Das Fahrrad-Blog

Rentner im Rad-Parcours

Von 24. Dezember 2012 um 17:45 Uhr

Rentner auf einem Fahrrad (Archivbild), Foto: © Werner Baum/dpa

Rentner fahren gerne Fahrrad. Laut Carmen Hagemeister, Professorin an der Technischen Universität Dresden, haben sie dafür mehr Zeit, bewegen sich gern und wollen etwas für ihre Gesundheit tun. Gleichzeitig haben ältere Menschen aber auch ein höheres Unfallrisiko. Um das zu senken, startet die Uni Dresden mit der Universität Leipzig im Januar die Studie “Training für ältere RadfahrerInnen”.

“Jeder zweite tödlich verunglückte Radfahrer ist über 60 Jahre alt”, erläutert Carmen Hagemeister, die die Studie leitet. Ihre Untersuchungen zeigen: Je älter die Menschen sind, desto schlimmer sind die Unfallfolgen. Um Stürze und Zusammenstöße zu vermeiden, werden die Wissenschaftler mit Radfahrern, die älter sind als 60 Jahre, von Januar bis Juni regelmäßig in einem Fahrrad-Parcours trainieren. Die Idee dahinter ist, die Beweglichkeit der Teilnehmer zu verbessern.

Mit zunehmendem Alter falle vielen Menschen der Schulterblick schwer, sagt Hagemeister. Das gelte auch für das Handzeichen beim Abbiegen. Deshalb lassen viele Radfahrer beides gleich ganz weg. Beim Training in der Halle werden sie es üben.

Ein wichtiger Aspekt ist das Abwenden von Unfällen. In der Altersgruppe ist es laut Hagemeister beliebt, Taschen an den Lenker zu hängen, was häufig zu Stürzen führe. Auch stellten schwerhörige Teilnehmer gerne ihre Hörgeräte ab, weil es je nach Modell die Windgeräusche extrem verstärke. Hier sollen gemeinsam Alternativen gesucht werden.

Das Ziel der Studie ist, dass die Teilnehmer nach dem Training ihr Fahrrad besser beherrschen und sie sich auf dem Rad und auf dem Radweg sicherer fühlen. Funktioniert das Trainingsmodell, soll es später über Sportvereine angeboten werden.

In Hinblick auf den demografischen Wandel kann das Training in ein paar Jahren eine wichtige Rolle spielen. Denn in zwanzig Jahren werden bedeutend mehr ältere Menschen in Deutschland leben als heute.

Kategorien: Forschung
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Der Mann auf dem Bild sitzt falsch auf einem zu kleinen Fahrrad.
    Aber das wird wahrscheinlich in den avisierten Kursen auch nicht vermittelt werden.

    • 25. Dezember 2012 um 13:47 Uhr
    • Jennerwein
  2. 2.

    Zähle noch nicht zu den so alten Menschen, und fahre täglich Rad. Der Schulterblick hat aber auch mir bereits “Probleme” bereitet, und habe mir deswegen einen sehr guten Rückspiegel montiert. Funktioniert hervorragend und stört auch im Gelände nicht.

    • 25. Dezember 2012 um 19:10 Uhr
    • Peter Altmann
  3. 3.

    Ich bin ueber 80 Jahre alt und fahre taeglich mit meinem Rad etwa 20km.
    Nach meinen Beobachtungen besteht zweifelsfrei eine erhoehte Unfallgefahr bei unserer Altersgruppe. Dabei spielen sowohl geistig-mentale als auch koerperliche Komponenten eine spezifisch alterstypische Rolle. Ein an und fuer sich wuenschbares Training sollte das beruecksichtigen und moeglichst von etwa gleichaltrigen, ausgebildeten Instruktoren, die eine altersentsprechende Erfahrung haben geleitet werden. Dabei waere sowohl theoretisch als auch praktisch zu instruieren. Neben individuellen Komponenten sind im uebrigen die Probleme der Gruppen der 60-,70-,und 80-jaehrigen beim Radfahren nicht vollstaendig identisch.

    • 25. Dezember 2012 um 23:38 Uhr
    • Dr. Christof E. Schaertlin Ft. Myers FL USA
  4. 4.

    Kein schlechter Ansatz. Es fehlt dann noch das Training der Autofahrer im Verhalten gegenüber Fußgängern und Radfahrern. Wenn sich ein Kind unvorsichtig verhält oder ein alter Mensch etwas einfach nicht mehr erkennen kann, wird das heute von den Autofahrern in unserer Gesellschaft gerne als Todesurteil akzeptiert.

  5. 5.

    ich kann mich Reifenexperte nur anschließen. Es müsste wirklich an der Einstellung gearbeitet werden, dass jeder Verkehrsteilnehmer, der nicht in einer Blechkiste sitzt eigentlich nur ein Störenfried ist. Wir brauchen einen menschlicheren Verkehr!

  6. 6.

    Also ehrlich gesagt, geht es an der Wirklichkeit vorbei, an allem nur dem Autoverkehr die Schuld zu geben.

    Typischer Unfall für alte Herren: Es wird aus Gewohnheit und Eitelkeit am Diamantrahmen festgehalten. Und irgendwann fällt man bei niderigerer Geschwindigkeit oder beim Abstiegen zur Seite um und schlägt den Kopf massiv auf – weil man nicht schnell genug auf eine festhakende Hose oder so reagieren konnte.

    Im Sturz gibt es dann ebenfalls keine Ausweichbewegung

    Ich war in den letzten zehn Jahren in einen Parkunfall mit dem PKW mit eigenem Versagen verwickelt – aber wie häufig habe ich mich mit dem Rad hingelegt? Und klar bin ich auch von Autofahrern drangsaliert worden, aber die Stürze habe ich alle gnaz allein hinbekommen

    • 26. Dezember 2012 um 12:13 Uhr
    • Plupps
    • 26. Dezember 2012 um 18:55 Uhr
    • gn42
  7. 8.

    Durch die massenhafte Anschaffung von Pedelecs durch diese Generation wird das Problem sicher noch verschärft,düst man doch mit einer Geschwndigkeit durch die Gegend, die man sonst überhaupt nicht erreichen könnte.

    • 27. Dezember 2012 um 05:19 Uhr
    • rabin
  8. Kommentar zum Thema

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