{"id":4235,"date":"2013-08-20T16:19:53","date_gmt":"2013-08-20T14:19:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/zweitstimme\/?p=4235"},"modified":"2013-08-20T16:20:06","modified_gmt":"2013-08-20T14:20:06","slug":"weshalb-koalitions-fragen-nerven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/zweitstimme\/2013\/08\/20\/weshalb-koalitions-fragen-nerven\/","title":{"rendered":"Weshalb Koalitions-Fragen nerven"},"content":{"rendered":"<p>Der verstorbene fr\u00fchere FDP-Vorsitzende Otto Graf Lambsdorff nannte einmal ein h\u00fcbsches Beispiel f\u00fcr eine Journalistenfrage, die Politiker besser nicht beantworten sollten: &#8222;Haben Sie aufgeh\u00f6rt, Ihre Frau zu schlagen?&#8220; Sagt der Politiker darauf ohne Nachzudenken &#8222;Ja&#8220;, best\u00e4tigt er indirekt, dass er ein gewaltt\u00e4tiger Ehemann ist. Sagt er hingegen &#8222;Nein&#8220;, weil er die Frage f\u00fcr absurd h\u00e4lt, outet er sich erst recht als Schl\u00e4ger.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem in Wahlkampfzeiten beliebten Fragespiel: &#8222;Schlie\u00dfen Sie eine Koalition mit der Partei XY aus?&#8220; Was soll ein Politiker, der halbwegs bei Trost ist, dazu anderes sagen au\u00dfer einer Standard-Floskel in der Art: &#8222;Wir streben eine Koalition mit der Partei Z an. Aber wenn der W\u00e4hler anders entscheidet, werden wir uns Gespr\u00e4chen mit anderen demokratischen Parteien nicht verschlie\u00dfen.&#8220; Nur Politiker, die eigentlich gar nicht regieren wollen, werden die Frage bejahen.<\/p>\n<p>Auf diese Weise kamen dieser Tage mal wieder Schlagzeilen zustande, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2013-08\/merkel-zu-grosser-koalition\">Kanzlerin Merkel<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2013-08\/spd-politiker-zu-grosser-koalition\">Politiker der SPD<\/a> schl\u00f6ssen eine Gro\u00dfe Koalition im Fall der F\u00e4lle nicht aus, und f\u00fchrende Gr\u00fcnen lieb\u00e4ugelten heimlich mit Schwarz-Gr\u00fcn. Ja, was denn sonst? Sollen sie behaupten, sie gingen auf jeden Fall in die Opposition, wenn es f\u00fcr Schwarz-Gelb bzw. Rot-Gr\u00fcn bei der Bundestagswahl nicht reicht? Besonders der SPD w\u00fcrde man eine solche &#8222;Auschlie\u00dferitits&#8220; angesichts ihrer bescheidenen Umfragewerte als Realit\u00e4tsverweigerung auslegen.<\/p>\n<p>Also hat sich im Grunde nichts ge\u00e4ndert: Die W\u00e4hler werden am 22. September nicht \u00fcber eine <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2013-08\/wahlistik-2\">Koalition<\/a> entscheiden, sondern \u00fcber die Zusammensetzung des Parlaments. Die Parteien werden dann versuchen, aus den entstandenen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen eine Regierung zu formen. Das kann kompliziert werden, erst recht, wenn f\u00fcnf, sechs oder sieben Parteien in den Bundestag einziehen. Deshalb sind alle Parteien gut beraten, sich andere als nur ihre Wunschoptionen offen zu halten, falls sie mitregieren m\u00f6chten, und sich nicht an eine Partei zu ketten wie die FDP, die vor der Wahl eine Ampelkoalition formell ausschlie\u00dfen will. Und deshalb sollten Politiker bis dahin die unsinnige &#8222;Schlie\u00dfen-Sie-aus?&#8220;-Frage am besten nicht mehr beantworten. Die W\u00e4hler wissen es ohnehin besser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der verstorbene fr\u00fchere FDP-Vorsitzende Otto Graf Lambsdorff nannte einmal ein h\u00fcbsches Beispiel f\u00fcr eine Journalistenfrage, die Politiker besser nicht beantworten sollten: &#8222;Haben Sie aufgeh\u00f6rt, Ihre Frau zu schlagen?&#8220; Sagt der Politiker darauf ohne Nachzudenken &#8222;Ja&#8220;, best\u00e4tigt er indirekt, dass er ein gewaltt\u00e4tiger Ehemann ist. 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