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Winzige Windräder fürs Handy

 
Mikro-Windrad auf einem US-Penny © Universität Arlington
Mikro-Windrad auf einem US-Penny © Universität Arlington

Smitha Raos Leidenschaft misst sich in Millimetern. Die Wissenschaftlerin an der Universität Texas in Arlington hat stromproduzierende Mikro-Windräder erfunden, die nicht einmal 1,8 Millimeter groß sind. Ihre Idee: Wer Hunderte dieser Windräder etwa auf einer Handyhülle installiert, könnte den Handy-Akku damit aufladen, indem er das Telefon für einige Minuten in der Luft schwenkt. Die Windräder sind so klein, dass auf einem Reiskorn etwa zehn Stück Platz finden könnten.

Noch steckt die Idee in der Anfangsphase, aber die Mini-Windräder wurden im vergangenen Jahr bereits erfolgreich im Labor getestet. Rao hat als Material eine Nickel-Legierung gewählt, weil sie besonders widerstandsfähig ist. “In der Regel haben solche mikro-elektronischen, mechanischen Systeme das Problem, dass das Material zu spröde ist”, zitiert die Uni Rao in einer Pressemitteilung. Das sei bei ihrem Material nicht der Fall.

Schon jetzt hat ein taiwanesisches Unternehmen Interesse an der Technologie angemeldet. WinMEMS ist spezialisiert auf die Produktion von winzigen 3-D-Strukturen, etwa im medizinischen Bereich, und hat zusammen mit der Uni in einem Pilotprojekt gezeigt, dass sich so kleine Windräder tatsächlich auch drehen. Hier das Beweisvideo:

Fragt sich nur, wie realistisch der Einsatz solcher Windräder im Alltag ist. Wahrscheinlich ist es praktikabler, sie etwa an geschützten Hauswänden für die Stromherstellung zu installieren als auf einer Handyhülle, die ständig in Handtaschen herumrutscht. Entscheidend wird natürlich auch sein, wie viel Energie diese kleinen Flügel tatsächlich produzieren können, leider gibt es bislang keine Angaben. Ein Kostenproblem sehen die Macher nicht, die kleinen Windräder seien optimal für die Massenfertigung. Na, mal schaun.

33 Kommentare

  1.   Kelsi

    Miniwindräder auf dem Handy laden die Akkus auf…. Klingt wie ein Aprilscherz ;-)

  2.   Robert

    Keine diesen Artikel lesen können, weil der Link von der Homepage nicht funktioniert.


  3. Hallo Robert
    das Problem ist gelöst, nun funktioniert´s. Danke für den Hinweis!
    Viele Grüße
    Marlies Uken


  4. Ist wie mit Minisolarzellen.
    “Für eine Akkuladung legen Sie das Handy 48 Stunden in die pralle Sonne. Für ein optimales Ergebnis sollte diese im Winkel von 90° auf die Oberfläche scheinen.”

    Bei diesen Strukturen ist die nächste Frage: “Wie groß ist ein Staubkorn oder eine Fluse in einer durchschnittlichen Handtasche?”

    Wenn ich mir Lüfter am Rechner oder auch das Staubfanggitter am Haartrockner ansehe…

  5.   Bernd K

    Wir haben wirkliche Probleme auf der Welt mit unserer Energiewirtschaft. In dieser Grundstimmung werden uns Phtovoltaik, Wasserstoffgetriebene Laptops und weitere Gimiks gezeigt, um den Anschein zu erwecken, es würde sich durch Steigerung in der Technisierung eine Problemlösung entwickeln.
    Als Ingenieur frage ich mich bei neuen Trends immer, welches real existierende Problem wird durch eine neue Techniuk gelöst?

    Es gab vor Jahrzehnten schon Taschenlampen, die man per Handkurbel und Generator laufen lassen konnte. So kann man auch ein Handy aufladen. Das ist aber vielleicht nicht trendy wie Mikrotechnologie und Windkraft??
    Eine wirkliche Neuerungkönnte einterten wenn sich jeder Mensch für 5 Minuten einmal still hinsetzt und darüber nachdenkt, worin eigentlich das aktuelle Energieproblem besteht. Es könnte sein, dass dem Geduldigen dann von selber naheliegende Lösungsansätze kommen, die er selbst anpacken kann, ohne weiteren sinnlosen Konsum zu generieren.

  6.   Inter Netter

    Spannende Sache! Das Problem mit dem Herumrutschen der Hülle in der Hand- oder Hosentasche ist womöglich keins.

    Die Rädchen könnten sich hinter einer Schiebevorrichtung befinden, die vor dem Schwenken, bzw. Aufladen, entfernt wird (ähnlich der Hülle eines Batteriefachs). So wären sie im Normalzustand geschützt.

  7.   peeka

    Die Idee, den Strom dort zu produzieren, wo er gebraucht wird, ist sicherlich richtig. Aber vermutlich wäre eine Jacke mit Solarpanel (siehe zum Beispiel hier: http://neuerdings.com/2008/10/15/zenga-sport-solar-ski-jacke-immer-strom-dabei/) dann doch die bessere Wahl.
    Miniwindräder an Hauswänden könnte ich mir schon vorstellen. Fragt sich nur, ob sie mehr Strom erzeugen als der Aufwand, sie herzustellen und dort unterzubringen.

  8.   websingularität

    So ein Stuß.
    Warum nicht gleich ne Kurbel dranmachen?

  9.   bob bobber

    Ich habe den Verdacht, dass überhaupt noch kein Dynamo in dem Windrädchen steckt (Dies ist viel schwieriger ist, als ein Windrädchen zu bauen), und dass der Journalist den Entwickler mutwillig falsch versteht. Wegen der Energieerhaltung müsste es mindestens so viel Kraft (bzw Arbeit) kosten das Handy mit einem Dynamo mit Kurbel aufzuladen, wie durch wedeln. Wer mal so einen Handbetriebenen Dynamo benutzt hat, weiß, wie anstrengend das ist. — Kein großer Gewinn also. Die kleinen Propeller sind ganz nett, und vielleicht auch ein großer Wurf für die MEMS-Technologie, aber die Anwendungen sind aus den Fingern gesogen.


  10. Na, für das Handy wirds wohl weniger geeignet sein. Man stelle sich eine ganze Hauswand voll mit diesen Dingern vor. An einer zugigen Ecke. Dann müssten die Windräder aber wohl auch beschichtet sein, damit der Dreck von alleine abrutscht.

    Oder die Innenwände von U-Bahntunneln. Da ziehts wie Sau drin. Kann man gleich die U-Bahn mit Strom versorgen. Da macht das Summen auch nix mehr.