{"id":4930,"date":"2011-07-10T15:00:30","date_gmt":"2011-07-10T13:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/?p=4930"},"modified":"2011-07-05T15:22:40","modified_gmt":"2011-07-05T13:22:40","slug":"popol-vuh-%e2%80%93-revisited-remixed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/2011\/07\/10\/popol-vuh-%e2%80%93-revisited-remixed\/","title":{"rendered":"Popol Vuh \u2013 Revisited &#038; Remixed"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_4931\" aria-describedby=\"caption-attachment-4931\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4931\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2011\/07\/musik.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2011\/07\/musik.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2011\/07\/musik-135x84.jpg 135w, https:\/\/blog.zeit.de\/zeitmagazin\/files\/2011\/07\/musik-220x136.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4931\" class=\"wp-caption-text\">(C) www.spvnewmedia.com<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wer die Krautrock-Band Popol Vuh h\u00f6rt, muss sich auf allerhand Sonderbarkeiten gefasst machen.  Die Alben tragen r\u00e4tselhafte Titel wie \u201eAffenstunde\u201c oder \u201eIn den G\u00e4rten Pharaos\u201c, und die Musik selbst, eingespielt mit Moog-Synthesizern und exotischen Percussions, klingt wie die Vertonung eines surrealen Traums. Das Doppelalbum \u201e<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/tontraeger\/2011\/06\/29\/popol-vuh-remixed_9541\" target=\"_blank\">Popol Vuh \u2013 Revisited &amp; Remixed<\/a>\u201c erinnert nun mit einem Best-of und einer Remix-CD an die legend\u00e4re Band aus M\u00fcnchen. Vor genau zehn Jahren haben sich Popol Vuh aufgel\u00f6st, nachdem ihr Gr\u00fcnder Florian Fricke an einem Schlaganfall gestorben war. Wir haben einen Experten gefragt, warum Popol Vuh, die ihre gr\u00f6\u00dfte Zeit in den 70er Jahren hatten und in erster Linie Instrumental-St\u00fccke verfassten, heutzutage noch interessant sind: Jan St. Werner vom rheinischen Elektronik-Duo Mouse On Mars ist nicht nur ein gro\u00dfer Fan. Er hat f\u00fcr \u201e<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KzS0wQB6CY8\" target=\"_blank\">Popol Vuh \u2013 Revisited &amp; Remixed<\/a>\u201c auch ein Remix des Popol-Vuh-St\u00fccks \u201eThrough Pain To Heaven\u201c aufgenommen, zusammen mit Mouse On Mars. Er befindet sich \u00fcbrigens in guter Gesellschaft:  Musiker wie Peter Kruder oder Thomas Fehlmann (The Orb), bekannt f\u00fcr ihre Stilsicherheit, sind auf der Platte ebenfalls mit Remixen vertreten.<\/p>\n<p><strong>ZEITmagazin: <\/strong>Auf dem neuen Album verneigen sich bedeutende elektronische Musiker vor Popol Vuh. Warum so viel Ehre?<br \/>\n<strong>Jan St. Werner:<\/strong> Popol Vuh haben sich sehr verdient gemacht f\u00fcr die deutsche Nachkriegskultur. Es war doch wahnsinnig schrecklich, was man damals sonst so h\u00f6rte, S\u00e4nger wie Peter Alexander oder Heinz Erhardt etwa. Krautrock-Projekte wie Popol Vuh \u2013 oder auch Can und Amon D\u00fc\u00fcl \u2013 haben dagegen Freiheit und Anarchie in die Musik gebracht. Davon ging eine unglaubliche Kraft aus. Zudem haben sich Popol Vuh wohltuend vom Dogmatismus abgehoben, der in den 60er und 70er Jahren in der elektronischen Avantgarde an den akademischen Institutionen herrschte. Ein Komponist wie Karl-Heinz Stockhausen besa\u00df ja eine sehr gro\u00dfe Ernsthaftigkeit.<\/p>\n<p><strong>ZEITmagazin: <\/strong>Popol Vuh sind bekannt f\u00fcr ihre Zusammenarbeit mit Werner Herzog \u2013 Filme wie \u201eAguirre\u201c oder \u201eFitzcarraldo\u201c belieferten sie mit Soundtracks. Warum haben Band und Regisseur so gut harmoniert?<br \/>\n<strong>Werner: <\/strong>Sowohl die Filme von Werner Herzog als auch die St\u00fccke von Popol Vuh haben mit klassischer Narration nicht viel zu tun. Manche Popol-Vuh-St\u00fccke sind ja nicht mehr als ein zehnmin\u00fctiges Intro. Und Werner Herzog wiederum nimmt sich sehr viel Zeit f\u00fcr Details, hat eine unglaubliche Geduld, um eine k\u00fcnstlerische Idee zu entfalten. Hinzu kommt, dass beide das gleiche Lebensthema haben: Sie wollen zeigen, dass es der menschliche Wahnsinn ist, der alles zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>ZEITmagazin: <\/strong>Wann bist du das erste Mal mit der Musik von Popol Vuh in Ber\u00fchrung gekommen?<br \/>\n<strong>Werner:<\/strong> Ich m\u00fcsste 15, 16 Jahre alt gewesen sein. Damals, Mitte der 80er Jahre, habe ich nach Musik geforscht, die mir neue R\u00e4ume er\u00f6ffnete. Dazu z\u00e4hlten neben den Talking Heads, Brian Eno oder Industrial-Bands eben auch Popol Vuh.<\/p>\n<p><strong>ZEITmagazin: <\/strong>Gibt es Beispiele in der aktuellen Popmusik, in denen du den Geist von Popol Vuh oder anderen Krautrockern wiederfindest?<br \/>\n<strong>Werner:<\/strong> Es gibt einige Musiker aus den USA, die wom\u00f6glich eine \u00e4hnliche Freiheit wie Popol Vuh ausleben \u2013 S\u00e4nger aus der Freak-Folk-Szene etwa oder Bands wie Animal Collective.  Musiker, die es sich leisten, zu experimentieren. Auch bei St\u00fccken von Pop-Projekten wie LCD Soundsystem denke ich manchmal: Ist das nicht ein Remix von Can?<\/p>\n<p><strong>ZEITmagazin: <\/strong>Auf der Remix-CD sind Mouse On Mars mit einem Remix von \u201eThrough Pain to Heaven\u201c vertreten, einem St\u00fcck aus Herzogs \u201eNosferatu\u201c. Warum ausgerechnet dieses St\u00fcck?<br \/>\n<strong>Werner: <\/strong>Das war reine Willk\u00fcr, einen speziellen Grund gab es nicht. Das St\u00fcck bietet einfach genug Material. Als wir Popol Vuhs Werk durchst\u00f6berten, haben wir es entdeckt. Eine gewisse Schizophrenie war allerdings schon im Spiel. Einerseits hatten wir gro\u00dfen Respekt vor dem St\u00fcck. Andererseits mussten wir diesen Respekt \u00fcberwinden, um das St\u00fcck als Klangmaterial f\u00fcr unseren Remix wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise ist uns das gelungen.<\/p>\n<p>Die Fragen stellte <strong>Philipp Wurm<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer die Krautrock-Band Popol Vuh h\u00f6rt, muss sich auf allerhand Sonderbarkeiten gefasst machen. Die Alben tragen r\u00e4tselhafte Titel wie \u201eAffenstunde\u201c oder \u201eIn den G\u00e4rten Pharaos\u201c, und die Musik selbst, eingespielt mit Moog-Synthesizern und exotischen Percussions, klingt wie die Vertonung eines surrealen Traums. 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