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Erst Auto, dann Fahrrad

 

In seinem ersten Leben war das Fahrrad Carma ein Mercedes aus den Siebzigern. Ein Altfahrzeug, das auf die Schrottpresse wartete. Doch bevor es soweit war, entdeckten die Macher des portugiesischen Fahrradmagazins B – Cultura da Bicicleta den Oldtimer auf dem Schrottplatz. Für ihr Carma Projekt bauten sie aus dem Auto ein Fahrrad.

Für den Rahmen mussten die Zentralrohre des Fahrgestells herhalten, der Deckenbezug wurde zum Lenkerband, das Rücklicht zum Reflektor im Pedal.Die Umsetzung der Idee sei nicht einfach gewesen, geben die Carma-Väter von Rcicla Bicletas in dem Video zu.

Mit der ungewöhnlichen Recyclingidee wollen die Macher des Magazins eine Diskussion über Mobilität und Ökologie in Lissabon anstoßen. Außerdem soll das Fahrrad Gemeingut werden. Die Erfinder des Projekts überlassen das Rad freiwilligen Fahrern, damit sie die “schlechten” Auto-Kilometer tilgen. Die Idee ist, diese Kilometer mit zurückgelegten Fahrradkilometern zu überbieten. Das ist ambitioniert und nicht ganz ernst gemeint, schließlich hatte der Mercedes 159.768 Kilometer auf dem Tacho. Dennoch: Die Idee ist interessant.

12 Kommentare

  1.   Simmen

    Wieso nicht ganz ernst gemeint? Gehen wir mal davon aus das das Fahrrad jeden Tag 40km gefahren wird, nicht unrealistisch, da es ja als Gemeinschaftsrad benutzt wird. (4h á 10km/h)
    Dann haben wir im Jahr schon 365*40=14 600km
    Das macht dann in 10 Jahren 146 000 km und nach 12 Jahren sind wir dann über den angepeilten knapp 160 000km.
    Vielleicht ist das nicht unbedingt realistisch, unerreichbar aber ist es auch bei weitem nicht ;)

  2.   Francois Arque

    Hmmm naja. Viel Rauch um nichts. Schön gemachtes Medienprojekt, aber sonst… Fahrräder sind also umweltfreundlicher als Autos, und Recycling schont die Umwelt. Wer hätte das gedacht.


  3. Einen gerade mal eingefahrenen Benz auf den Schrottplatz schieben. Geht’s denen zu gut? ;-)


  4. Alles, was die Verbreitung von Rädern unterstützt, ist erst mal positiv.
    Warum nicht aus Schrottautos neue oder besser andere Räder zusammensetzen?
    Den Rest kann man immer noch schreddern.
    Gute Idee, sollte mit einem Preis versehen werden.


  5. “Alles, was die Verbreitung von Rädern unterstützt, ist erst mal positiv.”

    Zustimmung! Es ist jedoch fraglich, ob die Dämonisierung von Autos da wirklich zielführend ist, denn damit errichtet man ja zunächst mal nur eine Front, schafft Konfrontation, Dünkel, Sektierertum und erzeugt Widerspruch. Wenn das Fahrrad erstmal so müffelt, wie besserwisserische, gouvernantenhafte Joghurtbecherdeckelchenabwascher mit sperrigen Doppelnamen, sieht’s um seine Weiterverbreitung eher finster aus.
    Anstatt zu versuchen, das Radfahren krampfhaft ideologisch zu überhöhen, sollten wir besser unsere Kreativität dahingehend verwenden, das Fahrrad hinsichtlich Gebrauchswert und Fahrspaß zu verbessern. Der Rest regelt sich dann von ganz alleine und ohne jede Zwietracht.


  6. @5 – s dribbst: Das ist fein beobachtet, aber solch pragmatisch-zielführenes Denken/Vorgehen entbehrte doch der Bestätigung des eigenen Vielbesserseins bei den Verkehrs-Veggies ;-)
    Ganz zu schweigen vom Missionieren nach Mark Twain: “Gut sein ist vornehm. Aber anderen beibringen, wie man gut ist, ist noch vornehmer – und strengt weniger an.”


  7. “Einen gerade mal eingefahrenen Benz auf den Schrottplatz schieben.”

    160.000km in 35 Jahren, das ist wenig plausibel (4.500km/a). Wahrscheinlich ist der Kilometerzähler bereits in der zweiten Runde (33.000km/a) – und wenn man dann nicht nur auf die Kilometer guckt, sondern auch noch die damit verbundene Transportleistung auf die Waagschale wirft, dann müßte man da schon fünf Fahrräder draus bauen – und zwar Cargo-Bikes (die man dann 77 Jahre durch die Gegend kurbeln müßte).

    ;)

    War vielleicht nicht gerade schlau, eines der besten, haltbarsten und nachhaltigsten Autos für das Projekt herzunehmen. Ich grübel derweil darüber, wo sie in einem 123er diesen Zahnriemen gefunden haben mögen.


  8. Chappeau, das Ding sieht sogar wie ein moderner Mercedes aus, hat aber sicherlich weniger Rostprobleme.
    Ansonsten, generell immer eine gute Idee, Material wieder- und weiter zu verwenden, bevor man es entsorgt.


  9. Auch wenn es nicht das Thema trifft, sehe ich hier bei uns, den Trend zum
    Fahrrad hin, und in China zum Auto ! (ich erinnere mich an Fotos vom
    Chinesen im Blaumann und Fahrrad)
    Bei uns ist es eben die Jeans, ebenfalls ein Politikum .


  10. Also einen derart guten W123 zu zerlegen ist nachgerade eine Schande.
    Der hätte – in guten Händen – sicher nochmal soviel, wenn nicht gar 4 x soviel Kilometer gemacht. Und was haben die “bahnbrechenden” Recyclisten vom Benz verwendet? EIN Rohr/Schweller/Holm, wenn’s viel ist und wo sie das rausgetrennt haben, bleibt auch für immer deren Geheimnis. Recycling in Ehren, aber das ist ja wohl eine mit viel Rummel um Nichts inszenierte Flitzk….