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1,55 Millionen, naja.

 

1,55 Millionen Zuschauer sahen im Durchschnitt gestern das Townhall-Meeting von und mit Angela Merkel. Das ist einerseits nicht schlecht, andererseits aber doch bescheiden (siehe auch den Beitrag von Andrea Römmele) – gerade im Vergleich zu den Zuschauerzahlen, die 2002 und 2005 die TV-Duelle erreichten: 2x 15 Millionen bei Schröder-Stoiber, 1x 21 Millionen bei Schröder-Merkel. Zudem ist davon auszugehen, dass gestern – und auch dies im Gegensatz zu den „großen“ TV-Duellen – vor allem politisch interessierte Bürger vor den Bildschirmen saßen. Das große Wirkungspotenzial gerade von TV-Duellen liegt aber darin, dass sie auch andere, „politikfernere“ Wählergruppen erreichen. Insgesamt gilt auch nach dem Townhall-Meeting bei RTL von gestern: TV-Duelle bleiben die wichtigsten Einzelereignisse in modernen Wahlkämpfen.

3 Kommentare


  1. sueddeutsche.de lässt sich ebenfalls über die vergleichsweise geringe Quote des „Townhall Meetings“ aus: „Quotengift Merkel“ (http://www.sueddeutsche.de/,ra4m1/kultur/437/468997/text/)
    Im Gegensatz zu den TV-Duellen 2002/2005 gilt jedoch diesmal *nicht*, dass „for most habitual television viewers, then, there was nothing better to watch“ (Chaffee/Dennis 1979) – das Finale des „Da Vinci-Codes“ auf Pro 7, das heute journal im ZDF etc. waren für viele Zuschauer offensichtlich weitaus attraktiver als die „Bürgersprechstunde“ der Kanzlerin.

  2.   nighthawk1980

    Gemessen an den TV-Duellen aus den vorherigen Bundestagswahlkämpfen sind 1,55 Mio. Zuschauer natürlich eher ein bescheidenes Ergebnis. Der Vergleich hinkt aber auch ein wenig: Da ist zum einen die späte Sendezeit um 21.45 Uhr (die TV-Duelle begannen schließlich immer um 20.15 Uhr). Hinzu kommt, dass der Wahltermin noch in ziemlich weiter Ferne liegt (die früheren TV-Duelle fanden vier bis sechs Wochen vor der Bundestagswahl statt). Drittens: Es war kein Duell, der Herausforderer fehlte. Daher fehlte auch die Spannung und ebenso die ausgiebige Medienberichterstattung im Vorfeld, die die Zuschauer auf das TV-Ereignis neugierig macht.

    Gemessen daran, sind 1,55 Mio Zuschauer also gar nicht zu verachten – selbst wenn Anne Will zur gleichen Zeit mit Ihrem Polit-Talk in der ARD doppelt soviele Zuschauer vor die Fernsehschirme lockte. Dennoch sollte man die Wirkung des TV-Auftritts im Wahlkampf nicht unterschätzen: Unterstellt man, dass bei den Wahlkampfveranstaltungen der Kanzlerin auf den Marktplätzen dieser Republik in der Regel kaum mehr als 5.000 Besucher (und auch das sind Interessierte oder Sympathisanten) kommen werden, so bräuchte Frau Merkel immerhin ganze 300 Wahlkampfveranstaltungen, um eine vergleichbare öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen. Doch das kostet viel Zeit und Geld… Ein Auftritt bei RTL kostet nichts und dauert anderthalb Stunden – ob er Wählerstimmen kostet oder bringt, ist dann wieder eine ganz andere Frage…


  3. […] der Sendeplatz in beiden Fällen 20:15 Uhr – die Primetime. Während die Sendung mit Angela Merkel 1,55 Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockte (Marktanteil: 5,9 Prozent) und schon damit für RTL als Quotenflop gelten […]

 

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