Ein Blog über Religion und Politik

„Neidisch auf das Christentum“

Von 26. Mai 2009 um 18:39 Uhr

Navid Kermani kürzlich in der NZZ über eine Marien-Ikone, die er in Rom sah:

"In Rom wurde ich ohnehin neidisch auf das Christentum, neidisch selbst auf einen Papst, der auch solche Sätze sagt, und wenn ich den Gedanken der Inkarnation in nur einem einzigen Menschen nicht für grundverkehrt hielte und speziell die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme, mich die Ordnung nicht abstiesse, die alle und eben auch die menschlichen Verhältnisse hierarchisiert, die Demonstration von Macht in jeder katholischen Kirche, dazu die Leidensvergötterung, womöglich hätte ich mich spätestens in Rom seinen Praktiken nach und nach angeschlossen, hätte die lateinische Messe besucht und wäre mit Pausen in den Singsang eingefallen, wenngleich anfangs mehr aus ästhetischen Gründen, vielleicht auch aus Faszination für die beispiellose Kontinuität einer Institution, die aus Gottes Angehörigen eine Gemeinschaft bildet."

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Kategorien: Gottesbeweise
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Für hirnloses Christenbashing gibt es selbst in Deutschland keine Preise mehr, es geht aufwärts.

    • 26. Mai 2009 um 19:04 Uhr
    • PBUH
  2. 2.

    Neidisch auf den Papst? Klar, der darf ja auch immer so hübsche Kleidchen anziehen, ohne dafür als „Schwuchtel“ beschimpft zu werden.

    • 26. Mai 2009 um 19:46 Uhr
    • Samuel
  3. 3.

    Das beruht irgendwie auf Gegenseitigkeit. Wenn mich Kermanis Denkweise nicht so abstiesse, würde ich sein Geseiere sogar zuende lesen.

    • 26. Mai 2009 um 20:13 Uhr
    • Rafael
  4. 4.

    @ PBUH

    Die beiden Kirchen haben im Fall Kermani genauso agiert wie die Moslems in der Karikaturen-Affäre. Und die Würdenträger beider Religionen haben hintenrum intrigiert. Seltsam, dass Sie das eine gut und das andere schlecht finden.
    In beiden Fällen ging es um Herabwürdigung religiöser Symbole. Was dem einen die heilige Kreuzigung bedeutet, bedeutet dem anderen der heilige Mohammed.
    Die einen (Lehmann und sein protestantischer Kollege) haben sich bei Koch beschwert, indem sie Kermanis Zitat aus dem Zusammenhabg rissen, die dänischen Imame haben mit den echten wie mit gefälschten Karikaturen eine Tournee durch den Nahen Osten gemacht.

    Quid licet Jovi non licet bovi oder wat?

    http://www.zeit.de/2009/22/Portraet-Kermani

    • 26. Mai 2009 um 20:26 Uhr
    • Joachim_S
  5. 5.

    Klar, Joachim S, und in wenigen Wochen werden die ersten muslimischen Botschaften in Hessen brennen, weil die Kirchen das Volk aufhetzen. Sind alle gleich, die Islamochristen.

    Davon ab, Jyllands Posten hätte selbst ich keinen Preis für religiösen Dialog verliehen. Das sind ein Haufen reaktionärer Provokatöre, wie der Schüler Mohammed in einer der Karikaturen so treffend schrieb. Das gilt auch für Kermani. Nur wird Kermani in absehbarer Zeit keinen Personenschutz wegen aufgehetzter Islamochristen brauchen.

    • 26. Mai 2009 um 20:35 Uhr
    • Rafael
  6. 6.

    @ JL

    verschonen Sie uns bitte fürderhin mit synkretistischem Schwulst! Einen Kitschpreis hätte sich der Herr, der sich in seiner Inbrunst Mittelalter als Antike aufschwatzen lässt, redlich verdient.

    Als Gegengift das hier:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/international/irland_erschrickt_ueber_sich_selbst_1.2618064.html

  7. 7.

    Frei nach freud erfinde ich das neue Wort „Papstneid“.

  8. 8.

    ad Kommentar von Rafael | 26.05.2009 | 8:13

    Wie machen Sie das nur, von Denkweisen abgestoßen zu werden? – Kermani formulierte etwas, was auch Atheisten empfinden, wenn sie stark durch religiöse Inhalte geprägte Kunstwerke, Kirchen oder z.B. Literatur mit religiösen Inhalten betrachten. Manchmal bin ich schon ein wenig neidisch auf den Gang der Geschichte. Gott immer auf der Fahne der Gerechten und Mächtigen!

    Sie können doch auch denken was Sie wollen und nutzen dabei auch Charakterisierungen, von denen Sie zumindest in diesem Falle einmal persönlich prüfen sollten, wie sie so ankommen, schleuderte man sie Ihnen entgegen.

    Was aber noch aussteht, ist die Erkenntnis, wie wenig die Christen selbst den Unterschieden zwischen dem Kreuz bei Guido Reni, dem Kreuz auf einer Ikone und dem Aschenkreuz auf der Stirn, eine tiefere Bedeutung beimessen. – Das ist der traurige Stand der Dinge nach 2000 Jahren, wenn man sich Kardinal Lehmanns Argumenten oder denen seiner evangelischen Prälatenkollegen anschließt.
    Zum Glück gab es ja auch andere Stimmen.

    So konnte es kommen, dass am Ende der Tage in der Jetztzeit, sogar die gekreuzten Finger als Ikon durchgehen und Vampire bannen helfen und in manchen christlich geprägten Regionen das nackte Kreuz in Schulklassenräumen wie ein Platzhalter wirkt.

    Wer soll dort angenagelt werden. Direkt nebenan steht, etwas altmodisch der Kartenständer, der in seiner Form dem wahrhaftigen Golgatha-Kreuz viel ähnlicher ist. – Kruzitürken!

    Christoph Leusch

    • 26. Mai 2009 um 20:56 Uhr
    • Christoph Leusch
  9. 9.

    @ Riexinger

    Kermani mag zuweilen zu synkretistischem Schwulst neigen, dieses Buch von ihm ist klasse:

    http://www.amazon.de/product-reviews/3423344873/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&showViewpoints=1

    Ich habe schon immer die Religionskritik von Seiten Religiöser geschätzt. Vgl. Dostojewskis alter ego Iwan Karamasow.
    Fazit beider: credo quia absurdum.

    • 26. Mai 2009 um 21:03 Uhr
    • Joachim_S
  10. 10.

    Seien Sie nicht neidisch, Leusch, die Zivilisation wurde und wird gegen die Religiösen erkämpft, auch wenn einige Religionen selbst den Keim der Zivilisation in sich tragen.

    An Kermanis Denkweise stößt mich so sehr ab, dass er ganz explizit an den griechisch-heidnischen, chrislichen und atheistischen Errungenschaften der Zivilisation parasitiert, ohne (sich?) auch nur im Geringsten einzugestehen, was diese Zivilisationen für ihn geleistet haben. Es fehlt der Respekt. Und zwar der Respekt für etwas, das seinen Respekt verdient hat, nicht was Respekt nur einfordert, weil es sich irgendwie formal ebenbürtig oder soger überlegen fühlt.

    Sie als eingefleischter Atheist sind da ganz ähnlich. Sie argumentieren konsequent mit rationaler Überlegung, christlichem Menschenbild und girichischer Kultur, reklamieren die aber als einen humanistischen Urzustand. Das mag für Sie zutreffen, da Sie so sozialisiert wurden, es führt aber dazu, dass Sie in der Beurteilung von nicht-westlichen Gesellschaften völlig verpeilt sind.

    Versuchen Sie mal, mit etwas kritischer Vernunft die Entstehung von Christoph Leusch zu erforschen, dann verstehen Sie auch mich besser. Vielleicht sogar Kermani.

    • 26. Mai 2009 um 21:36 Uhr
    • Rafael
  11. 11.

    @ Rafael

    „An Kermanis Denkweise stößt mich so sehr ab, dass er ganz explizit an den griechisch-heidnischen, chrislichen und atheistischen Errungenschaften der Zivilisation parasitiert, ohne (sich?) auch nur im Geringsten einzugestehen, was diese Zivilisationen für ihn geleistet haben“

    Offensichtlich haben sie ihn nicht gelesen.

    „Es fehlt der Respekt“

    Schon wieder: quod licet Jovi non licet bovi. Merken Sie nicht, dass sie die selben „Argumente“ benutzen wie die orientalischen Haudraufs?

    • 26. Mai 2009 um 21:52 Uhr
    • Joachim_S
  12. 12.

    Jetzt noch mal für Joachim S in Prosa.

    Ich fordere nicht Respekt, ich vermisse ihn. Meine ganz persönlche weinerliche Lamentierung.

    Orientalische Haudraufs haben sich meines Wissens nicht gegen Preisverleihungen für religiösen Dialog ausgesprochen, indem sie Fahnen verbrannt und Schulmädchen geehrentötet haben.

    Mehr sag ich dazu nicht. Nicht zu Ihnen. Wer wie ein Ochse kommentiert bekommt keine Antworten, die eines Jupiters würdig wären.

    Noch was: Es stimmt. Ich habe mir den üblen Schwulst von Kermani nicht bis zum Ende angetan. Machen Sie es kurz und schmerzlos für mich: Wo ist die Stelle, an der er sich respektvoll über der Gesellschaft äußert, in der er kulturell parasitiert?

    • 26. Mai 2009 um 22:05 Uhr
    • Rafael
  13. 13.

    @Joachim_S

    Man muss Kermani nichtmal kennen, allein seine Fürsprecher und Förderer sagen schon alles über den Mann aus.

    Lehmann ist aber kein Pseudointellektueller, der kennt noch den Unterschied zwischen einer Umarmung und Schlägen ins Gesicht.

    http://www.zeit.de/online/2009/22/deutschlands-neue-eliten

    • 26. Mai 2009 um 22:05 Uhr
    • PBUH
  14. 14.

    Die orientalischen Haudraufs benutzen in böser Absicht geschickt unsere Argumentationsweise, nicht umgekehrt.

    • 26. Mai 2009 um 22:06 Uhr
    • Rafael
  15. 15.

    @ Rafael

    „…in der er kulturell parasitiert?“

    sic!

    • 26. Mai 2009 um 22:34 Uhr
    • Joachim_S
  16. 16.

    @ PBUH

    „Man muss Kermani nichtmal kennen, allein seine Fürsprecher und Förderer sagen schon alles über den Mann aus.“

    Au weia. Damit haben Sie sich tief ins eigene Fleisch geschitten.

    • 26. Mai 2009 um 22:35 Uhr
    • Joachim_S
  17. 17.

    @Joachim_S

    Mein unschlagbarer Vorteil, lieber Joachim, ich habe hier nie vorgegeben ein Intellektueller zu sein.

    • 26. Mai 2009 um 22:44 Uhr
    • PBUH
  18. 18.

    Übrigens, PBUH, danke für den Link!

    Auszüge:

    Viel öfter als unter ethnisch Deutschen sind es unter den Türken nicht die Kinder von Eltern mit Abitur und Studium, die in die Hörsäle drängen, sondern die von Putzfrauen und Arbeitern: In Nordrhein-Westfalen hatte schon in den 90er Jahren die Hälfte der türkischen Studierenden Eltern, die lediglich die Grundschule besucht haben. Und während 14 Prozent der deutschen Unterschichtskinder erklären, sie wollten das Abitur machen, sind es bei den Migrantenkindern derselben Schicht fast doppelt so viele, 27 Prozent.

    Diese Zahlen sind ebenso real wie die zu Schulversagen, Zwangsehen, Armut und den Sprachproblemen von Migranten, um die der herrschende Integrationsdiskurs seit Jahren kreist. Nicht zu Unrecht, aber allzu ausschließlich.

    Navid Kermani hat in eigener Sache soeben die Gretchenfrage gestellt, wie es dieses Land mit der Religion hält: Dass Ministerpräsident Koch ihn, Kermani, von der Preisträgerliste gestrichen habe, kaum dass der Brief des Kardinals eingegangen war, offenbare ein „problematisches Verhältnis von Staat und Kirche“, das zu einem säkularen Gesellschaftsmodell nicht passe.

    „Die Eingesessenen dürfen von den Neuankömmlingen nur das verlangen, was zu leisten sie selbst bereit sind.“ Recht hat er [der Niederländer Paul Scheffer], und die Rolle von Religion und Staat in Europa ist da nicht einmal das wichtigste Thema. Es ist nur das Gebiet, auf dem Europas doppelte Standards besonders augenfällig werden. Nach einer ehrlichen Debatte über diese doppelten Standards könnten die Bewohner des Glashauses nicht mehr so gedankenlos Steine werfen, mal Richtung Islam, mal gegen arabische Frauenunterdrücker oder türkische Schwulenhasser. Damit wäre für eine künftige politische Kultur des alten Kontinents viel gewonnen. Denn die ist schon und wird mehr und mehr eine multikulturelle sein.

    • 26. Mai 2009 um 22:44 Uhr
    • Joachim_S
  19. 19.

    übrigens: in der Print-Ausgabe des neuesten „Spiegel“ hat Rafael Seligmann unter der Übschrift „Das Fremde bei uns – Religionen müssen intolerant sein“ einen klugen Aufsatz zur Affäre um Kermani verfasst.

    • 26. Mai 2009 um 22:53 Uhr
    • Joachim_S
  20. 20.

    @ PBUH

    „Mein unschlagbarer Vorteil, lieber Joachim, ich habe hier nie vorgegeben ein Intellektueller zu sein.“

    Wer Dummheit als ehrenhaft ansieht, hat es nicht anders verdient, denn als Rindvieh bezeichnet zu werden.

    • 26. Mai 2009 um 22:55 Uhr
    • Joachim_S
  21. 21.

    @Joachim_S

    Das übliche Guti-Gesülze halt, die Kommentare zum Artikel sind aber teilweise sehr gut.

    z.B.

    ->

    4. Dass „die Migraten“ zu Deutschlands neuer kulturellen Elite werden, ist völlig abwegig. Leute wie Kermani, Trojanow und Akin werden vom Staat mit Förderung, Preisen, Stipendien überhäuft. Ihr Aufstieg ist gemacht, ihr Talent hätte zu ihrer Bekanntheit nicht ausgereicht, zu viele ebenso Begabte gibt es im Land – wie man weiß, gehört zur Biografie jeder Berühmtheit, dass sie gefördert werden musste.
    Unlängst habe ich mitbekommen, wie das Goethe-Institut eine in Deutschland lebende persische Sängerin auf Tournee in fünf arabische Länder geschickt hat. Noch Fragen?
    Das staatliche Kulturbusiness benachteiligt aus ideologischen Gründen Deutsche, das ist der Grund, weshalb z.Zt. so viele ausländisch klingende Namen durch die Kulturseiten wandern.

    • 26. Mai 2009 um 23:01 Uhr
    • PBUH
  22. 22.

    @Joachim_S

    Jetzt trollen sie wieder, was kommen sie jetzt mit „Dummheit“ ?

    Dummheit: Die mangelhafte Fähigkeit, aus Wahrnehmungen richtige Schlüsse zu ziehen.

    Denken sie mal drüber nach, Herr Ex-Islamo.

    • 26. Mai 2009 um 23:22 Uhr
    • PBUH
  23. 23.

    Neidisch – schön, dass er neidisch ist.
    Er ist ausgeladen worden, ein anderer ist vorher freiwillig gegangen, weil ihm wiederum die Haltung bzl. Israelsa eines anderen nicht passte.
    Im grunde ist all dies ziemlich Lächerlich, wenn es nicht typisch wäre für eine überbordende selbetgerechtigkeit aller beteiligten.
    Dieses ganze religiöse Gequatsche – denn mehr ist es im Grunde nicht – das dazu dient das jewils eigene Bild von Gut/Böse, Welt, Gesellschaft & Moral als sakrosankt hinzustellen, indem man es einer metaphyischen Gestalt zuspricht. Gott will, was ich will – und alle anderen haben unrecht.
    Kermanis Standpunkt kann ich verstehen – das schon albern anmutende Nachgelaufe hinter einem der vielen Wanderprediger in Palästina wird nur noch über die Perversität der Verehrung seines Todes und des dazu benützten Folterinstrumentes überboten – Göttlich? Nichts ist daran göttlich außer eben die behauptung und tradition, die sagt, dass es Göttlich sei – und all die Meditationen und Gefühle, finden in den geschichten udn Bildern ihren Halt – udn würden dies genauso in anderen Bildern udn geschichten finden.
    vermissen tue ich aber dabei bei Kermanis Sichtweise auf das Christentum dieselbe Sichtweise auf *seine* religion – sein, weil in diesem diese tradierenden Kulturkreis geboren sein. Ein Massenmördr und pädophilen zu verehren, der ganz offensichtlich immer die ausnahmeweisung vom Himmel erhielt um die eigenen Vorstellungen und gelüste rechtfertigen zu können, ist dabei kein Iota besser als die des palästinensichen Freaks und die Verehrung seiner Mutter, die selbst quasi einen irrwitzigen Status als quasi-göttlich einnimmt.
    All die schönen Kunstwerke sind jeweils im Zusammenhang sicherlich von religiösen gefühlen zum einen oder zum anderen entstanden – udn wären wohl auch bei anderen repräsendationsvermittlungen entsatnden, in denen die Künstler ihre Gefühle kanalisiert hätten können.
    Die Gestalten selbst sind durch die bank lächerlich und diese ihre Lächerlichkeit wird nur noch durch den ernst ihrer Anhänger überboten, die zu Morden bereit sind, wenn nicht ihre Vorstellungen, die sie daran knüpfen, in ihren Sinne verwirklicht werden – ein streit wie bei ‚Life of Brain‘ zwischen den Anhängern des ‚Schuhs‘ mit denen der ‚Wasserflasche‘ – nur das dabei allzuoft tötliche waffen eingesetzt werden.
    Das entsprechende geschwätze als ‚Genial‘ zu bezeichnen, wie im ZEIT-Artikel, trifft sogar, wenn der Genius mehr einer ist aus der Schnapsflasche.
    Ob Kermani den hessischen preis für seine Beiträge zur vermittlung zwischen den religionen erhält oder nicht, ist so oder so gleichgültig, da dieser preis selbst irrsinnig ist – da eine vermittlung zwischen letztendlich irrwitzigen solipsitischen Positionen irrwitzig schon ist. Ein gläubiger Muslim hat genauso viel oder wneig mit dem Brückenbau zwischen den religionen zu tun wie ein gläubiger Jude oder ein gläubiger Christ irgendeines Colours- nämlich im Grunde nichts. Zwischen Religionen gibt es keine vermittlung, denn Vermittlung bedingt eine gemeinsame Basis, die selbständig ist und zugleich von allen anerkannt – und das ist nicht da, denn weder der Glaube selbst ist dies, noch die Behauptungen des gleichen Ursprungs noch sonstiges. Worin soll das auch bestehen? Soll eine Seite intrinsische Bestandteile ihrer Glaubensüberzeugung aufgeben, damit sie welche annimmt, die wiederum eine andere Glaubensgemeinschaft für wesentlich hält? Das wird letztendendes nicht geschehen – denn in der Konsequenz ist dies nichts anderes als eben die Aufgabe der eigenene, für wahr gehaltenen Überzeugungen.
    Letztendlich sind diese Planspiele von Ökumene selbst nichts anderes als wieerum ausdruck der religiösen Überzeungungen der beteiligten, die aus ihren Anschauungen heraus es richtig finden, miteinander zu süprechen – über was ? Über Dinge, die letztendlich unvermittelbar sind. Soll ein Protestant aufgeben, dass die Hostie und der Wein, das ihm bei der Eucharistie dargereicht wird. Symbolische ausdrücke für den laib & das Blut Christi sind – udn es keine translation gibtin der kehle?
    Soll der katholik dies seiner Überzeugungen hingegen wiederrum aufgeben, und es nun als rein symbolische Akte sehen?
    Wozu? Warum ? Was ist wahr hier – und hat darum eine unabhängige Instanz zur Überprüfung, die auch im diesseits zugänglich ist?
    man glaubt, weil man glaubt – und nicht weis, auch wenn man den jeweils eigenen Glauben s als Wissen empfinden mag allzuoft. Doch zwischen Glaubenspositionen gibt es keine und wird es auch keine vermittlung geben.
    Es kann keinen Dialog der religionen geben, sondern nur zwischen den Glaubensvertretern die sich über praktische vorgehensweisen miteinander einigen, damit jeder seine Vorstellungen so umsetzen kann, wie er es mag, ohne sich gegenseitig zu stören.

    • 27. Mai 2009 um 00:16 Uhr
    • Zagreus
  24. 24.

    Kermanis Text ist wie der eines gescheiten Abiturienten — eine Assoziationskette ohne das Thema bisher richtig überblickt zu haben. Statt dessen ein wenig Selbstbespiegelung und Anekdoten aus der beobachteten Umgebung, die mit Relevanz aufgeladen werden; ein Stilmittel des Amateurs und Touristen.

    Die Wortwahl ist teils pubertär-TAZartig-effekthascherisch („Frohe Botschaft!, röhrten die Könige“), teils unbeholfen-orientalisierend („{Maria ist} übrigens sehr schön, nicht wie eine römische Hure wie bei Caravaggio oder eine französische Gräfin wie bei Raffael, sondern eindeutig orientalisch.“, aber überwiegend einfach flach („|wenn mir} die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme“).

    Sein Buch ist mit unbekannt und wird es nach dieser Kostprobe auch bleiben. Mir will scheinen, die einzige Möglichkeit bei der heutigen Preisverleihungsinflation überhaupt noch wahrgenommen zu werden, liegt darin, den Preis abzulehnen oder idealerweise sogar ihn vorenthalten zu bekommen. Einen Preis „ganz normal“ zu bekommen ist ja quasi nur noch ein Beweis für die Mittelmäßigkeit des Empfängers. Insofern hätte er ihn wohl verdient. Lehmann auch.

    • 27. Mai 2009 um 02:30 Uhr
    • Frl. Mensa
  25. 25.

    Das Stichwort Synkretismus in diesem Zusammenhang ist interessant.
    Hätten Sie Herr Riexinger, oder jemand andweres vielleicht einen Link, wo das genauer beleuchtet wird?

    Pure catholic:

    http://www.youtube.com/watch?v=0gv8dGbkBVg
    http://www.youtube.com/watch?v=7ttPHI5pDv0

    • 27. Mai 2009 um 02:57 Uhr
    • Sebastian Ryll
  26. 26.

    „Das staatliche Kulturbusiness benachteiligt aus ideologischen Gründen Deutsche“

    *pruuuuust*

    • 27. Mai 2009 um 10:29 Uhr
    • Joachim S.
  27. 27.

    @ Zagreus

    „süprechen“

    Sind Sie Türke?

    • 27. Mai 2009 um 10:31 Uhr
    • Joachim S.
  28. 28.

    Genauer: norddeutscher Türke. Ein süddeutscher würde sagen: „schüprechen“.

    • 27. Mai 2009 um 10:33 Uhr
    • Joachim S.
  29. 29.

    @Jörg Lau
    Der Text erinnert mich an viele Dinge, die auch Juden empfinden, wenn sie die Kreuzestheologie reflektieren.
    Es fallen mir z. B. viele Ähnlichkeiten auf in Bezug auf Moses Maimonides.

    Sogar die Kritik an der Hellenisierung in der Neuzeit bei einigen protestantischen (und katholischen) Theologen weißt einige Schnittmengen mit Kermanis Ausführungen auf.

    • 27. Mai 2009 um 10:34 Uhr
    • Serdar
    • 27. Mai 2009 um 11:17 Uhr
    • Andreas
  30. 31.

    @ 27

    „@ Zagreus

    “süprechen”

    Sind Sie Türke?
    Kommentar von Joachim S.“

    Sind sie ein Arschloch?

    • 27. Mai 2009 um 11:26 Uhr
    • Zagreus
  31. 32.

    „Sind sie ein Arschloch?“

    yep. Sie nciht?

    • 27. Mai 2009 um 11:45 Uhr
    • Joachim S.
  32. 33.

    „Ob Kermani den hessischen preis für seine Beiträge zur vermittlung zwischen den religionen erhält oder nicht, ist so oder so gleichgültig, da dieser preis selbst irrsinnig ist..“

    Yep! Kardinal Walter Kasper wird für seine Verdienste um die Ökumene geehrt, aber ich, der ich nie ein Problem damit hatte, an der gleichen Oblate wie die Protestanten zu lutschen, gehe leer aus. Scheiß Welt!

  33. 34.

    @ Joacxhim # 28

    Nein, er würde schüwätzen.

  34. 35.

    On top und off topic:

    Das wäre einmal ein Thema für ernsthafte Recherchen.

    Preisverleihungen betrachten in drei Ebenen:

    1. Wem wird die Macht gegeben, Preise zu verleihen. Eine Steigerungsform, wenn die Auserwählten selbst mitbestimmen dürfen, wer noch mit ausgezeichnet werden darf. Das gelingt nur ganz Mächtigen.

    2. Wozu dient die Preisverleihung? Zeichnet die Jury aus, weil der Preisträger sich mit ihren Vorstellungen irgendwie verknüfen lässt, wählt sie die Gegenstimme, die sich Gehör verschafft? Mischt sie klug, kann sie das noch?

    3. Können Preise in Würde und Anstand angenommen oder abgelehnt werden, oder bedeutet dies immer Skandal?

    Genügend Anlässe, sich über politische und kulturelle Preisverleihungen Gedanken zu machen liefert unser Land, bei Verleihungen mit an der Weltspitze. Die Trauerspiele häufen sich.

    Andererseits gibt es Preise, die ein neues Projekt, ein neues Talent, eine weitere Publikation, erst möglich machen und daher fast nicht entbehrlich sind. Von diesen Preisen lesen, hören und sehen wir meist wenig.

    Grüße
    C. Leusch

    • 27. Mai 2009 um 12:33 Uhr
    • Christoph Leusch
  35. 36.

    Die Liste problematischer Preisträger in @21 ließe sich problemlos verlängern. Kultur-, Demokratie- usw. Preise werden in Deutschland zu oft für die Gesinnung verliehen. Irgendwie verkommt nicht nur die Moral zu vieler Banker.

    Hört man nicht gelegentlich die öffentlichen Klagen über den „Verlust von Werten“ in Deutschland? Der kleinste gemeinsame Werte-Nenner (Herz und Verstand inbegriffen) strebt im toleranten Deutschland, mathematischer Logik folgend, zielsicher in die Bedeutungslosigkeit der Unendlichkeit.

    Die Kritik am Papst oder Kardinälen ist politischer Natur, hat doch die katholische Kirche seitens der christlichen Religion noch den verbindlichsten Glauben; die ev. Kirche löst sich langsam in der eigenen Beliebigkeit selbst auf und findet noch im Kampf gegen rechts ein wenig öffentliche Beachtung.

    • 27. Mai 2009 um 12:34 Uhr
    • Krähling
  36. 37.

    @ Krähling

    Allerdings hat eine Chefjurorin einen Gesinnungspreis auch mal in einen Förderpreis für Autoren aus ihrem Heimatland umfunktioniert. Erinnnern Sie sich an die Handke-Heine-Preis-Debatte.

  37. 38.

    @ Andreas

    Wollen Sie uns damit erläutern, was ein Zitierkartell ist?

  38. 39.

    @ Martin Riexinger,

    Sie spekulieren zu viel.

    • 27. Mai 2009 um 14:27 Uhr
    • Andreas
  39. 40.

    Dann, danke ich Ihnen, dass Sie es unabsichtlich getan haben.

  40. 41.

    „Im Benchmarking der Glaubensintensität wird das Beleidigtsein zum Wettbewerbskriterium.“ (Jürgen Kaube)

    • 27. Mai 2009 um 15:06 Uhr
    • N. Neumann
  41. 42.

    Ich muss gestehen, dass ich diesen Begriff heute zum ersten Mal gehört/gelesen habe, was wohl damit zusammenhängt, dass so etwas in meinem Fach keine Rolle spielt. Aber geben Sie es zu, ein Hauch von Polemik hatte Ihre Frage schon.

    • 27. Mai 2009 um 15:09 Uhr
    • Andreas
  42. 43.

    Frei nach freud erfinde ich das neue Wort “Papstneid”.

    @ Martin Riexinger

    Weil eine gewisse funktionale Äquivalenz zwischen dem Papst und dem realiter anmaßenderen Stellvertreter des zwölften Imam besteht, kann dies mit Blick auf linksliberale 12er-Schiiten als evident gelten. Da wiegt das Kreuz mit der Autorität vergleichsweise schwerer.

    • 27. Mai 2009 um 15:22 Uhr
    • N. Neumann
  43. 44.

    was wohl damit zusammenhängt, dass so etwas in meinem Fach keine Rolle spielt.

    @ Andreas

    In der Ethnologie existieren keine Zitierkartelle? Meinen Sie das ernst oder ironisch?

    • 27. Mai 2009 um 15:26 Uhr
    • N. Neumann
  44. 45.

    @ Neumann, ich habe Ethnologie als Nebenfach studiert. Kann mir aber vorstellen, dass es etwas gibt, das so bezeichnet werden kann. Aus der Afrikanistik bzw. Äthiopistik kenne ich das nicht.

    • 27. Mai 2009 um 15:29 Uhr
    • Andreas
  45. 46.

    @ Andreas

    In der wahrscheinlich vergleichsweise übersichtlichen Äthiopistik zitieren sich vermutlich alle mehr oder weniger gegenseitig.

    Abgesehen davon sind Zitierkartelle auch nicht notwendigerweise anrüchig. Wenn ein paar Leute innerhalb eines Objektbereichs dieselbe Baustelle haben, zitieren sie sich eben häufig gegenseitig. Das sagt nicht zwingend etwas über die Qualität ihres Outputs aus, noch bedeutet es automatisch, dass sie dieselben Ansichten vertreten.

    • 27. Mai 2009 um 15:41 Uhr
    • N. Neumann
  46. 47.

    @ Neumann,

    was die kleinen Fächer angeht, trifft Ihre Feststellung sicherlich zu. Und in Bezug auf „Zitierkartelle“ bestätigen Sie auch, was ich durch eine kurze Recherche erfahren habe. Vielleicht habe ich den Sinn von M.R.’s Frage in #38 einfach noch nicht verstanden.

    • 27. Mai 2009 um 15:50 Uhr
    • Andreas
  47. 48.

    @18:
    „Dass Ministerpräsident Koch ihn, Kermani, von der Preisträgerliste gestrichen habe, kaum dass der Brief des Kardinals eingegangen war, offenbare ein „problematisches Verhältnis von Staat und Kirche“, das zu einem säkularen Gesellschaftsmodell nicht passe.“

    nehmen wir doch mal an, koch hätte die kritik der kirchenmänner als unangemssen betrachtet un die von der preisverleihung ausgeladen — damit hätte ein bewusst beleidigend und herabsetzend formulierender durchgesetzt, wer geehrt werden darf.
    wäre das kein problematisches verhältnis? zumal bei einem _toleranz_preis, dessen intention kermani ja nun vorsätzlich zuwidergehandelt hat.
    warum kirchlicherseits nicht klar gesagt werden darf, dass man sich mit jemandem, der bewusst beleidigt nicht auch gemeinsam für toleranz ehren lassen will, sondern dass als „problematisches Verhältnis von Staat und Kirche“ gilt erschliesst sich mir nicht.
    zwei preisträger haben festgestellt, das sie sich mit dem dritten nicht gemeinsam ehren lassen wollen. punkt.
    der preisverleiher muss sich dann irgendwie dazu verhalten und ausweislich kermanis text ist es plausibel zu sagen, dass kermin die kriterien, die an einen preisträger angelegt werden müssen, nicht erfüllt.
    belegt sich ein unproblematisches verhältnis von staat und kirche darin, dass kermani seine mitpreisträger beleidigen darf und in anspruch nehmen, dass die das lammfromm hinnehmen und sich doppelt erniedrigen lassen, indem sie mit ihm zusammen auf der bühne stehen?

    wenn möllemann und paul spiegel zusammen hätten einen toleranzpreis empfangen sollen, nachdem möllemann seine flugblätter verteilt hat — hätte spiegel das akzeptieren müssen? oder wäre spiegels allfällige kritik auch ein zeichen eines „problematischen verhältnisses zwischen staat und kirche“ (resp religionsgemeinschaft für die pinnschieter) gewesen?

    • 27. Mai 2009 um 17:18 Uhr
    • arne anka
  48. 49.

    @ Arne Anka: Guter Punkt.

  49. 50.

    @ NN # 46

    Abgesehen davon sind Zitierkartelle auch nicht notwendigerweise anrüchig. Wenn ein paar Leute innerhalb eines Objektbereichs dieselbe Baustelle haben, zitieren sie sich eben häufig gegenseitig.

    In diesem Fall würde auch niemand von Zitierkartell reden. gemeint ist das gegenseitige Pushen ohne fachlichen Grund.

    @ Andreas # 47

    http://www.nefais.net/

    @ aa # 48 & Insgesamt

    Warum wird hier eigentlich ständihg über die Toleranz oder Nichttoleranz von Kermani diskutiert. Eine dezidierte theologische Position zum Kreuz sei ihm unbenommen, und sie zu äußern hat nicht mit Intoleranz zu tun.
    Ich finde nur ärgerlich, dass jemand für prätentiösen Stuss einen Kulturpreis bekommen soll (und drei andere für die Führung ihrer eigenen Religionsgemeinschaft).

  50. 51.

    @ NN # 41

    Danke, Quelle?

  51. 52.

    Hervorragende Analyse und Dokumentation zum Skandälchen um Kermani übrigens bei Gudrun Eussner:

    http://www.eussner.net/artikel_2009-05-17_19-30-41.html

    http://www.eussner.net/artikel_2009-05-17_19-30-41.html#fn1

    • 27. Mai 2009 um 23:54 Uhr
    • Gelincek
  52. 53.

    @ Martin Riexinger

    Edmund Stoibers Einlassung, Muslime hielten uns „auch(!) deshalb für ungläubig, weil wir unseren Glauben nicht ausreichend verteidigen“, bezeichnet, worum es statt dessen geht. Um die von manchem empfundene Pflicht zum Schritthalten mit den weltreligiösen Empörungsstandards, die einige Islambewirtschafter anläßlich der dänischen Mohammed-Karikatur zuletzt hochgeschraubt haben.

    Dem Zeitalter der „Best practice“-Ideale, wonach von Pisa-Tests über Steuersätze bis zu Umsatzrenditen die gültigen Normen von denen gesetzt werden, die in einer Sache weltweit am meisten herausgeholt haben, kann auch Religion sich offenbar nicht entziehen. Im „Benchmarking“ der Glaubensintensität wird auf diese Weise Beleidigtsein zum Wettbewerbskriterium.

    Cholerischer Glaubensbeweis

    Ständig beleidigt zu werden ist seit einiger Zeit schon ein Grundgefühl von Minderheiten – und je mehr es von ihnen gibt, desto mehr auch ein Grundgefühl der Weltbewohner überhaupt. Die Behauptung, beleidigt worden zu sein, beweist durch Konfliktbereitschaft sowohl Gefühle wie auch, ein normativ anspruchsvolles Leben zu führen. „Sie haben mich fixiert!“ sagte einst der duellfreudige Adlige. „Was guckst du?“ blafft heute in der U-Bahn jeder, der Streit sucht, weil am leichtesten und für manche überhaupt nur im Streit demonstriert werden kann, daß man jemand ist. Die „Respekt!“-Litaneien der Hip-Hopper unterlegen diesen Film mit Musik. Die Existenz von Ehre wird durch Ehrverletzungsfeststellung erwiesen, die von tief empfundenen Gefühlen durch aufgeführte Zornausbrüche.

    In diesem Sinne eines Übergangs vom ontologischen Gottes- zum cholerischen Glaubensbeweis behaupteten Muslime, die dänischen Karikaturen hätten sie fixiert, und Katholiken jetzt, ein Comic, den sie weder gesehen haben noch überhaupt sehen müssen, gucke sie beleidigend an. Es kann noch so blöd, so unerheblich und unmaßgeblich sein, was mitgeteilt wird, eine dadurch eintretende Gefühlsverletzung findet sich immer; und als religiöse ist sie selbstverständlich höchstrangig. Die ältere Idee, daß es nichtsatisfaktionsfähige Subjekte gibt, scheint zu verblassen.

    http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E087BADF833B74EE4AA371DADA337B80F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    • 28. Mai 2009 um 01:01 Uhr
    • N. Neumann
  53. 54.

    Hervorragende Analyse und Dokumentation zum Skandälchen um Kermani übrigens bei Gudrun Eussner

    @ Gelincek

    Jaklar.

    Alle doof, außer Gudrun – weil, die ist ja nicht MSM/Islam-Lobby.

    • 28. Mai 2009 um 01:10 Uhr
    • N. Neumann
  54. 55.

    Meine Güte N., ein Joachim reicht.

    • 28. Mai 2009 um 01:57 Uhr
    • Sebastian Ryll
  55. 56.

    @ Ryll

    Wir sind hier doch kein Eussner-Fanclub!

    Wenn ich so was von ihr lese (Zitat):
    ———————————————————————–
    Vielleicht nennt sich der Spiegel, der solche Gesinnungen verbreitet ja bald „Völkischer Beobachter“?
    ———————————————————————–
    kann ich nur sagen: Die Dame hat einen gehörigen an der Waffel.

    • 28. Mai 2009 um 09:18 Uhr
    • Joachim S.
  56. 57.

    „Der Kardinal hatte sich in einem Brief an Koch über einen Artikel Kermanis zum christlichen Symbol des Kreuzes empört; auch der evangelische Theologe Steinacker fühlte sich verletzt. Darauf wollte die Jury Kermani den Preis nicht mehr geben.“
    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/643202

    :-) Ist da jemand beleidigt ?!?

    • 28. Mai 2009 um 09:51 Uhr
    • Yasmin
  57. 58.

    @Joachim S.

    Diese Passage ist mir auch etwas negativ aufgefallen, Polemik beherrscht eben nicht jeder sogut wie ein Broder.

    Der Artikel ist aber sonst sehr gut und absolut fundiert, deutsche Journalisten müssen sich einfach mehr Mühe geben und sich auch mal eingestehen von gewissen Themen keine Ahnung zu haben.

    In Deutschland kommt man mit dieser Dünnbrettbohrerei viel zu oft durch, weil sich die Medien praktisch Gleichgeschaltet haben.

    In den USA würde keiner der genannten Journalisten auch nur einen Monat „überleben“.

    • 28. Mai 2009 um 10:09 Uhr
    • PBUH
  58. 59.

    PBUH, wie wär’s, wenn Sie einfach Ihre Dummheiten unterließen?

    • 28. Mai 2009 um 11:05 Uhr
    • Joachim S.
  59. 60.

    Will sagen: wer behauptet, in Deutschland seien die Medien gleichgeschaltet,

    a) gehört einer winzigen und sektiererischen Meinungsminderheit an.
    b) will eine andere Republik.

    • 28. Mai 2009 um 11:12 Uhr
    • Joachim S.
  60. 61.

    Interessante Preisvergabe (Kulturpreis, Motto: interreligiöse Toleranz):
    Aktivität 1: Benennung der Preisträger
    Kardinal Karl Lehmann (katholisch)
    Ehem. Kirchenpräsident Peter Steinacker (evangelisch)
    Vizepräsident des Zentralrates der Juden Salomon Korn (jüdisch)
    Fuat Sezgin (moslemisch)

    Aktivität 2: Fuat Sezgin lehnt den Preis für sich ab („Ich nehme diesen Preis nicht an!“ 😉 ), da er die Äußerungen des jüdischen Preisträgers bezüglich der israelischen Angriffe auf Gaza nicht hinnehmen könne.

    Aktivität 3: Der kritisierte Preisträger bleibt im Rennen, dem Kritiker wird Antisemitismus vorgeworfen, er wird durch einen anderen Preisträger ersetzt. Neuer Preisträger:
    Navid Kermani (moslemisch)

    Aktivität 4: Die beiden kirchlichen Preisträger (wohl hauptsächlich der katholische) fühlen (fühlt) sich durch einen Aufsatz des neuen moslemischen Preisträgers in ihren (seinen) religiösen Gefühlen verletzt und beschweren (beschwert) sich beim hessischen Ministerpräsidenten.

    Aktivität 5: Der kritisierte Preisträger wird vom Preis ausgeschlossen.

    Siehe auch:
    http://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=21321282
    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E7C8B3F3127924082943CFBF3B8600A1A~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed

    • 28. Mai 2009 um 11:14 Uhr
    • Yasmin
  61. 62.

    @50
    „Warum wird hier eigentlich ständihg über die Toleranz oder Nichttoleranz von Kermani diskutiert.“

    weil es sich um einen tolearnz-preis handelt.
    dass er seine meinung hat, eine dezidierte theologische ansicht oder schmus schreibt tut nichts zu sache — das ist sein unveräusserliches recht.
    selbst zu beleidigen ist (im rahmen der schrankenregelung) sein recht.
    aber damit disqualifiziert er sich für eine toleranz-preis, weil er eben gerade seine intoleranz unter beweis stellt.

    • 28. Mai 2009 um 11:20 Uhr
    • arne anka
  62. 63.

    Joachim S. der Troll

    • 28. Mai 2009 um 11:30 Uhr
    • PBUH
  63. 64.

    @ arne anka (62)
    „selbst zu beleidigen ist (im rahmen der schrankenregelung) sein recht.
    aber damit disqualifiziert er sich für eine toleranz-preis, weil er eben gerade seine intoleranz unter beweis stellt.“

    An welcher Stelle in seinem Text „Bildansichten: Warum hast du uns verlassen?“ beleidigt Kermani wen?
    Womit stellt er seine Intoleranz unter Beweis? Mit Sätzen wie „Nicht, dass ich die Menschen, die zum Kreuz beten, weniger respektiere als andere betende Menschen. Es ist kein Vorwurf. Es ist eine Absage.“ oder „Andere mögen glauben, was immer sie wollen“ oder „Erstmals dachte ich: Ich – nicht nur: man –, ich könnte an ein Kreuz glauben.“ ?

    • 28. Mai 2009 um 11:34 Uhr
    • Yasmin
  64. 65.

    @Neumann

    Das übliche Gewitzel von Ihnen.

    Eussner leistet wertvolle Arbei und bietet gründlichere Recherche als viele, sehr viele. Das wissen Sie doch.

    • 28. Mai 2009 um 18:13 Uhr
    • Gelincek
  65. 66.

    @ Gelincek

    Tja, bei ihrer sauberen Recherche stäßt Frau Eussner dann auf so manchen Selbstmorattentäter. Hier im Kommentarbereich:

    http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/933/merkwuerdige-allianzen/

  66. 67.

    @Neumann

    Das übliche Gewitzel von Ihnen.

    @ Gelincek

    Hätte ich diesen Stuss bierernst kommentieren sollen?

    Deutsche Journalisten zeichnen sich aus dadurch, daß sie ihr Publikum erziehen oder indoktrinieren, daß sie meinten, eine Pflicht zur Information zu haben, ist aus ihren Beiträgen nicht ersichtlich. Ich kenne mindestens drei Orientalisten, die unbeeindruckt von heute moderner Schwärmerei für den Islam und seine angeblich moderaten Vertreter den NZZ-Artikel des Navid Kermani hätten in der Luft zerreißen können, wissenschaftlich, nicht als gläubige Christen oder Juden. Daran aber ist den deutschen MSM nicht gelegen, sondern sie positionieren sich positiv voreingenommen gegenüber dem Islam, sie haben die jahrelange mit Millionen Petrodollar zugunsten der strategischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen sowie der Verbreitung der Politideologie des Islams von den islamischen Staaten in den westlichen Staaten betriebene Propaganda verinnerlicht, sie denken nicht mehr selbst, sie fragen nicht mehr nach. Sie sind die Islam-Lobby.

    • 28. Mai 2009 um 20:41 Uhr
    • N. Neumann
  67. 68.

    @Neumann

    Darin steckt mehr Wahrheit als in dem ganzen Scheiß, der zu Kermani veröffentlich wurde. Gerade durch seinen Text und die Reaktionen darauf, ist mir so deutlich wie lange nicht geworden, wie stark die Bereitschaft zur Schmähung des organisierten Christentum (Ausnahme: Küng) unter Meinungsmachern ist und wie augescheinlich mediokre Moderatmoslems über den grünen Klee gelobt werden.

    Ob das an Propagandamaßnahmen, Petrodollars oder Prinz Hassan bin Talal liegt, weiß ich nicht, für völlig abwegig halte ich solche Spekulationen nicht.

    • 28. Mai 2009 um 22:53 Uhr
    • Gelincek
  68. 69.

    >Sie sind die Islam-Lobby.

    So sieht es leider aus.

    >>Nicht objektiv und dazu noch käuflich: Journalisten haben in Deutschland einen schlechten Leumund. Die deutliche Mehrheit der Bürger Deutschlands gab bei einer repräsentativen Umfrage der Technischen Universität (TU) Dresden an, dass sie Journalisten nicht trauen. Lediglich 35 Prozent glauben an die Integrität des Berufsstands. Wolfgang Donsbach, Kommunikationswissenschaftler an der TU Dresden: „Die Forschungsergebnisse bestätigen eindeutig eine Abnahme des öffentlichen Vertrauens in den Journalismus.“

    • 28. Mai 2009 um 23:20 Uhr
    • PBUH
  69. 70.

    @ PBUH: Na ja. Unsere Auflage steigt seit Jahren. Die Nachrichten vom Tod des Journalismus sind ziemlich übertrieben. Qualitätszeitungen hierzulande geht es historisch und im Vergleich mit anderen westliche Ländern (Italien, Frankreich, UK) super.
    Mir reicht es auch ehrlich gesagt, von 1,5 Mio Leuten gelesen zu werden. Die Umfrage (wahrscheilich wie üblich bei 1.000 Probanden) relativiert sich dann doch. :-)

  70. 71.

    @Jörg Lau

    Die schlechte Meinung über Journalisten muss aber irgendwo herkommen. Die üblichen „Hater“ können wohl kaum 2/3 der Bevölkerung ausmachen.

    Für die Tagespresse in Deutschland wird es in jedem Fall noch sehr viel schlimmer kommen.

    Bei dem steigenden Kostendruck wird es dann natürlich noch schwerer Qualität zu liefern – ein echter Teufelskreis.

    Wochenzeitungen und Magazine haben da sicher mehr Zukunft.

    Aber auch für Die Zeit gilt, es reicht nicht aus nur über Qualität zu reden.

    Übrigens sind ca. 1/3 aller Zeitungsabonnenten Omis und Opis die nicht wissen wie man das Abo wieder los wird.

    • 29. Mai 2009 um 00:19 Uhr
    • PBUH
  71. 72.

    @Martin Riexinger
    Der Bericht über Irland macht einen allerdings sprachlos.

    • 29. Mai 2009 um 08:08 Uhr
    • J.S.
  72. 73.

    @ Gelincek

    „…ist mir so deutlich wie lange nicht geworden, wie stark die Bereitschaft zur Schmähung des organisierten Christentum (Ausnahme: Küng) unter Meinungsmachern ist…“

    Die christliche Kreuzestheologie und die christliche Trinitätslehre sind nicht nur für Moslems ein Problem:

    F.A.Z., 28.05.2009, Nr. 122 / Seite 33
    Was Bischöfe unter Toleranz verstehen
    Ich soll dankbar sein, weil sie mit mir reden, und vom Kreuz brav schweigen: Zur Affäre um den Hessischen Kulturpreis. Von Avraham Zeev Nussbaum

    Es ist typisch, dass ein Preis für Toleranz eine Debatte über Toleranz hervorruft. Ungewöhnlich ist es aber, wenn die Debatte durch die Kandidaten ausgelöst wird, und dies noch bevor sie den Preis erhalten haben. Man hätte erwarten können, dass sich jemand weigert, einen Preis für Toleranz von einer Jury anzunehmen, deren Vorsitzender sich Bekanntheit und Stimmen durch einen intoleranten Wahlkampf verschaffte. Aber das ist nicht das Problem.

    Es gibt hier erstens ein Problem des Umganges, das trotz der in dieser Zeitung publizierten Rechtfertigungsversuche von Kardinal Lehmann (F.A.Z. vom 20. Mai) und dem früheren Kirchenpräsidenten Steinacker (F.A.Z. vom 16. Mai) menschlich sehr bedenklich bleibt. Nun wollen die Herren in ihrer Großzügigkeit eine Verschiebung der Vergabe für ein weiteres Einander-Kennenlernen und Diskutieren. Zum Glück ist noch nicht bekanntgegeben worden, wer der eventuelle muslimische Ersatzkandidat ist. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich nach dem Ereignis Widerstand gegen die Vergabe an die christlichen Vertreter erheben wird. Aber dagegen ist das Kuratorium wohl abgehärtet.
    Ein anderes Problem ist der Inhalt des Streits. Es scheint, dass manche christlichen Vertreter unter Toleranz die Überwindung verstehen, die es sie kostet, mit Leuten zu reden, die in ihren Augen im Irrtum befangen sind und nicht als gleichberechtigt anerkannt werden können. Die anderen sollen dieses Entgegenkommen zu schätzen wissen und sich entsprechend verhalten. Wir Juden und Muslime dürfen in einem solchen Dialog nicht einmal aussprechen, was wir über das Christentum denken und damit assoziieren.
    Als jemand, der an vielen Dialogen teilgenommen hat, möchte ich klarstellen: Ich habe – wie viele andere Juden auch – ein Problem mit dem Kreuz, sowohl theologisch-moralisch als auch emotional. Wer das nicht hören will, darf weghören, wäre aber wohl eher als Preisträger für den Monolog der Religionen geeignet.
    Ein Jude, der weiß, wie viel jüdisches Blut im Namen des Gekreuzigten wegen der Kreuzigung vergossen wurde, kann schlecht positive Gefühle mit dem Kreuz verbinden. Die Tatsache, dass es auch geborene Juden gab, die an das Kreuz glaubten, wie Edith Stein, ändert nichts daran. Sie mussten oder wollten über diesen emotionalen Widerstand hinwegkommen. Aber auf die Ebene von Professor Spaemann sollte man doch nicht unbedingt hinunterrutschen.
    Kleine Kinder mit dem Kreuz zu konfrontieren ist bestimmt für jeden fühlenden Menschen keine leichte Aufgabe, und so sollte es verständlich sein, dass diese Konfrontation auch einem Erwachsenen schwerfällt, der damit nicht aufgewachsen ist.
    Theologen dürfte bekannt sein, dass Juden und Muslime kein Bildnis Gottes machen dürfen. Nach der Logik der christlichen Preiskandidaten könnte man also die Wahl des Kreuzes als Symbol des Christentums als respektlos gegenüber dem Judentum bewerten. Aber nicht nur das Bildnis als solches, auch der Glaube an die Dreifaltigkeit ist eine Abweichung vom reinen Monotheismus, die theologisch für das Judentum inakzeptabel ist.
    Erst recht ist es im Judentum eine Verletzung der Unendlichkeit und Unbegrenzbarkeit Gottes, menschliches Leid Gott zuzuschreiben. Aber auch in moralischer Hinsicht kann das Judentum nicht akzeptieren, dass der Mensch durch Gottes Leiden entlastet werden soll. Im Judentum heißt es, dass jede Sünde des Menschen ein (göttliches) Leid da oben anrichtet. Wenn das Leid Gottes eine Entlastung für den Menschen darstellte, würde doch der Mensch gleich versöhnt, jedes Mal, wenn er sündigte.
    Dies alles betrifft das Kreuz selbst als Gegenstand und Symbol. Es gibt natürlich noch andere Probleme für Juden mit dem Christentum. Hier ist vor allem das Projekt der Judenbekehrung zu erwähnen, aber zu diesem Thema hat gerade Kardinal Lehmann eine Theologie vertreten, die mutig, moralisch, kreativ, revolutionär und geschichtsbewusst ist. Im gleichen Sinne konsequent hat Kardinal Lehmann zuletzt in der Affäre um die Pius-Bruderschaft agiert und reagiert. Wenn es also jemanden gibt, der den Preis eigentlich verdient hätte, dann ist es der Kardinal. Man könnte sogar einen Preis nach ihm benennen! Umso mehr erstaunt es, dass er kein Verständnis für die Probleme anderer Religionen mit dem Kreuz zeigt. Denn wenn es diese Probleme gibt, gehört es auch zum Dialog, darüber sprechen zu können. Wie soll man den anderen verstehen, ohne über das zu sprechen, was man gegenüber der eigenen und der anderen Religion fühlt?
    Was soll man daraus schließen, dass dieser Eklat ausgerechnet von zwei Verfechtern des Dialoges herbeigeführt worden ist? Wie denken dann erst diejenigen Christen, die den Dialog umgehen? Aber die geistlichen Preiskandidaten kennen diese Dialoggegner wohl besser als wir. Wenn man sich als Kardinal und früherer Kirchenpräsident gegen sie stellen soll, dann wird wohl der Friede der Kirche geschädigt, und dieser ist jetzt wahrscheinlich und logischerweise wichtiger als der Friede zwischen den Religionen.
    Ich weigere mich, dankbar zu sein, wenn man bereit ist, mit mir zu sprechen. Es mag manche Christen bis heute Überwindung kosten, aber wer sich zusammenreißt und höflich ist, hat noch keinen Dialog eröffnet.
    Eines muss man aber doch noch sagen: Die christlichen Kandidaten haben, blickt man zurück in die Geschichte, in der Verständigung große Fortschritte gemacht. Besonders gut hat es diesmal untereinander geklappt.
    Avraham Zeev Nussbaum ist Rabbiner und Kantor der jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

    • 29. Mai 2009 um 10:58 Uhr
    • Joachim S.
  73. 74.

    @ PBUH

    Über den deutschen Journalismus (der für die breite Masse nach wie vor von „Bild“ repräsentiert wird) herzuziehen ist eine Sache, zugleich Blogs wie PI zu loben eine andere.
    Stellen Sie sich vor, das PI-Niveau wäre Standard in der deutschen Presse – das Ansehen von Journalisten wäre noch weit weit niedriger.

    • 29. Mai 2009 um 11:02 Uhr
    • Joachim S.
  74. 75.

    @Joachim S.

    So sieht fundierte Kritik am Christentum aus, die mit einem Dialogpreis gewürdigt werden sollte. Es geht doch.

    • 29. Mai 2009 um 11:12 Uhr
    • Rafael
  75. 76.

    @J.S.

    „Der Bericht über Irland macht einen allerdings sprachlos.“

    .. und wütend. Nachdem ich die Zusammenfassung (executive summary*) des Berichts der Untersuchungskommission gelesen habe, habe im Zorn den folgenden Kommentar auf der Website der Irish Times hinterlassen:

    „You know, the sentence that most struck me in the executive summary of the report was:

    Where the Department of Education was concerned the Commission found that its ‚deferential and submissive attitude“ (ehrerbietige und unterwürfige Haltung) towards the religious congregations ‚compromised its ability to carry out its statutory duty of inspections and monitoring of the schools‘.

    That was the beauty of the system: The Church controlled the schools and bred deference and submission into their students. When the latter became civil servants, politicians etc they behaved in a deferential and submissive manner towards priests, nuns, brothers and the Catholic hierarchy. All the stakeholders cooperated in nourishing a culture of secrecy. So nothing changed. Water tight. Power tends to corrupt. Absolute power corrupted the Catholic Church in Ireland absolutely and the corrupt Church spread that corruption around.

    Christ stopped at Holyhead.“
    ………………..

    „Christ stopped at Holyhead“ ist eine Anspielung auf einen Roman von Carlo Levi mit dem Titel „Christ stopped at Eboli“ über einen Ort in der Nähe von Eboli, wohin das Christentum nicht gelangt ist (weil Jesus nicht weiter kam als Eboli). Holyhead ist der Hafen in Wales, von wo aus die Fähre nach Irland fährt.

    In einem Vortrag in Hamburg letztes Jahr habe ich berichtet, dass ich als Flüchtling nach Deutschland gekommen bin:

    „(…) ich betrachtete Deutschland als meine Rettung.
    Denn ich habe es keinen Tag länger in meiner irischen Heimat ausgehalten, die damals Ende der 70er Jahre noch nicht den Übergang in die Moderne vollzogen
    hatte. Ich glaubte, ich würde an der vom konservativen Katholizismus geprägten Tradition ersticken, wenn ich einen Tag länger blieb. Ich war bereit alles aufzugeben (…) und in Deutschland bei Null anzufangen.

    Warum? Weil ich damals keine Möglichkeit sah, ein selbstbestimmtes – auch ein sexuell selbstbestimmtes – Leben zu führen in einem Land, in dem
    Verhütungsmittel gesetzlich verboten waren und Kondome wie Drogen ins Land geschmuggelt werden mussten. In einem Land, in dem Sex vor der Ehe
    verpönt war und das Risiko „erwischt“ – sprich schwanger – zu werden besonders hoch, weil Verhütungsmittel nicht frei erhältlich waren und Aufklärung nicht vorgesehen. In einem Land, in dem das katholische Scheidungsverbot in der Verfassung verankert war. In einem Ir(r)enhaus, in
    dem ein Priester vor dem Operationssaal saß, wenn eine Frau ihre Gebärmutter entfernt bekam, um ja sicherzustellen, dass das wichtige Organ wegen Krankheit entfernt werden musste und nicht etwa weil die Frau ihrer Gebärpflicht nicht mehr nachkommen wollte.
    ‚Habe ich das gerade erfunden?‘, frage ich mich, so unglaublich klingt es heute in meinen Ohren. Aber dann erinnere ich mich, wie Mitte der siebziger Jahre
    eine Freundin meiner Mutter, eine sehr emanzipierte OP-Schwester, mir von ihrer Schadenfreude berichtete, als sie einem jungen Priester die Nierenschale
    mit der gerade entfernten Gebärmutter vor die Nase schob mit den Worten:
    ‚Und, Vater, sind Sie zufrieden!?‘, und dieser prompt in Ohnmacht fiel. Ich bin nicht als Arbeitsmigrantin nach Deutschland gekommen, sondern als Religions-
    und Traditionsflüchtling. Ich war auch ganz fasziniert, als ich hier ankam, und entdeckte, man konnte aus der Kirche austreten! Das habe ich dann prompt
    gemacht. Das (Christ)kind habe ich jedoch nicht mit dem erzkatholischen Badewasser ausgeschüttet.“

    Übrigens, die Tatsache, dass Roland Koch in der Kermani-Sache vor dem Bischof eingeknickt ist, zeugte von genau der ehrerbietigen und unterwürfigen Haltung gegenüber der katholischen Hierarchie, die ich aus dem Irland meiner Jugend so gut kenne.

    * hier der Link zur Zusammenfassung des Berichts:
    http://www.childabusecommission.com/rpt/ExecSummary.php

    • 29. Mai 2009 um 11:13 Uhr
    • Miriam
  76. 77.

    @Miriam

    Irland war sicher kein Zuckerschlecken für Freigeister und kein Paradies für selbstbestimmtes Leben.
    Sie hatten allen Grund, diese Situation zu verändern.

    Umsomehr muss es uns nachdenklich stimmen, das ein Irland der 1970er Jahre im Vergleich zu muslimischen Staaten der Gegenwart noch ein Ausbund an Liberalität war.

    • 29. Mai 2009 um 12:04 Uhr
    • tati
  77. 78.

    @ tati

    „Umsomehr muss es uns nachdenklich stimmen, das ein Irland der 1970er Jahre im Vergleich zu muslimischen Staaten der Gegenwart noch ein Ausbund an Liberalität war.“

    In dieser Verallgemeinerung stimmt das einfach nicht.

    • 29. Mai 2009 um 12:17 Uhr
    • Joachim S.
  78. 79.

    @ Rafael # 75

    Inwiefern „parasitiert“ (Ihre Wortwahl!) Kermani und inwifern „parasitiert“ Nussbaum nicht?

    • 29. Mai 2009 um 12:18 Uhr
    • Joachim S.
  79. 80.

    In dieser Verallgemeinerung stimmt das einfach nicht.
    Kommentar von Joachim S.

    Na gut, dann nennen Sie mir doch bitte wenigstens ein muslimisches Land, in dem heute eine Frau selbstbestimmter leben kann als in Irland 1975.

    Saudi-Arabien ? Algerien ? Bangla Desh ?
    Brunei ? Syrien ? Mauretanien ? Indonesien ?

    und kommen Sie mir bitte nicht mit der Türkei oder mit dem Kosovo…..

    • 29. Mai 2009 um 12:26 Uhr
    • tati
  80. 81.

    @Tati

    Haben Sie einen Blick in die von mir verlinkten Zusammenfassung der Kommissionsbericht geworfen?
    Oder den von Martin Riexinger unter #6 verlinkten Artikel von Martin Alioth in der NZZ?

    Es waren nicht nur die Freigeister, die gelitten haben. Alle haben gelitten und Schaden genommen, wenngleich das Leid der meisten mitnichten so schlimm war. wie das der Schwächsten in der Gesellschaft – der Kinder, die sich in der Obhut der katholischen Kirche befanden. Niemand in Irland ist überrascht über die Befunde der Kommission, denn alle haben es gewusst; man hat es immer gewusst aber man wollte lange nichts davon wissen. Das ist immer so in einer Diktatur. Und von seiner Gründung Anfang der zwanziger Jahre bis in die siebziger Jahre hinein war Irland de facto eine Theokratur.

    • 29. Mai 2009 um 12:32 Uhr
    • Miriam
  81. 82.

    Und von seiner Gründung Anfang der zwanziger Jahre bis in die siebziger Jahre hinein war Irland de facto eine Theokratur.
    Kommentar von Miriam

    Werte Miriam, ich sehe das ebenso.
    Selbst habe ich Irland erst 1990 betreten, seitdem allerdings ca. zehnmal in allen möglichen „Ecken“, in meinen
    Lieblingsecken mehrfach.
    Noch 1990 war es auf dem Lande teils schwierig, als unverheiratetes Paar ein B&B zu bekommen (-:)

    Meine letzter Aufenthalt war 2003 auf einer kleinen Insel ca.
    1km von Burtonport im Donegal. Diese kleine Insel ist in Privatbesitz und ich war von der Familie eingeladen worden.
    Tolle Sache und pikante Geschichte obendrein – das einzige Haus auf der Insel wurde um das Jahr 1900 errichtet und diente damals zwei lesbischen Londonerinnen als Sommerexil.

    Für einen „Touri“ im Normalfall nicht zugängig die verlassene Geisterinsel Owey. (auch Geister müssen mal)

    http://www.pbase.com/rogercurry/image/51287284

    • 29. Mai 2009 um 13:57 Uhr
    • tati
  82. 83.

    @Tati

    Ihr Post hat bei mir tolle Erinnerungen geweckt! Sommer 1973 Arranmore island, auch von Burtonport aus zu erreichen. Tolle Jugendherberge am Strand; (damals zumindest) keine Autos; auch keine Polizisten (daher blieb die Kneipe blieb bis in die frühen Morgenstunden auf). Seufz.. is oileán iontach ar fad é! (eine wunderbare Insel)

    • 29. Mai 2009 um 15:54 Uhr
    • Miriam
  83. 84.

    Ihr Post hat bei mir tolle Erinnerungen geweckt
    Kommentar von Miriam

    Gern geschehen

    • 29. Mai 2009 um 16:10 Uhr
    • tati
  84. 85.

    @Joachim S. und Miriam

    Lehmann und Steinacker haben nicht den Preis an Kermani vereitelt, sondern lieber auf ihren verzichtet. Sie haben keinerlei Druck auf die Jury ausgeübt.

    Wa soll daran menschlich bedenklich sind und inwiefern ist Roland Koch eingeknickt? Kokolores.

    Was Kermani bisher zum Christentum veröffentlich hat, ist allesamt Rotze und ich kann Steinacker und Lehmann zu ihrer Reaktion nur beipflichten.

    • 29. Mai 2009 um 22:54 Uhr
    • Gelincek
  85. 86.

    @ Gelincek

    Das glauben Sie doch selbst nicht!

    • 30. Mai 2009 um 09:07 Uhr
    • Joachim S.
  86. 87.

    Beleidigte Reaktionen wie Ihre ist man bisher eher von den Moslems gewohnt. Wurde der „Kuscheldialog“ nicht für tot erklärt und stattdessen auch von Seiten Herrn Hubers ein „ehrlicher“ Dialog gefordert? Nun haben wir ihn und es ist auch wieder nicht recht.

    • 30. Mai 2009 um 12:07 Uhr
    • Joachim S.
  87. 88.

    @ Gelincek
    „Lehmann und Steinacker haben nicht den Preis an Kermani vereitelt, sondern lieber auf ihren verzichtet. “

    Oh nein, verzichtet haben sie nicht. Sie haben nur festgestellt, dass sie nicht gemeinsam mit ihm den Preis haben wollen. Und R. Koch zum Handeln aufgefordert: „Ich muss es im Augenblick Ihnen überlassen, eine Lösung zu finden.“ http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1756584_Hessischer-Kulturpreis-Was-Kardinal-Lehmann-an-Koch-schrieb.html
    Ein Verzicht sieht anders aus.

    • 30. Mai 2009 um 18:19 Uhr
    • Yasmin
  88. 89.

    @ Gelincek
    „Was Kermani bisher zum Christentum veröffentlich hat, ist allesamt Rotze“

    Zum Beispiel?

    • 30. Mai 2009 um 19:26 Uhr
    • Yasmin
  89. 90.

    @Joachim S.

    Warum sollte ich das nicht glauben?

    Kardinal Lehmann hat sich in der FAZ folgendermaßen geäußert:

    „Mit keinem Wort habe ich den Ausschluss von Navid Kermani vom Preis auch nur insinuiert, geschweige denn erwartet oder gar angemahnt. Ich habe auch keinen diffamierenden Brief über ihn geschrieben, aber ich habe deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ich unter diesen Umständen den Preis nicht in Empfang nehmen kann. Ich bat den Ministerpräsidenten und damit die Jury um eine “Lösung” des Dilemmas. Deutlich habe ich freilich betont, dass ich dabei keine billigen oder faulen Kompromisse annehmen kann. Vielleicht könnte – so dachte ich – Kermani ja auch seine Äußerungen erläutern. Aber ihn darum zu bitten, konnte nicht meine Aufgabe sein. Als ich meinen Brief an Ministerpräsident Koch schrieb, hatte ich noch die Hoffnung auf eine solche Lösung. Es gab also durchaus einen Spielraum dafür. Dieser Versuch ist jedoch gescheitert.

    Das Ausmaß von Fehlinformationen und Indiskretionen, Beleidigungen und Schmähungen hat mich trotz mancher Erfahrungen sehr überrascht.“

    Ich bin nicht wegen Kermani beleidigt und ich bezweifle, dass Lehmann oder Steinacker solche Gefühle empfinden. Sie wollen mit dem flegelhaften und arroganten Kerl einfach nichts zu tun haben.

    http://bistummainz.de/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/pressestelle/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=16255

    • 30. Mai 2009 um 20:47 Uhr
    • Gelincek
  90. 91.

    @Gelincek

    flegelhaft? arrogant? Rotze? Heftig.

    Leseempfehlung
    Spiegel-Essay von Rafael Seligmann
    Das Fremde bei uns – Religionen müssen intolerant sein
    22/2009 S. 148f.

    • 31. Mai 2009 um 13:42 Uhr
    • Miriam
    • 31. Mai 2009 um 18:45 Uhr
    • mathilde
  91. 93.

    „@ Gelincek
    Sie schmeißen mit ziemlich beleidigenden Worten um sich, ohne diese Behauptungen jemals zu belegen. An welcher Stelle sind Kermanis Äußerungen „Rotze“? Wo hat er sich „flegelhaft“ und „arrogant“ benommen?

    Irgendwie liest man selbst aus christlichen Kreisen völlig andere Einschätzungen über ihn:
    Elmar Salmann, Prof. für Philosophie und Theologie http://www.ksta.de/html/artikel/1238966946088.shtml
    – über Kermani: einer jener, die „mit wacher und verwundbarer Empfindsamkeit der Schönheit wie dem Schrecken der Religion“ nachspürt, „einfühlsam“, „plastisch“, „lebensnah“, „ehrfürchtig“, „weder brüsk scheidend noch leichthin vermischend“, „wundersame Empathie sowie ein Sinn für die Trennschärfe und Fremdheit zwischen der Lebenswelt und dem Religiösen“
    – über Kermanis Text zur Kreuzesdarstellung von Reni: „Sicher, er kommt von weither zu diesem Kreuz, das für ihn ärgerlich und unerträglich ist – wie es der Apostel Paulus von den Juden und Heiden vermerkt oder etwa Goethe für sich selbst. Und welcher liberale Christ von heute empfindet das denn nicht so? … Ein großes Stück Literatur! Mehr noch: ein Zeugnis der Begegnung religiöser Sensibilitäten und menschlichen Taktgefühls. … eine Überwindung der Ferne zwischen den Religionen“

    Karl-Josef Kuschel, Prof. für Theologie in Tübingen:
    http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1756633_Gastbeitrag-zum-Hessischen-Kulturpreis-Warum-knickt-man-ein.html
    – über Kermani: „Kleine Texte, persönlich getönt, literarisch geschliffen, intellektuell wach. So kennt man ihn.“
    – über seinen Text: „Kann man von einem Schriftsteller mehr an Dramaturgie erwarten als diesen Text: erst die Empörung, dann die Empathie? Wer auch nur einig wenig von literarischen Strategien versteht, weiß beides zu würdigen.“ „Nichts gegen Protest zur Verteidigung seines eigenen Glaubens, wenn er herabgesetzt wird. Nur: Navid Kermani ist dafür der denkbar ungeeignetste Mann.“

    Friedrich Wilhelm Graf, lehrt Systematische Theologie in München
    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E7C8B3F3127924082943CFBF3B8600A1A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    – über Kermani: „einfühlsam“, „verständnisbereit“, „behutsam Tastender“, „Mit ihm zu reden und zu streiten macht großen Spaß. Als Stipendiat der Villa Massimo hat dieser ebenso gebildete wie fromme Autor nun neugierig die barocke Glaubenskunst des päpstlichen Rom erkundet, bisweilen begleitet von katholischen Freunden.“, „Kermani macht in seinen Erfahrungsberichten aus dem katholischen Rom all jene innerchristlichen Konfliktlinien neu sichtbar, die man in ökumenischer Konsensschummelei verdrängt.“
    – über seine(n) Text(e): „Wer Kermanis Glaubensessays kennt, kann die von Lehmann und Steinacker erhobenen Vorwürfe nur für gegenstandslos erklären.“ „Er schreibt nichts, was nicht auch viele christliche Denker seit Hunderten von Jahren gesagt haben…In den Bilderstürmen der Reformation zerstörten protestantische Gotteswortgläubige Tausende von Christusbildern und Kruzifixen, weil sie in ihnen gotteslästerliche Idolatrie sahen. Kierkegaard, Dostojewski und Tolstoi haben über die amtskirchlich autoritäre Verfälschung des Christusglaubens ungleich härter geurteilt als Kermani, der Benedikt XVI. viel freundlicher würdigt als die große Mehrheit der deutschen Katholiken.“ „Ich hatte Kermanis Artikel an Theologiestudierende verteilt. Weil ich sie antichristliche Intoleranz lehren will? Nein, weil seine Texte wunderschöne Beispiele für jene Fortschreibung des Glaubens sind, die Religionsforscher Hybridisierung nennen, Übernahme von Symbolen der einen Religion in die Sinnbilder einer anderen, bezeichnen.“ „Vom genuin christologischen Sinn der Rede vom Tode Gottes hat Kermani mehr erfasst als ein Mainzer Bischof, der, ich kann es nicht für wahr halten, am Karfreitag „das Kreuz verehrt“. Ich dachte bisher, dass für Christen nicht „das Kreuz“, sondern der gekreuzigte Jesus lebenswichtig ist. Die Erinnerung an seine Passion diente Christen immer auch dazu, ihre eigene Sterblichkeit zu reflektieren.“

    Gelincek, würden Sie bitte Ihre niedermachenden Kommentare Kermani betreffend näher erläutern ? Anderenfalls wirken Ihre Beiträge, als würden Sie reflexartig und krampfhaft das Christentum gegen einen Feind verteidigen, der gar keiner ist.

    • 2. Juni 2009 um 11:08 Uhr
    • Yasmin
  92. 94.

    Navid Kermani ist schon auf dem richtigen Weg: Allerdings wurde dies schon oft genug von Atheisten dargestellt und, das ist nicht unwichtig für ihn, von sehr vielen kritischen Christen. Dies schon seit ca. 400 Jahren. Aber das so nebenbei, sein Weg ist gut, müsste aber logischerweise auch den Islam versuchen aus einer „neutralen“ Position zu beschreiben. Dabei sollte er die Zeitverschiebung berücksichtigen, denn unberücksichtigt des Unterschieds zwischen Mondjahren und des heutigen Jahreskalenders, sind das 580 Jahre. Er sollte sich bei seinen Beurteilungen in die Zeitmaschine „setzen“ und bei Erreichen des Jahres 2010 islamischer Zeitrechnung sich ein paar Fragen stellen:
    Wie kann das angehen, dass der Allmächtige den Koran in arabischer Sprache offenbart hatte, wo er doch so viele Sprachen seinen vielen Völkern gegeben hatte?
    Wie konnte der Allmächtige die Fastenzeiten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang legen? Wenn Herr Kermani nämlich in Schweden sommertags den Ramadan zubringen dürfte, ein Urlaub im skandinavischen Sommer ist etwas herrliches, dann müsste er feststellen, dass es einen Tag gäbe, wo er nicht die Möglichkeit hätte, das Fasten zu brechen. An vielen anderen Tagen bliebe ihm kaum Zeit, denn er muss ja auch noch fast hintereinander das letzte Abendgebet und das Morgengebet verrichten.
    Er müsste sich auch fragen, wie es zu den Gebetszeiten gekommen ist, die so garnicht in die nordischen Tagesabläufe nordischer Landstriche passen. Beim Nachdenken käöme er schnell dahinter, dass diese Gebetszeiten zu den damaligen Tagesabläufen einer Wüstengesellschaft passten.
    Es gibt noch viele Beispiele, die so eigentlich garnicht in „unseren“ Alltag passen.
    Er müsste zu dem Schluss kommen, dass das mit allen Religionen so eine Sache ist. Als Atheist kann ich seine Beobachtungen in Rom akzeptiern, Herrn Kermanis Beobachtungen als frommen Muslim könnte ich nicht so ohne weiteres akzeptieren. Das würde ich ihm aus heutiger Sicht auch garnicht zumuten. Aber offensichtlich liege ich falsch.

    • 5. Januar 2010 um 14:21 Uhr
    • dacapo
  93. Kommentar zum Thema

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