Wie man eine iranische Prostituierte erkennt

Von 5. Mai 2008 um 09:51 Uhr

Der ehemalige Teheraner Polizeichef Reza Zarei hat im Gefängnis einen Selbstmordversuch unternommen. (So wird es jedenfalls gemeldet.) Zarei war vor einem Monat mit 6 (!) nackten Frauen zusammen erwischt worden. Besonders pikant daran: Der Mann, der hier die Dienste von Prostituierten in Anspruch nahm, war verantwortlich für die Tugendterror-Kampagne unter dem Präsidenten Machmud Achmadinedschad im letzten Jahr, über die ich verschiedentlich berichtet habe.
Diese unglaubliche Geschichte – sie erinnert ein wenig an die republikanischen Politiker in Amerika, die als schwul geoutet wurden oder außereheliche Affären einräumen mußten – wirft eine kniffelige Frage auf, die spezifisch iranisch ist: Wie erkennt man eigentlich in einem Land mit Zwangsverschleierung eine Prostituierte?
Die Antwort liefert freundlicherweise ein Artikel in Slate: Die meisten Prostituierten finden sich in Ghom, der theologischen Hauptstadt Irans mit ihren vielen Seminaren und Moscheen. Das Publikum besteht in starkem Maß aus Pilgern und den Theologie-Studenten der dortigen Seminare. Man erkennt die Frauen daran, daß sie sich an bestimmten Orten aufhalten. Zuhälter ermöglichen es, trotz Schleiergebot einen Blick auf die Frau werfen zu können. Zwar sind die Strafen für Prostitution hoch – von Peitschenhieben bis zur Exekution. Doch es gibt auch ein theologisches Konstrukt – die Ehe auf Zeit, genannt Sigheh (kann auch für eine halbe Stunde eingegangen werden) – , das die Prostitution (schiitisch-)islamisch korrekt absegnet. Viele der jungen Frauen sind Junkies und Ausreißerinnen, die am Ende eines verzweifelten Weges in der Prostituion landen.

Kategorien: Iran, Menschenrechte
Leser-Kommentare
  1. 17.

    Also 4.

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    • 6. Mai 2008 um 08:51 Uhr
    • french fries
  2. 18.

    Nein 2.

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    • 6. Mai 2008 um 10:05 Uhr
    • Joachim S.
  3. 19.

    @ Saki, Lebowski

    Der Punkt ist doch der, dass (zumindest in den letzten 20 Jahren) weder die Tories noch die CDU die moralische Latte für hochprivate Angelegenheiten besonders hoch gehängt haben.

    Das unterscheidet sie von den Republikanern. Umso tiefer kann dann der Fall sein.

    Wobei hinzugefügt werden muss, dass die öffentliche Sexualmoral (und aus diesem Blickwinkel indirekt: Familienmoral) in den USA auch im Allgemeinen deutlich konservativer ist als in Europa – es handelt sich um kein exklusiv republikanisches Phänomen, ein mehr oder weniger großer Teil der Partei sticht in diesem Rahmen dabei heraus.

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    • 6. Mai 2008 um 11:07 Uhr
    • N. Neumann
  4. 20.

    #12

    Was war denn das für ein geradezu surreal anmutender Kommentar? Es gibt in D keine jakobinisch agierenden Neocons or whatsoever, es gibt höchstens ein paar verzweifelte Einzelfiguren, die ziemlich schnell rechts andocken (Gott sei’s geklagt), sonst handelt es sich um unerschrockene Juden, zu denen man neuerdings wohl auch einen Gouguenheim zählen kann, und (ex-) muslimische Frauen, die Counterjihad (!) betreiben und etwas für westliche Werte, UNS, zu riskieren bereit sind.

    Himmel, wie ich diesen ganzen verständnisssinnigen Schwafel inzwischen satt habe, die immer gleichen Auseinandersetzungen, das unehrliche, bis zynische Lavieren der Muslimvertreter; das beknackt – monomanische Gebaren eines E.Bulut…

    Wie soll man auf diesen Zirkus noch groß anders reagieren als beispielsweise Oda Dridi? Für ihren ätzenden Spott hab ich inzwischen vollstes Verständnis. Schon bei meinem wesentlich geringeren Erfahrungsschatz, frage ich mich was das alles noch soll? Die Gegenseite befindet sich weder intellektuell, noch moralisch auf dem gleichen Level und mir ist auch völlig schleierhaft, wie man auf redliche Weise noch einen anderen Standpunkt einnehmen kann.
    Wir können den Muslimen doch keine Brücke aus Illusionen und Selbstbetrug bauen.

    Ich hab jedenfalls beschlossen zur kritischen Islamkonferenz zu fahren, vielleicht finden sich dort ja noch ein paar mehr durchschnittliche Nazinachkommen – mal böse gesagt – die ihre Lektion gelernt haben und sich mit Rückgrat für Freiheit und überhaupt alles was gut und schön ist, einsetzen (- in diesem verdammten Land, wo scheinbar täglich tote Babys aus irgendwelchen Kühltruhen geborgen werden)!

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    • 6. Mai 2008 um 11:48 Uhr
    • Gelincek
  5. 21.

    @Gelincek

    Es ist niedlich wie auch bezeichnend, dass Sie unfähig der sinnvollen Widerrede mir übel Nachreden, wie Sie das in anderen Fällen auch besonders gern tun.

    >>>
    Die Gegenseite befindet sich weder intellektuell, noch moralisch auf dem gleichen Level und mir ist auch völlig schleierhaft, wie man auf redliche Weise noch einen anderen Standpunkt einnehmen kann.
    >>>

    Wo kann man was von diesem “intellektuellen Level” mitbekommen, von dem Sie reden. Meinen Sie die haltlosen Verleumdungsversuche gegen mich, die sukzessiv durch Nachfrage meinerseits immer mehr ins Irrsinnige gerutscht sind?

    Was das moralische betrifft, entlockt es mir ein Lächeln, wenn Sie von Selbstbetrug sprechen und moralische Überlegenheit für sich beanspruchen. Darin ähneln Sie sich sehr den von Ihnen verhassten Islamapologeten.

    Antworten

    • 6. Mai 2008 um 12:30 Uhr
    • Erol Bulut
  6. 22.

    @E.B.

    “Meinen Sie die haltlosen Verleumdungsversuche gegen mich, die sukzessiv durch Nachfrage meinerseits immer mehr ins Irrsinnige gerutscht sind?”

    Ja, irrsinnig ist ein gutes Stichwort im Zusammenhang mit Ihnen. Daher ist jede sachliche Auseinandersetzung ja auch völlig müßig. Obwohl ich doch öfters recht beeindruckt bin, was andere noch in ihre mühevollen Entgegenungen stecken.
    Aber ich nehme mal an, dass das hauptsächlich fürs Publikum geschieht und nicht, weil irgendjemand sich tatsächliche Erkenntnisse von einer Debatte mit Ihnen verspricht. Höchstens im Sinne von Studien a la Freespeech oder Dridi. Ich für meinen Teil hab inzwischen genug Irrsinns- Anschauung getankt, alles Weitere wäre reine Zweitverschwendung.

    Zur Klarstellung: ich sehe mich nicht als persönlich “moralisch überlegen”, aber als (kleine, schwache) Vertreterin einer kulturell-geistigen Tradition, die der Ihren überlegen ist. Ganz einfach.

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    • 6. Mai 2008 um 12:48 Uhr
    • Gelincek
  7. 23.

    @Geli

    Manchmal fühlen sich Leute eben genötigt, zu deren von mir angesprochenen Fehlern in den Gedankengängen Stellung zu nehmen. Nicht jeder ist so selbstgefällig, sich einfach ohne Nachweis einreden zu können, eine “überlegene” kulturell-geistige Tradition zu besitzen. Der Nachweis besteht darin, jemanden nicht hinterherreden zu müssen, sondern Argumenten mit Gegenargumenten Begegnen zu können. Natürlich ist bei der Debattenkultur zu Themen über Türkmigranten der Versuch eines “Nachweises” wie beispielsweise von Dridi oder Freespeech oft ein wenig ruhmreiches Zeugnis einer Meinung, der es an argumentativer Stichhaltigkeit fehlt.

    Wenn die “Erkenntnisse” dazu führen, dass man sich nur noch mit wenig intelligenten Unterstellungen gegen meine Person dagegen wehren kann, ist es auch nicht verwunderlich das bestimmte Leute die Diskussion meiden.

    Den absolut Schmerzresistentesten, was das Äußern von argumentfreien Behauptungen betrifft, will ich hier natürlich ausnehmen. Der kommt immer wieder und zaubert mir wegen seiner Naivität immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

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    • 6. Mai 2008 um 13:43 Uhr
    • Erol Bulut
  8. 24.

    @—Rafael

    Warum muss ein Mann rosa Pillen nehmen?

    Du meinst wohl eher die blauen, rautenförmigen Pillen… :)

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    • 2. Oktober 2009 um 15:41 Uhr
    • dfdsf
  9. Kommentar zum Thema

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