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Noch mehr Chaos bei den Paulis

 

Mensch, Mensch, Frau Pauli. Die Partei der früheren Landrätin aus Fürth, der früheren CSU-Rebellin, der früheren Spitzenkandidatin der Freien Wähler versinkt offenbar im Chaos. Wir hatten hier schon berichtet, dass der Vize-Landeschef aus Hessen gegangen worden ist, wenige Tage nach Gründung des Landesverbands.

Und so geht es munter weiter. Fast jeden Tag erreichen uns neue Klagen. Wie gestern Abend bekannt wurde, trennte sich die Freie Union nun auch von ihren beiden stellvertretenden Parteivorsitzenden. Michael Meier und Sabrina Olsson hätten die „Aufbauarbeit der Partei“ und der Landesverbände „extrem zu behindern“ versucht, steht auf Paulis Homepage. Die Vorwürfe, die Meier und Olsson gegen sie erheben, seien „ungeheuerlich und durch nichts belegt“. Sie werfen Pauli Korruption und Erpressung vor.

Vermutlich ist das Quatsch. Aber wer weiß das schon, Pauli ist tatsächlich nicht zimperlich, was ihre neuen Parteifreunde angeht. Dem gestürzten Hessen-Chef warf sie vor, er wolle sie stürzen. Zur Untermauerung ihrer These sagte sie: Man habe ihn wochenlang beobachtet. Klingt alles ziemlich fies. Allerdings auch nicht ganz neu: Bevor Pauli die CSU im Streit verließ, warf sie dem Team von Edmund Stoiber vor, sie ausspioniert zu haben.

Wäre die Partei nicht so unwichtig, könnte man einen ganzen Redakteur darauf ansetzen, der über nichts anderes als über die Schlammschlacht bei der FU berichtet. Stoff genug gäbe sie jedenfalls her. Selbst Promi-Klatsch: Kader Loth, eine meist leicht bekleidete TV-Schönheit, dem ein oder anderen bekannt aus Big Brother oder anderen Trash-Formaten aus dem Privatfernsehen, wurde jüngst zu Frauenbeauftragte des Berliner FU-Landesverbandes gewählt. Die BILD-Zeitung inspirierte dies zu dieser Schlagzeile: „Nackt-Luder wird Frauenbeauftragte!“

Allerdings gab es auch Knatsch wegen dieser Personalie. Frau Loth ruft dazu auf, ein paar Feiertage zu streichen, damit die Deutschen mehr arbeiten. Doch bitte, falls es Sie interessiert, lesen Sie das auf Frau Paulis Homepage selbst nach oder sehen Sie dieses Kandidaten-Video von Kader auf YouTube …

2 Kommentare

  1.   Hans M.

    Sehr geehrte Damen und Herren der Zeit.de:
    Ich bin einigermaßen entsetzt:

    Wenn sie die gleiche „Sorgfalt“ in Ihren Medienkampagnen – oder soll ich es Zeit-Kampagnen nennen ??? – der Partei „die Linke“ angeheihen ließen, wie Sie bei den anderen „etablierten Partien“ viel Wert darauf legen, die „Wahrheit“ zu publizeren, wie antworten Sie in folgenden Fragen:
    -Wie wichtig ist Ihnen
    1.)
    – das Vorliegen eines aktuellen, und von der Mehrheit der Parteimitglieder oder deren Vertretern, in demokratischen Entscheidungsprozessen legitimierten politischen Grundsatzprogramms?
    2.)
    – die Bezugnahme auf den Kant’schen Imperativ in den Grundsatzprogrammen der demokratischen Parteien bzw. die nicht in Bezugnahme darauf in den programmatischen Eckpunkten der Partei „die Linke“, unter die sich jedes Parteimitglied (trotz mangelnder parteidemokratischer Legitimation) unter zu ortnen hat?
    Und letztlich:
    3.)
    – die apodiktische Priosirierung der Ideen Rousseaus und die journalistisch unwiedersprochene und nicht hinterfragte Determinierung des Freiheitsbegriffs der Partei „die Linke“ auf einen rein materialistischen Freiheitsbegriff ???

    Wenn Sie mir diese „kleinen“ drei Kriterien einigermaßen logisch erklären könnten, werde ich nie wieder intervenieren, wenn Michael Schlieben „leicht“ abwertend über die „Pauli-Partei“ eine kleine „Parodie“ absondert.

    Ach ja, Herr Schlieben, wo Sie doch so schön schreiben: „Wäre die Partei nicht so unwichtig, könnte man einen ganzen Redakteur darauf ansetzen, der über nichts anderes als über die Schlammschlacht bei der FU berichtet. Stoff genug gäbe sie jedenfalls her.“

    Schlammschlachten? Da war doch was: Selbst Gysi versucht die Wogen in seiner Partei nicht mehr gerade zu glätten und spricht Klartext! Das zum diesem Thema.
    Und dann berichten Sie über eine Partei, von der Sie selber schreiben, sie seie journalistisch unwichtig!!

    Herr Schlieben, ich antworte Ihner Parodie folgend:
    Lassen Sie unsere Pauli doch im Medienfirmament verglühen! Kümmern Sie sich um das Wesentliche!

  2.   WolfgangO

    Als ich vor einiger Zeit davon hörte, dass Frau Pauli eine eigene Partei gründet, dachte ich, ist doch nicht schlecht. Die Landschaft wird größer und vielleicht kommen Gedanken unters Volk, die mal neu sind. Kann uns doch nur gut tun. Und Frau Pauli, mal positiv gesehen, könnte ja auch die Vorstellung von einer Partei, die man landläufig von den anderen hat, revolutionieren. Die etablierten Volksparteien bieten ja eh nicht viel Neues. Nein, beitreten würde ich nicht, so wichtig ist es mir im Moment auch nicht. Und, zugegeben, richtig informiert habe ich mich auch nicht. Aber ich habe mir das Kandidaten-Video von Kader angeschaut. Und da habe ich so gedacht: jetzt macht die Pauli einen auf Kabarett. So kurz vor der Mammutwahl einen auf Spaß, ist doch nicht schlecht. Erschrocken bin ich dann über die überwiegend positiven Einträge auf Paulis Website-Gästebuch, aber Kabarett verstehen ja viele nicht. Manche meinen ja auch, der Hirschhausen meine seine Auftritte streng medizinisch. Jedenfalls sollte sich Frau Pauli noch mehr solcher Leute ziehen und andere weiter kräftig entlassen. Mal sehen, wie sie dann das Wahlergebnis (wenn es denn eines gibt) kommentiert. Vielleicht so: die Deutschen verstehen eben keinen Spaß.

 

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