Israel will “regime change” in Gaza
Das meint jedenfalls Martin Kramer, der in seinem Blog eine ausführliche Analyse der Gaza-Operationen vorlegt. Kramer ist überzeugt, dass es Israel um sehr viel mehr gehe als bloss um das Ende des Raketenbeschusses.
Israel wolle Gaza wieder unter die Oberhoheit der PA (Autonomiebehörde) stellen, um (eines Tages) den Friedensprozeß wieder aufnehmen zu können und einen palästinensischen Staat unter einer einheitlichen Regierung zu ermöglichen.
The Israeli operation is meant to impress on Hamas that there is something far worse than the sanctions—that Israel is capable of hunting Hamas on air, sea, and land, at tremendous cost to Hamas and minimal cost to Israel, while much of the world stands by, and parts of it (including some Arabs) quietly applaud. Israel’s aim is not to bring down Hamas at this stage, but to compel it to accept a cease-fire on Israel’s terms—terms that leave the sanctions in place.
Many Western and Arab governments see the logic of this. They would like to see Abbas and the Palestinian Authority back in authority over Gaza, thus restoring credibility to the “peace process.” Because they wish to see Hamas contained if not diminished, they have moved slowly or not at all to respond to calls for action to stop the fighting. The question now is how Israel turns its military moves into political moves that achieve the shared objectives of this coalition of convenience.
Kramer ist sich allerdings auch nicht sicher, ob man dieses Ziel durch einen Krieg erreichen könne.
Zu seiner Analyse paßt ein Post des ehemaligen Israel-Korrespondenten des New Yorker, Jeffrey Goldberg, der einen befreundeten Fatah-Anhänger ziitiert, der den Israelis Erfolg wünscht bei ihrem Versuch, die Hamas zu vernichten:
I’ve been talking to friends of mine, former Palestinian Authority intelligence officials (ejected from power by the Hamas coup), and they tell me that not only are they rooting for the Israelis to decimate Hamas, but that Fatah has actually been assisting the Israelis with targeting information. One of my friends — if you want to know why they’re my friends, read this book – told me that one of his comrades was thrown off a high-rise building in Gaza City last year by Hamas, and so he sheds no tears for the Hamas dead. “Let the Israelis kill them,” he said. “They’ve brought only trouble for my people.”
Was ich mich immer wieder frage: warum hat die Hamas anscheinend so einen Rückhalt in der Bevölkerung? Die hat doch absolut nichts davon, hinter dieser Terrororganisation zu stehen.
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Natürlich. Wer – außer vielleicht Erol Bulut – möchte keinen Regime-Change in Gaza? Ist bloß ziemlich ausgeschlossen und ebenso unwahrscheinlich wie die Option, aus einem zukünftigen Palästina könne jemals eine liberale Demokratie wie Israel werden.
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Die kritischen Stimmen werden lauter, nicht nur in der NZZ:
http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~ED40BD770D6C44A4EA4954C56B6388D85~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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Titelseite und Seite 3 der NZZ waren heute besonders lesenswert:
Das beste war der Kommentar von Viktor Kocher!
Ein blutiges Exempel im Gazastreifen
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/ein_blutiges_exempel_im_gazastreifen_1.1639304.html
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Daß die Fatah und die Hamas aus palästinensischen Brüdern Todfeinde gemacht haben, ist ja nichts Neues. Wer sich wie die Hamas in derart unkontrollierter Säuberungswut über die Feinde hermacht, daß diese selbst im Krankenhausbett erschossen werden(!), abgesehen von den sonstigen Gräueln gegen sogenannte “Kollaborateure”, der muß sich nicht wundern, daß er keine Unterstützung mehr findet.
Ich denke, die Israelis sind am wenigsten blauäugig, was die Chancen auf eine irgendwie geartete Selbstverwaltung der Palis betrifft. Auch die Fatah ist selbst mit allen Hilfsgeldern der Welt nicht in der Lage, ein derartig dezivilisiertes Gebilde unter Kontrolle zu bringen.
Niemand wird es schaffen, in den Köpfen der arabischen Menschen aufzuräumen, die einer Dauerindoktrination mit Lügen ausgesetzt sind. Wenn die Individuuen nicht klar denken können, kann auch das Gemeinwesen nicht funktionieren.
Welcher Art das Weltbild des “average muslim” ist, ersieht man aus folgendem Text (an mich gerichtet von einem Berliner Türken):
“Ich möchte dich etwas fragen. Warum bist du so blind vor Hass? Warum unterstützt du das morden in Palästina? Sind das Minderwertigkeitskomplexe oder woher kommt der Hass? Du weisst doch bestimmt ganz genau wer Recht hat. Du machst dich zum Mittäter wenn du dieses morden deckst. Wie würde es dir gefallen wenn in Deutschland geborene “Türken” einen eigenen Staat in Deutschland wollen. Wenn Türken Deutschland euch wegnehmen und euch zwei Landstriche da lassen. Würdest du dich nicht wehren? Den Palästinensern wurde ihr Land weggenommen und wer es wieder haben möchte wird getötet. Ist das Gerechtigkeit? Wir sind keine Terroristen, wir sind die Guten. Wir haben Jahrhunderte lang die Juden vor den Christen beschützt und als Dank bringen sie unsere Kinder um. Ohne uns würde es keine Juden mehr geben. Wir haben sie aufgenommen als sie in Europa verfolgt wurden. Die Osamanan haben die Juden beschützt, Saladin hat die Juden beschützt, die Palästinenser haben die Juden beschützt. Wir Muslime beschützen alle unschuldigen Menschen. Der Normalzustand im Islam ist Frieden. Wir werden doch dauernd angegriffen. In Bosnien von den Serben, in Tschetschenien von den Russen, im Irak von den Usa, in Somalia von Äthiopien, in Kaschmir von den Indern, (damals) in Afghanistan von den Russen, (heute) in Afghanistan von den Usa.
Ihr greift uns an, bringt uns um und sagt dann, wir sind Terroristen. Macht es euch nichts aus Kinder zu töten, ist für euch ein arabisches Kind nichts wert?
Wann in der Geschichte Europas waren die Reichen auf der Seite der Guten, der Unschuldigen? Soweit ich weiss nie, sie haben immer Propaganda betrieben, heute ist es genauso. Die Medien machen wieder Propaganda und blenden euch.
Warum setzt du dich für Mörder ein?”
(Zitatende)
Mit Menschen, die derartig krude Überzeugungen haben, kann man nicht reden, nicht diskutieren, da geht überhaupt nichts. Die leben auf einem anderen Stern.
Insofern wäre Israel vermutlich mit einer Wiederbesetzung des Gaza am besten dran – Befriedung durch kompromißlose Machtausübung. Das Lebensniveau für den normalen Bürger würde sofort steigen.
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@ Samuel: Ich halte es auch für ausgeschlossen, dass die Fatah auf israelischen Panzern in Gaza einreitet. Eher wird sie sich öffentlich solidarisieren müssen.
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@ Flash: Woher ist dieses Zitat?
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@JL
Vom Blog des Autors, es nennt sich “Die Wahrheit”.
Es wird deutlich, daß es extrem verschiedene “Wahrheiten” gibt, zwischen denen niemand vermitteln kann, es sei denn, er habe göttliche Fähigkeiten.
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