‹ Alle Einträge

Rettet det Balinarische!

 

Aus Köln gibt es eine schöne Geschichte: Ein Japaner, der über Jahrzehnte in seiner Heimat die deutsche Sprache erlernt hat, dessen fehlerfreier Wortschatz sogar Goethe hätte erblassen lassen, kommt am Flughafen an und steigt in ein Taxi. Im absolut klaren, höchstperfekten Deutsch begrüßt er die blondierte, auftoupierte Fahrerin und teilt ihr höflich den Ort mit an der gebracht werden will. Dummerweise gibt es die Strasse mehrfach in der Stadt, also fragt ihn die Taxifahrerin: „Hörens Liebschen, is dat up dä schääl sick, oder wat?“*. Der Japaner reiste sofort wieder ab, seine Studien vertiefen.

So was kann in Berlin nicht passieren, denn der Berliner Dialekt ist auf dem Rückmarsch. Die Taxifahrer sind meinst Alt-Philologen aus Stuttgart, die Kneipen, ansonsten Hort und Brutstätte der Dialekte, gefüllt mit Menschen aus allen möglichen Gegenden Deutschlands. Selbst ein breites Sächsisch hört man öfter in Berlin, als den alten Dialekt. Damit die Sprache nicht in Vergessenheit gerät, gibt es im Internet ein schönes Lexikon, das ziemlich umfangreich ist. Viel Spaß beim nachschlagen von Wörtern wie „Mollenfriedhof“ oder „Schlorren“. Wenn sie es auswendig gelernt haben, dann können sie ihre neu erworbenen Kenntnisse ja mal an einem Taxifahrer ausprobieren.

*“Lieber Fahrgast, ist das rechts- oder linksrheinisch?“

1 Kommentar

  1.   Klaus

    Schöne Zusammenstellung. Vielen Dank für diesen Link.

    So richtig lebensnah sind einige der Einträge allerdings nicht.
    Was könnte „au wacker“ mit Wacker 04 zu tun haben?
    Die Berliner Schnauze mag nicht jedem gefallen, aber unlogisch ist sie nicht. Vielleicht kommt es von „Au Backe“?
    Und:
    „Du bist wohl vom Affen jebiss’n.“
    Das sagen doch höchstens Zugereiste, die sich anbiedern wollen.

    Anwesende natürlich ausgenommen.

    Schönen Gruß, Klaus

 

Kommentare sind geschlossen.