Ein Blog über Religion und Politik

Mit Merkel in Dschidda

Von 26. Mai 2010 um 15:39 Uhr

An Stelle eines regelrechten Berichts (keine Zeit, keine Zeit) ein paar Fotos vom heutigen Tag aus Dschidda am Roten Meer:

Das Gästehaus des saudischen Königs, in dem die Bundeskanzlerin gestern empfangen wurde.

Na ja, das musste dann einfach dokumentiert werden. Schließlich kann man die Residenz nicht als Pauschalurlaub buchen.

Im Empfangssaal des königlichen Gästehauses.

Da hinten sitzt die Bundeskanzlerin mit ihrem außenpolitischen Berater Christoph Heusgen beim Frühstück.

Und in der Handelskammer von Dschidda checkt ein Scheich seinen Blackberry.

Ehrenspalier am VIP-Terminal in Dschidda.

Alle Fotos: Jörg Lau

Kategorien: Außenpolitik
Leser-Kommentare
  1. 1.

    … na, wär doch doll, wenn wir auch so ‚ne Art Könige mit all dem Luxus hätten hier in Deutschland, damit ich mir als Deutscher auch mal träumen lassen könnt, ICH wär ein Palastbewohner. Immer bloß mit Fußfallhelden identifizieren, das bringt’s nicht genug. König muss sein! Mit Schloss und allem.

    Aber vielleicht kommen wir ja noch dahin. Die Reichen werden immer reicher, irgendwann werden sie es geschafft haben – und dann können sie sich als neu-feudale Elite ganz absondern vom grauen Mittelstand, der ihnen ihren Reichtum erarbeitet und submissest für die Dienstleistungen sorgt.

    Ich hab gehört, die Banker machen schon wieder Bonusse wie vor dem Crash. Das lässt doch hoffen.

    Wenn’s dann mal so weit ist und die Superreichen haben sich mit ihrem Geld endgültig neu-feudal etabliert, dann könnte ich – wie Jörg Lau – wenigstens mal ein bisschen an diesem charismatischen Luxus schnuppern, zum Beispiel als dienender Journalist oder Troubadour, als Hofchronist oder Hofnarr im Dienste des Neuen Adels.

    Noch ist es nicht so weit, man kann noch kritischen Geist genießen, gerade auch bei Jörg Lau. Wenn man sein Blog liest, wirkt das eine Foto mit ihm in dieser pervers vergoldeten Umgegung ziemlich ironisch.

    Aber vielleicht eben auch prophetisch. Man sieht auf dem Foto, Geld regiert die Welt, und unsereins, vertreten durch Jörg Lau, darf mal gucken.

    Also, Lau-Freunde, genießen wir die letzten Jahrzehnte des freien kritischen Geistes.

    Nach uns die Sintflut!

    • 26. Mai 2010 um 19:48 Uhr
    • Loewe
  2. 2.

    Man kann ja immer noch hoffen, das Frau Merkel vielleicht doch noch irgendwann mal eine Rückenschule macht.

    • 26. Mai 2010 um 20:29 Uhr
    • Leutnant Gustl
  3. 3.

    Herr Lau,

    Sie haben echt einen coolen Job!

  4. 4.

    Sieht alles sehr nobel aus, Reichtum pur.

    Wenn ich mir diesen saudischen Reichtum ansehe, dann wünsche ich mir eine Ölquelle in unserem Garten. Ich bin da ganz bescheiden, eine Quelle, die in etwa die Menge aussprudelt, wie die aktuell im Golf von Mexiko: ca. 1000 Tonnen pro Tag. Ich müßte nie wieder arbeiten gehen, müßte mich nicht mehr jeden Tag krummlegen und meine Leistung bringen, die meine Firma für das Gehalt, das sie mir zahlt, zu Recht von mir erwartet. Aber wenn dieses Wunder tatsächlich geschähe, dann käme der deutsche Staat und würde mich auf der Stelle enteignen, und mein schöner Traum vom Leben im Überfluß wäre mit einem Schlage ausgeträumt.

    Allerdings habe ich mir schon lange abgewöhnt, mich von Reichtum beeindrucken zu lassen. Als Unterprimaner wurde ich von einem Klassenkameraden nach Hause eingeladen. Beide Eltern waren niedergelassene Fachärzte und verdienten damals Ende der 60er Jahre netto zusammen etwa 30.000 DM oder sagar mehr (pro Monat, wohlgemerkt). Damals eine unglaubliche Summe! Ich dagegen kam aus einem Lehrerhaushalt mit 4 schulpflichtigen Kindern. Wieder zu Hause stellte ich mir die Frage: Verdienen die eigentlich, was sie verdienen? Leisten die wirklich so viel mehr, als etwa mein Vater, so daß ihre gesellschaftliche Leistung ihren gigantischen Mehrverdienst rechtfertigt?
    Diese Frage läßt sich heute auch immer wieder stellen, etwa bei völlig überspannten Managergehältern.

    Zum saudischen Reichtum:
    Haben die Saudis in den letzten 50 Jahren irgendetwas geleistet, was ihren sagenhaften Reichtum begründen könnte?
    Im Verhältnis zur Welt verhalten sie sich in allen Bereichen des menschlichen Lebens defizitär, schmarotzerhaft, parasitär.
    Kunst, Musik, Literatur, Theater, Film, Wissenschaft?
    Überall Fehlanzeige!
    Haben sie einen Nobelpreisträger hervorgebracht?
    Haben sie neue Produkte etwa im Bereich der Hochtechnologie entworfen und produziert?
    Haben sie überhaupt ein Produkt entwickelt, daß sich auf den Weltmärkten erfolgreich verkauft (vielleicht außer gebratenem Kamelfleisch und ein paar Datteln und Feigen)?
    Nein! Sie haben nichts Nennenswertes entwickelt, produziert oder hervorgebracht. Sie haben die Welt mit nichts verschönert, interessanter, lebenswerter gemacht; eben bereichert! Fehlanzeige! Ein gigantisches Schwarzes Loch!

    Was ich hier gerade festgestellt habe, gilt übrigens für die meisten arabisch-islamischen Staaten. Aber mit ihrem Ölgeld nehmen sie alles in Anspruch. Sie kaufen sich Waffensysteme der Hochtechnologie und lassen sich von den USA militärisch beschützen. Sie kaufen Handys, Smartphones, Computer und Fernseher, benutzen die teuersten Luxuslimousinen, Luxusjets und Luxusyachten.
    Alle diese Dinge sind Produkte angespanntester wissenschaftlicher Rationalität, ersonnen, erdacht, erprobt in Freiheit und mit härtestem menschlichem Einsatz, schweißtreibender Arbeit und Anstrengung. Wenn ich mir diesen Typ mit seinem Smartphone auf Ihrem Bild ansehe, Herr Lau, dann kommt mir die grüne Kotze, und ich rufe ihm zu: „Gib mir unser Handy wieder, du unfähiger Kameltreiber! Das ist unser Produkt, das in Freiheit und mit und durch Arbeit, Leistung, Anstrengung und Kreativität entstanden ist! Alles Eigenschaften über die ihr ganz offensichtlich nicht verfügt.“

    Mir scheint, dass diese gewaltigen Defizite bei gleichzeitigem Parasitismus, zu Deutsch: Schmarotzertum, mit eine der Gründe darstellen, warum wir uns seit ca. 15 Jahren in einer Streßsituation mit den arabisch-islamischen Staaten befinden. Wir, der Westen mit den USA an der Spitze, sind die heimlich bewunderten und neidvoll schaut man insgeheim zu uns auf. So wie wir sind, so wäre man auch gerne: leistungsstark, tolerant, bewundert und respektiert.
    Doch wenn die Araber in den Spiegel schauen, dann machen sie die bitterböse und erschreckende Erkenntnis: Ohne Öl wären sie bei den alljährlichen Armuts- und Kummerberichten der UN und anderer Organisationen in einem Atemzuge mit den schwarzafrikanischen Staaten genannt: Kennzeichen: hoffnungslose Rückständigkeit und Armut.

    Verehrter Herr Lau, Sie können meinen Beitrag wieder durchstreichen; wie das letzte Mal. In Ihren Augen doch nur alles Hetzerei.

    • 26. Mai 2010 um 22:41 Uhr
    • Bakwahn
  5. 5.

    Herr Lau, jetzt noch das gelbe Bändchen ausziehen und man hält sie glatt für den deutschen Aussenminister – ok, bei den Schuhen müssten sie evtl. noch mal 100 Euro mehr drauflegen 😉

    kein Diss!

    Gibt es eigentlich kein Krawattenzwang? Ich finde Krawattenverweigerer sehr sympathisch, aber Asiaten z.B. fühlen sich durch so eine Aufmachung beleidigt.

    • 26. Mai 2010 um 23:12 Uhr
    • PBUH
  6. 6.

    >pervers vergoldeten Umgegung

    >Sieht alles sehr nobel aus, Reichtum pur.

    Was erwartet ihr ?

    Ist doch recht geschmackvoll und schon fast dezent, toller Teppich.

    In jedem 5+ Sterne Hotel geht es protziger zu, zumindest in Düsseldorf

    • 26. Mai 2010 um 23:56 Uhr
    • PBUH
  7. 7.

    @ Miriam: You bet!
    @ PBUH: Was? Die Schuhe? Die sind aus Buenos Aires! Erste Sahne von Lopez Taibo! (Da bin ich ein bisschen wie Imelda Marcsos.)
    @ Bakwahn: Ich habe ja die goldenen Wasserhähne gar nicht abgebildet. Ist wirklich gewöhnungsbedürftig, dieser Protz. Aber, und darüber schreibe ich hier auch bald: Der König hat verstanden, dass das bald alles Geschichte ist, wenn man die Wirtschaft nicht umstellt. Aber viele wollen da nicht ran, wollen keinen Reformen, weil sie die ganze Gesellschaft umkrempeln würden. Hoch interessant: Man will den Wandel und hat doch das Menetekel des Schah vor Augen, der es zu schnell und zu brutal gemacht hat…

    • 27. Mai 2010 um 00:04 Uhr
    • Jörg Lau
  8. 8.

    @ PBUH: Krawattenzwang gibt es nicht für Journalisten. Außer bei offiziellen Anlässen, wie etwa dem ganzen heutigen Abend in Katar. Pressekonferenz mit Merkel und dem Premier, dann noch ein Hintergrundgespräch mit der Kanzlerin. Da trage ich, keine Sorge, auch bei 38 Grad eine schöne Krawatte, die ich jetzt endlich ablege. Gute Nacht.

    • 27. Mai 2010 um 00:07 Uhr
    • Jörg Lau
  9. 9.

    „Man will den Wandel und hat doch das Menetekel des Schah vor Augen, der es zu schnell und zu brutal gemacht hat…“

    Falsch. Und genau deswegen wird es wieder schief gehen.

    Allerdings werden die Konsequenzen viel extremer werden. Für uns wird das aber wohl keinen Unterschied mehr machen.

    • 27. Mai 2010 um 01:02 Uhr
    • J.S.
  10. 10.

    Was macht Merkel da eigetnlich, außer Geld hin und her zu schieben und Despoten in den Hintern zu kriechen?

    • 27. Mai 2010 um 11:18 Uhr
    • Samuel
  11. 11.

    @ Samuel: Uaah. Die kriecht niemandem in den …
    Es geht um Iran, um Nahost, um Chancen für deutsche Unternehmen (Siemens, EADS, Bahn). Und um die notwendige Modernisierung hier.

    • 27. Mai 2010 um 12:22 Uhr
    • Jörg Lau
  12. 12.

    Was soll denn Deutschland zu Iran oder Nah-Ost beitragen?

    Sollen wir noch mehr Millarden-Kredite, diesmal für Palästinenser und Iraner, aufnehmen?

    „Chancen für deutsche Unternehmen “

    Klingt gut, aber was sollen die da unten schon machen, was die Chinesen nicht billiger und bald besser könnten.

    • 27. Mai 2010 um 12:45 Uhr
    • J.S.
  13. 13.

    Tja, dass denen langsam die Muffe geht, kann man nachvollziehen.
    Die Wirtschaftslage und die nachlassende Ölnachfrage könnten auf Dauer die Ferrarisammlung gefährden. Vielleicht kann Mutter Merkel den Herren von und zu Scheich mit ihrer verständnisvollen Art erstmal die Panik nehmen, dass sie dann in Ruhe und mit kühlem Kopf darüber nachdenken, vielleicht ein paar Sonnenkollektoren in der Wüste zu stellen oder andere kreative Ideen zu entwickeln, die ihnen eine Zukunft am Energiemarkt ermöglichen könnten. Dann klappt´s auch weiterhin mit den Märchenpalästen, in denen ausländische Korrespondenten sich stolz selbst ablichten :-)

    • 27. Mai 2010 um 12:57 Uhr
    • cwspeer
  14. 14.

    „Sonnenkollektoren in der Wüste “

    Damit sich das Öl noch schlechter verkauft?

    Manche Leute haben Ideen!

    • 27. Mai 2010 um 13:24 Uhr
    • J.S.
  15. 15.

    @12

    Die Antwort steht teilweise in #11: EADS…fehlen noch Diehl, Rheinmetall, KrausMaffei, Blohm&Voss, HDW und ein paar kleinere Firmen.

    • 27. Mai 2010 um 13:41 Uhr
    • Mates
  16. 16.

    „Es geht um Chancen für deutsche Unternehmen“

    Nicht mal sich Aufträge verschaffen können Unternehmen mehr alleine. Dafür brauchen sie Mama Merkel und den fürsorglichen Staat. Und so was nennt sich dann „Marktwirtschaft“. Zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    „Und um die notwendige Modernisierung hier.“

    Schön. Man sage den Potentaten, sie sollen abdanken und die Trennung zwischen Staat und Religion einführen. Der Rest kommt von alleine.

    Alles andere ist Hinternkriecherei.

    • 27. Mai 2010 um 14:00 Uhr
    • Samuel
  17. 17.

    @Mates
    Solche Geschäfte würden an den Grünen usw. hierzulande scheitern.

    Ich erinnere an den Ärger wegen des ABC Spürpanzers.

    • 27. Mai 2010 um 14:19 Uhr
    • J.S.
  18. 18.

    „notwendige Modernisierung hier“

    Da muss ich doch mal gleich ins selbe Horn blasen wie die Konservativfraktion hier im Blog (ausnahmsweise). Herr Lau, Sie meinen mit Modernisierung doch bestimmt das Drängen Merkels hin auf die Abschaffung des Händeabhackens, Auspeitschens, Aufhängens, Frauenunterdrückung und so weiter. Hoffe ich zuumindest.

    Und da darf es doch auch gleich mal ein Bisschen Gleichberechtigung der religiösen und sozialen Minimal-mikro-nano-minoritäten in Sa-Udi-Arabien sein. Sicherlich, ganz bestimmt tut dies Merkel.

    Islam ist Faschismus.

    • 27. Mai 2010 um 15:48 Uhr
    • Bergpalme
  19. 19.

    @Bergpalme

    Auf die Gefahr hin, hier die Schreibhand abgehackt zu bekommen, es tut sich wirklich was in Saudi. Das kriege ich von einem guten Freund mit, der dort im Bildungsbereich beratend tätig ist. Er hat auch direkt mit König Abdullah zu tun und betrachtet ihn als ein Modernisierer und Frauenförderer*, der jedoch umsichtig vorgehen muss, um die Konservativen nicht gegen sich aufzubringen.

    (*Für die Feststellung rechne ich damit, dass man man mir nicht nur die Hand, sondern auch den Kopf abhackt. Aber vielleicht rettet mich Jörg Lau, wenn er in Jeddah Gelegenheit hatte, sich ein Bild von der dortigen Uni zu machen.)

  20. 20.

    @Mates & JS
    Man könnte doch das Spionage- und Überwachungssystem, was man erfolgreich an die Mullahs verkauft hat, auch an die arabischen Dispoten verkaufen. Das würde bestimmt einiges rein bringen.

    • 27. Mai 2010 um 16:32 Uhr
    • docaffi
  21. 21.

    @JS

    „Sollen wir noch mehr Millarden-Kredite, diesmal für Palästinenser und Iraner, aufnehmen?“

    Sie Scherzkeks; Deutschland lebt doch u.a. von den Exporten an den Iran.

    • 27. Mai 2010 um 16:40 Uhr
    • docaffi
  22. 22.

    @ J.S.“Sonnenkollektoren in der Wüste ”
    Damit sich das Öl noch schlechter verkauft?

    Genaaaaaaaau! Denn dann verkauft sich der Ökostrom doch wie geschnitten Brot! Anschließend reden wir Ihnen noch freundlich das Händchenabhacken aus und schon haben wir die Welt wieder ein wenig verbessert :-)

    • 27. Mai 2010 um 17:23 Uhr
    • cwspeer
  23. 23.

    @ samule

    das letzte was sie bekommen würden, wenn sie in Saudi-Arabien die Potentaten abschaffen, wäre die Trennung von Staat und Religion. So potent sind die nicht, müssen auf Dutzende Machtgruppen Rücksicht nehmen, und die wahhabitischen Gelehrten verweisen sie auf sozialmoralische Spielwiesen so gut es geht.

  24. 24.

    Schön. Man sage den Potentaten, sie sollen abdanken und die Trennung zwischen Staat und Religion einführen. Der Rest kommt von alleine.

    Manchmal können auch radikale Liberale nahezu naiv-gutmenschig drauf sein.

    • 27. Mai 2010 um 19:51 Uhr
    • N. Neumann
  25. 25.

    Miriam, will ich gerne glauben. ALs ich vor drei Jahren bei einer palästinenischen Familie in Oman verweilte, haben alle mit Grausen von diesem Land geredet. Und die mussten es wissen, da die gesamte Familie über den Globus verstreut, darunter auch im gelobten Land der Sa-Udis, lebt.

    Ein Bisschen Diktatur (des Islam) weniger ist auch eine Diktatur.

    • 27. Mai 2010 um 20:01 Uhr
    • Bergpalme
  26. 26.

    Islam ist Faschismus.

    @ Bergpalme

    Da ist mit Blick auf SA sicher einiges dran.

    Gleichwohl dürfte es für den Rest der Welt deutlich besser sein, wenn sich SA langsam in minimal-mikro-nano-Schrittchen liberalisiert, als schnell und deutlich im Hauruck-Verfahren.

    • 27. Mai 2010 um 20:03 Uhr
    • N. Neumann
  27. 27.

    @ NN, Bergpalme

    gegen diese Gleichsetzung spricht, der konsequente Verzicht auf außenpolitische Abenteuer.

  28. 28.

    @ N. Neumann

    Ich habe gemeint, Merkel sollte es sagen. Dass die in Saudi-Arabien sich daran halten, so naiv bin ich nun wirklich nicht.

    • 27. Mai 2010 um 21:18 Uhr
    • Samuel
  29. 29.

    @27

    Es fliesst doch einiges an Geld nach aussen, u.a. für abenteuerliche Akademien.

    • 27. Mai 2010 um 21:23 Uhr
    • Leutnant Gustl
  30. 30.

    @ LG

    Das ist der Preis, der für das Ruhigstellen gezahlt wird…

    • 27. Mai 2010 um 21:35 Uhr
    • M. Riexinger
  31. 31.

    So groß ist unser Spielraum in Saudi Arabien leider nicht. Wenn das Königshaus dort fällt und die Islamisten an die Macht kommen, ist der Ausbruch des dritten Weltkriegs nur noch eine Frage der Zeit.

    Wir können nur auf Zeit spielen und hoffen das die Islamisten durch irgendeinen glücklichen Zufall weniger werden. Die Chancen stehen allerdings gut das die Islamisten eher noch mehr an Stärke gewinnen.

    • 27. Mai 2010 um 22:09 Uhr
    • J.S.
  32. 32.

    @ J.S.

    Wenn das Königshaus dort fällt und die Islamisten an die Macht kommen, ist der Ausbruch des dritten Weltkriegs nur noch eine Frage der Zeit.

    Drunter machen Sie’s nicht…

    • 27. Mai 2010 um 22:12 Uhr
    • M. Riexinger
  33. 33.

    @ JS: Die ganze Terminologie von Ihnen taugt schon nix. „Islamisten“? Was ist denn der König? Etwa kein „Islamist“? Trotzdem will er die Modernisierung. Die Gefahr liegt wohl kaum darin, dass dort Al-Kaida-Typen an die Macht kommen könnten. Die sind viel zu schwach. Eher darin, dass die zaghaften Modernisierungsversuche abgebrochen werden und irgendwelche Breschnew-Typen ihm und seinen Loyalen nachfolgen. Aber man hört, dass er sehr mit der Organisation seiner Nachfolge und der Bewahrung seiner Linie beschäftigt ist.

    • 27. Mai 2010 um 22:24 Uhr
    • Jörg Lau
  34. 34.

    @Jörg Lau
    „Was ist denn der König? Etwa kein “Islamist”? “

    Nein ein Monarch und seine Anhänger sind Monarchisten.

    „Die Gefahr liegt wohl kaum darin, dass dort Al-Kaida-Typen an die Macht kommen könnten. Die sind viel zu schwach. “

    Das sehe ich anders. Es gibt nur indirekte Hinweise auf die Stärke der Islamisten (oder wie immer man sie nennen will). Und zwar die deutlichen Zugeständnisse des Königs an den Islamismus.
    Letzteres hat der Schah nicht gemacht und ist genau deswegen gestürzt worden.

    Wer würde wohl bei freien Wahlen in Saudi Arabien gewinnen?

    Ein islamistisches Regime in Saudi Arabien wäre dem Westen gegenüber sicher nicht so freundlich sondern regelrecht feindseelig gesonnen.

    Falls ein Theokratisches Saudi Arabien nach der Atombombe streben würde oder Terroristen unterstützten würde, müsste der Westen zusehen. Ein militärischer Angriff gegen das heilige Land der Muslime würden die 1.4 Milliarden Muslime sicher nicht so ohne weiteres hinnehmen.

    Und mit den finanziellen Mitteln aus dem Öl-Reichtum hätten die Islamisten wirklich leichtes Spiel die Situation auf die Spitze zu treiben. Dagegen wäre die Iran Problematik geradezu harmlos.

    Ganz abgesehen davon, das man sich gleich mal auf einen Krieg zwischen einem theokratischen Saudi Arabien und Israel einrichten müsste. Eine Unterstützung Israels gegen das heilige Land der Muslime wäre ebenso extrem problematisch.

    Wie soll man denn so eine Lage unter Kontrolle bringen?

    • 27. Mai 2010 um 23:29 Uhr
    • J.S.
  35. 35.

    Die zur Zeit etwas entspannte Lage in Saudi Arabien ist Folge der exorbitanten Gewinne im Öl-Geschäft in den letzten Jahren. So war es dem Königshaus möglich die Bevökerung ruhig zu stellen.

    Das Grundproblem bleibt aber. Die Bevölkerung wächst, aber die Einnahmen aus dem Öl-Geschäft können nicht beliebig weiter wachsen.

    Es gibt eine Obergrenze des Öl-Preises und die liegt etwa an dem Punkt an dem die Kohleverflüssigung in den USA konkurrenzfähig wird. Vor etwa 8 Jahren hat man gesagt das dieser Punkt bei 65-75 Dollar je Barrel läge. Heute sind das mit Berücksichtigung der Inflation vielleicht 80 Dollar.

    Das heisst wenn dieser Punkt längerfristig überschritten wird, geht es mit dem Lebensstandart der Saudis bergab. Die daraus resultierende Unzufreidenheit werden die Islamistn zu nutzen versuchen und sie haben meiner Meinung nach sehr gute Karten dabei.

    • 27. Mai 2010 um 23:54 Uhr
    • J.S.
  36. 36.

    @M. Riexinger
    „Drunter machen Sie’s nicht…“

    Davon geht die Welt nicht unter
    Sieht man sie manchmal auch grau
    Einmal wird sie wieder bunter
    Einmal wird sie wieder himmelblau
    Geht mal drüber und mal drunter
    Wenn uns der Schädel auch graut
    Davon geht die Welt nicht unter
    Sie wird ja noch gebraucht
    Davon geht die Welt nicht unter
    Sie wird ja noch gebraucht

    Ist es besser so?

    • 28. Mai 2010 um 00:04 Uhr
    • J.S.
  37. 37.

    @ N. Neumann

    Ich weiß nicht, ob Naivität das Problem ist. Naive mit den richtigen Absichten haben schon viel Gutes erreicht, während andere nur diskutiert haben. (Gandhi, Luther-King…). Das Problem mit den radikalen Liberalen ist, dass sie blind für die eigenen Aporien sind. Die verbieten notfalls auch Schulkindern das Beten während der Pause. (Heute in Berlin beschlossen). Und zwar im Namen der Freiheit. Hallo! Im Namen der Freiheit von allem, was nicht in ihr Schema passt oder wie???

    • 28. Mai 2010 um 00:50 Uhr
    • cwspeer
  38. 38.

    @cwspeer

    „Das Problem mit den radikalen Liberalen ist, dass sie blind für die eigenen Aporien sind. Die verbieten notfalls auch Schulkindern das Beten während der Pause. (Heute in Berlin beschlossen). Und zwar im Namen der Freiheit. Hallo! Im Namen der Freiheit von allem, was nicht in ihr Schema passt oder wie???“

    Wie zu befürchten war, haben Sie nicht verstanden, worum es bei diesem Urteil ging. Es ist deshalb wenig überraschend, dass Sie die Entscheidung darauf reduzieren wollen, „Schulkindern das Beten während der Pause[n] zu verbieten“ – was natürlich ganz arg gemein ist…

    Hier zu den Tatsachen: Yunus M. klagte in erster Instanz vor dem VG Berlin auf das Recht, während der Pausen ein rituelles (!) islamisches Gebet abhalten zu dürfen. Es war für den jungen Mann also nicht damit getan, während der Pausen still zu Gott zu sprechen; er musste das vielmehr in recht auffälliger und öffentlichkeitswirksamer Weise tun, mitunter auch mit anderen gemeinschaftlich. Die Schulverwaltung lehnte das ab. Also kam es zum Prozess. Das VG Berlin verkannte die Tragweite seiner Entscheidung und bejahte deshalb erstinstanzlich, dass Yunus M. das Recht zustehe, während der Pausen ein rituelles Gebet abzuhalten, soweit er das für sich nur für religiös verbindlich halte. Die Schulleitung war infolgedessen genötigt, ihm einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen, damit Yunus M. beim Beten erstens anderen nicht den Weg versperrte und zweitens – und wesentlich wichtiger – andere Schüler nicht mit der Zurschaustellung seiner Religion behelligte.

    Das OVG Berlin-Brandenburg hat diese grundlegend falsche Entscheidung des VG Berlin nun korrigiert – und zwar unter anderem deshalb, weil die bisherige Praxis u.a. erheblich gegen die (negative) Religionsfreiheit verstieß.

    Yunus M. hat zunächst einmal deshalb kein Recht, in der Schule öffentlich vor Mitschülern zu beten, weil er diese dabei offensiv mit seinem eigenen Glauben konfrontiert – zudem, ohne dass die Mitschüler ausweichen können. Der Staat ist indes zu unbedingter religiöser Neutralität verpflichtet. Wenn er Kinder schon zwingt, sich für eine bestimmte Zeit jeden Tag in einem bestimmten Gebäude oder auf dem angrenzenden Gelände aufzuhalten, kann er deshalb nicht zulassen, dass sie dort mit einer bestimmten religiösen Betätigung belästigt, mithin auch zu Gunsten einer bestimmten Religion missioniert werden.

    Die „Lösung“ mit dem sog. Gebetsraum war aber noch schlimmer: Sie begründete zunächst einmal Sonderrecht für Yunus M. Wären darüber hinaus andere Gläubige mit dem Wunsch an die Schule herangetreten, gleichfalls während der Pausen ein Gebet abzuhalten, hätte die Schule – wohl oder übel – auch diesen Schülern einen eigenen „Gebetsraum“ zur Verfügung stellen müssen. Die Religionsfreiheit wäre also zu einem allgemeinen „Leistungsrecht“ geworden, das den Schulbetrieb im ungünstigsten Fall lahmlegen könnte.

    Eine solche Praxis, beschränkt nur auf anerkannte Religionen, wäre indes gegenüber Atheisten diskriminierend gewesen: Wenn Yunus M. und anderen (anerkannten) Theisten ein Gebetsraum zusteht, warum sollte dann ein „Atheist“ z.B. nicht das Recht haben, einen eigenen Raum für irgendeine Betätigung zu verlangen, soweit er nur behauptet, das gebiete ihm sein Glauben? Um eine Diskriminierung zu vermeiden, wäre es somit notwendig gewesen, auch auf die (mehr oder minder religiös begründeten) Forderungen dieser „Atheisten“ einzugehen – so absurd sie auch sein mögen.

    Es ist im Übrigen auch eine geradezu groteske Fehlvorstellung, dass es hierbei nur ums „friedliche Beten“ gegangen wäre, das keinen anderen störe und auch nichts von anderen wolle. An einer anderen Schule hatte die Einrichtung eines solchen Gebetsraumes z.B. kurz zuvor dazu geführt, dass Schüler an den Eingängen zu dem Raum „Wachen“ aufstellten, um zu verhindern, dass „Ungläubige“ während des Gebetes eindrangen und dadurch störten. Andersgläubige Schüler waren darüber verständlicherweise entsetzt und fühlten sich eingeschüchtert.

    Religionen sind – auch wenn Sie das wahrscheinlich nicht wahrhaben wollen – immanent darauf gerichtet, andere auszugrenzen und anzufeinden. Das zeigt auch dieses Beispiel. Es geht vor allem aber auch darum, Macht auszuüben und für jedermann verbindliche Normen zu setzen – häufig genug auch für diejenigen, die nicht an diese Religion glauben.

    Das genannte Beispiel macht ferner deutlich, dass es geradezu utopisch ist zu glauben, dass Schüler unterschiedlicher Konfessionen einen „Raum der Stille“ oder Ähnliches ohne weiteres gemeinsam nutzen könnten. Auch die Schule von Yunus M. hat mit einem „inoffiziellen Gebetsraum“ bereits schlechte Erfahrungen gemacht, wie u.a. die Berliner Zeitung zu berichten weiß. Im entsprechenden Artikel, noch im Oktober 2009 geschrieben, heißt es u.a.:

    „Hier geht der 16-jährige Yunus M. zur Schule, der vor Gericht geklagt hatte. Hier hatte ihm Schulleiterin Brigitte Burchardt zunächst das Beten verboten. Vor ein paar Jahren hat es in der Schule schon mal einen inoffiziellen Gebetsraum gegeben. Das Projekt wurde schließlich durch eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen einzelnen Schülern beendet. Mädchen alevitischen Glaubens hatten den Raum genutzt, um ihr Gebet zu verrichten. Strenggläubige sunnitische Schüler waren damit nicht einverstanden, ihrer Ansicht nach war der Raum durch die Anwesenheit von Mädchen entweiht worden. Es kam zu einer Prügelei. Das war das Ende des inoffiziellen Gebetsraumes.“

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/140914/140915.php

    Das Beispiel zeigt, dass das Ausleben von Religionen grundsätzlich nur unnötigen Konfliktstoff in die Schulen trägt, der dort nichts zu suchen hat und der dort sogar weitgehend vermieden werden kann! Im Übrigen scheint es mir wahrscheinlich, dass, gestattete man das Beten in den Schulen, Schüler, die einer religiösen Minderheit angehören, sich gedrängt fühlen könnten (oder gar offensiv gedrängt werden mögen), wenigstens partiell zum Glauben der Mehrheit zu konvertieren, soweit es an jener Schule nur klare religiöse Mehrheiten gibt (vgl. zu diesem Gedanken ebenfalls den verlinkten Artikel, Stichwort: „Schokoriegel“ während des Ramadan.)

    Grundsätzlich ist das Recht von Yunus M. während der Pausen zu beten mithin zwar von seiner positiven Religionsfreiheit umfasst, diese positive Religionsfreiheit muss aber aus den genannten Gründen hinter der negativen Religionsfreiheit der anderen Schüler sowie dem Ziel, einen reibungslosen Schulablauf zu gewährleisten, zurücktreten.

    Weil das Bundesverfassungsgericht sich indes bis heute weigert, Art. 4 GG unter einen allgemeinen Schrankenvorbehalt zu stellen, musste das OVG Güter von Verfassungsrang finden, um eine Beschränkung zu rechtfertigen. Sowohl die negative Religionsfreiheit als auch der „Schulfriede“ haben glücklicherweise Verfassungsrang – letzterer, weil der Staat seinem Erziehungsauftrag sonst wohl nicht mehr nachkommen könnte (das leuchtet ein, stellt man sich nur vor, dass es wegen der unterschiedlichen Bekentnnisse regelmäßig zu Konflikten, gar Prügeleien kommen könnte oder aber eine Schule nahezu sämtliche Klassenräume zur Verfügung stellen müsste, um alle Wünsche der unterschiedlichen „Gläubigen“ zu befriedigen).

    Im Grunde ist aber auch dieses Spiel mit den Verfassungsgütern absurd: Die allgemeinen Schulgesetze geben der Schulleitung und, von dieser ermächtigt, den Lehrern schließlich ein Recht, die Schulordnung durchzusetzen und pädagogische Maßnahmen zu ergreifen (siehe dazu z.B.: § 23 Abs. 2 i.V.m. § 38 Abs. 6 SchulG BW)

    Wenn sich ein Schüler nun, ohne sich auf die Religion zu berufen, auf den Fluren oder in einem Klassenzimmer breitmachte und dabei die anderen Schüler störte, könnte ihm das deshalb ohne weiteres untersagt werden. Weil aber ein Schüler, wie hier Yunus M., sich auf die Religion beruft, soll für ihn plötzlich nicht mehr gelten, was für jedermann ganz selbstverständlich gilt? Das ist absurd.

    Es wäre deshalb besser, das Bundesverfassungsgericht würde von seiner Irrlehre des vermeintlich vorbehaltlos gewährleisteten Art. 4 GG lassen und den allgemeinen Schrankenvorbehalt aus Art. 136 Abs. 1 WRV endlich anerkennen, der über Art. 140 ins Grundgesetz inkorporiert wurde. Aber das nur am Rande. Wie man sieht, lässt sich das Problem mit geschickter Argumentation schließlich auch anders lösen. Richtig ist das Urteil des OVG in jedem Fall. Mit einer „Aporie“ hat all das schon gar nichts zu tun.

    Ein Wort noch zu Ihrem letzten Satz:

    „Im Namen der Freiheit von allem, was nicht in ihr Schema passt oder wie???“

    Sie haben recht, dass es nicht ins „Schema passt“ , dass ein Schüler in einer modernen, von verschiedenen Konfessionen geprägten und deshalb notwendigerweise von bestimmten Konflikten bedrohten Gesellschaft für sich das Recht reklamiert, seine Religion unter allen Umständen in der Schule, also im öffentlichen Raum, ausleben zu dürfen – auch und gerade vor den anderen oder zumindest so, dass sie davon Kenntnis nehmen müssen.

    Wenn man jedem seine persönlichen Wünsche erfüllen wollte, könnte man ohnehin darauf verzichten, Gesetze zu erlassen. Man könnte ferner das hehre Anliegen sogleich in den Papierkorb treten, nicht zu diskriminieren – schon gar nicht aufgrund der Religionszugehörigkeit. Im Namen der „Freiheit“ ist es deshalb sehr wohl – und überdies einzig (!) – geboten, Schüler bei der Betätigung ihrer Religionsfreiheit grundsätzlich auf die schulfreie Zeit zu verweisen, soweit diese irgend nach außen wirkt.

    Eines ist Ihnen daneben wohl auch gänzlich entgangen, wäre jedoch wichtig gewesen, wollte man den Fall richtig einordnet: Nach allem, was man zu dem Verfahren lesen konnte, ist es nämlich nicht so sehr der 16-jährige Yunus M., der um alles in der Welt während der Pause beten will. Der ihm zur Verfügung gestellte Gebetsraum ist in den vergangenen Monaten gar nicht so häufig genutzt worden; vielmehr betete Yunus M. dort nur sehr sporadisch.

    Die wahre Triebkraft hinter dem Prozess dürfte vielmehr der Vater von Yunus M. sein, ein „strenggläubiger“ deutscher Konvertit. Es scheint mir keine Unterstellung zu sein, wenn man behauptet, dass es diesem Mann offenbar sehr wohl darum ging, nicht nur Grenzen auszutesten, sondern ein Zeichen zu setzen. Dass er dabei höchstwahrscheinlich seinen eigenen Sohn instrumentalisierte, um seine eigene wirre Ideologie öffentlich durchzusetzen – auch mittels einer medienwirksamen Klage vor dem VG –, kann ich zwar nicht mit abschließender Gewissheit beweisen, aber es scheint aufgrund der Umstände des Falles mehr als wahrscheinlich.

    Für mich läuft das alles darum darauf hinaus, dass Sie es sich – wieder einmal – viel zu leicht gemacht haben und sich, geradezu trunken vor Selbstzufriedenheit, vermeintliche „Aporieren“ anderer entlarvt zu haben, der Überzeugung hingeben, moralisch überlegen zu sein, obgleich Sie es gewiss nicht sind. Schließlich hat in Ihren Augen wohl das große, böse deutsche Gericht entschieden, dem armen, entrechteten „Schulkind“ nicht zu gestatten, in der Schule zu beten, weil die Richter allesamt Angst vor den Religionen haben. Diese Angst ist in Wahrheit gänzlich unbegründet, gar phobisch; denn alle Religionen sind harmlos und friedlich – obgleich sie freilich mehr Menschen umgebracht haben als alle nicht-religiösen Ideologien.

    Dass es hier in Wahrheit um etwas ganz anderes gehen dürfte, nämlich um den Versuch eines erwachsenen Mannes, mithilfe seines minderjährigen Sohnes die Neutralität des deutschen Staates in Frage zu stellen und die Schule zu einem Ort der Missionierung, vielleicht gar zu einem Ort der religiösen Unterdrückung zu machen, das hat sich Ihnen bei all dem schönen Pathos leider nicht erschlossen; die Gelegenheit, sich der eigenen moralischen Überlegenheit zu versichern, war einmal mehr viel zu verlockend, als dass es lohnend erschienen wäre, einen Versuch zu unternehmen, hinter die Kulissen zu blicken. Ist das nun also Ihre „Aporie“?

    • 28. Mai 2010 um 04:02 Uhr
    • NKB
  39. 39.

    @NKB

    Das ist von cwspeer kein böser Wille. Die Haltung ist prototypisch für weite Kreise unseres religiösen Establishments die durch eine libertäre Sozialisation gegangen sind.
    Dabei hat sich auf Grundlage von anderthalb Generationen wirtschaftlichen Wachstums ein Gefühl der Unangreifbarkeit gebildet. Die Gefahr für die Grundlagen der eigenen Existenz, sowohl indirekt durch gesellschaftliche Veränderungsprozesse, als auch direkt durch den Zusammenprall von Religionen wird nicht mehr wahrgenommen.
    Für die Leute hat das Ende der Geschichte schon vor 1990 stattgefunden. Die treibenden Kräfte der Geschichte, soziale, wirtschaftliche, politische und religiöse Konflikte sind in dieser Vorstellungswelt von den historischen Folgen, nämlich Konflikten in denen es Sieger und Besiegte gibt, völlig entkoppelt.
    Ein neuer 30-jähriger Krieg ist unvorstellbar, denn alle Konflikte können durch Dialog gelöst werden und es wird auch nie mehr Sieger und Besiegte geben, denn durch Dialog „gewinnen alle“.

    Deshalb sind weite Teile der christlichen Kirchen der Hybris verfallen im Islam einen Verbündeten zu sehen, weil mit den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen Religion wieder zum Gegenstand öffentlicher Debatte wird.

    • 28. Mai 2010 um 07:13 Uhr
    • Mates
  40. 40.

    @docaffi

    „Spionagesystem“ und Co…

    Obsession sagt Ihnen was?

    • 28. Mai 2010 um 08:32 Uhr
    • Mates
  41. 41.

    @Mates
    Not lehrt beten.

    • 28. Mai 2010 um 08:50 Uhr
    • J.S.
  42. 42.

    „Falls ein Theokratisches Saudi Arabien nach der Atombombe streben würde…“; „….ist der Ausbruch des dritten Weltkriegs nur noch eine Frage der Zeit“

    Saudi-Arabien hat das das pakistanische Atom-Programm „zu einem nicht unerheblichen Teil finanziert hat“. Es wird vermutet, dass Saudi-Arabien eine Option auf die Bombe erhalten hat. Riad müsste sich nicht erst mühsam die einzelnen Komponenten für ein eigenes Nuklearprogramm zusammen suchen. „Die Saudis hätten genügend Geld, um fertige Atomwaffen zu kaufen“, so Oliver Thränert, Chef der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Mit der CSS-2 und der Ghauri II besitzen die saudischen Streitkräfte nuklearwaffenkompatible Trägersysteme.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Atommacht#Saudi-Arabien

  43. 43.

    @NKB

    Guter Post.
    Hier der Gebetsraum des Islamischen Studentenbunds an der Universität Duisburg-Essen:
    „Zum Mescid gibt es zwei Eingänge. Jeweils eins für Brüder und Schwestern“.

    http://www-stud.uni-essen.de/~seemguer/isb/index.php?site=mescid

    Wenn das Schule macht..

  44. 45.

    @ J.S.

    „Falls ein Theokratisches Saudi Arabien…“

    Saudi-Arabien ist theokratisch.

  45. 46.

    @ cwspeer

    „Naive mit den richtigen Absichten haben schon viel Gutes erreicht, während andere nur diskutiert haben. (Gandhi, Luther-King…)“

    Gandhi ist mitverantwortlich für die Hunderttausende Todesopfer der indischen Teilung. Und er ist mitverantwortlich dafür, dass Indien jahrzehntelang eine sozialistische Autarkiepolitik betrieben hat, die dafür sorgte, dass das Land wirtschaftlich nicht vorankam und noch einmal Hunderttausende verhungerten.

  46. 47.

    Gandhi: „The jews shoud have offered themselves to the butcher’s knife, they should have thrown themselves into the sea from the cliffs.“

    OT
    Tea Parties, British Style. Filthy mob.
    http://davidthompson.typepad.com/davidthompson/2010/05/your-hosts-idea-of-hell.html

    • 28. Mai 2010 um 11:28 Uhr
    • vanfontheweg
  47. 48.

    OT @ JL

    „Wieviel Schmiergeld zahlt dir Ankara für deine pseudo-intellektuelle Brühe, Spiewak? Und auch die ZEIT wird sich fragen lassen müssen, ob nicht die Chefredaktion selber geschmiert wird, sonst hätte sie kaum getarnte Mohammed-Agenten wie Spiewak längst gefeuert!“

    http://fact-fiction.net/?p=4337

  48. 49.

    @ HJS: Ist halt eine von diesen fiesen Hetzseiten. Bitte nicht nochmal zitieren. Dies lasse ich mal als Dokument stehen.

    • 28. Mai 2010 um 11:56 Uhr
    • Jörg Lau
  49. 50.

    @HJ

    Die Fragen von Onkel Kewil sind absolut berechtigt, es gibt bei der Zeit mehrere Autoren, die wirklich plumpeste Islam und Türkei-Lobbyarbeit betreiben.

    Schon aus Sicht der Qualitätskontrolle müssten diese Autoren von Herrn di Lorenzo mal ein bisschen härter angefasst werden.

    • 28. Mai 2010 um 11:58 Uhr
    • PBUH
  50. 51.

    @Jörg Lau

    Ich habe mir mal Spiewak´s redaktionelle Beiträge bei der Zeit durchgesehen.
    Beim Thema Religion, Islam und Migration ist er SEHR EINSEITIG.

    Islam = GUT
    Kirche = MISSBRAUCH
    Migranten = ARM UND UNTERDRÜCKT

    Er hat sich die „Breitseite“ redlich verdient !

    • 28. Mai 2010 um 12:17 Uhr
    • tati
  51. 52.

    Möglicherweise findet Spiewak auch noch diesen 14jährigen toll.

    http://www.zeit.de/2010/18/BP-Spiewak-Hafiz

    Das ist genau die Sorte von jungen Menschen, die wir alle zur Aufrechterhaltung unserer gesellschaftlichen Errungenschaften brauchen. Gell, Herr Lau !

    • 28. Mai 2010 um 12:25 Uhr
    • tati
  52. 53.

    Im nächsten Interview wird dann von Spiewak ein 14jähriger Evangelikaler interviewt, der die Bibel auswendig gelernt hat.

    ODER AUCH NICHT…..

    • 28. Mai 2010 um 12:27 Uhr
    • tati
  53. 54.

    Schaut mal auf http://www.spiegel.de

    Das ist mal so richtig peinlich.

    • 28. Mai 2010 um 12:42 Uhr
    • J.S.
  54. 55.

    Wieso peinlich? Tauss hat es verdient.

  55. 56.

    Vorhin gab es da gar keine Meldung.

    • 28. Mai 2010 um 13:01 Uhr
    • J.S.
  56. 57.

    Vorhin?

  57. 58.

    cwspeer: “Naive mit den richtigen Absichten haben schon viel Gutes erreicht, während andere nur diskutiert haben. (Gandhi, Luther-King…)”

    HJS: … Und er ist mitverantwortlich dafür, dass Indien jahrzehntelang eine sozialistische Autarkiepolitik betrieben hat, die dafür sorgte, dass das Land wirtschaftlich nicht vorankam und noch einmal Hunderttausende verhungerten.

    Das war wohl eher Nehru… Die Rolle Gandhis für die Unabhängigkeit Indies wird jedoch völlig überschätzt, bereits vor dem Ersten Weltkrieg war jedem politisch verantwortlichenin Indien und UK klar, dass das Land im Laufe des Jahrhunderts in irgendeiner Form souverän werden würde. Die Frage war nur wie schnell und wie.

  58. 59.

    @ MR

    „Das war wohl eher Nehru…“

    D’accord. (Wobei Gandhi, wäre er am Leben geblieben, wohl eine ähnliche Politik verfolgt hätte.)

    Meine These von der Mitverantwortung Gandhis für die Toten der Teilung war ja auch eine eher steile.
    Der Kinofilm „Gandhi“ mach ja allein Jinnah für die Teilung verantwortlich. Wie sehen Sie als Pakistan-Experte die Sache?

  59. 61.

    Kurz und gut: Ein vereinigte Indien hätte ohnehin nur als sehr lockerer Staatenbund eine Chance gehabt, insofern können politische Führer auch nur sehr bedingt etwas für die Entwicklung.

  60. 62.

    Interessanter Zeit-Artikel über Gandhi:

    http://www.zeit.de/2005/09/P-Gandhi_?page=all

  61. 63.

    @Mates 40

    Meinen Sie die Obsession, Dispoten und Diktaturen zu helfen?? Dann Ja

    • 29. Mai 2010 um 00:34 Uhr
    • docaffi
  62. Kommentar zum Thema

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