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Fahrräder für Flüchtlinge

 
© Werkbox3
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Kriege und gewälttätige Auseinandersetzungen vertreiben zurzeit viele Menschen aus ihrer Heimat. Um Flüchtlingen in Deutschland etwas zu helfen, veranstaltet die Werkbox³ in München im April einen Fahrradworkshop. Zweiradmechaniker helfen den Betroffenen in dem Kurs dabei, sich kostenlos ein eigenes Rad aufzubauen.

Die Werkbox³ gehört zu den offenen Werkstätten. In einer großen ehemaligen Industriehalle in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs treffen sich Menschen unterschiedlichen Alters mit verschiedenen Kenntnissen und Fähigkeiten, um gemeinsam oder allein zu arbeiten; Träger ist ein gemeinnütziger Verein. Oft werden Workshops, Kurse oder offene Labore angeboten.

Den Workshop für Flüchtlinge hat sich Britta-Marei Lanzenberger ausgedacht. Radfahren ist selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltag. „Individuelle und kostenlose Mobilität in einer Stadt wie München ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil von Freiheit und Heimat“, sagt sie.  Diese Bewegungsfreiheit habe sie auch Flüchtlingen  ermöglichen wollen.

Die Voraussetzungen dafür waren in der Werkbox³ gut. Hier wurden bereits unter Anleitung Lastenräder gebaut. Wichtig war es Lanzenberger, dass die Flüchtlinge die Räder selbst reparieren oder aus verschiedenen Rädern neue bauen. „Das Arbeiten in der Gruppe und das Erfolgserlebnis beim Reparieren sind ganz wichtig“, findet sie. „Das Fahrrad wird dadurch viel wertvoller als ein geschenktes Fahrrad.“

Die Nachfrage ist da. Schon die beiden zurückliegenden Workshops waren mit jeweils sechs bis sieben Teilnehmern ausgebucht. Sie kamen aus einer Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge, die allein in Deutschland sind, und dem Patenprojekt, einer Aktion, in der Ehrenamtliche Flüchtlingen im Alltag helfen. Zwar sprachen die meisten Flüchtlinge noch kein Deutsch oder Englisch, aber die Anleitungen und Anweisungen der Mechaniker konnten sie laut Lanzenberger dennoch alle gut umsetzen.

Sie überlegt, demnächst spezielle Kurse für geflohene Mädchen und Frauen anzubieten, außerdem Kurse, um Radfahren überhaupt erst zu lernen.

Lanzenbergers Ideen sind nachahmenswert. Mit wenig Aufwand kann man viel bewirken: Die Flüchtlinge kommen miteinander in Kontakt, sie können etwas tun und werden außerdem noch mobil. Für den kommenden Workshoop vom 13. bis zum 15. April sucht Lanzenberger noch Fahrräder. Wer spenden möchte, kann sich hier melden.

Ähnliche Aktionen, Aufrufe zur Fahrradspende oder Reparatur-Workshops gibt es bundesweit in einigen Städten. In Berlin beispielsweise über den ADFC, in Bremen über Serve the city oder in Köln über die Radstation am Hauptbahnhof.  Über eine Internet-Suche wird man schnell fündig.

2 Kommentare

  1.   Doris Hofrichter

    Die Fahrradwerkstätten gibt es inzwischen auch andernorts und sind eine lobenswerte Idee. Aber:
    Viele Flüchtlinge kurven dann, ohne daß sie ihr Fahrrad sicher beherrschen und ohne Kenntnis der Verkehrsregeln, auf unseren Straßen und Fußwegen herum. In unserer Gegend ist es dadurch schon wiederholt zu Unfällen mit Fußgängern gekommen – z.T. mit schwerwiegenden Folgen.
    DESHALB: Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit sollten dafür sorgen, daß ihre Betreuten UNBEDINGT eine Privathaftpflichtversicherung abschließen. Das wird zwar leider nicht vom Sozialamt bezahlt, aber ist einfach WICHTIG und wird leider viel zu wenig beachtet. (Ich habe von diesem Hinweis keinen finanziellen Vorteil.)


  2. „Die Fahrradwerkstätten gibt es inzwischen auch andernorts und sind eine lobenswerte Idee. Aber:…“

    Nichts gegen Ausländer. ABER …!!

    Dann folgen zumeist nicht nachprüfbare Lügen mit dem Ziel der Hetze.

    Vielleicht, wenn Flüchtlinge sich keine Versicherung leisten können, sollten sie jedenfalls gekennzeichnet werden? Das wird man wohl noch vorschlagen dürfen!?
    Vielleicht mit einem Aufnäher? Muss ja kein gelber sein. Gelb ist vorbelastet.
    Und außerdem: Gelb sind ja schon Nazissen.