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Eimsbüttel

Im neuen iPhone steckt ein Stück Eimsbüttel

 

Seit Kurzem sind das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus auf dem Markt. Auch wenn Apple nichts über die Hardware verrät: Ein kleiner Chip darin wird in Eimsbüttel hergestellt.

Von Annika Demgen

Jedes Mal, wenn Apple ein neues iPhone herausbringt, verkauft der Konzern es als die große Neuigkeit. Das ist Teil des Geschäfts. In den seit Kurzem erhältlichen iPhones 6 und iPhones 6 Plus aber steckt tatsächlich eine neue Technologie, die aus Hamburger Sicht erwähnenswert ist: Zum ersten Mal integriert Apple die sogenannte Near Field Communication-Technologie – kurz NFC. Das Besondere: Sie wird im Bezirk Eimsbüttel hergestellt.

Hier werden NFC-Chips produziert, die offenbar auch im iPhone 6 zum Einsatz kommen. Foto: Annika Demgen
Hier werden NFC-Chips produziert, die offenbar auch im iPhone 6 zum Einsatz kommen. Foto: Annika Demgen

NFC — was bedeutet das?

Es handelt sich dabei um einen Nahfunkstandard ähnlich wie Bluetooth. Im iPhone 6 und iPhone 6 Plus befindet sich ein Chip, der mit NFC-Chips in anderen Geräten kommuniziert, also Daten übermittelt. Apple will dies für den neuen Bezahldienst Apple Pay nutzen. Bisher ist er nur in den USA verfügbar. Besitzer der Smartphones können an speziell für diese Technik ausgerüsteten Terminals im Einzelhandel bezahlen. Anstelle von EC- oder Kreditkarte zückt man also sein iPhone, legt es auf die vorgesehene Fläche und der NFC-Chip überträgt die vorher auf ihm gespeicherten Zahlungsinformationen.

Wie kommt Eimsbüttel zu dem Chip?

Apple hat diese Technik nicht erfunden und produziert die NFC-Chips auch nicht selbst. Entwickelt wurde die Technik von Sony und Philips. Diese beiden Firmen gründeten 2004 gemeinsam mit Nokia das NFC Forum, um den Nahfunkstandard zu etablieren. Und beim Namen Philips kommt Eimsbüttel ins Spiel: NXP Semiconductors, ehemals Halbleiterzweig von Philips, unterhält einen seiner vier Standorte in dem Hamburger Bezirk. Mitten im Herzen Eimsbüttels, direkt an der Stresemannallee 101 werden Prozessoren für Autos, Chips für Personalausweise und eben NFC-Prozessoren produziert.

Die Frage ist: Landen wirklich die Chips aus der Stresemannallee im iPhone 6? Zum Hype um das Smartphone gehört es nämlich, dass weder Apple noch die Zulieferer etwas über die Hardware der Geräte verraten. Auf Nachfrage bei NXP in Eimsbüttel erhielten wir daher eine obligatorische Antwort: "Dazu kann ich ihnen leider nichts sagen." Glücklicherweise gibt es in den USA den Reparaturdienst iFixit, der dafür berühmt-berüchtigt ist, alle neuen Smartphones und Tablets auseinanderzunehmen. Und die Fotos vom sogenannten “Teardown” des iPhone 6 und iPhone 6 Plus liefern den Beweis: In beiden Smartphones befinden sich nicht nur NFC-Chips, sondern darüber hinaus auch Bewegungssensoren von NXP.

Vermutlich nicht in allen, aber doch in einem großen Teil der neuen iPhones befindet sich also ein kleiner Chip aus Eimsbüttel.

2 Kommentare

  1.   hans-werner rust

    da kann ich ja als gewesener eimsbuettler richtig stolz sein, leider benoetige ich
    diese haendys/celulares nicht, habe meine nachrichten wider auf brieftauben umge-
    stellt und es fliegt sich praechtig,
    gruesse aus mexico,
    h.-w. rust

  2.   Martin Wittig

    Bis auf den Bereicht Dioden und Transistoren ist Hamburg ein Entwicklunsstandort.
    Nix mit Chip Produktion. Nix mit Gehäuseproduktion. Nix von Hamburg drin im IPhone.