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Obamas peinlichste Pleite: Solarfirma Solyndra

Von 23. September 2011 um 14:07 Uhr

Am heutigen Freitag müssen sich die beiden Vorstände von Solyndra, einem Solarzellenhersteller aus Kalifornien, vor einem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhaus verantworten. Solyndra hatte Anfang des Monats Konkurs anmelden und 1100 Mitarbeiter entlassen müssen. Für die Republikaner wird der Auftritt der Solarmanager ein Fest. Sie nutzen die Chance, die “Green Jobs”-Strategie von Präsident Obama auseinanderzunehmen.

Vergangenes Jahr noch hatte Obama die Solarfabrik besucht und in höchsten Tönen gelobt. Als eines der ersten Unternehmen hatte Solyndra Bürgschaften des Energieministeriums erhalten. Und zwar gar nicht mal so wenig: 535 Millionen US-Dollar umfasste die Kreditbürgschaft.

Doch tatsächlich ging das Ministerium extrem lax bei der Bürgschaftsvergabe vor. Wie die New York Times heute berichtet, hätte den Verantwortlichen schon frühzeitig klar sein müssen, dass das Geschäftsmodell von Solyndra extrem heikel war: Das Unternehmen stellte zylindrische Solarzellen her, die ohne Silizium auskommen. Das Firmenkalkül: Wenn Silizium weiterhin teuer ist, kann Solyndra günstiger anbieten.

Doch weit gefehlt. Die Siliziumpreise sanken, die Konkurrenz aus China holte auf. Die Folge: Solyndra musste teilweise unter Produktionskosten anbieten. Das Geld, das die Regierung gab, wurde sofort verfeuert. Das war alles andere als ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Zudem war die Kreditvergabe  offenbar extrem politisch motiviert: Die neue Obama-Regierung wollte wohl so schnell wie möglich 2008 eine Erfolgsmeldung haben und die erste Bürgschaft vermelden. Zur Ehrenrettung von Obama muss man allerdings sagen, dass das Vergabeverfahren schon unter Obamas Vorgänger Georg W. Bush begann.

So oder so ist Solyndra ist ein gefundenes Fressen für Obamas Kritiker, die dem Präsidenten Verschwendung von Steuergeldern vorwerden. Und das gerade jetzt, wo Amerika über die seine Zukunft streitet. Selbst anfangs wohlgesonnen Weggefährten wie der US-Ökonom Jeremy Rifkin entziehen inzwischen Obama ihre Unterstützung. Er traue sich keine radikale Wende hin zu mehr Klimaschutz zu, stattdessen versuche er nur, das alte Wirtschaftsmodell, das auf Öl basiert, am Leben zu erhalten, sagte er kürzlich im Interview.

Spannend, ob Obama es noch schaffen kann, eine Energiewende in den USA einzuläuten. Ich tippe mal: Nein.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Was heisst schon Energiewende.

    Die USA ist in weiten Teilen ein Sonnenland, PV wird sich auch ganz ohne grosse Förderung durchsetzen.

    Mittelfristig sind Erzeugungskosten für Strom aus PV von 5 Cent/KWh durchaus möglich.

    • 24. September 2011 um 01:41 Uhr
    • PBUH
  2. 2.

    [...] Obamas peinlichste Pleite: Solarfirma Solyndra Solyndra hatte Anfang des Monats Konkurs anmelden und 1100 Mitarbeiter entlassen müssen. Für die Republikaner wird der Auftritt der Solarmanager ein Fest. Sie nutzen die Chance, die “Green Jobs”-Strategie von Präsident Obama auseinanderzunehmen. … Read more on ZEIT ONLINE (Blog) [...]

  3. 3.

    Tja, Fakten checken wäre nicht schlecht gewesen: Solyndra, bzw. deren Förderung, stammt noch aus der Bush-Ära:
    http://thinkprogress.org/romm/2011/09/13/317594/timeline-bush-administration-solyndra-loan-guarantee/

    Die gleichen Republikaner, die vor einem 3/4 Jahr noch über zu langsame Auszahlung der Förderung genölt haben, regen sich jetzt über die angeblch zu schnelle Förderung auf.

    • 18. Oktober 2011 um 21:09 Uhr
    • facepalm
  4. 4.

    Hallo Facepalm
    das hatte ich aber auch geschrieben: “Zur Ehrenrettung von Obama muss man allerdings sagen, dass das Vergabeverfahren schon unter Obamas Vorgänger Georg W. Bush begann.”
    Besten Gruß
    M.Uken

  5. 5.

    [...] aus staatlichen Mitteln bereit stellte. Solyndra hieß das unternehmerische Prachtstück. Sie erinnern sich? Nun, das Geld war schnell verbraucht die Innovation der Glasröhren statt Silicium vom Markt (oder [...]

  6. Kommentar zum Thema

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