Das Fahrrad-Blog

Besser in der Mitte fahren

Von 23. Januar 2013 um 08:43 Uhr

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog unter Platz da! über das Fahren auf der Straße und notwendige Sicherheitsabstände zu Bordsteinen oder parkenden Autos geschrieben.

Das oben stehende Video, gedreht von Mitgliedern der League of American Bicyclists, zeigt anschaulich, welchen Abstand viele Radfahrer intuitiv einnehmen und welcher eigentlich notwendig ist. Ein Selbstversuch, wie er in dem Video gezeigt wird, lohnt sich. Ich habe es auf einem Parkplatz mit unserem eigenen Wagen ausprobiert und war überrascht, wie weit die Autotür tatsächlich aufschwenkt. Wer wirklich sicher unterwegs sein will, sollte beim Vorbeifahren an parkenden Autos bis zur Straßenmitte ausweichen.

Kategorien: Abgefahren, Allgemein, Fahrstil
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Der Sicherheitsabstand ist nicht nur wegen den Türen erforderlich, sondern auch bei zurücksetzenden Autos, die es für nicht erforderlich halten auch ihre Fahrtrichtung zu checken.

  2. 2.

    Wer sich als Radfahrer in die Straßenmitte begibt, entgeht zwar der Gefahr, durch aufschwenkende Autotüren aus dem Verkehr gepflückt zu werden. Dadurch entsteht allerdings ein neues Risiko: Genervte Autofahrer von hinten, die sich in ihrer Freiheit beschnitten fühlen.

    Letztendlich bleibt einem in solchen Situationen nur, sich ein dickes Fell zuzulegen, die hupende Tonne Stahl hinter sich, bis zur nächsten Gelegenheit rechts zu fahren, zu ignorieren und sich daran festzuhalten, dass überfahren verboten ist…

    • 23. Januar 2013 um 09:15 Uhr
    • emka
  3. 3.

    Alles richtig. Das Problem in der GroßStadt ist nur, dass einen dann aufgebrachte Autofahrer beim (engen) Überholen oft schneiden ob der radlerischen Unverschämtheit soviel Straße für sich zu beanspruchen…

    • 23. Januar 2013 um 09:43 Uhr
    • Andreas
  4. 4.

    Nach meiner Erfahrung funktioniert das Mitten-auf-der-Spur-fahren zunehmend besser. Der größte Teil der Autofahrer akzeptiert das langsam (natürlich regt sich manch einer auf, aber Idioten gibts in jeder Verkehrsteilnehmergruppe). Man führt sie dann auch nicht in Versuchung, sich an einem doch noch vorbeizuquetschen. ;-)

    • 23. Januar 2013 um 10:22 Uhr
    • Burba
  5. 5.

    In den meisten Autos ist nur der Fahrer unterwegs. Das Risiko geht also primär von der Fahrertür aus. In Holland verlaufen die meisten Radwege rechts vom Parkbereich (und nicht links, wie in Deutschland üblig) Die Chance, von einer Tür erschlagen zu werden ist damit zwar nicht gebannt, aber deutlich reduziert.

    • 23. Januar 2013 um 16:25 Uhr
    • Gert
  6. 6.

    Nach meiner Erfahrung achtet der Fahrer eher auf den von hinten kommenden Verkehr als der Beifahrer, schließlich hat er auch auf die vorbeifahrenden Autos zu achten.
    Deshalb halte ich Radwege, die sich links der Parkspur befinden, für sicherer.
    Allerdings sollte man in solchen Situationen stets hellwach und bremsbereit sein.
    Wichtig vor allem: vorausschauend fahren.
    Wenn der Wagen gerade angehalten hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aussteigt, besonders groß.
    Ebenso, wenn jemand drin sitzt.

    • 23. Januar 2013 um 20:10 Uhr
    • rt
  7. 7.

    Süß, Amis lernen Radfahren :) Ob aber US-Autofahrer einen so großen Seitenabstand tolerieren? Da wäre ich mir nicht so sicher: http://www.youtube.com/watch?v=xFM5QiAd3QA

    Da meine Stadt von einer nordeuropäischen Ideallösung (z. B. baulich geschützte Radwege etwa durch einen Grün- oder Parkstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg) weit entfernt ist, habe ich mich an das notgedrungen relativ dichte Fahren bereits gewöhnt. Ich fahre dabei fast immer mit Helm (für meine Alltagswege), weil ich leider auch schon auf einem Radstreifen von einem Taxi niedergemäht wurde und mich subjektiv sicherer fühle. Außerdem leuchtet mein Alltagsrad mittlerweile wie ein Christbaum, weil ich mich auch dadurch subjektiv sicherer fühle. Ich muss auch sagen, dass es mit zunehmendem Radanteil in meiner Stadt zunehmend besser wird und viele Autofahrer deutlich freundlicher und verständnisvoller werden.

  8. 8.

    Den Radfahrer kann eine Mitschuld treffen, wenn ihn eine Tür einfängt. Schon daher ist ein Sicherheitsabstand geboten. Im vom Bundesverkehrsministerium geförderten Vortrag “Sicher Radfahren” wurden 0,75 bis 1,5 m empfohlen. Schwer wird es, wenn rechtswidrig eine Radwegebenutzungspflicht auf einem zu schmalen Radweg angeordet ist, der direkt nen einem Parkstreifen entlang führt. Denn dort ist ein Ausweichen nicht möglich. Die Verwaltungsvorschrift schreibt daher neben der Mindestbreite von Hochbordradwegen von mindestens 2 (1,5) m auch einen Sicherheitsstreifen von 0,75 m zum Parkstreifen vor, damit eine Radwegebenutzungspflicht angeordnet werden darf. Ein schmaler Radweg kann nach meiner Auffassung daher immer als unzumutbar betrachtet werden. Das kann ein Richter auch anders sehen. Jedoch stehe ich auf dem Rechtsstandpunkt, daß ein Verkehrszeichen eine Allgemeinverfügung ist, welche bei einem schweren Rechtsfehler nichtig ist. Den schweren Rechtsfehler sehe ich in der Nichtbeachtung der Mindeststandards, die bekanntlich nicht willkürlich festgelegt wurden, sondern aus der Unfallforschung gefolgert wurden.
    Für die Radfahrt auf der Fahrbahn gelten diese Sicherheitsabstände genau wie auf dem Radweg. Da ein Fußgänger plötzlich auf den Radweg oder die Fahrbahn treten könnte, gelten auch Sicherheitsabstände zum Rand des Radweges bzw. der Fahrbahn als notwendig. Für die Fahrbahn werden 0,5 bis 1 m Sicherheitsabstand empfohlen zum Rand. Der Rand ist das Ende des befahrbaren Teils. Ich habe mir angewöhnt, ungefähr 1/3 nach Rechts und 2/3 nach Links in meiner Spur als Maßstab zu nehmen. Bei Verkehrsinseln oder in Abbiegevorgängen setze ich weiter nach Links, um das enge Überholen zu unterbinden. Da das Überholen an diesen Stellen sowieso verboten wäre, behindere ich dann niemanden.

    Ein paar Urteile zum Thema Autotür: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2614

    • 25. Januar 2013 um 10:36 Uhr
    • Torben Frank
  9. Kommentar zum Thema

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