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E.on hilft RWE bei der Laufzeitverlängerung

Von 10. Mai 2010 um 10:07 Uhr

Er ist das Sorgenkind von RWE, der Atommeiler Biblis. Nach dem aktuellen Atomgesetz müsste er in einigen Monaten wohl vom Netz gehen. Doch seit Schwarz-Gelb an der Macht ist, lockt die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Weil sich die Gespräche darüber allerdings hinziehen – ebenso wie das Energieszenario, das die Bundesregierung vorlegen will – hat RWE jetzt zu einem Trick gegriffen:

Der Konzern ersteht von seinem Konkurrenten E.On ein Stromkontingent für 4,8 Terrawattstunden. Es stammt aus dem 2003 stillgelegten E.on-Meiler in Stade. Damit kann ein Atomkraftwerk mit einer Kapazität von 1200 Megawatt rund sechs Monate arbeiten. Für RWE die optimale Lösung, wie das Unternehmen gestern in einer Pressemitteilung bekannt gab:

“Damit stellt das Unternehmen sicher, dass vor dem Vorliegen des Energiekonzeptes und einer im Koalitionsvertrag angelegten Rücknahme der Laufzeitverkürzung keine Fakten geschaffen werden.”

Einen Preis gaben die beiden Unternehmen nicht bekannt, aber E.on wird sich die kostbaren Terrawattstunden sicher gut bezahlen lassen. Auch der Energiekonzern EnBW hatte schließlich wegen seines Meilers Neckarwestheim Interesse an dem Stade-Kontingent gezeigt – am Ende aber nicht zugeschlagen, weil es sich wohl als zu teuer entpuppte.

Für die Energiekonzerne ist die Laufzeitverlängerung inzwischen zu einem riskanten Spiel geworden. Neben RWE hat auch EnBW die Leistung seines Meilers Neckarwestheim reduziert, um den Zeitpunkt des Abschaltens hinauszuzögern. Doch bis die Bundesregierung ein Energieszenario vorgelegt hat, können noch Monate vergehen.

Und selbst dann ist es der Ausstieg vom Atomausstieg noch nicht klar: Nach der gestrigen Landtagswahl in NRW wackelt auch die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat. Der müsste, so sieht es zumindest das federführende Bundesumweltministerium, ebenfalls einer Laufzeitverlängerung zustimmen. SPD und Grüne haben bereits bekannt gegeben, dass sie da nicht mitspielen werden.

Kategorien: Atom, Wettbewerb, Wirtschaft
Leser-Kommentare
  1. 1.

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von ZEIT ONLINE (all) erwähnt. ZEIT ONLINE (all) sagte: [Weblogs] Grüne Geschäfte: E.On hilft RWE bei der Laufzeitverlängerung: Er ist das Sorgenkind von RWE, der A… http://bit.ly/ap4kd2 [...]

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  2. 2.

    Warum kommt hier ein Kommentar, der mit ein paar kryptischen Zusatzzeichen die ersten beiden Zeilen des Artikels wiederholt?

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    • 11. Mai 2010 um 02:51 Uhr
    • kilgore trout
  3. 3.

    dieses laufzeitengeschacher ist genau so absurd wie ein transfer der TÜV-plakette (jaja ich weiss, “Hauptuntersuchung”) von einem auto zum anderen, weil eines davon weniger km gefahren ist…

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  4. 4.

    Kernreaktoren sind keine Autos! Das man so etwas erklären muss…

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    • 11. Mai 2010 um 13:39 Uhr
    • J.S.
  5. 5.

    Natürlich sind Kernreaktoren auch nur Autos!

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    • 11. Mai 2010 um 15:59 Uhr
    • autoistgleichakw
  6. 6.

    Die Laufzeitverlängerung ist nur ein Teil des Problems. Viel wichtiger wäre eine Aufhebung des wirklich idiotischen Verbots der Wiederaufarbetung.
    Das würde nämlich die Masse des Atommülls verringern.
    Man muss sich mal vorstellen, das ein Rubbiatron mit dem man hochaktiven Atommüll entschärfen könnte, in Deutschland verboten wäre.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rubbiatron

    Aber vielleicht brauchen manche den hochaktiven Atommüll noch als Schreckgespenst?

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    • 12. Juni 2010 um 09:19 Uhr
    • J.S.
  7. 7.

    Mit dem Atomausstieg geht nun auch Europa unter. Deutschland ist viel stärker von Energieimporten abhängig als Frankreich (Atomstrom).

    Das bedeutet das ein schwächerer Euro für Deutschland die Energieimporte verteuert, während Frankreich nur von den besseren Exportchancen profitiert.

    Das sind grundsätzlich unterschiedliche Interessenslagen die nun bereits Kerneuropa betreffen.

    Wenn man die Laufzeiten nicht verlängert verstärken sich diese Gegensätze noch weiter.

    Die Folgen der deutschen Energiepolitik sind gar nicht mehr abzusehen.

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    • 26. Juni 2010 um 14:04 Uhr
    • J.S.
  8. Kommentar zum Thema

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