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Familienausflug

Einfach mal die Richtung wechseln

 

Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind für viele Familien Ausflugstage. Um Stress zu vermeiden, hat  Blogger Sven Dietrich einen Tipp.

Himmelfahrt steht vor der Tür und möglicherweise planen Sie, liebe Leser, einen Besuch in einem Tierpark. Wie andere Eltern mit Kindern im entsprechenden Alter gehen auch wir ab und an in einen Tierpark. Meistens ist das ein Ausflugsziel für die Großeltern, aber ab und an gehen wir selbst Tiere schauen. Zuletzt besuchten wir den Wildpark Lüneburger Heide, der gar nicht so weit von Hamburg entfernt ist, wie der Name es suggeriert. Für uns sind es etwa 30 Minuten bis zum Park.

Kinder im Wildpark |©Horst Ossinger/dpa
Kinder im Wildpark |©Horst Ossinger/dpa

Wir waren an einem Brückentag im Wildpark. Es war entsprechend voll, die Schlangen waren lang, die Kinder aufgeregt und die Eltern gut gelaunt. Aus Gründen, die ich vergessen habe, gingen wir die Runde durch den Park anders herum. Entgegen der üblichen Laufrichtung schoben wir uns durch die Massen. Das war eine sensationell gute Idee, denn durch diesen Richtungswechsel erhöht sich der Unterhaltungswert eines Parkbesuchs ungemein.

Während wir mit den eigenen, noch frischen und ausgeruhten Kindern gut gelaunt durch den Park wanderten, beobachten wir nicht nur Tiere in Gehegen, sondern auch zahlreiche Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs: Sie klammerten sich entkräftet an ihren Kinderwagen, erklärten den Kindern zum 400. Mal, dass es jetzt KEIN EIS gibt und sämtliches Kleingeld für Tierfutter bereits aufgebraucht wurde – das führt zu Tränen.

Das war beinahe besser als die Tiere in den Gehegen, denn seien wir ehrlich, ein müder Otter zur Mittagszeit ist selbst für die Kinder nur so mittelspannend. Wir Eltern konnten uns dann mit der Beobachtung anderer Eltern unterhalten, einem Programm, das es sonst nur bei RTL 2 gibt.

Je länger wir in verkehrter Richtung durch den Park gingen, desto mehr glichen wir uns den anderen Besuchern an, standen vor Kühen oder Schweinen, imitierten Tiergeräusche oder fütterten mit Begeisterung Rehe.

Zum Ende unsere Besuches, als die 400kg Marschgepäck im Rucksack (Trinkflaschen, Kekse, Obst, Windeln, …) langsam zu schmerzen begannen und unsere Laune und die der Kinder zum Landeanflug ansetzte, funktionierte der Trick erneut.

Wir trafen dann ausschließlich auf gut gelaunte Familien, die gerade angekommen waren, mit vor Freude quietschenden Kindern. Das hilft sehr, wenn der Spaß bei den eigenen Kindern ein Loch hat, weil sie nicht zum 50. Mal eine Packung Tierfutter kaufen können.

Im Wildpark Lüneburger Heide erreicht man dann, wenn die Kinder in Quengel-Stimmung kommen, das Streichelgehege, und dann ist dann alles wieder gut. Wir warteten auf einer Bank, schauten den Kindern zu, wie sie Ziegen fütterten und erfrischten uns an den gut gelaunten, eben neu eingetroffenen Familien.

Darum: Beim nächsten Besuch einfach andersherum durch den Wildpark gehen.

3 Kommentare


  1. … nur nicht ganz so offenkundig; geht man anders herum (man vermeide unbedingt den Spielplatz am Anfang!) trifft man zum Schluss auf die Ziegen. Das ist in der Tat besser, auch weil man sich hier als Eltern erholen kann.

  2.   Opa

    …..geniale Idee, kann ich bestätigen….


  3. Hallo,

    als Bergedorfer würde ich noch den Garten der Schmetterlinge in Friedrichsruh und Kletterpark Hamburg-Sachsenwald empfehlen. Dort kann man auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen sein Können unter Beweis stellen…. :-)