Minusgeschäft Vattenfall

Update am 2. November 2015: Nach eigenen Angaben ist Greenpeace de facto vom Bieterverfahren für die Vattenfall-Kohlesparte ausgeschlossen worden. Der Organisator des Verkaufs, die Citigroup, habe mitgeteilt, dass Greenpeace Nordic nicht beabsichtige, “als Bieter aufzutreten“. Greenpeace kritisiert die Entscheidung. Es könne nicht sein, dass nur der Kaufpreis entscheidend sein, wichtig sei auch, dass “ein Käufer ein ökologisch und sozial schlüssiges Konzept” vorlege. (muk)

Es gibt da diesen Tweet von Greenpeace Schweden, gute zwei Wochen ist er alt: Greenpeace will Vattenfalls Braunkohle-Sparte übernehmen, hieß es da vollmundig – und er sorgte weltweit für Aufmerksamkeit.

Heute hat Greenpeace Schweden in Berlin seine Pläne konkretisiert – und de facto rudern die Klimaschützer ein wenig zurück. Nein, kaufen wolle man Vattenfalls Kohlegeschäft auf keinen Fall, das sei ja ein Minusgeschäft. Den Wert der Kohlesparte beziffert Greenpeace auf gerade einmal eine halbe Milliarde Euro. Dazu kämen aber noch die Kosten für Renaturierung der geschundenen Lausitz und die Kosten für den Rückbau der Kraftwerke, die Greenpeace auf mindestens zwei Milliarden Euro beziffert. “We don’t want to pay money“, sagt Annika Jacobsen von Greenpeace Schweden. Weiter“Minusgeschäft Vattenfall”

 

Walfleisch für Japan

Es ist eine zweifelhafte Weltpremiere, die der isländische Walfangunternehmer Kristján Loftsson, Chef des Unternehmens Hvalur, am vergangenen Wochenende aufstellte. Er ließ mehr als 1.800 Tonnen Walfleisch von Island durch die Nordostpassage in der Arktis nach Japan bringen, wie Newsweek berichtet. Nicht nur, dass diese Route bislang kaum von der kommerziellen Schifffahrt genutzt wird. Es ist das erste Mal, dass über diese Route ein so umstrittenes Gut transportiert wurde. Weiter“Walfleisch für Japan”

 

Dann mach auch was Sinnvolles draus

Keine Frage, an Selbstbewusstsein fehlt es Boyan Slat aus den Niederlanden nicht. Der 20-Jährige hat vor zwei Jahren via Crowdfunding mal eben zwei Millionen Dollar eingesammelt für eine Idee, die er selbst als “verrückt” bezeichnet: Mit riesigen, kilometerlangen Fangarmen will er schwimmenden Meeresmüll einfangen und zu einer Auffangplattform geleiten, wo er eingesammelt wird. Sogar von den Vereinten Nationen wurde Slat für sein Ocean Cleanup Projekt vergangenen Herbst ausgezeichnet.

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Der Härtetest für die Energiewende

Der Worst Case für den 20. März? Bei einem Netzbetreiber klingt das so: ein wunderbarer Sonnenscheintag. Deutschland räkelt sich in Frühlingssonnenstrahlen.

An diesem Tag wird Europa vormittags von einer Sonnenfinsternis bedeckt. Und während man ja so als Normalbürger auf klaren Himmel und Sonnenschein hofft, um das Ereignis in seiner vollen Pracht mitzuerleben, hätten die Stromnetzbetreiber am liebsten Novemberwetter: bedeckten Himmel, möglichst viele Wolken, möglichst wenig Sonnenschein.
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Öko-Weihnachtsbaum oder lieber das Baumarkt-Exemplar?

Haben Sie schon einen Weihnachtsbaum? Für gerade einmal 29 Euro verkauft die Baumarktkette Obi zurzeit die Nordmann-Tanne. Der Projekt-Baumarkt Hornbach bietet den Festbaum schon ab 19 Euro an. Und dann gibt’s noch die zahlreichen Weihnachtsmärkte, Gärtnereien und Landwirte, die vor Ort ihre Bäume anbieten.

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Meer ohne Fisch

© VINCENZO PINTO/AFP/Getty Images
© VINCENZO PINTO/AFP/Getty Images

Christian Schmidt, unser Bundesagrarminister, hat die Latte hochgelegt. Auch wenn er’s etwas sperrig formuliert hat, an dieser Stelle will ich ihn einmal zitieren: “Eine nachhaltige Fischerei ist der beste Garant, die Fischbestände in den Weltmeeren als wichtige Nahrungsquelle der Menschheit und Lebensgrundlage der Fischer unter Wahrung der biologischen Vielfalt auch für kommende Generationen zu sichern”, sagt der CSU-Politiker.
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Track die Piratenfischer

Wo fischt welche Flotte? © Global Fishing Watch
Wo fischt welche Flotte? © Global Fishing Watch

Google hat eine, das lässt sich nicht leugnen, gewisse Expertise in der Datenaufbereitung und Kartenerstellung. Jetzt startet der Konzern zusammen mit der Meeresschutzorganisation Oceana und dem amerikanischen Umweltdatenspezialisten Skytruth das Projekt Global Fishing Watch. Die Idee ist so simpel wie genial. Jedes kommerzielle Schiff ist mit einem Automatic Identification System ausgestattet. Damit lässt sich jede Schiffsbewegung verfolgen, wenn denn das Gerät eingeschaltet ist (Als AIS eingeführt wurde, war die Idee eigentlich, damit die Zahl der Schiffskollisionen zu reduzieren). Warum sich nicht einfach Fischereischiffe einmal separat anzeigen lassen, ist die Idee von Global Fishing Watch. Das kleine Video erklärt das ganz anschaulich.

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Die ersten Mega-Batterien kommen

Die mobile Mega-Batterie in Magdeburg © Fraunhofer IFF
Die mobile Mega-Batterie in Magdeburg © Fraunhofer IFF

Von außen sieht er aus wie ein gigantischer Schiffscontainer, sein Inneres erinnert an einen Superrechner: In Magdeburg steht – wegen der Hochwassergefahr auf Stelzen – einer der größten mobilen Batteriespeicher Deutschlands. Das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung hat dort die Mega-Batterie errichtet. Vor Kurzem hat sie sogar den Praxistest bestanden: Ein Institutsgebäude der Forschungseinrichtung wurde für mehrere Minuten komplett vom Netz genommen und nur über die Batterie versorgt – ohne Blackout. Theoretisch könnte die Batterie die Gebäude der Forschungseinrichtung rund fünf Stunden lang mit Strom versorgen. Oder 100 Haushalte für 24 Stunden mit Strom beliefern.
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