{"id":843,"date":"2009-05-13T10:51:20","date_gmt":"2009-05-13T08:51:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/wahlen-nach-zahlen\/?p=843"},"modified":"2011-02-15T11:51:17","modified_gmt":"2011-02-15T10:51:17","slug":"zuversicht-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/zweitstimme\/2009\/05\/13\/zuversicht-in-der-krise\/","title":{"rendered":"Zuversicht in der Krise"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"about#kaina\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-126\" src=\"http:\/\/altesblog.zeit.de\/wahlen-nach-zahlen\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kaina_vicky-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/zweitstimme\/files\/2009\/03\/kaina_vicky-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/zweitstimme\/files\/2009\/03\/kaina_vicky-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a>Nach einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung (GfK) glauben derzeit rund 71 Prozent der Deutschen nicht, dass sich ihr sozialer Status durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ver\u00e4ndern wird. Aber Zuversicht scheint keine Nachricht wert. Im Bericht der \u201eWelt am Sonntag&#8220;, in deren Auftrag die GfK-Befragung durchgef\u00fchrt wurde, wird stattdessen hervorgehoben, dass zurzeit 28 Prozent der Deutschen ihre Schichtzugeh\u00f6rigkeit durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gef\u00e4hrdet sehen. Der Titel der Presseinformation der GfK lautet noch: \u201eMehrheit der Deutschen f\u00fcrchtet keinen sozialen Abstieg&#8220;. Bei \u201eWelt online&#8220; wurden daraus Schlagzeilen wie \u201eIn Deutschland w\u00e4chst die Angst vor dem sozialen Abstieg&#8220; und \u201eDeutsche Mittelschicht f\u00fcrchtet sozialen Abstieg&#8220;. Der Nachrichten-Aufmacher bei T-Online am Montagvormittag dr\u00f6hnte: \u201eDie Angst vor sozialen Abstieg geht um&#8220;. Und da musste dieselbe Befragung auch gleich als Beleg daf\u00fcr herhalten, dass die Angst vor einem sozialen Abstieg durch die Wirtschaftskrise bei immer mehr Deutschen um sich greife.<\/p>\n<p>Nun geh\u00f6rt es zu den wenig aufregenden Erkenntnissen der Medienforschung, dass schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind, weil sie mehr Aufmerksamkeit wecken und sich damit auch besser verkaufen lassen. Wenn aber aus guten Nachrichten schlechte Nachrichten gemacht werden, dann untergr\u00e4bt das die Glaubw\u00fcrdigkeit des \u00dcberbringers der Botschaft und der Grad zwischen Information und Desinformation wird beunruhigend schmal.<\/p>\n<p>Dabei bed\u00fcrfen die krisenbedingten \u00c4ngste der Deutschen wohl kaum einer k\u00fcnstlichen \u00dcbertreibung. Denn laut j\u00fcngstem ARD-Deutschland-Trend von Infratest dimap machen sich 57 Prozent der Deutschen Sorgen um ihre pers\u00f6nliche wirtschaftliche Zukunft, 56 Prozent f\u00fcrchten um ihre Ersparnisse und 76 Prozent glauben, dass uns der schlimmste Teil der Krise noch bevorsteht. Unter den Erwerbst\u00e4tigen haben 38 Prozent der Befragten Angst um ihren Arbeitsplatz, mit einer Zunahme von 6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat.<\/p>\n<p>Diese Zahlen sind alarmierend genug, zumal in einem Superwahljahr, in dem die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler aufgefordert sind, den Politikern ihrer Wahl das Vertrauen auszusprechen. Nun stellt sich die Frage, wem man in der Krise mehr vertrauen mag: den W\u00fcnschelruteng\u00e4ngern, die in der Bev\u00f6lkerung \u201eEmp\u00f6rung \u00fcber die Folgen der Krise&#8220; (Gesine Schwan) und \u201esoziale Unruhe&#8220; (Oskar Lafontaine) \u201esp\u00fcren&#8220;; oder denjenigen, die zwar unsere Sorgen nicht unter den Teppich kehren, aber auch Mut machen, dass wir die Krise gemeinsam \u00fcberstehen und daraus gest\u00e4rkt hervorgehen werden.<\/p>\n<p>Die Amerikaner entschieden sich bei der zur\u00fcckliegenden Pr\u00e4sidentschaftswahl in gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr Zuversicht und Optimismus: Yes, we can &#8211; Ja, wir packen das! Wof\u00fcr werden sich die Deutschen entscheiden &#8211; f\u00fcr eine Wahl der Angst oder f\u00fcr eine der Zuversicht? Und welche Partei wird den Deutschen \u00fcberhaupt die Wahl lassen, den Optimismus zu w\u00e4hlen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung (GfK) glauben derzeit rund 71 Prozent der Deutschen nicht, dass sich ihr sozialer Status durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ver\u00e4ndern wird. Aber Zuversicht scheint keine Nachricht wert. 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