Ein Blog über Religion und Politik

“Neidisch auf das Christentum”

Von 26. Mai 2009 um 18:39 Uhr

Navid Kermani kürzlich in der NZZ über eine Marien-Ikone, die er in Rom sah:

“In Rom wurde ich ohnehin neidisch auf das Christentum, neidisch selbst auf einen Papst, der auch solche Sätze sagt, und wenn ich den Gedanken der Inkarnation in nur einem einzigen Menschen nicht für grundverkehrt hielte und speziell die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme, mich die Ordnung nicht abstiesse, die alle und eben auch die menschlichen Verhältnisse hierarchisiert, die Demonstration von Macht in jeder katholischen Kirche, dazu die Leidensvergötterung, womöglich hätte ich mich spätestens in Rom seinen Praktiken nach und nach angeschlossen, hätte die lateinische Messe besucht und wäre mit Pausen in den Singsang eingefallen, wenngleich anfangs mehr aus ästhetischen Gründen, vielleicht auch aus Faszination für die beispiellose Kontinuität einer Institution, die aus Gottes Angehörigen eine Gemeinschaft bildet.”

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Kategorien: Gottesbeweise
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Für hirnloses Christenbashing gibt es selbst in Deutschland keine Preise mehr, es geht aufwärts.

    • 26. Mai 2009 um 19:04 Uhr
    • PBUH
  2. 2.

    Neidisch auf den Papst? Klar, der darf ja auch immer so hübsche Kleidchen anziehen, ohne dafür als “Schwuchtel” beschimpft zu werden.

    • 26. Mai 2009 um 19:46 Uhr
    • Samuel
  3. 3.

    Das beruht irgendwie auf Gegenseitigkeit. Wenn mich Kermanis Denkweise nicht so abstiesse, würde ich sein Geseiere sogar zuende lesen.

    • 26. Mai 2009 um 20:13 Uhr
    • Rafael
  4. 4.

    @ PBUH

    Die beiden Kirchen haben im Fall Kermani genauso agiert wie die Moslems in der Karikaturen-Affäre. Und die Würdenträger beider Religionen haben hintenrum intrigiert. Seltsam, dass Sie das eine gut und das andere schlecht finden.
    In beiden Fällen ging es um Herabwürdigung religiöser Symbole. Was dem einen die heilige Kreuzigung bedeutet, bedeutet dem anderen der heilige Mohammed.
    Die einen (Lehmann und sein protestantischer Kollege) haben sich bei Koch beschwert, indem sie Kermanis Zitat aus dem Zusammenhabg rissen, die dänischen Imame haben mit den echten wie mit gefälschten Karikaturen eine Tournee durch den Nahen Osten gemacht.

    Quid licet Jovi non licet bovi oder wat?

    http://www.zeit.de/2009/22/Portraet-Kermani

    • 26. Mai 2009 um 20:26 Uhr
    • Joachim_S
  5. 5.

    Klar, Joachim S, und in wenigen Wochen werden die ersten muslimischen Botschaften in Hessen brennen, weil die Kirchen das Volk aufhetzen. Sind alle gleich, die Islamochristen.

    Davon ab, Jyllands Posten hätte selbst ich keinen Preis für religiösen Dialog verliehen. Das sind ein Haufen reaktionärer Provokatöre, wie der Schüler Mohammed in einer der Karikaturen so treffend schrieb. Das gilt auch für Kermani. Nur wird Kermani in absehbarer Zeit keinen Personenschutz wegen aufgehetzter Islamochristen brauchen.

    • 26. Mai 2009 um 20:35 Uhr
    • Rafael
  6. 6.

    @ JL

    verschonen Sie uns bitte fürderhin mit synkretistischem Schwulst! Einen Kitschpreis hätte sich der Herr, der sich in seiner Inbrunst Mittelalter als Antike aufschwatzen lässt, redlich verdient.

    Als Gegengift das hier:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/international/irland_erschrickt_ueber_sich_selbst_1.2618064.html

  7. 7.

    Frei nach freud erfinde ich das neue Wort “Papstneid”.

  8. 8.

    ad Kommentar von Rafael | 26.05.2009 | 8:13

    Wie machen Sie das nur, von Denkweisen abgestoßen zu werden? – Kermani formulierte etwas, was auch Atheisten empfinden, wenn sie stark durch religiöse Inhalte geprägte Kunstwerke, Kirchen oder z.B. Literatur mit religiösen Inhalten betrachten. Manchmal bin ich schon ein wenig neidisch auf den Gang der Geschichte. Gott immer auf der Fahne der Gerechten und Mächtigen!

    Sie können doch auch denken was Sie wollen und nutzen dabei auch Charakterisierungen, von denen Sie zumindest in diesem Falle einmal persönlich prüfen sollten, wie sie so ankommen, schleuderte man sie Ihnen entgegen.

    Was aber noch aussteht, ist die Erkenntnis, wie wenig die Christen selbst den Unterschieden zwischen dem Kreuz bei Guido Reni, dem Kreuz auf einer Ikone und dem Aschenkreuz auf der Stirn, eine tiefere Bedeutung beimessen. – Das ist der traurige Stand der Dinge nach 2000 Jahren, wenn man sich Kardinal Lehmanns Argumenten oder denen seiner evangelischen Prälatenkollegen anschließt.
    Zum Glück gab es ja auch andere Stimmen.

    So konnte es kommen, dass am Ende der Tage in der Jetztzeit, sogar die gekreuzten Finger als Ikon durchgehen und Vampire bannen helfen und in manchen christlich geprägten Regionen das nackte Kreuz in Schulklassenräumen wie ein Platzhalter wirkt.

    Wer soll dort angenagelt werden. Direkt nebenan steht, etwas altmodisch der Kartenständer, der in seiner Form dem wahrhaftigen Golgatha-Kreuz viel ähnlicher ist. – Kruzitürken!

    Christoph Leusch

    • 26. Mai 2009 um 20:56 Uhr
    • Christoph Leusch
  9. Kommentar zum Thema

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