Das Fahrrad-Blog

Hört ihr mich?

Von 14. Januar 2013 um 10:17 Uhr
© www.hotelfietsbel.nl

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Mit Fahrradklingeln ist es so eine Sache. Sie gehören ans Fahrrad, aber das zarte Plingpling vieler Glocken wird im Großstadtalltag von Radfahrern wie Fußgängern oft überhört.

Meiner Tochter habe ich vor einigen Monaten eine dieser großen Glocken am Lenker befestigt, die gerne an Retroräder geschraubt werden. Die hört man gut. Mehr noch: Ihr satter, tiefer Ding-Dong-Klang führt häufig zu netten Kommentaren. Ganz anders als die kleinen Klingeln mit dem Außenschlegel. Sie gehören eher in die Kategorie “kläffender Terrier”. Aber bevor ich damit jemanden aus dem Weg beiße, rufe ich oft lieber.

Dabei wünsche ich mir, vor allem wenn ich in Hamburg unterwegs bin, eine dieser alles übertönenden Hupen. Die sind verboten, aber unglaublich wirksam, wenn ein Autofahrer beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer übersieht.

Erst kürzlich habe ich diese Szene beobachtet. Der Autofahrer hatte den Radler nicht gesehen, aber dieser hupte plötzlich hell-laut und anhaltend. Die beiden verfehlten sich um Haaresbreite. Der Autofahrer entschuldigte sich gestikulierend.

Die Hupe des Radfahrers konnte ich nicht erkennen. Ich tippe auf eine dieser Presslufthupen, wie die Air Zound III bike horn, denn sie war wirklich extrem laut. Für den Moment aber genau richtig, und Auto- wie Radfahrer waren sichtlich froh über ihren Einsatz.

In dem Kickstarterprojekt “Loud Bicycle: Car horn for your bike” hat eine Gruppe amerikanischer Ingenieure Geld gesammelt, um Fahrradhupen zu produzieren. Sie klingen exakt wie Autohupen. Laut Jonathan Lansey, dem Initiator des Projekts, dürfen Radfahrer in Amerika damit unterwegs sein. In dem Video oben ist Lautstärke und Wirksamkeit der Fahrradhupe gut erkennbar.

Ist das die Zukunft? Für die Großstadt finde ich sie sehr nützlich.

Kategorien: Allgemein, Fahrradteile
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Air Zound III Bike Horn – damit auch die ganze Stadt mitbekommt, dass Ihnen gerade ein Unrecht geschieht?

    Möglicherweise ist es temperaments- und altersbedingt sowie die Erfahrung, dass Ad-hoc-Erziehungsmaßnahmen fremder Menschen aneinander selten von Erfolg gekrönt sind, die mich dazu bringen, mich als Radfahrer eher defensiv durch den Verkehr zu bewegen, statt mit einer Super-Hupe Rechte einzufordern.

    Bei Autofahrern sind 99 Prozent aller Nutzungsfälle der Hupe nicht im Einklang mit der Straßenverkehrsordnung: es wird gegrüßt, belehrt oder der eigenen Ungeduld Ausdruck verliehen.

    Das muss man jetzt nicht auch noch auf Radfahrer ausdehnen.

  2. 10.

    @ Vasudeva

    Fußgänger sind ungefähr genauso oft der A*sch wie Radfahrer und Autofahrer. Fußgänger laufen genauso auf Radwegen rum, wo sie nichts zu suchen haben wie manche Radfahrer auf Fußwegen rumfahren. Oder Autofahrer einfach Rad- und Fußwege zuparken. Was Ignoranz und Rücksichtslosigkeit betrifft geben sich die drei Gruppen alle nicht viel.

    • 14. Januar 2013 um 19:39 Uhr
    • napf90
  3. 11.

    Warum nicht einfach eine Radlauf- (“Sturm-”)Klingel anschrauben? Die richtig guten mit dem gelben Rad gibt es zwar nicht mehr, aber dieser China-Nachbau ist auch ganz schön laut
    http://classic-cycle.de/Hupen-Glocken-Sirenen/Radlaufglocke-Sturmklingel-Tirebell.html

  4. 12.

    @zuckerman: Manchmal reicht auch bei allem Umsichtigen fahren der Platz und die Zeit nicht mehr um anzuhalten oder auszuweichen wenn nicht gleichzeitig der andere auch noch reagiert!. Bevor mich dann ein KFZ über den Haufen fährt habe ich lieber eine laute Hupe im Einsatz. Aus eigener Erfahrung (ja auch ich muss manchmal mit dem PKW fahren), weiss ich, dass man ein “PlingPling” der üblichen und zugelassenen Klingeln im Auto nicht immer hört.

    Mir ist es im Zweifel auch egal ob die Dinger legal sind oder nicht! Wenn mir die Hupe die Gesundheit rettet, zahle ich auch gerne das fällige Bußgeld.

    @Vasudeva:
    Wenn mir ein Fußgänger vors Rad springt und das “PlingPling” meiner Klingel nicht hört, muss halt die AirZound ran. Wenn mich ein Fußgänger umrennt, passiert erfahrungsgemäß mir und meinem teueren Fahrrad mehr als dem Fußgänger (die dann meißt abhauen und ich stehe da mit Schürfwunden und defekten Fahrrad). Ach ja: Ich bin kein Heizer und fahre NIEMALS auf Fußwegen!

    • 14. Januar 2013 um 19:54 Uhr
    • leser72
  5. 13.

    Hm, alsi ich hatte eher den Eindruck, daß die im Video gezeigten Autos den Radler schon gesehen haben und quasi standen, als die Hupe ertöhnte(mal abgesehen davon, daß sie aufgrund mangelnder Umgebungsgeräusche arg reingeschnitten wirkte). Überall wird über Verkehrsläum geschimpft. Bei Flugzeugen, bei Autos, bei Motorrädern, bei Baustellen…. hm warum rüsten wir Fahrräder nicht auch noch auf diese Läutstärke aus?

    Ich kann zuckerman nur zustimmen, eine Hupen wird häufiger mißbraucht als sinnvoll benutzt. Hier noch mehr Teilnehmer mit Hupen auszurüsten geht in die falsche Richtung.

    • 14. Januar 2013 um 20:02 Uhr
    • Taranis
  6. 14.

    omg, lauter als ein Auto! :o
    Neulich, als es um die Beleuchtung ging, haben sich einige über “heller als ein Autoscheinwerfer” aufgeregt. Wieso eigentlich?

  7. 15.

    Als Fahrradpendler im urbanen und peri-urbanen Raum, wünschte ich mir nichts sehnlicher, wie eine hörbare Klingel. Vor allem für andere Radfahrer. Mütze, altersbedingte Hörschwierigkeiten, usw., da hat man mit einer normalen Klingel keine Chance. Laut Rechtssprechung ist aber ein Klingeln vor dem Überholen zwingend notwendig. Gerade bei unseren engen Radwegen und der Schreckhaftigkeit vieler Mitbürger.

    • 14. Januar 2013 um 20:15 Uhr
    • stefan
  8. 16.

    @Vasudeva
    “Fußgänger sind in den Städten nämlich immer der A*sch…”

    Wie recht Sie haben! Es vergeht kein Tag, wo nicht mehrere Fußgänger ohne sich umzuschauen auf den Radweg wechseln.

    Mal ernsthaft: Die Kampfradler auf dem Fußgängerweg sind um Größenordnungen harmloser als die meisten Fußgänger: Die Kampfradler versuchen aus eigenem Interesse niemanden anzufahren. Den Fußgängern ist nichtmal bewusst, dass sie was falsch machen.

  9. Kommentar zum Thema

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