China-Blog

Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene

Chinas Abschwung trifft vor allem den Rest der Welt

Von 24. August 2015 um 14:28 Uhr

China hustet – und der Rest der Welt hustet kräftig mit. Die Kurse an den chinesischen Aktienmärkten sind am Montag erneut deutlich gefallen. Der wichtige Shanghai Composite Index sackte um über acht Prozent ab. Auch der kleinere Shenzhen Component Index fiel um mehr als sieben Prozent. Und wahrscheinlich wäre der Absturz noch dramatischer ausgefallen, hätte die chinesische Börsenaufsicht nicht eingegriffen: Fast 2.200 Aktien, die mehr als zehn Prozent verloren, wurden vom Handel ausgesetzt. Zudem verpflichtete sie den staatlichen Pensionsfonds dazu, ebenfalls künftig in heimische Aktien zu investieren. Ohne Zweifel erlebt China einen "schwarzen Montag“. Weiter…

Kategorien: Finanzen

IWF verzögert Chinas Yuan-Aufstieg

Von 21. August 2015 um 11:23 Uhr

Es ist ein klarer Dämpfer für Chinas Währungspolitiker: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Mittwochabend beschlossen, dass er die chinesische Landeswährung vorerst nicht in seinen Währungskorb aufnehmen wird. Damit gehört der Yuan auch weiter nicht dem erlauchten Kreis von US-Dollar, Euro, Yen und britischem Pfund an.

Der IWF betonte zwar, dass er noch in diesem Jahr anders entscheiden könnte. Sollte der Beschluss positiv ausfallen, würde die Aufnahme aber frühestens im Herbst 2016 erfolgen. Ranghohe chinesische Finanzpolitiker hatten mehrfach angekündigt, dass der Yuan bereits bis 2020 den US-Dollar als weltweite Leitwährung vom Thron stoßen werde. Dieses Ziel dürfte mit dieser jüngsten Entscheidung des IWF nicht mehr zu erreichen sein. Weiter…

Kategorien: Finanzen

Niemand hat die Feuerwehrkräfte über die Gefahren informiert

Von 17. August 2015 um 21:30 Uhr

Wer mit dem Auto von der Innenstadt der 15-Millionen-Metropole Tianjin über die Autobahn nach Binhai kommt, stößt auf ein Industriegebiet, das selbst chinesischen Stadtplanern den Atem raubt. Und sie sind Gigantonomie eigentlich gewohnt. Lebten hier vor wenigen Jahren noch Fischer, reiht sich nun auf einer Fläche, das fast der halben Fläche der Schweiz entspricht, eine moderne Fabrikanlage neben der anderen. 121 der weltweiten Top-500-Unternehmen haben sich mit Fabriken in dieser Wirtschaftszone mit dem Namen Binhai New Area angesiedelt, darunter auch Firmen wie Airbus, Volkswagen und Nestlé. Dahinter erstreckt sich der ebenfalls erst vor wenigen Jahren modernisierte Hafen. Gemessen am Containerumschlag ist er der zehntgrösste der Welt.

Nicht nur die meisten dieser Anlagen sind neu. Sehr viele von ihnen sind auch ausgestattet mit moderner Technik. Sie erfüllen die höchsten Sicherheitsanforderungen – so zumindest heißt es in Werbebroschüren der Stadtverwaltung von Tianjin. Und trotzdem ist es in der Nacht zum Donnerstag in einen dieser Anlagen zu den verheerenden Explosionen gekommen. Dabei haben viele in China gedacht, so etwas könnte nur in alten maroden Anlagen passieren. Weiter…

Kategorien: Allgemein

Billig, billiger, Yuan

Von 12. August 2015 um 12:09 Uhr

Zum zweiten Mal in Folge hat Chinas Zentralbank den Yuan abgewertet. Im Verhältnis zum US-Dollar lag der Abschlag bei 1,6 Prozent. Bereits am Vortag hatte der Yuan 1,9 Prozent an Wert verloren.

Kritiker klagen nun, die chinesische Führung würde den Wechselkurs manipulieren und sich so Vorteile für die heimische Exportwirtschaft verschaffen. Denn ein billiger Yuan macht chinesische Produkte auf den Weltmärkten ebenfalls günstiger. Kritik kommt vor allem aus den USA, verschiedene US-Politiker warnen vor einem Rückfall in alte Reflexe. Doch so überraschend es klingen mag: Genau das Gegenteil ist der Fall. Die jüngste Abwertung ist Teil der anhaltenden Liberalisierung der chinesischen Währung. Weiter…

Kategorien: Finanzen

Xiaomi läuft Apple den Rang ab

Von 11. August 2015 um 13:22 Uhr

Einfach hatte es Apple in China nie. Einige Jahre lang zeigte sich Apples damaliger Chef Steve Jobs skeptisch, ob sich die Chinesen wirklich in Massen die teuren iPhones leisten könnten. Angesichts der rasant wachsenden Mittelschicht ließ er sich spät, aber dann umso rascher eines besseren belehren. Das nahm ihm jedoch die chinesische Seite übel und machte Sicherheitsbedenken geltend. Bei jeder Einführung eines neues iGerätes vergingen Monate, bis sie auch in der Volksrepublik zugelassen waren.

Und dann dauerte es noch einmal eine Weile bis sich Apple auch mit Chinas größtem Mobilfunkanbieter China Mobile geeinigt hatte. Erst dann hob der iPhone-Verkauf ab und brachte es auch auf dem weltweit größten Markt für Smartphones zur Nummer eins. Doch nun könnte es mit Apples Siegeszug schon wieder vorbei sein. Weiter…

Kategorien: Netzökonomie

Peking verspricht Bescheidenheit

Von 30. Juli 2015 um 08:11 Uhr

Als sich vor zwei Jahren Peking für die Winterspiele 2022 beworben hat, konnten sie sich selbst kaum vorstellen, dass die chinesische Hauptstadt schon wieder Austragungsort für Olympische Spiele werden könnte. Peking hatte erst 2008 mit großem Pomp die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. Aber nicht nur München ist für die Spiele 2022 abgesprungen, sondern auch Krakau, Stockholm und Oslo. Zur Auswahl steht nur noch Almaty in Kasachstan.

Sollte Peking am Donnerstag beim Treffen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Kuala Lumpur den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 erhalten, wäre Peking die erste Stadt der Welt, die nach den Sommerspielen 2008 auch die Winterspiele ausrichtet. Weiter…

Kategorien: Allgemein

Kein Vertrauen in Chinas Regierung

Von 28. Juli 2015 um 13:54 Uhr

In der vergangenen Woche schien es noch, als hätten sich die chinesischen Aktienmärkte wieder beruhigt. Nach den Turbulenzen der vergangenen zwei Monate hatten die staatlichen Marktregulierer massiv eingegriffen, Aktien in großer Zahl gekauft und den Handel für eine Vielzahl von Papieren sogar komplett ausgesetzt. Das sollte die Kursschwankungen mildern, und nach den heftigen Abstürzen um fast 30 Prozent vom Höchststand Mitte Juni hatten sich die Kurse tatsächlich etwas erholt.

Doch seit Beginn dieser Woche geht es wieder drunter und drüber. Weiter…

Kategorien: Allgemein, Finanzen

Peking soll Monstermetropole werden

Von 24. Juli 2015 um 10:40 Uhr

Wer sich noch an Peking vor 25 Jahren erinnert, dem wird die Stadt von damals im Vergleich zu heute wie ein Dorf vorkommen. Zwar zählte die chinesische Hauptstadt schon da knapp sechs Millionen Einwohner. Doch nicht weit über den dritten Ring hinaus hörte das urbane Stadtgebiet schon auf. Dahinter gab es nur noch Felder, landwirtschaftliche Betriebe und vereinzelt ein paar Siedlungen und Fabriken. Heute zählt der Ballungsraum mehr als 20 Millionen Einwohner, riesige Hochhaussiedlungen erstrecken sich bis zum sechsten Ring.

Und dabei soll es nicht bleiben. Geht es nach dem Willen der chinesischen Führung, wird Peking in den nächsten Jahren mit der benachbarten Hafenmetropole Tianjin und der umliegenden Provinz Hebei zu einem gigantischen Ballungsraum zusammenwachsen. Jingjinji soll die Megametropole heißen (von Beijing, Tianjin und Ji, dem traditionellen Namen der Provinz Hebei) und auf fast 215.000 Quadratkilometer – das ist fast die doppelte Fläche der früheren DDR – 130 Millionen Einwohner zählen. Das entspricht der Bevölkerung von Deutschland, Schweiz, Österreich und Polen zusammen. Weiter…

Kategorien: Allgemein

Chinas Börsencrash ist abgewendet, die Marktreform aber auch

Von 18. Juli 2015 um 09:45 Uhr

Der Börsencrash in China stellt Griechenland in den Schatten“, „China vor dem Kollaps" – die Katastrophenmeldungen aus Fernost klangen alarmierend. Zwei Wochen nach dem heftigen Kursrutsch in Shanghai zeigt sich nun jedoch das wahre Ausmaß der Schäden für die Wirtschaft. Sie sind: vernachlässigbar. Auch die Folgen für den Rest der Welt halten sich in Grenzen.
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Kategorien: Finanzen

Die Autokrise in China ist hausgemacht

Von 13. Juli 2015 um 15:17 Uhr

Branchenvertreter machen es sich zuweilen recht einfach mit ihren Erklärungen. Der chinesische Autoverband gibt den Kursabstürzen der vergangenen drei Wochen die Schuld an den drastisch eingebrochenen Autoabsatzzahlen in der Volksrepublik, dem bislang größten Pkw-Markt der Welt. Viele Leute hätten am Finanzmarkt sehr viel Geld verloren, da sei an Autokäufe nicht zu denken. Nur: Wenn es nach den Aktienkursen ginge, hätte der Verkauf in den vergangenen Monaten kräftig nach oben gehen müssen. Weiter…

Kategorien: Allgemein