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Erdogan: “unser Freund Achmadinedschad”

Von 26. Oktober 2009 um 13:22 Uhr

Wow. Was der türkische Premier Erdogan dem Guardian in einem Interview sagte, ist ein Knaller.

Machmud Achmadinedschad sei “ohne Zweifel unser Freund”. Dafür werden die führenden Nationen der EU, Frankreich und Deutschland, mit Kritik nicht geschont für ihre abwartende Haltung gegenüber der Türkei. Der Guardian fasst zusammen:

Friendly towards a religious theocratic Iran, covetous and increasingly resentful of a secular but maddeningly dismissive Europe: it seems the perfect summary of Turkey’s east-west dichotomy.

Erdogan wirbt folgendermassen für die türkischen EU-Aspirationen:

“Being in the European Union we would be building bridges between the 1.5bn people of Muslim world to the non-Muslim world. They have to see this. If they ignore it, it brings weakness to the EU.”

Der türkische Präsident Abdullah Gül und Erdogan gehörten zu den ersten Staatsführern, die Achmadinedschad zu seiner “Wahl”gratulierten:

Erdogan hat sein Gastgeschenk schon vorher im Guardian ausgepackt:

He poured cold water on western accusations that Iran is seeking a nuclear weapon, saying: “Iran does not accept it is building a weapon. They are working on nuclear power for the purposes of energy only.”

Das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Unser Nato-Partner Türkei vertritt die offizielle iranische Position. Selbst die Russen sind um mehr Distanz bemüht, obwohl sie oft genug Sanktionen verschleppt und verwässert haben.

Wenn das der versprochene “Brückenbau” zur islamischen Welt sein soll, dann wollen wir darauf lieber verzichten.

Kategorien: Iran, Türkei
Leser-Kommentare
  1. 1.

    “Das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Unser Nato-Partner Türkei vertritt die offizielle iranische Position.”

    Guten Morgen, Herr Lau. Gut geschlafen?

    Deshalb muss ja die Türkei auch ganz dringend EU-Vollmitglied werden, nicht wahr?

    • 26. Oktober 2009 um 13:39 Uhr
    • Rojass
  2. 2.

    Die Brücke zur Eroberung Europas natürlich.

    Eigentlich nix neues von Erdogan.

    Man muss Erdogan aber dankbar sein, für die Klarheit die er schafft.

    Vielleicht rafft es dann auch irgendwann der Blogmeister, ein EU-Mitglied Türkei ist der Untergang Europas.

    Auf EU-Ebene sprechen Erdogans Leute offenbar immer nur mit Leuten, die selber gern mit Hamas, irakischen Terrorgruppen und mit dem irren Iraner gute Beziehungen anstreben und die Türkei hier ermuntern das zu tun was sie selbst nicht “dürfen” ohne Probleme zu bekommen.

    • 26. Oktober 2009 um 14:23 Uhr
    • PBUH
  3. 3.

    Dazu passt dieser link, den ich gestern Mitternacht bereits eingestellt habe (wobei mir Serdar vorschlug, ich solle doch besser ein kalte Dusche nehmen).
    Die kalte Dusche brauchen eher diejenigen, welche denken, die Türkei wäre unter einer AKP Regierung EU kompatibel.

    http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=a-trap-for-muslims-2009-10-24

    Der Beitritt einer Türkei in die EU wäre das ENDE der europäischen Staatengemeinschaft.

    Nebenbei, 76% ( > drei Viertel !!!) der Türken haben anisemitische Ansichten,
    laut Umfrage 2008 eine Steigerung um über 50% gegenüber 2004, damals waren es “nur” 49%.

    • 26. Oktober 2009 um 14:42 Uhr
    • christian aka tati
  4. 4.

    @Tati
    76% der Türken hier oder in der Türkei??

    • 26. Oktober 2009 um 14:56 Uhr
    • docaffi
  5. 5.

    @Jörg Lau
    Nun ja, wenn die EU so weitermacht, wird die EU die Türkei noch viel nötiger haben als andersrum.

    Zur Zeit verfolgt die türkische Außenpolitik das Ziel jedwedes Problem mit den Nachbarn auszuräumen. Dazu gehören die Probleme mit Syrien und Iran. Sie baut auch ihren Einfluß in der Gegend aus, sie will mitreden.

    Ob die Türkei europakompatibel ist? Nun hängt davon ab, wie sich Europa gestalten wird. Auch gibt es in der Türkei noch vieles, was verbessert werden muss. Menschenrechte, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Rechte von Minderheiten usw.

    Aber die jetzige Türkei ist viel besser dran als noch vor einem Jahrzehnt. Das Verhältnis mit den Armenieren wird besser, es gibt eine Kurdeninitiative usw. Alles Dinge, die sogenannte laizistische Regierungen bis jetzt nicht gemacht haben, im Gegenteil die sind alle gegen die Reformen. Weil sie zutiefst nationalistisch eingestellt sind.

    Also ich würde sagen, das ist viel geplenkel. Das ganze wird sich wieder berruhigen.

    • 26. Oktober 2009 um 14:58 Uhr
    • Serdar
  6. 6.

    @tati

    Nebenbei, 76% ( > drei Viertel !!!) der Türken haben anisemitische Ansichten,
    laut Umfrage 2008 eine Steigerung um über 50% gegenüber 2004, damals waren es “nur” 49%.

    Na dann ist doch die Türkei sehr wohl Europakompatibel. Mit Deutschland ist man da in guter Gesellschaft.

    • 26. Oktober 2009 um 15:01 Uhr
    • Serdar
  7. 7.

    @docaffi

    In der Türkei.
    Die Umfrage wurde von INFAKTO durchgeführt (steht auch im Artikel), die sitzen in Istanbul.

    http://www.infakto.com.tr/

    • 26. Oktober 2009 um 15:03 Uhr
    • christian aka tati
  8. 8.

    @Serdar

    Nun ja, wenn die EU so weitermacht, wird die EU die Türkei noch viel nötiger haben als andersrum.

    Sie haben gestern Nacht anscheinend ZU HEISS geduscht.

    Die Türkei ist schnurgerade auf den Weg in eine antiwestliche Theokratie.

    • 26. Oktober 2009 um 15:12 Uhr
    • christian aka tati
  9. Kommentar zum Thema

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