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Investorenlegende Warren Buffet steigt in weltgrößtes Solarprojekt ein

Von 3. Januar 2013 um 16:47 Uhr
Warren Buffett © Nicholas Kamm/AFP/GettyImages

Warren Buffett © Nicholas Kamm/AFP/GettyImages

Warren Buffet hat ein neues Spielfeld entdeckt. Das “Orakel von Omaha”, wie der 82-Jährige auch genannt wird, investiert im großen Stil ins Solargeschäft. Für rund 2.5 Milliarden US-Dollar kauft MidAmerican Solar, eine Tochter von Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway, das Solarprojekt Antelope Valley Solar Project in Kalifornien. Es hat eine Kapazität von 579 Megawatt – das entspricht ungefähr der eines kleinen Kohlekraftwerks. Damit ist der Solarpark nach Angaben von SunPower der größte bislang genehmigte Solarpark der Welt. Noch in den kommenden Monaten will MidAmerican mit dem Bau des Solarparks beginnen, der ungefähr so groß sein wird wie knapp 1.860 Fußballfelder. MidEnergy rechnet mit rund 650 Arbeitsplätzen – zumindest in der Bauphase bis zum Jahr 2015. Während des Betriebs arbeiten diese Solarparks ja praktisch vollautomatisch.

Es ist eine spannende, allerdings auch komplexe Konstellation von Akteuren. SunPower stellt Solarzellen her und  gehört seit zwei Jahren mehrheitlich dem französischen Energiekonzern Total. Vier Jahre lang hat das Unternehmen den Solarpark entwickelt und ihn jetzt an MidAmerican Solar verkauft.

Unverhohlen wirbt Firmenchef Tom Werner damit, den Investor Warren Buffet gewonnen zu haben: Das stärke die Glaubwürdigkeit seiner Firma gegenüber den Banken. Die sind natürlich auch in den USA zurzeit zurückhaltend bei Solarinvestments, schließlich hat die Branche weltweit mit Überkapazitäten zu tun. Es mag der Anlagestrategie Buffetts entsprechen, dann zuzuschlagen, wenn der Preis möglichst günstig ist und wenn der Rest der Investoren zumindest kurzfristig skeptisch ist. Dieser Augenblick ist jetzt.

MidAmerican Solar gehört wiederum zur MidAmerican Energy Holdings Company, einem Stromversorger, der wiederum Teil von Berkshire Hathaway ist. Bislang hat das Unternehmen vor allem auf Windkraft gesetzt, nun vergrößert es seinen Solaranteil. Schon im Herbst 2011 kaufte es einen Solarpark in Kalifornien, damals vom Dünnschichtspezialisten First Solar.

Hinter dem Deal steckt natürlich die Aussicht auf relativ stabile Erträge. Kalifornien will bis 2050 seine Treibhausgasemissionen um 80 Prozent mindern. Um das zu erreichen, setzt es vor allem auf einen CO2-Zertifikatehandel und Solarprojekte. Auch der Käufer des Solarstroms steht bereits fest. Es ist der kalifornische Stromkonzern Southern California Edison.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Gutes Timing! Der scheint zu wissen, wann er in welche Branche investieren sollte…

    • 3. Januar 2013 um 20:56 Uhr
    • Alex
  2. 2.

    okay 2.5 Milliarden US-$ für knapp 600 MWe ist etwas überteuert, im Vergleich mit z.B. einem KKW, aber für eine Solaranlage ist dieses echt ein Schnäppchen. Wenn dann noch in Kalifornien noch zusätzliche Einnahmen durch Zertifikate und .. kommen, der Abnehmer des Stroms auch schon vertraglich gebunden ist, die Netzanbindung anscheinend schon gewährleistet ist, dann kann man auf Kosten der Stromverbraucher und der Steuerzahler gutes Geld verdiene.

    • 3. Januar 2013 um 22:10 Uhr
    • H. Möw
  3. 3.

    Gemessen an den heutigen Preisen für schlüsselfertige PV-Projekte hat der gute Mr. Buffet nicht gerade ein Schnäppchen gemacht. Ein Projekt dieser Größenordnung dürfte höchstens die Hälfte dessen kosten, was hier über den Tisch geht

    • 3. Januar 2013 um 22:20 Uhr
    • Rolf G.
  4. 4.

    @1 Alex
    Oder er hat sich vorher über Dritte mit Aktien eingedeckt und macht jetzt erstmal Kasse, da seine Jünger nach Verkündigung den Kurs um 10% getrieben haben. Nun erstmal sehen ob es denn gebaut wird und er in einem Jahr noch an Bord ist.
    Spannend ist auch der Fakt, dass die Windkraftbetreiber in den USA wohl auch nur solange überleben, solange es weiter steuerliche Vergünstigungen gibt, hätten sie die im Rahmen der Fiskalklippe zusammengestrichen, wäre es spannend geworden. Siehe auch Uken “Grüne Geschäfte”

  5. 5.

    579 Megawatt, ein kleines kohlekraftwerk gar! und,
    “Während des Betriebs arbeiten diese Solarparks ja praktisch vollautomatisch.”
    des nachts eher weniger, eigentlich mehr so um die mittagszeit.
    da dürfen dann die standardkraftwerke ihre wohlverdiente mittagspause einlegen.

    • 4. Januar 2013 um 02:06 Uhr
    • xquadrat
  6. 6.

    @2: “okay 2.5 Milliarden US-$ für knapp 600 MWe ist etwas überteuert, im Vergleich mit z.B. einem KKW, aber für eine Solaranlage ist dieses echt ein Schnäppchen.”
    Das ist auch für einen Solarpark überteuert. Der 100 MW Park in Briest bei Berlin hat ca. 1,5 € je Wp gekostet und dessen Fertigstellung ist fast ein Jahr her. Warren Buffet hat also ca. doppelt bis dreifach soviel bezahlt wie der momentane Marktpreis für Solarparks. Und da ist der Park noch nicht einmal fertig.
    Ich glaube nicht das es bei dem Deal so sehr um den Park an sich ging.

    • 4. Januar 2013 um 08:36 Uhr
    • tobmat
  7. 7.

    einfach putzig, wie hier einige überschlauen meinen sie könnten Buffett nachweisen dass er überteuert gekauft hat, schonmal aufgefallen dass in jeder Zeitung völlig unrealistische zahlen genannt werden ?
    die kleinste kneipe erzählt nicht welche miete, einkaufspreise sie hat, aber klar ab 2,5mrd steht es natürlich völlig offen in jeder zeitung, träumt weiter.
    Aber denkt ruhig weiter, dass ihr es mit dem guten Buffett aufnehmen könnt:D einfach köstlich

    • 4. Januar 2013 um 21:23 Uhr
    • PeterPan
  8. 8.

    Leute, ich glaube ihr seit euch nicht ganz bewusst mit wem ihr zu tuen habt. Als man Warren Buffet fragte wie er so steinreich geworden ist. Satze er: Ich habe für 1$ nur einen 1/2$ gezahlt. Damit hat er mit 10.000$ (damals war er 11) zu einem sagenhaften Vermögen von über 40 Milliarden geschaft. Er hat fast nie Fehler in seinen Investmenst gemacht. Das war auch sein oberster Gebot. Leute und ihr wollt wirklich mehr Ahnung als diese lebende Legende haben. Sollen wir noch ein drauf lache ? Wenn er zugeschlagen hat, bedeutet das, das er bestimmt wie immer genau kalkuliert hat.

    • 25. Januar 2013 um 18:12 Uhr
    • Fundamentali
  9. Kommentar zum Thema

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