Gezielte Manipulation im Strommarkt gefährdet Energiewende
Eine Räuberpistole hat heute Jakob Schlandt in der Frankfurter Rundschau aufgeschrieben. Erinnern Sie sich an die Meldungen Anfang Januar und Februar (unter anderem in der FAZ), dass in Deutschland Strom knapp sei und wir deswegen sogar auf ein österreichische Ölkraftwerk zurückgreifen mussten?
Glaubt man der FR, zeigt sich jetzt was wirklich dahintersteckte: Strommarkt-Manipulationen im großen Stil. Weil die Strompreise an der Strombörse so hoch waren, hätten Stromhändler ihre Prognosen bewusst zu niedrig berechnet und so vermieden, die hohen Börsenpreise zu zahlen:
“Die Händler wollten vermeiden, so hohe Preise zu bezahlen – und griffen zu einem illegalen, aber nur schwer nachweisbaren Trick. Sie schraubten systematisch die Prognose über den Stromverbrauch ihrer Kunden nach unten und lieferten entsprechend weniger. So vermieden sie massenhaft, den gerade sehr teuren Strom zukaufen zu müssen.
Der fehlende Strom musste dann aus der eigentlich für Notfälle gedachten Regelleistung aufgefüllt werden, um einen sofortigen Blackout abzuwenden. Der Preis der Regelleistung ist weitgehend fix. In normalen Zeiten ist er zwar teurer. Doch angesichts des Ausnahmezustands war er zeitweise viel billiger als Börsenstrom: Etwa 100 Euro pro Megawattstunde werden den Händlern für die Regelleistung im Nachhinein in Rechnung gestellt.. Die gewaltigen, absichtlichen „Lastprognosefehler“ betrugen zeitweise mehrere Tausend Megawatt.”
Die Bundesnetzagentur sei alarmiert von den Vorgängen und habe bereits einen Brandbrief an die Stromhändler verschickt:
Darin heißt es, das deutsche Stromnetz habe seit dem 6. Februar zu unterschiedlichen Tageszeiten „erhebliche, über mehrere Stunden andauernde Unterdeckungen verzeichnet“. Deshalb sei „im Störungsfall teilweise keine Regelleistung verfügbar gewesen“. Die Lage bereite der Netzagentur „erhebliche Besorgnis“.
Wenn es tatsächlich so war, wie Schlandt schreibt, dann treiben die Stromhändler diesmal ein gefährliches Vabanquespiel und bringen mit ihrem Verhalten die Energiewende in Verruf. Denn dafür ist das Vertrauen der Bürger nötig, dass der Atomausstieg tatsächlich gelingen wird. Mit Meldungen wie “Strom wird knapp” ist das kaum zu erreichen.
Da zweifelt man schon manchmal an der Kompetenz derjenigen, die solche Verträge schreiben.
Eine einfache Klausel die besagt, dass der festgeschriebene Preis, hier “etwa 100 Euro pro Megawattstunde”, mit einer Klausel versehen wird, die besagt, dass entweder der veranschlagte Preis oder ein 25% Aufschlag auf den Strombörsenpreis gezahlt werden muss, je nachdem was höher ist.
Ganz einfach: Kein Anreiz, kein Fehlverhalten.
Vermeidbarer Fehler.
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Kompetenz? INTERESSEN!
Jeder muss wissen das diese Regeln immer die Händler bevorzugen.
Trotzdem ist ein Börsenhandel mit Strom kompletter Unsinn – es gibt keinen wirklichen “Strommarkt” – eine MW zuviel oder zuwenig bedeutet den Blackout, daher geht es hier nur um lizensierte Abzocke.
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