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Shwopping und Shirtmob: Tausch Dein Shirt!

Von 26. April 2012 um 15:27 Uhr

Okay, anfangs konnte ich mit diesem Wort auch nichts anfangen: Shwopping. Ähhh, wie bitte? Es ist ein ziemlich kruder Mix für meine deutschen Muttersprachler-Ohren von shopping (einkaufen) und swap (austauschen). Aber die Idee, die dahinter steckt, könnte ein neuer Trend werden.

Heute hat in London die britische Klamottenkette Marks & Spencer zusammen mit der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam eine “Shwopping”-Initiative vorgestellt. Jedes Jahr verkauft die Kette rund 350 Millionen Kleidungsstücke. Wie wäre es, wenn jeder beim Kauf eines neuen Kleidungsstückes ein altes in eine Sammelbox im Laden wirft  (ein Schelm, der Böses dabei denkt)? M&S reicht die ausrangierten Stücke weiter an Oxfam und will sie so vor der Mülltonne bewahren. Dort landen nach M&S-Angaben schließlich alle fünf Minuten rund 10.000 Altkleiderstücke in Großbritannien. Oxfam verkauft die Stücke entweder secondhand weiter oder nutzt sie als Recyclingmaterial – und entlastet so die Umwelt.

Copyright: Beyond Berlin/ReShirt

Copyright: Beyond Berlin/ReShirt

In Deutschland ist mir das Shwopping zwar noch nicht untergekommen, auch die großen Ketten wie H&M und C&A halten sich bei solchen Mitmach-Aktionen seltsam zurück. Also machen es die Leute eben selbst. Etwa morgen in Berlin. Beyond Berlin und ReShirt laden dort gerade per Facebook zum weltweit ersten Shirtmob ein.

Um 17 Uhr werden auf dem Alexanderplatz mitten in Berlin wildfremde Menschen aufeinander zustürmen, sich ihrer T-Shirts entledigen und sie untereinander tauschen. Auch eine Idee, um an neue Klamotten zu kommen. Erste Bedingung: Es sollen exzentrische Shirts sein, also bitte nicht das Polo von Ralph Lauren. Zweite Bedingung: bitte frisch gewaschen.

Kategorien: Abfall, Innovation, Kuriosa
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wow, da hat wer „Second hand“ neu erfunden *roll*
    Was die Konzerne mit den ALtkleidern machen, will man fast nicht wissen. Vermutlich das selbe, was auch mit den Sachen aus dem Altkleidercontainer passiert: Container-weises Verschiffen nach Afrika, wo dann graue Märkte das Zeug wiederverticken.

    Einfach mal wieder: Die Altkleider-Lüge http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/hintergrund/altkleider101.html

    Wer was anderes vermutet, ist wohl global naiv.

    • 26. April 2012 um 20:46 Uhr
    • nik--
  2. 2.

    Sagen Sie mal, ist Ihnen nicht peinlich, solche Artikel zu schreiben? Warum muss eine seriöse Zeitung sich an gelangweilte Facebook-Hipster anbiedern und ihr Rumhuren um Aufmerksamkeit belohnen, geschweige denn sie zu Trendsettern erklären?
    Diese verweichlichten Typen mit ihren Buddy Holly/Rayban Brillen, Tattoos auf dünnen Ärmchen und Holzfäller-Hemden, die in den Vorlesungen sitzen und bei facebook sich flashmobs organisieren, anstatt zu lernen (weswegen die Sorte Student von Semester zu Semester weniger wird) werden bald schon nichts mehr zu sagen haben. Kultur dreht sich immer im Kreis und der echte, der “Macho”-Mann wird in den nächsten Jahren wieder “in” sein, das garantiere ich Ihnen, und der möchtegern-weltverbessernde und ironisch-kulturbewusste Hipster von heute wird nur noch an seinen ausgeleierten Ohrläppchen erkennbar sein.

    • 26. April 2012 um 21:12 Uhr
    • DDDDltrn
  3. 3.

    …da schein ja jemand depressiv zu sein!
    Der Artikel ist super und informiert über eine eigentlich ganz coole Sache….oder soll eine “seriöse Zeitung” nur über Kriegsverbrechen etc. berichten!?
    …und ich wusste gar nicht, dass 900 Mio. Mitglieder bei Facebook alle “flashmob-organisierende-Studenten” sind! sowas sowas…;)

    • 26. April 2012 um 22:54 Uhr
    • S.L.
  4. 4.

    Habe selbst zwar nichts gehaltvolles zu ergänzen, aber möchte Ihnen dennoch für diesen ausgezeichneten Kommentar gratulieren. Selten eine so prägnante, genau ins Schwarze treffende Charakterisierung gelesen. Danke fürs Schmunzeln :-)

    • 26. April 2012 um 23:09 Uhr
    • porph
  5. 5.

    [...] ein altes Teil im Laden zurück. Deutsche tauschen bisher lieber in Shirtmobs, bloggt Marlies Uken. mehr lesen © zeit.de (RSS)   If you enjoyed this article, please consider sharing [...]

  6. 6.

    Ich weiß ja persönlich nicht, was daran gut sein soll, die Sachen durch Oxfam in die dritte Welt second-hand weiterverkaufen zu lassen.
    Es ist doch mittlerweile hinreichende bekannt, dass diese umsonst, oder super-billigen Kleiderhilfen die lokalen Kleidermärkte zerstören, dadurch noch mehr Menschen verarmen und auf Hilfe angewiesen sind.
    Ich habe vor Jahren deswegen angefangen mein Zeug, wenn es noch gut genug war, in den lokalen 2nd-Hand zu bringen, oder einfach wegzuwerfen. So wird es auch weiter passieren, bis mir eine gute Recyclemöglichkeit geboten wird.

  7. 7.

    @DDDDltrn

    Na, na, jede Zeit hat ihre Moden. Die muss nicht jedem gefallen, aber dazu sind Moden ja auch da. Jeder wie er mag, oder? Die Grundidee dahinter finde ich gut. Und wenn sog. Hipster mal was Sinnvolles tun, soll mir das nur recht sein. Zu meiner Zeit haben Popper (die damaligen Hipster) eigentlich nichts weiter getan, als das Geld ihrer Eltern verprasst. Da finde ich ökologisch und sozial angehauchtes Engagement durchaus unterstützenswert.

    • 27. April 2012 um 08:03 Uhr
    • Infamia
  8. 8.

    glaube einfach mal hier Fragen: upcycling-fashion.de,

    bei den Firmen kann man sehen wie man mit Secondhand Bekleidung umgehen kann…

    • 27. April 2012 um 09:38 Uhr
    • Jonathan Leupert
  9. Kommentar zum Thema

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