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Öko-Weihnachtsbaum oder lieber das Baumarkt-Exemplar?

Von 17. Dezember 2014 um 19:35 Uhr

Haben Sie schon einen Weihnachtsbaum? Für gerade einmal 29 Euro verkauft die Baumarktkette Obi zurzeit die Nordmann-Tanne. Der Projekt-Baumarkt Hornbach bietet den Festbaum schon ab 19 Euro an. Und dann gibt’s noch die zahlreichen Weihnachtsmärkte, Gärtnereien und Landwirte, die vor Ort ihre Bäume anbieten.

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Meer ohne Fisch

Von 15. Dezember 2014 um 16:13 Uhr
© VINCENZO PINTO/AFP/Getty Images

© VINCENZO PINTO/AFP/Getty Images

Christian Schmidt, unser Bundesagrarminister, hat die Latte hochgelegt. Auch wenn er’s etwas sperrig formuliert hat, an dieser Stelle will ich ihn einmal zitieren: “Eine nachhaltige Fischerei ist der beste Garant, die Fischbestände in den Weltmeeren als wichtige Nahrungsquelle der Menschheit und Lebensgrundlage der Fischer unter Wahrung der biologischen Vielfalt auch für kommende Generationen zu sichern”, sagt der CSU-Politiker.
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Track die Piratenfischer

Von 21. November 2014 um 08:50 Uhr
Wo fischt welche Flotte? © Global Fishing Watch

Wo fischt welche Flotte? © Global Fishing Watch

Google hat eine, das lässt sich nicht leugnen, gewisse Expertise in der Datenaufbereitung und Kartenerstellung. Jetzt startet der Konzern zusammen mit der Meeresschutzorganisation Oceana und dem amerikanischen Umweltdatenspezialisten Skytruth das Projekt Global Fishing Watch. Die Idee ist so simpel wie genial. Jedes kommerzielle Schiff ist mit einem Automatic Identification System ausgestattet. Damit lässt sich jede Schiffsbewegung verfolgen, wenn denn das Gerät eingeschaltet ist (Als AIS eingeführt wurde, war die Idee eigentlich, damit die Zahl der Schiffskollisionen zu reduzieren). Warum sich nicht einfach Fischereischiffe einmal separat anzeigen lassen, ist die Idee von Global Fishing Watch. Das kleine Video erklärt das ganz anschaulich.

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Die ersten Mega-Batterien kommen

Von 30. Oktober 2014 um 15:45 Uhr
Die mobile Mega-Batterie in Magdeburg © Fraunhofer IFF

Die mobile Mega-Batterie in Magdeburg © Fraunhofer IFF

Von außen sieht er aus wie ein gigantischer Schiffscontainer, sein Inneres erinnert an einen Superrechner: In Magdeburg steht – wegen der Hochwassergefahr auf Stelzen – einer der größten mobilen Batteriespeicher Deutschlands. Das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung hat dort die Mega-Batterie errichtet. Vor Kurzem hat sie sogar den Praxistest bestanden: Ein Institutsgebäude der Forschungseinrichtung wurde für mehrere Minuten komplett vom Netz genommen und nur über die Batterie versorgt – ohne Blackout. Theoretisch könnte die Batterie die Gebäude der Forschungseinrichtung rund fünf Stunden lang mit Strom versorgen. Oder 100 Haushalte für 24 Stunden mit Strom beliefern.
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Big Oil wehrt sich gegen Divestment

Von 16. Oktober 2014 um 11:24 Uhr

Es ist eine weltweite Bewegung, die so langsam auch nach Deutschland kommt: die Divestment-Kampagne. Die Idee ist simpel. Anleger entziehen Unternehmen, die in fossile Energien investieren, gezielt ihr Vermögen. Zugleich fordern die Anhänger der Bewegung, klimaschädigende Investments mit öffentlichen Geldern zu beenden; das Geld soll stattdessen in den Ausbau der Erneuerbaren investiert werden.

Prominentes Beispiel waren jüngst die Rockefeller-Erben: Die legendäre Familie, reich geworden mit Erdöl, gab bekannt, dass sich ihr 870 Millionen Dollar schwerer Investmentfonds von Beteiligungen an fossilen Firmen trennt. Auch Universitäten in den USA, die in der Regel über ein Kapitalvermögen verfügen, Städte wie Seattle oder San Francisco, der norwegische Pensionsfonds oder die niederländische Rabobank, gar die Kirche von England wollen fossil free werden. (Die Universität Harvard, mit einem Anlagevermögen von rund 33 Milliarden Dollar ein relevanter Akteur, weigert sich dagegen beharrlich, obwohl es zahlreiche Initiativen gibt, die Harvard zum Kurswechsel bewegen wollen).

Jetzt wird das Thema auch in Europa groß. Vergangene Woche gab die Fossil-Free-Bewegung bekannt, dass die Universität von Glasgow ihr Anlagevermögen – rund 128 Millionen Pfund – künftig ökologisch und ethisch anlegen will. Es ist die erste europäische Universität, die sich dazu entscheidet. Zurzeit hat sie rund 19 Millionen Pfund in Ölfirmen angelegt. Monatelang hatten sich  Studenten dafür engagiert, dass die Uni einen Strategieschwenk hinlegt. David Newall, der Verwaltungssekretär der University of Glasgow, musste schließlich bekannt geben: “Die Universität erkennt die verheerenden Folgen an, die der Klimawandel für unsere Erde haben könnte, und räumt ein, dass es für die Welt notwendig ist, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.” In den kommenden Jahren werde die Uni nicht nur ihre Ölinvestments zurückfahren, sondern selbst auch an der Reduzierung der CO2-Emissionen arbeiten.

Auch in Deutschland gibt es Versuche, öffentliche Gelder umzuschichten. An der Universität Münster machen sich etwa Studenten stark, allerdings hat die Uni laut Fossil Free “nur” 1,3 Millionen Euro Anlagevermögen, das sie korrekt investieren kann. Die deutschen Initiatoren machen sich daher vor allem dafür stark, dass Kommunen deinvestieren. Keine schönen Aussichten etwa für RWE: Der Kohlestromproduzent ist vor allem in der Hand von kommunalen Stadtwerken.

Und was machen die Entliebten? ExxonMobil, einer der weltgrößten Erdölkonzerne, hat sich jetzt ausführlich zum Thema Divestment geäußert. Die abgezogenen Investments scheinen also die Manager in der Firmenzentrale im texanischen Houston umzutreiben. ExxonMobil schreibt in seinem Firmenblog, dass Divestment eine Bewegung sei “that is out of step with reality”. Salopp gesagt: eine Schwachsinns-Idee.

Der Erdölkonzern ist übrigens entstanden aus dem John D. Rockefellers Standard Oil Trust. Siehe oben.

 

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Die Ökonomie der Jäger und Sammler

Von 16. September 2014 um 13:01 Uhr
Ein Perlpilz © Federico Gambarini/dpa

Ein Perlpilz © Federico Gambarini/dpa

Geboren bin ich in Ostfriesland – und da macht man vieles (ja ja, Teebeutel-Weitwurf), aber eines nur selten: Pilze sammeln. Hier in Berlin und Brandenburg ist das anders. Das zeigen schon die Websites Pilz Ticker Brandenburg und Pilzforum.eu, auf der Pilzefans die besten Locations handeln. Mein Wald, in dem ich am Wochenende mit der Familie unterwegs war, gehört definitiv nicht dazu. Die Bilanz: kein einziger Pilz, dafür Zecken.

Eine Studie hat sich nun so umfassend wie nie zuvor der Pilz- und Beerenleidenschaft in Europa angenommen. Das niederländische Team hat erstmals zahlreiche Statistiken und Studien ausgewertet, wer in Europa eigentlich wildes Obst, Gemüse und Tiere sammelt. Das Ergebnis: Ich pirsche nicht allein. 14 Prozent der Europäer sind regelmäßig im Wald unterwegs und sammeln selbst. Mindestens 100 Millionen Europäer essen zudem regelmäßig wild food, wie die Autoren das essbare Waldangebot nennen. Weiter…

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Das Ende der Powersauger

Von 1. September 2014 um 12:02 Uhr

Ja, ich gestehe: Mein Staubsauger in der Abstellkammer hat eine Leistung von 2.000 Watt, wenn ich mich gerade richtig erinnere. Gekauft vor einigen Jahren, natürlich mit HEPA-Filter, dem High Efficiency Particulate Airfilter. Das waren noch Zeiten.

Seit heute ist die Ära dieser Power-Sauger vorbei. Die Öko-Designrichtlinie, die vor einigen Jahren die Glübirnen aus europäischen Haushalten verbannte, nimmt sich nun die Staubsauger vor. Ab heute dürfen Staubsauger, die neu auf den Markt kommen, maximal 1.600 Watt aufweisen. In drei Jahren werden nur noch 900 Watt erlaubt sein. Mein Staubsauger hätte da keine Chance mehr, er dürfte heute nicht mehr in die Läden kommen. Nur Restbestände dürfen noch verkauft werden.

Die Empörung ist groß, mal wieder. Nach Glühbirnen jetzt die Staubsauger, typisch EU. Die Richtlinie bestätigt einmal mehr sämtlich Vorurteile gegenüber Brüssel. SPIEGEL ONLINE ärgert sich gar über das vermeintliche Menschenbild der EU-Kommission: “Das Staubsaugerverbot zeigt, welch trübes Menschenbild in Brüssel mittlerweile vorherrscht. Selbst unfähig, eine verständliche Öko-Kennzeichnung durchzusetzen, setzt die Bürokratie aufs Verbot.”

Ich würde lieber sagen: gemach, gemach. Mal ehrlich: Würden Sie es am Saugergebnis erkennen, ob Ihr Sauger nun 1.600 Watt oder 2.000 Watt besitzt? Ich sicher nicht. Und wenn es tatsächlich stimmt, dass sich ab 2020 mit den leistungsärmeren Staubsaugern gleich 19 Terawattstunden jährlich einsparen lassen, dann ist das beachtlich.  Zum Vergleich: Das AKW Isar-2 (1400 Megawatt) in München produzierte im vergangenen Jahr etwa 11,4 Terawattstunden Strom. Setzen wir Europäer also auf sparsamere Staubsauger, lässt sich theoretisch mindestens ein Atomkraftwerksblock abschalten. Energieeffizienz ist seit Jahren ein großes Thema, ohne dass es verbindliche Fortschritte gibt. Nun gibt es endlich eine Entwicklung – die übrigens vor Jahren unter EU-Ratspräsidentin Angela Merkel und ihrem damaligen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel angestoßen wurde.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz verweist übrigens auf die große internationale Politik, um die Öko-Richtlinie zu verteidigen: “Wir machen allein durch effizientere Staubsauger fünf große Gaskraftwerke in der EU überflüssig. Damit werden wir weniger verwundbar, wenn Russland wirklich den Gashahn abdreht.“

Wer sich übrigens den jüngsten Staubsaugertest der Stiftung Warentest anschaut, der erfährt, dass der aktuelle Testsieger kein Powersauger ist, sondern ein Siemens-Gerät mit 870 Watt. Es erfüllt locker die Vorgaben der neuen Richtlinie. Mehr Watt = weniger Staub, diese Gleichung gilt nicht mehr.

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Japans Atom-Revival

Von 17. Juli 2014 um 18:28 Uhr

Am Mittwoch hat Japan schwuppsdiwupps die Rückkehr zur Atomkraft hingelegt: Die Atomaufsicht erklärte die zwei abgeschalteten Atomreaktoren Sendai 1 und Sendai 2  in einem 400 Seiten starken Prüfbericht für sicher. Damit ist zumindest schon mal theoretisch die Grundlage gelegt, dass die Meiler wieder ans Netz können. Die Praxis sieht anders aus: Auf der einen Seite soll die Bevölkerung stärker involviert werden. Auf der anderen Seite will auf Seiten der Verwaltung wohl niemand den Kopf hinhalten, wenn Atommeiler wieder ans Netz gehen – also wird es wohl eine Entscheidung von höchster politischer Ebene sein.

Ganz aktuell sind alle 50 Atomkraftwerke in Japan zurzeit nicht am Netz (was ja nicht dazu geführt hat, dass dieses hochindustrialisierte Land komplett lahmgelegt ist). Zwei Meiler waren zwischenzeitlich im vergangenen Jahr am Netz. Weiter…

Noch eine Woche lang Klimaschutz

Von 10. Juli 2014 um 14:54 Uhr

Keine Frage, Clive Palmer hatte schon immer etwa Rebellisches. Der Erz- und Kohle-Milliardär aus Australien, einst Schulabbrecher, lässt zurzeit einen originalgetreuen Nachbau der Titanic für mehrere Hundert Millionen Euro bauen und will die Tickets der Jungfernfahrt Southampton – New York lukrativ verkaufen. Sein Urlaubsressort an einem Traumstrand in Australien ist ein gigantischer Dinosaurier-Park.

Jetzt hat der Hobby-Berufspolitiker, der die Palmer United Party anführt, mal eben für einen Eklat in der australischen Energiepolitik gesorgt.

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Färben ohne Wasser

Von 17. Juni 2014 um 16:35 Uhr

Jedes Jahr sinkt in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, der Grundwasserspiegel um mehrere Meter. Dafür gibt es viele Gründe, aber einer liegt auf der Hand: Die Textilindustrie benötigt enorme Mengen Wasser. Mode ist durstig. Allein das Färben eines simplen T-Shirts verbraucht 25 Liter. Und das ist nur ein Teil der Produktionskette. Gerade der Anbau von Baumwolle ist extrem wasserintensiv. Jedes Jahr wird Wasser also knapper in Bangladesch.

Und es wird dreckiger. Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern landen Abwässer aus der Färberei noch immer ungefiltert in Flüssen und Seen. Schwermetalle und Chemikalien belasten Grundwasser und Natur, machen Menschen krank. Ein Viertel aller weltweit produzierten Chemikalien wird laut einem Nachhaltigkeitsreport von Sustainalytics in der Textilherstellung eingesetzt. Verschiedene Umweltorganisationen und Institute prangerten in einem Report über die Lage in China die Textilbranche als einen der größten Wasserverschmutzer dort an: Beeindruckende 2,5 Milliarden Tonnen Abwasser fielen im Jahr 2009 an. Mehr als die Hälfte der Landbevölkerung hat in China keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr. Sicher, daran ist nicht nur die Textilindustrie Schuld – aber sie trägt auch einen Teil der Verantwortung.

Modekonzernen ist klar, dass sich etwas ändern muss. Adidas und andere Hersteller bewegen sich langsam, auch unter dem Druck von Umweltschützern. Es gibt auch schon Ideen, wie man es schafft, weniger Wasser und Chemikalien zur verbrauchen. Drei größere Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert. Eines von ihnen ist DyeCoo aus den Niederlanden. Statt Fasern mithilfe von Wasser zu färben, setzt man unter Druck gesetztes Kohlendioxid ein, um Farbe in die Faser zu injizieren. Das sonst so ungeliebte Klimagas hat also hier einmal einen Nutzen und kann am Ende recycelt werden. Weil das Färben schneller geht, lassen sich Energie- und Chemikalieneinsatz sogar halbieren.

Es gibt nur eine entscheidende Hürde, wie jetzt ein Report des Umweltportals Yale360 zeigt – die Produktionskosten (Okay, es gibt noch eine zweite: Das CO2-Verfahren funktioniert nicht bei Baumwolle, sondern nur bei Synthetikfasern). Bislang sind die wasser- und energieeffizienten Technologien extrem teuer. Laut Yale-Report kostet eine dieser CO2-Färbemaschinen zwischen 2,5 und vier Millionen US-Dollar. Auch wenn die Technik teilweise schon bei Zulieferern von Nike und adidas zum Einsatz kommt: In der Menge ist die auf diese umweltfreundliche Art produzierte Mode noch immer verschwindend klein. Gerade einmal 50 Millionen Liter Wasser hat adidas durch den Einsatz der CO2-Technik inzwischen gespart – das entspricht laut Nachhaltigkeitsbericht etwa dem Inhalt von 20 Olympiaschwimmbecken.

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