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Hört ihr mich?

 
© www.hotelfietsbel.nl
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Mit Fahrradklingeln ist es so eine Sache. Sie gehören ans Fahrrad, aber das zarte Plingpling vieler Glocken wird im Großstadtalltag von Radfahrern wie Fußgängern oft überhört.

Meiner Tochter habe ich vor einigen Monaten eine dieser großen Glocken am Lenker befestigt, die gerne an Retroräder geschraubt werden. Die hört man gut. Mehr noch: Ihr satter, tiefer Ding-Dong-Klang führt häufig zu netten Kommentaren. Ganz anders als die kleinen Klingeln mit dem Außenschlegel. Sie gehören eher in die Kategorie “kläffender Terrier”. Aber bevor ich damit jemanden aus dem Weg beiße, rufe ich oft lieber.

Dabei wünsche ich mir, vor allem wenn ich in Hamburg unterwegs bin, eine dieser alles übertönenden Hupen. Die sind verboten, aber unglaublich wirksam, wenn ein Autofahrer beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer übersieht.

Erst kürzlich habe ich diese Szene beobachtet. Der Autofahrer hatte den Radler nicht gesehen, aber dieser hupte plötzlich hell-laut und anhaltend. Die beiden verfehlten sich um Haaresbreite. Der Autofahrer entschuldigte sich gestikulierend.

Die Hupe des Radfahrers konnte ich nicht erkennen. Ich tippe auf eine dieser Presslufthupen, wie die Air Zound III bike horn, denn sie war wirklich extrem laut. Für den Moment aber genau richtig, und Auto- wie Radfahrer waren sichtlich froh über ihren Einsatz.

In dem Kickstarterprojekt “Loud Bicycle: Car horn for your bike” hat eine Gruppe amerikanischer Ingenieure Geld gesammelt, um Fahrradhupen zu produzieren. Sie klingen exakt wie Autohupen. Laut Jonathan Lansey, dem Initiator des Projekts, dürfen Radfahrer in Amerika damit unterwegs sein. In dem Video oben ist Lautstärke und Wirksamkeit der Fahrradhupe gut erkennbar.

Ist das die Zukunft? Für die Großstadt finde ich sie sehr nützlich.

48 Kommentare

  1.   J

    Passend dazu ist vielleicht auch das Kickstarter Projekt ganz interessant: http://www.kickstarter.com/projects/2008278958/orp-smart-horn-smorn Licht und Hupe in einem

  2.   JW81

    Ebenfalls ganz hilfreich im Großstadtverkehr und kaum zu überhören: http://www.thinkbiologic.com/products/blast-airhorn

  3.   offen herzig

    …und leider alles nicht legal nutzbar…


  4. “Die Hupe des Radfahrers konnte ich nicht erkennen. Ich tippe auf eine dieser Presslufthupen, wie die Air Zound III bike horn, denn sie war wirklich extrem laut. Für den Moment aber genau richtig, und Auto- wie Radfahrer waren sichtlich froh über ihren Einsatz.”

    Das wird die Kampfradler auf den Fußgängerwegen aber freuen. Von Fußgänger ist ja hier nicht die Rede. Fußgänger sind in den Städten nämlich immer der A*sch…

  5.   Gert

    Die Versuchung ist groß, mit so einer Hupe ist man auch wer im Verkehr.
    Aber soll das der Anfang der akustischen Aufrüstung sein? Ich bin mir nicht sicher ob das die Richtung ist, in die wir fahren sollten…


  6. Es gab schon vor vielen Jahren laute Signalgeber für Fahrräder, zum Teil dezent in Lenkerrohren unterubringen. Legal waren die allerdings ebenso nicht.


  7. Seit Jahrzehnten hoffen Fahrradfahrer, daß Autofahrer aufmerksamer und rücksichtsvoller werden. Passiert nicht, und das Resultat ist bekannt.
    Ich werde mir die Hupe an mein Velo schrauben; wollte ich schon seit langem tun.


  8. Airzound III: 115 dB
    Kickstarter: 112 dB

    Somit bleibt bei mir vorerst noch die Airzound dran… :-)


  9. Air Zound III Bike Horn – damit auch die ganze Stadt mitbekommt, dass Ihnen gerade ein Unrecht geschieht?

    Möglicherweise ist es temperaments- und altersbedingt sowie die Erfahrung, dass Ad-hoc-Erziehungsmaßnahmen fremder Menschen aneinander selten von Erfolg gekrönt sind, die mich dazu bringen, mich als Radfahrer eher defensiv durch den Verkehr zu bewegen, statt mit einer Super-Hupe Rechte einzufordern.

    Bei Autofahrern sind 99 Prozent aller Nutzungsfälle der Hupe nicht im Einklang mit der Straßenverkehrsordnung: es wird gegrüßt, belehrt oder der eigenen Ungeduld Ausdruck verliehen.

    Das muss man jetzt nicht auch noch auf Radfahrer ausdehnen.

  10.   napf90

    @ Vasudeva

    Fußgänger sind ungefähr genauso oft der A*sch wie Radfahrer und Autofahrer. Fußgänger laufen genauso auf Radwegen rum, wo sie nichts zu suchen haben wie manche Radfahrer auf Fußwegen rumfahren. Oder Autofahrer einfach Rad- und Fußwege zuparken. Was Ignoranz und Rücksichtslosigkeit betrifft geben sich die drei Gruppen alle nicht viel.