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Wer mit wem in NRW? Was der Wahl-o-mat sagt

 

Keine Wahl ohne Wahl-o-mat: Nun ist auch zur Landtagswahl in NRW das „Informationsangebot über Wahlen und Politik“ online gegangen. Er soll die Wahlberechtigten dabei unterstützen, eine sinnvolle Wahlentscheidung zu treffen. Aber er kann auch den Parteien helfen zu erkennen, mit welchen anderen Parteien sie die größte (inhaltliche) Übereinstimmung haben.

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat? 38 Thesen wurden den Parteien in NRW für die neueste Version des Informationsangebots vorgelegt. Als Antwortoptionen standen zur Verfügung: “dafür”, “dagegen” oder “neutral”. Mit Hilfe der Antworten lässt sich nun leicht feststellen, wer mit wem in welchem Maße übereinstimmt. Die folgende Grafik zeigt dies anhand eines einfachen “Übereinstimmungsindex” für Parteipaare (*):

Bei der Bundestagswahl sah das Bild noch so aus:

wahlomat

Was also schon bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr galt, wird jetzt in NRW noch deutlicher sichtbar, zumindest auf Basis der 38 Thesen: Es gibt weiterhin zwei Lager – und Brücken zwischen diesen gibt es kaum: Ob zwischen Grünen und FDP, zwischen SPD und FDP, CDU und Grünen oder auch CDU und SPD: Inhaltliche Übereinstimmungen sind jeweils in der Mehrheit Minderheit. Und dies ganz im Gegensatz zu den Übereinstimmungen zwischen CDU und FDP auf der einen, SPD, Grünen und Linken auf der anderen Seite.

(*) Der Index berechnet sich wie folgt: Für jedes Paar von Parteien wird über alle 38 Thesen hinweg gezählt, wie oft die Parteien übereinstimmen. Jede Übereinstimmung gibt einen Punkt, jede Kombination von “stimme zu” oder “stimme nicht zu” mit “neutral” einen halben Punkt. Addiert man diese Punkte zusammen und teilt die Summe durch 38 (die Zahl der Thesen), erhält man den Index. Die Annahme ist dabei natürlich, dass alle Thesen gleich wichtig sind.

6 Kommentare

  1.   Henning

    @Thorsten
    „Inhaltliche Übereinstimmungen sind jeweils in der Mehrheit.“

    Da meintest du „Minderheit“, oder?

  2.   Thorsten Faas

    Ja, korrigiert…

  3.   Bloglighter

    Die fehlerhaften Angaben zu den im Text genannten Paarvergleichen hat der Autor zwar korrigiert, aber die Interpretation ist offensichtlich unvollständig: Die Graphik für NRW zeigt in allen Paarvergleichen höhere Übereinstimmung als die Graphik für den Bund. Eine Erklärung dafür fehlt.

    Läge der Grund dafür in unterschiedlichen Kategorien, hätte man das im Text erwähnen müssen. Da die Übereinstimmungen (der Index) auf einer Prozentskala angegeben sind, könnte auch die Zahl der Kategorien verschieden sein. In den beiden zuletzt genannten Fällen wäre aber ein quantitativer Vergleich zwischen NRW und Bund nicht möglich.


  4. Mit der Einsicht müsste es ja dann doch wieder eine der klassischen Koalitionen werden. Und laut den Parteikursen auf http://www.politikmarkt.tu-dortmund.de/ sieht es im Moment für SPD/Grüne gar nicht schlecht aus. Wer aber auf eine andere Variante nach dieser Wahl spekuliert, kann evtl. – sollte es sich am Ende bewahrheiten – noch einige Preise absahnen.

  5.   RG

    Auch ich habe die Wahlomat-Ähnlichkeiten und -Unterschiedlichkeiten der Programmatiken in NRW analysiert. Dabei habe ich jedoch die Fragen in ökonomische und gesellschaftspolitische aufgeteilt (einige gehörten in beide Kategorien). So konnte ich ein Diagramm in Excel erstellen (das zudem Extrempositionen als solche erkennt und mit darstellt), das zweidimensional die Parteienlandschaft abbildet. Herausgekommen ist folgende Grafik:

    http://www.fogep.de/wahlomatpoliticalcompass.png

    Die Punkte mit Parteilogo sind die Wahlomat-Positionen. Die Ellipsen stellen als zusätzliche Information die Konstellationen der jeweiligen Wählerschaften dar. Diese wurden durch Korrelationsberechnungen auf Stimmbezirksebene erstellt. Nicht alle Wählerschaften kongruieren mit der jeweiligen Parteiposition. Zur Bundestagswahl stimmten Wählerschaften und Programmatiken weitaus stärker überein.

 

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