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Der Teufel steckt im (Wahlrechts-)Detail

 

Zur Mehrheit fehlt Rot-Grün in NRW ein einziger Sitz. Rot-Grün-Rot wird es nicht geben. Also bleibt den Sozialdemokratinnen dort wohl nur der (schwere) Gang in die Große Koalition. Wie die Kollegen von wahlrecht.de zeigen, hängt die Sitzverteilung dabei nicht vom gewählten Zuteilungsverfahren ab. Ob Sainte-Laguë, Hare/Niemeyer oder D’Hondt – das Ergebnis ist identisch. Zumindest solange man die Sitzzahl bei 181 belässt.
Gleichwohl könnte man sich bei Rot und Grün mit Blick auf das Wahlsystem die Haare raufen – kleine Veränderungen der Regeln hätten mitunter große Wirkung gehabt: So hätte es für Rot-Grün etwa gereicht, wenn der nordrhein-westfälische Landtag nur aus 159 Sitzen bestehen würde (und die Sitze nach Hare/Niemeyer zugeteilt worden wären): Die SPD hätte dann nämlich 59 Sitze erhalten (wie die Union auch), die Grünen 21 – und 80 rot-grüne Sitze wären eine Mehrheit gewesen. Analog wäre es bei Sitzzahlen von 3, 5, 7, 19, 21, 35, 59, 73, 75, 87, 89, 91 und 105 gewesen… aber bei 181 eben nicht.

1 Kommentar

  1.   A. Horeni

    Ja, so ist das eben (leider) mit der Mathematik. Wenn ich einen Fünf-Euro-Schein in der Tasche habe und ich gern etwas für Sieben Euro kaufen will kann ich mich auch nicht darauf berufen, daß das Geld locker gereicht hätte, wäre der Gegenstand der Begierde nur vier Euro teuer. Die Parlamentarische Demokratie ist eben nur eine unzulängliche Abbildung des Volkswillens, sowohl was die Augenblicksbetrachtung angeht (und mit dem Affentanz von SPD, Linken und FDP in der Koalitionsfrage würde heute wohl das Wahlergebnis schon wieder anders aussehen) als auch die algebraische Frage nach Sitzplatzgerechtigkeit betreffend. Leider? Wer weiß.

 

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