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Scharia in Aktion: Schwule im Iran ausgepeitscht

 

Die iranische Homosexuellenorganisation IRQO berichtet folgende Barbarei aus dem Leben zweier junger Schwuler:

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Diese beiden Männer wurden nach Angaben der IRQO im Mai ausgepeitscht, weil sie eine Party für ihre schwulen Freunde gegeben haben.

Farsad is 26 years old and Farnam is 24, (their names have been changed to protect their identities). Their lives, like many, if not all the other Lesbians and Gays in Iran, is miserable. Farsad lost his father at fifteen and his mother re-married a revolutionary guard member (a military organism developed by the Iranian regime), which itself is a bitter story. “since childhood I could not find any attraction to the opposite sex; yes of course I am a homosexual.” Farsad says.

At 21, in order to meet other people like himself, he set up a successful weblog. The secret police found his address through his IP and arrested him. He spent three weeks in solitary confinement, and then he was accused of obscenity, advocating decadent values and homosexuality. They sentenced him to six month in prison. After completing his sentence he suffered from depression and phobia about revealing his identity and going back to prison, with symptoms so debilitating he was hospitalized. Then his diary was found by his stepfather, who demanded Farsad denounce his homosexuality.

When Farsad resisted, his step-father took him to Qom (a holy city in Iran, and a center of Ayatollahs) to be seen by the grand ayatollahs; He spent a few nights in custody, was humiliated by the security forces there. They threatened him with stoning unless he denounced his homosexuality.

Traumatized by the threats, he was then taken to see a grand ayatollah, where he signed his confession and forgiveness plea. He was then returned to Tehran, where he received 95 lashes before being released. Almost as an afterthought, he was questioned by the supreme leader’s office in the university where he was studying — and was expelled from school, as well.

Last winter, he met Farnam in a gay chat room. After corresponding they moved in together to start life as a couple, in disguise but together. They invited a small group of their friends to celebrate this union. Just fifteen minutes after the party began, the police broke into their house and arrested everyone. They were brutally beaten, says Farsad, and then transported to a police detention center. They spent the entire Persian new year holidays in a prison cell. “We were beaten to the point that my spine hurt permanently; I still feel the pain caused by the fists pounding my face”, Farsad says.

They were accused of advocating decadency, homosexuality and prostitution. Because they were arrested together, the authorities insisted on more details about their relationship. During the police interrogation, they were asked, “Did you have sexual intercourse with each other?” They did not admit to this question, and eventually they were sentenced for having an improper relationship, for which they received 80 lashes. All other guests were released conditionally and they were ordered to remain in the city and not get in-touch with each other.

Two weeks before the execution of their sentence, the party attendees were arrested again and were sentenced to 60 lashes each, which all received in the same day. Farsad and Farnam were told that 80 lashes was just for holding the party, and that their sentence for the improper relationship would be executed later.

22 Kommentare

  1.   Tuotrams

    Der Staat verliert offenbar die Kontrolle und hat eingesehen das er nicht zigtausend Leute im Jahr hinrichten kann.

    Man muss den Mut vieler junger Iraner bewundern, trotz massiver Bedrohung lehnen sich immer mehr Menschen gegen das System auf.

    Ach ja, wo ist Volker Beck, auf der Anti-Iran Krieg Demo ?

  2.   Chamaedorea

    Ich wundere mich einwenig über das Verteilungsmuster der Wunden. Sind das wirklich Peitschenhiebe?

    Aber davon ab, der Vorgeschmack auf die Scharia ist weder süß noch relativistisch. Und Yasmin träufelt wieder ein paar milde Suren in die Augen der ansich schon Verblendeten.

  3.   verquer

    Hat die Bundesempörungsbeauftragte C. Roth sich schon geäußert? Gibt es Kommentare von V. Beck?

    Da das alles nicht bekannt ist, muß obiges wohl als Zeichen überquellender Toleranz einer friedfertigen Religion gedeutet werden. Wäre das in Polen passiert, würde Beck heldenhaft in die Bresche springen und sich dort rechtzeitig ein blaues Auge abholen.

  4.   Rafael

    @verquer

    Gutmenschenfresser, schnapp!

    http://www.volkerbeck.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=881&Itemid=95
    http://www.netzeitung.de/ausland/703890.html

    Und hier noch was zur Forderung, Polen und den Iran gleichermassen zu kritisieren:

    http://www.abgeordnetenwatch.de/claudia_roth-650-6018–p485.html

    Von Claudia Roth:
    Ihre Schlussfolgerung, man sehe über die Verbrechen in den totalitären Regimes hinweg und kritisiere nur die Menschenrechtsverletzungen der USA im Irak und Afghanistan, basiert auf einem falschen Vergleich. Wir haben mit den USA die größte gemeinsame Wertebasis: Unsere Demokratien haben die gleiche Aufklärungstradition, die gleiche strukturelle Gewaltenteilung und die gleiche Gewichtung des Souveräns. Wir sind gemeinsam stolz auf die humanistischen Wurzeln unserer Wertesysteme, auf die gemeinsamen Koordinaten unserer politischen Strukturen und auf den Rechtsstaat. Wir haben gemeinsam mit den USA die meisten internationalen Abkommen im Bereich der Menschenrechte und im Bereich von bürgerlichen und politischen Rechten auf den Weg gebracht und international etabliert. Diese gemeinsame Wertebasis zu respektieren und sich für die Umsetzung dieser Rechte einzusetzen, macht unsere Glaubwürdigkeit aus. Nur so können wir die Menschen weltweit und somit die anderen Staaten von der Richtigkeit unseres gemeinsamen Weges überzeugen. Deshalb ist die Kritik an den von den USA begangenen Menschenrechtsverletzungen nicht vergleichbar mit der Kritik an den Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen, die durch Diktatoren und Willkürsysteme begangen werden. Denn Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden, genauso darf es keinen Rabatt bei der Kritik an Menschenrechtsverletzungen aufgrund irgendwelcher Gemeinsamkeiten geben, sonst würde man sich unglaubwürdig machen.

  5.   verquer

    “…Deshalb ist die Kritik an den von den USA begangenen Menschenrechtsverletzungen nicht vergleichbar mit der Kritik an den Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen, die durch Diktatoren und Willkürsysteme begangen werden. Denn Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden, genauso darf es keinen Rabatt bei der Kritik an Menschenrechtsverletzungen aufgrund irgendwelcher Gemeinsamkeiten geben, sonst würde man sich unglaubwürdig machen. ”

    Darauf muß man erstmal kommen.
    Eleganter kann auch die Bundesempörungsbeauftragte ihren selektiven Blick auf die Menschenrechte nicht beschreiben. Wie war das noch mit dem Splitter und dem Balken im Auge?

  6.   lebeding

    @rafael: “Deshalb ist die Kritik an den von den USA begangenen Menschenrechtsverletzungen nicht vergleichbar mit der Kritik an den Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen, die durch Diktatoren und Willkürsysteme begangen werden.” Absolut korrekt!
    Aber hier verstehe ich nicht, wer was sagt: “Von Claudia Roth:
    Ihre Schlussfolgerung, …”
    Wenn Roth, wie Sie, Rafael, sagen, Iran, USA und Polen in einem Zuge nannte bzgl. Menschenrechtsverletzungen, dann sollte man da ein autorisiertes Zitat haben, um darüber reden zu können. Ich finde auf Ihrem geposteten link kein solches Zitat. Die Grünen tun sich sehr schwer, sich ein neues Profil zu geben. Man sollte das nicht überbewerten. Politisches Geplänkel halt … und einen Spagat zwischen hier rechtsstaatliches Neudenken der Union und dort rechtsstaatliches Altdenken der Die Linken, hat man es halt schwer.

    Im Iran werden sogar Kinder zum Tode verurteilt wg. “sexueller Delikte”: http://www.epochtimes.de/articles/2007/09/17/167307.html

    Und Polen – na ja, die KACZYNSKIs sind eben echte Katholen. Und die Amerikaner, die gegen Schwule hetzen und gesetzlich vorgehen wollen, sind alles Islamisten, oder?

  7.   Rafael

    @Lebeding

    Besser suchen. Das Zitat ist von Claudia und im angegebenen Link.

    Ich erklärs noch mal: Die Amerikaner sind keine Islamisten. Im Gegenteil. Sie sind wie wir. Darum ist es legitim und nötig, dass wir gegen ihre Fehler demonstrieren. Denn es sind auch unsere Fehler. Wir sind eine Wertegemeinschaft. Der Westen. Wenn wir gegen Bush demonstrieren, wenn wir auf Gay-Parades in Polen sind, dann kehren wir vor unserer eigenen Haustür.

    Jede Menschenrechtsverletzung ist schlimm. Böse, wer sie tut. Für uns in der Wertegemeinschaft des Westens ist es aber besonders schlimm, wenn jemand Menschenrechtsverletzungen im Namen der westlichen Werte begeht. Dann sind wir Westler aufgefordert aufs schärfste dagegen zu protestieren. Denn es wird in unserem Namen etwas getan, was wir nicht mittragen können.

    Was im Iran geschieht ist schlimm. Wir sollten das verurteilen. Zuallererst ist es aber nötig, dass wir vor unserer eigenen Haustüre kehren, damit wir uns nicht moralisch angreifbar machen. Denn was sagt der Mullah, wenn aus dem Westen Kritik kommt? “Guantanamo. Abu Ghreib. Also schweig.”

  8.   Sebastian Ryll

    Vergeßt C.Roth und V.Beck! Die merken nicht, daß sie mal wichtig WAREN und investieren mehr Energie in Realitätsverdrängung und Pflege der eigenen Ressentiments als ins kritische Denken.

    Gegen den Ajatollahterror, diese Seelenverbrenner, sind ALLE Kräfte gefragt.

    Man sieht ja wieder, daß der Druck im Iran so groß ist, dass die Leute nicht LEBEN können und sich viele an ihren Körpern rumschnippeln lassen, um überhaupt irgendwie durchzukommen, wie man an der überhohen Geschlechtsumwandlungsquote sieht.
    Au man, ist das Folterknechtsystem im Iran verachtenswert!

    Dieses altkluge Übersprungsgelaber hier zu den USA bringt gar nix. Wenn irgendwelche Mullahs mit Guantanamo kommen, ist das nur abgefeimte Taktik, mehr nicht.

    @Chameodorea
    Es kann sein, dass IRQO das Photo nachgestellt hat, weil die nicht doof sind und wissen wie Öffentlichkeitsarbeit läuft.
    Aber die Tatsachen an sich werden wohl stimmen. Ist ja nicht das erste mal, dass so etwas passiert.

  9.   Faelscher

    @ Sebastian Ryll
    “Es kann sein, dass IRQO das Photo nachgestellt hat, weil die nicht doof sind und wissen wie Öffentlichkeitsarbeit läuft.”
    Höchstwahrscheinlich ist das so. Wir hatten es schon einige Male mit nachgestellten Bildern zu tun und mit Filmen kurdischer Steinigungen aus dem Nordirak, die von solchen Organisationen für ihre Zwecke locker umgewidmet worden sind. So läuft die Öffentlichkeitsarbeit.