets die ich zu Hause mache sind sehr unterschiedlich zu dem was ich im Club mache. Wenn ich an einem Set f\u00fcr den Podcast arbeite, dauert das gut und gerne eine Woche. Nat\u00fcrlich sammle ich immer Musik und habe einen Fundus. Der erste Tag ist reine Recherche, um zu sehen was zusammenpasst. Dann brauche ich oft einen Tag Pause, weil ich so viel geh\u00f6rt habe. An diesem Punkt sind es etwa 200 Tracks, ich benutze davon am Ende aber nur drei\u00dfig. Diese Tracks sortiere ich dann danach, zu welchem Teil des Sets sie passen. Das alles nehme ich dann noch von Hand auf. Wenn das beim ersten Take nicht klappt, versuche ich es am n\u00e4chsten Tag noch einmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <strong>Und wenn Sie eine Woche daran gearbeitet haben, kann es sich online jeder gratis anh\u00f6ren. Wie stehen Sie eigentlich zu dieser Gratiskultur?<\/strong><br \/>\n<b>Alle Farben:<\/b> Im Internet verlieren Dinge direkt an Wert, sobald man sie verschenkt. Ich habe aber gemerkt, dass es bei so einem Podcast, nicht um den gleichen Wert geht. Einen Track zu verschenken f\u00e4nde ich schwieriger. Sets stellen ja viele gratis ins Internet \u2013 wenn man als einziger sein Set verkauft, wird das nicht funktionieren. Ich war mit den Podcasts sehr fr\u00fch dran und habe mir so mein Publikum schon aufgebaut. Deren Aufmerksamkeit richtet sich auch auf Tracks, die ich verkaufe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>K\u00f6nnen Sie privat noch Musik h\u00f6ren?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Ja, bei mir l\u00e4uft immer Musik. Auch einfach nur der Emotion halber. Ich habe keine klassische Musikausbildung \u2013 also nehme ich Musik nicht so auseinander. Ich habe Freunde, die klassisch ausgebildet sind und privat gar keine Musik h\u00f6ren k\u00f6nnen, weil in ihrem Kopf nur noch Musiktheorie durchrattert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Welche K\u00fcnstler haben Sie auf Ihrem Weg besonders beeinflusst?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Ich denke am wichtigsten war f\u00fcr mich Trentem\u00f8ller. Der ist einen anderen Weg gegangen, aber er hat ebenfalls viele Musikrichtungen vereint. Er konnte Country und Techno gemeinsam zu seinem Sound machen, das fand ich sehr beeindruckend. Ich finde viele Musiker gut und manchmal sind einzelne Tracks herausragend \u2013 aber es gibt keinen den ich wirklich verehre \u2013 vielleicht Tschaikowsky \u2013 aber keinen modernen Musiker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin:<\/b> <b>Wie w\u00fcrden Sie jemandem, der noch nie von Ihnen geh\u00f6rt hat, Ihren Sound beschreiben?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Das kommt immer darauf an welche Musikrichtung man h\u00f6rt. F\u00fcr jemanden der sich nicht mit elektronischer Musik besch\u00e4ftigt, ist meine Musik wahrscheinlich angenehm. Mein Sound st\u00f6rt nicht, er ist nicht zu schr\u00e4g oder extravagant. Jemand der sich mehr mit meinen Sets besch\u00e4ftigt und gerne elektronische Musik h\u00f6rt, findet etwas f\u00fcr sich darin. Ich bediene mich ja in allen Musikrichtungen. Menschen die sich gerne mit Musik auseinandersetzen, finden auch das Sch\u00f6ne darin. Jedes Set ist wie eine kleine Reise und dass ich mich so lange mit einem Set besch\u00e4ftige und mir viel dabei denke, merkt man beim Zuh\u00f6ren denke ich auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin: Gibt es Auftritte, die Ihnen besonders in Erinnerung sind?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Ja, das Fusion Festival 2011, da sollte ich ein klassisches Swing-Set spielen, nur waren pl\u00f6tzlich so viele Menschen in der Halle, dass ich umsatteln musste. Und dann gab es noch das Electro Swing Club Open Air am 1. Mai 2012 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Wir haben damals gedacht, wir w\u00fcrden vielleicht ein paar Tausend Menschen aufs Feld kriegen. Irgendwann standen da etwa 30.000 Leute vor der kleinen B\u00fchne und tanzten. Meine H\u00e4nde haben doch etwas gezittert, als ich auf die B\u00fchne gegangen bin. Meine Eltern standen vor diesen ganzen Menschen in der ersten Reihe. Dieses Erlebnis hat mich auch f\u00fcr eine EP inspiriert, die dieses Jahr im Mai erscheint.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"embed\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Alle Farben @ Tempelhof Airport \/\/\/ Berlin Sessions (Special)\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/eQTa8Vv-v1A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Danach habe ich oft Kopfschmerzen und muss mich direkt hinlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin: Sie sind erst 27 Jahre alt, gibt es trotzdem Momente, in denen Ihnen der Job k\u00f6rperlich zu viel wird?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Ja, das ist mein gr\u00f6\u00dftes Problem, manchmal bin ich k\u00f6rperlich wirklich am Ende. Ich wei\u00df auch, dass ich in dem Beruf nicht der Einzige bin dem es so geht \u2013 dar\u00fcber wird nur nicht viel geredet. Erst vor kurzem habe ich einen K\u00fcnstler getroffen, dem es so ging. Da hei\u00dft es dann eben &#8222;kreative Pause&#8220;. Ich m\u00f6chte einfach nicht, dass ich irgendwann merke, dass mein Beruf mich kaputt gemacht hat. Ich versuche Acht auf mich zu geben und will Spa\u00df bei meiner Arbeit haben. Wenn das nicht mehr so ist, ist Schluss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin: Ist es das Partyimage der DJs, das sie davon abh\u00e4lt \u00fcber solche Dinge zu sprechen?<br \/>\nAlle Farben: <\/b>Ich bin nicht sicher, ob es nicht einfach generell ein heikles Thema ist \u2013 wer gibt schon gerne zu, dass er nicht mehr kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin: Wie oft legen Sie etwa pro Wochenende auf?<\/b><br \/>\n<b>Alle Farben:<\/b> Letztens hatte ich f\u00fcnf Gigs, in vier Tagen, in drei L\u00e4ndern. Angefangen in Rotterdam, in der gleichen Nacht nach Utrecht. Dann nach Linz und Landshut, und zum Schluss dann noch nach Salzburg. Das ist nicht typisch, normal sind zwei oder drei. Aber nach so einem Wochenende bleibt man dann am liebsten im Bett. Das klappt nur leider nicht immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>ZEITmagazin: Welche Ziele haben Sie f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre? Gibt es vielleicht einen Ort an dem Sie noch spielen m\u00f6chten?<br \/>\nAlle Farben:<\/b> Das gr\u00f6\u00dfte Ziel, f\u00fcr das ich mir genug Zeit nehmen m\u00f6chte, ist mein Album. Ansonsten steht jetzt noch eine EP an. Und mal sehen was an Remixen auf mich zukommt, wenn es da interessante Gelegenheiten gibt, freue ich mich. Und was einen Ort angeht &#8211; vielleicht am <a href=\"http:\/\/www.burningman.com\/\">Burning Man Festival<\/a>. Das ist jetzt kein lebenslanger Traum, aber das f\u00e4nde ich schon interessant. Sonst w\u00fcnsche ich mir eher, dass die Dinge bleiben wie sie sind und vielleicht alles noch runder wird. Ich m\u00f6chte Orte haben, an die ich gerne komme, auf die ich mich freue. Ich experimentiere nicht so gerne, ich m\u00f6chte mich eher zuhause f\u00fchlen. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcrde ich mir also w\u00fcnschen, dass ich in jeder Stadt die ich mag eine Community habe, die mir dieses Gef\u00fchl gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fragen stellte <strong>Saskia H\u00f6dl<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.alle-farben.com\/\">www.alle-farben.com<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kallias.info\/alle-farben\">www.kallias.info\/allefarben<\/a><\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"embed\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Alle Farben - 6 stunden session #8 @ Astra Berlin by Alle Farben\" width=\"640\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F69297655&show_artwork=true&maxheight=960&maxwidth=640\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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