Das Fahrrad-Blog

Ideenwettbewerb Deutscher Fahrradpreis

Von 12. Februar 2013 um 11:40 Uhr

In wenigen Wochen wird erneut der “Deutsche Fahrradpreis best for bike” verliehen. Das ist Anlass genug, sich einmal Preisträger vergangener Wettbewerbe anzuschauen: Die Ideen sind überraschend und nachahmenswert. Dazu gehören etwa ein Handgriff an einem Ampelmast für Radfahrer oder eine fahrradfreundliche Infrastruktur auf einem Werksgelände inklusive Fahrradwerkstatt.

Ein Muss für jede Kommune ist eigentlich das Projekt Meldeplattform der Stadt Frankfurt am Main, das im Jahr 2010 ausgezeichnet wurde. Die Stadt hat eine Website eingerichtet, über die Radfahrer schnell und unkompliziert Straßenschäden auf ihren Wegen melden können. Dieses Modell ist ebenso simpel wie effektiv – sofern die Meldung auch unmittelbare Konsequenzen nach sich zieht. Die Meldeplattform ist ebenfalls über die Website Radroutenplaner Hessen erreichbar. Heute würde man sie allerdings wohl eher als Smartphone-App umsetzen.

Ein Exot ist sicherlich die Lippefähre in Wesel, die im Jahr 2006 den Fahrradpreis gewann. Die kleine, unbemannte Fähre “Quertreiber” pendelt auf der Lippe und fasst bis zu sechs Personen plus Räder. Die Fähre wird über Ketten auf die andere Uferseite gezogen. Laut den Initiatoren wird sie gut angenommen: An Wochenenden nutzen bis zu 750 Personen das kleine Boot. Es ist ein schönes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, um die Ecke zu denken und für Radfahrer auch ungewöhnliche Projekte zu wagen.

In diesem Jahr wird der Deutsche Fahrradpreis in den Kategorien “Fahrradfreundlichste Entscheidung” und “Fahrradfreundlichste Persönlichkeit” verliehen. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverkehrsministeriums, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW und dem Zweirad-Industrie-Verband. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 3. März 2013.

Kategorien: Termine
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Eine Meldeplattform für Straßenschäden würde allerdings ja bedeuten, dass die Kommune dann auch handeln muss. Sonst zieht sie natürlich doppelt Unmut auf sich. Insofern ist es leicht nachzuvollziehen, dass die meisten Kommunen eine solche Plattform (noch) nicht einführen.

    Die Idee ist allerdings wirklich preisverdächtig!

    • 12. Februar 2013 um 12:03 Uhr
    • TheSecretCoAuthor
  2. 2.

    “Deutscher Fahrradpreis best for bike” – geht’s noch?

  3. 3.

    Sollte die Stadt Hamburg dieses Konzept übernehmen, bekomme ich den Preis des nervigsten Bürgers 2013 verliehen. Noch eine App, um Falschparker auf Radwegen zu melden, und ich werde ausgebürgert.

  4. 4.

    Von Fahrradfreundlichen Bötchen und anderen Selbstverständlichkeiten…

    Ich habe jahrelang am Rhein gelebt und ganz schnell zu schätzen gelernt, dass man dort als Radfahrer “per Anhalter” die Rheinflotte nutzen kann. Nicht nur an den offiziellen großen Anlegern, sondern auch an solchen, die nur angefahren werden, wenn dort jemand steht. Man radelt zum Ausflug einfach los, egal ob Oma oder Kind dabei – und wenn man keine Lust mehr hat, dann “hält man den Daumen raus”.

    Als ich nach Berlin gezogen bin, trug ich mich in der gesättigten Naivität, dass das überall so ist, wo es solche Schiffsflotten und Wasser gibt, dessen Ufer sich zum Radeln eignet. Das wäre hier der Fall. Hier gibt es hunderte Kilometer am Wasser lang, einige davon, die sich genau für den Zweck eignen würden, wie vor allem die Havel.

    Darf aber nicht. Hammwernochniegemacht, kommt nicht in Frage. Ich habe mit der GF sämtlicher Linien telefoniert – und war ob der preussischen Schroffheit verwundert. Nun wohne ich an der Havel und sehe, dass die Schiffe, die an meinem Fenster vorbei ziehen, oft genug nicht ausgelastet sind – und wundere mich.

    Dafür gibt es hier eine entzückende BVG-Fähre quer über den Wannsee, die auch bei Fahrradfahrern sehr beliebt ist, wenngleich in der Hochsaison auch schon mal überlastet. Dafür kann man mit der normalen ÖPNV auch Monatskarte mit.

    • 12. Februar 2013 um 16:13 Uhr
    • roland_s
  5. 5.

    Viele Radwege in Frankfurt bestehen ausschließlich aus Schlaglöchern. Die Idee, jedes einzelne mittels GPS-Daten zu melden, ist – absurd.

    Keine Ahnung, was das soll.

  6. 6.

    Alles schön und gut.
    Aber wenn in dem Schundblatt mit den 4 Buchstaben gegen sog. Kampfradler gehetzt wird, dann sind auch schöne Radwege und eine gute Beschilderung Geldverschwendung.
    Seit dieser Hetzkampagne fühle ich mich als Freiwild auf der Straße, obwohl ich mich schon aus Sicherheitsgründen an die STVO halte.
    Ich fahre pro Jahr etwa 8000-9000 km.

    • 12. Februar 2013 um 17:04 Uhr
    • Johannes
  7. 7.

    am besten würde ich es finden, wenn fahrradfahren nicht dadurch so unattraktiv wird dass man an jeder ecke wegen kleinigkeiten zur kasse gebeten wird.

    z.b. die regelung (und viele ähnliche) dass man auch tagsüber nur mit funktionierender lichtanlage fahren darf und jedesmal 10 euro zahlen muss wenn man mit mountainbike oder singlespeed unterwegs ist nervt total und macht das radfahren sehr teuer. ich zahle wegen so einem schwachsinn ca. 200 euro bußgeld jedes jahr. hier wird fahrradfahrern von der polizei regelrecht aufgelauert.

    diese energie sollte lieber in die aufklärung von fahrraddiebstahl aufgewendet werden denn auch die ganzen geklauten räder kosten geld und nerven. die anzeigen werden aber nicht verfolgt und einfach nur eingestellt.

    es fahren viel zu wenig menschen mit dem rad, die meisten sitzen alleine im auto auf verstopften straßen.

  8. 8.

    Die fahrrafreundlichste Entscheidung überhaupt wäre es die Benutzungspflicht von (innerstädtischen) Radwegen ersatzlos zu streichen. Damit wäre Rad fahren sicherer, bequemer und schneller als auf den meisten Radvekehrsanlagen. Dann noch alle Wege die man als Radweg nutzen darf und die eine “wassergebundene Decke” (=Dreck) (Bsp: Hochwasserdamm) teeren und man würde dort weder in wassergefüllte Schlaglöcher fallen noch im Schnee stecken bleiben weil man solche Wege nun auch räumen kann. Als Bonus sinkt der Rollwiderstand und das Rad (v.a. die Kette!) bleibt sauber.

    • 12. Februar 2013 um 20:21 Uhr
    • Max Schneider
  9. Kommentar zum Thema

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