Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene

Autoren Archiv von Felix Lee

Chinas Staatsmedien verschweigen Vogelgrippe

Von 27. Januar 2015 um 14:43 Uhr

In Ländern mit unabhängiger Presse sind es normalerweise die Medien, die im Fall von Seuchen Alarm schlagen und die Bevölkerung aufrütteln. Nicht aber in China: Seit Wochen sind die Gesundheitsbehörden alarmiert und warnen vor einer neuen Welle der Vogelgrippe. Doch die meist staatlich kontrollieren Medien berichten höchstens sehr klein darüber. Fragt man die Geflügelhändler auf den Pekinger Märkten, erntet man Achselzucken. Die meisten haben vom Ausbruch der Krankheit noch nicht einmal gehört. Weiter…

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EZB macht deutsche Firmen in China reich

Von 23. Januar 2015 um 12:55 Uhr

Ob Koffer von Rimowa, Autos von BMW oder Kochtöpfe von WMF: Deutsche Produkte sind in China beliebt. Das zeigt auch die Exportstatistik. Die deutschen Ausfuhren nach China sind der Deutschen Außenhandelskammer zufolge in den ersten drei Quartalen 2014 um weitere 11,6 Prozent gestiegen. Für Deutschland ist die Volksrepublik der zweitgrößte Handelspartner außerhalb der Europäischen Union, gleich nach den USA. Vor allem für die deutsche Maschinenbau- und Autoindustrie ist China der wichtigste Absatzmarkt. Und in den kommenden Monaten dürfte die Nachfrage nach Waren made in Germany dort noch weiter steigen. Grund dafür ist der Wechselkurs. Weiter…

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In China lähmt Angst das Wachstum

Von 20. Januar 2015 um 09:02 Uhr

Erst rauschen Shanghais Aktien in den Keller: Chinas wichtigstes Börsenbarometer, der Shanghai Composite Index, verlor am Montag 7,7 Prozent. Und nun verfehlt China auch noch sein selbstgestecktes Wachstumsziel. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 7,4 Prozent zu. Die kommunistische Führung hatte mit 7,5 Prozent geplant. Weiter…

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China will Kartoffelnation werden

Von 17. Januar 2015 um 09:56 Uhr

Jede vierte Kartoffel hat ihren Ursprung in China. Damit ist das Reich der Mitte bereits der weltgrößte Kartoffelproduzent. Dabei werden die „Erdbohnen“ (tudou), wie sie wörtlich übersetzt in der Volksrepublik heißen, in der chinesischen Alltagsküche bislang meist nur in kleine Streifen geschnitten, neben anderem geschnetzelten Gemüse in einem Wok kurz gebraten und dann als Gericht serviert. Anders als Reis oder Weizennudeln sind Kartoffeln in China keine Sättigungsbeilage. Das soll sich nach dem Willen der chinesischen Regierung aber ändern. Sie will, dass Kartoffeln in der Volksrepublik künftig wie ein Grundnahrungsmittel verzehrt werden. Weiter…

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Keine Lust aufs zweite Kind

Von 13. Januar 2015 um 08:42 Uhr

Mehr als drei Jahrzehnte lang galt in China die Devise: bloß keine Kinder. Die Behörden verteilten in den Wohnquartieren kostenlos Kondome. Sie boten Frauen unkompliziert Abtreibungen an. Und es gab landesweit umfassende Aufklärungsprogramme. Wer dennoch ein zweites Kind bekam, musste mit hohen Geldstrafen rechnen. Sogar vor Zwangsabtreibungen schreckten die Behörden nicht zurück. Chinas Ein-Kind-Politik der letzten 35 Jahre hat dazu geführt, dass die offizielle Bevölkerungszahl heute bei rund 1,38 Milliarden liegt und nicht bei zwei Milliarden.

Vor gut einem Jahr verkündete die chinesische Führung in Peking eine Abkehr von dieser restriktiven Bevölkerungspolitik, weil Chinas Bevölkerung vergreist – mit dramatischen Folgen für die Sozialsysteme. Sie erlaubte jedem Paar ein zweites Kind, wenn mindestens ein Elternteil Einzelkind ist. Aber nach dem ersten Jahr der Lockerung geht die Rechnung nicht auf. Weiter…

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Chinas Yuan wird zum globalen Stabilitätsanker

Von 9. Januar 2015 um 16:20 Uhr

Der Euro fällt und fällt, auch der japanische Yen hat deutlich abgewertet. In der Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed, flüchten immer mehr Anleger in den Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Notenbank von Japan hingegen halten an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Auch deshalb haben Euro und Yen seit dem Sommer zum Dollar bereits mehr als 15 Prozent an Wert verloren.

Und dieser Trend wird nach Ansicht der meisten Analysten anhalten. Sie gehen für die kommenden zwei Jahre von einem durchschnittlichen Kurs von 1,15 Dollar je Euro aus. Einige rechnen gar mit einer Euro-Dollar-Parität. Ähnlich sieht es in Fernost aus, wo die japanische Zentralbank mit einer extrem lockeren Geldpolitik die heimische Währung drückt, um den Export anzukurbeln.

Eine Währung widersetzt sich jedoch diesem Trend – und sie könnte sich schon bald als noch robuster erweisen als der Dollar: der Yuan. Dabei ist die chinesische Währung bis heute nicht einmal in die internationalen Handelssysteme eingebunden. Weiter…

Kategorien: Roter Kapitalismus

China hat sich verkalkuliert

Von 6. Januar 2015 um 10:10 Uhr

Ausgerechnet Erzrivale Japan hat China einst auf die heimischen Schätze aufmerksam gemacht. Es war im Jahr 2009, als japanische Firmen begannen, in großen Mengen Metalle der Seltenen Erden zu horten. Sie brauchten sie für ihre Hightech-Produkte. Das Verhalten der Japaner machte die chinesische Führung misstrauisch – und dann wurde ihr klar: 95 Prozent der Weltproduktion stammte aus dem eigenen Land.

China hatte damit ein Quasimonopol auf Seltene Erden, und es wollte seine Vormachtstellung nutzen. Über Exportquoten trieb Peking die Weltmarktpreise für die wichtigen Metalle in die Höhe. Zusätzlich wollte die chinesische Führung die Japaner und andere Hightech-Nationen unter Druck setzen, um ihr Wissen abzugreifen.

China will selbst zum Hightech-Land werden. Doch im Fall der Seltenen Erden ging das Kalkül nicht auf. Weiter…

Kategorien: Roter Kapitalismus

Der große Wassertransfer

Von 15. Dezember 2014 um 16:48 Uhr

Der Gedanke mag vielleicht erst einmal bestechend klingen: Der gesamte Norden Chinas leidet die meiste Zeit im Jahr unter extremer Trockenheit. Weite Teile Südchinas hingegen werden jedes Jahr durch Regen mehrfach überschwemmt. Daher hatte schon Staatsgründer Mao Zedong Anfang der 1950er Jahre die Idee, einen gigantischen Kanal zu bauen, der das viele Wasser vom Süden in den Norden leitet. Mehr als ein halbes Jahrhundert später wird es nun konkret. Weiter…

Kategorien: Umwelt

Das Ende von Occupy Hongkong

Von 12. Dezember 2014 um 08:36 Uhr

Mit Occupy ist es in Hongkong vorbei – zumindest vorerst. Nach 75 Tagen hat die Polizei am Donnerstag das Hauptlager der Demokratie-Aktivisten vor dem Sitz der Hongkonger Regierung geräumt. Einige Hundert Aktivisten leisteten in den letzten Stunden mit friedlichen Sitzblockaden noch symbolischen Widerstand. Gegen 22 Uhr war aber auch der letzte Demonstrant weggetragen und festgenommen. Seit dem frühen Morgen rollt auf den Straßen im Regierungsviertel wieder der Verkehr.

Alex Chow von der Hongkonger Studentenvereinigung bestritt zwar, dass die Proteste gescheitert seien und kündigte eine zweite große Blockadewelle für das nächste Halbjahr an. Aber auch er musste eingestehen, dass die Bewegung nach mehr als zwei Monaten ununterbrochener Blockaden keinen Sieg erringen konnte. Die Hongkonger Führung bleibt stur und stellt sich hinter die Pläne der Zentralregierung, bei den ersten direkten Wahlen ab 2017 nur Kandidaten zuzulassen, die von der KP-Führung in Peking vorher abgesegnet wurden. Die Demokratie-Aktivisten haben sich mit keiner ihrer Forderungen durchsetzen können. Mehr denn je stellt sich die Frage: Was ist auf Protestseite schief gelaufen? Weiter…

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Die Gegner sind weg, die Korruption bleibt

Von 9. Dezember 2014 um 11:01 Uhr

Was für eine Sensation: Seit dem Ende der Kulturrevolution vor fast 40 Jahren hat die Führung von Chinas Kommunistischer Partei keinen so ranghohen ehemaligen Spitzenkader festnehmen lassen wie am vergangenen Wochenende: Zhou Yongkang war nicht nur oberster Sicherheitschef und hatte in seiner Amtszeit einen gigantischen Polizei- und Geheimdienstapparat aufgebaut. Der 72-Jährige gehörte bis 2012 auch dem damals Ständigen Ausschuss des Politbüros an, er war also einer der neun Führer der Volksrepublik. Doch was genau steckt hinter der Festnahme? Weiter…

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