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Mit Merkel in Dschidda

 

An Stelle eines regelrechten Berichts (keine Zeit, keine Zeit) ein paar Fotos vom heutigen Tag aus Dschidda am Roten Meer:

Das Gästehaus des saudischen Königs, in dem die Bundeskanzlerin gestern empfangen wurde.

Na ja, das musste dann einfach dokumentiert werden. Schließlich kann man die Residenz nicht als Pauschalurlaub buchen.

Im Empfangssaal des königlichen Gästehauses.

Da hinten sitzt die Bundeskanzlerin mit ihrem außenpolitischen Berater Christoph Heusgen beim Frühstück.

Und in der Handelskammer von Dschidda checkt ein Scheich seinen Blackberry.

Ehrenspalier am VIP-Terminal in Dschidda.

Alle Fotos: Jörg Lau

63 Kommentare

  1.   Loewe

    … na, wär doch doll, wenn wir auch so ‘ne Art Könige mit all dem Luxus hätten hier in Deutschland, damit ich mir als Deutscher auch mal träumen lassen könnt, ICH wär ein Palastbewohner. Immer bloß mit Fußfallhelden identifizieren, das bringt’s nicht genug. König muss sein! Mit Schloss und allem.

    Aber vielleicht kommen wir ja noch dahin. Die Reichen werden immer reicher, irgendwann werden sie es geschafft haben – und dann können sie sich als neu-feudale Elite ganz absondern vom grauen Mittelstand, der ihnen ihren Reichtum erarbeitet und submissest für die Dienstleistungen sorgt.

    Ich hab gehört, die Banker machen schon wieder Bonusse wie vor dem Crash. Das lässt doch hoffen.

    Wenn’s dann mal so weit ist und die Superreichen haben sich mit ihrem Geld endgültig neu-feudal etabliert, dann könnte ich – wie Jörg Lau – wenigstens mal ein bisschen an diesem charismatischen Luxus schnuppern, zum Beispiel als dienender Journalist oder Troubadour, als Hofchronist oder Hofnarr im Dienste des Neuen Adels.

    Noch ist es nicht so weit, man kann noch kritischen Geist genießen, gerade auch bei Jörg Lau. Wenn man sein Blog liest, wirkt das eine Foto mit ihm in dieser pervers vergoldeten Umgegung ziemlich ironisch.

    Aber vielleicht eben auch prophetisch. Man sieht auf dem Foto, Geld regiert die Welt, und unsereins, vertreten durch Jörg Lau, darf mal gucken.

    Also, Lau-Freunde, genießen wir die letzten Jahrzehnte des freien kritischen Geistes.

    Nach uns die Sintflut!

  2.   Leutnant Gustl

    Man kann ja immer noch hoffen, das Frau Merkel vielleicht doch noch irgendwann mal eine Rückenschule macht.


  3. Herr Lau,

    Sie haben echt einen coolen Job!

  4.   Bakwahn

    Sieht alles sehr nobel aus, Reichtum pur.

    Wenn ich mir diesen saudischen Reichtum ansehe, dann wünsche ich mir eine Ölquelle in unserem Garten. Ich bin da ganz bescheiden, eine Quelle, die in etwa die Menge aussprudelt, wie die aktuell im Golf von Mexiko: ca. 1000 Tonnen pro Tag. Ich müßte nie wieder arbeiten gehen, müßte mich nicht mehr jeden Tag krummlegen und meine Leistung bringen, die meine Firma für das Gehalt, das sie mir zahlt, zu Recht von mir erwartet. Aber wenn dieses Wunder tatsächlich geschähe, dann käme der deutsche Staat und würde mich auf der Stelle enteignen, und mein schöner Traum vom Leben im Überfluß wäre mit einem Schlage ausgeträumt.

    Allerdings habe ich mir schon lange abgewöhnt, mich von Reichtum beeindrucken zu lassen. Als Unterprimaner wurde ich von einem Klassenkameraden nach Hause eingeladen. Beide Eltern waren niedergelassene Fachärzte und verdienten damals Ende der 60er Jahre netto zusammen etwa 30.000 DM oder sagar mehr (pro Monat, wohlgemerkt). Damals eine unglaubliche Summe! Ich dagegen kam aus einem Lehrerhaushalt mit 4 schulpflichtigen Kindern. Wieder zu Hause stellte ich mir die Frage: Verdienen die eigentlich, was sie verdienen? Leisten die wirklich so viel mehr, als etwa mein Vater, so daß ihre gesellschaftliche Leistung ihren gigantischen Mehrverdienst rechtfertigt?
    Diese Frage läßt sich heute auch immer wieder stellen, etwa bei völlig überspannten Managergehältern.

    Zum saudischen Reichtum:
    Haben die Saudis in den letzten 50 Jahren irgendetwas geleistet, was ihren sagenhaften Reichtum begründen könnte?
    Im Verhältnis zur Welt verhalten sie sich in allen Bereichen des menschlichen Lebens defizitär, schmarotzerhaft, parasitär.
    Kunst, Musik, Literatur, Theater, Film, Wissenschaft?
    Überall Fehlanzeige!
    Haben sie einen Nobelpreisträger hervorgebracht?
    Haben sie neue Produkte etwa im Bereich der Hochtechnologie entworfen und produziert?
    Haben sie überhaupt ein Produkt entwickelt, daß sich auf den Weltmärkten erfolgreich verkauft (vielleicht außer gebratenem Kamelfleisch und ein paar Datteln und Feigen)?
    Nein! Sie haben nichts Nennenswertes entwickelt, produziert oder hervorgebracht. Sie haben die Welt mit nichts verschönert, interessanter, lebenswerter gemacht; eben bereichert! Fehlanzeige! Ein gigantisches Schwarzes Loch!

    Was ich hier gerade festgestellt habe, gilt übrigens für die meisten arabisch-islamischen Staaten. Aber mit ihrem Ölgeld nehmen sie alles in Anspruch. Sie kaufen sich Waffensysteme der Hochtechnologie und lassen sich von den USA militärisch beschützen. Sie kaufen Handys, Smartphones, Computer und Fernseher, benutzen die teuersten Luxuslimousinen, Luxusjets und Luxusyachten.
    Alle diese Dinge sind Produkte angespanntester wissenschaftlicher Rationalität, ersonnen, erdacht, erprobt in Freiheit und mit härtestem menschlichem Einsatz, schweißtreibender Arbeit und Anstrengung. Wenn ich mir diesen Typ mit seinem Smartphone auf Ihrem Bild ansehe, Herr Lau, dann kommt mir die grüne Kotze, und ich rufe ihm zu: „Gib mir unser Handy wieder, du unfähiger Kameltreiber! Das ist unser Produkt, das in Freiheit und mit und durch Arbeit, Leistung, Anstrengung und Kreativität entstanden ist! Alles Eigenschaften über die ihr ganz offensichtlich nicht verfügt.“

    Mir scheint, dass diese gewaltigen Defizite bei gleichzeitigem Parasitismus, zu Deutsch: Schmarotzertum, mit eine der Gründe darstellen, warum wir uns seit ca. 15 Jahren in einer Streßsituation mit den arabisch-islamischen Staaten befinden. Wir, der Westen mit den USA an der Spitze, sind die heimlich bewunderten und neidvoll schaut man insgeheim zu uns auf. So wie wir sind, so wäre man auch gerne: leistungsstark, tolerant, bewundert und respektiert.
    Doch wenn die Araber in den Spiegel schauen, dann machen sie die bitterböse und erschreckende Erkenntnis: Ohne Öl wären sie bei den alljährlichen Armuts- und Kummerberichten der UN und anderer Organisationen in einem Atemzuge mit den schwarzafrikanischen Staaten genannt: Kennzeichen: hoffnungslose Rückständigkeit und Armut.

    Verehrter Herr Lau, Sie können meinen Beitrag wieder durchstreichen; wie das letzte Mal. In Ihren Augen doch nur alles Hetzerei.

  5.   PBUH

    Herr Lau, jetzt noch das gelbe Bändchen ausziehen und man hält sie glatt für den deutschen Aussenminister – ok, bei den Schuhen müssten sie evtl. noch mal 100 Euro mehr drauflegen 😉

    kein Diss!

    Gibt es eigentlich kein Krawattenzwang? Ich finde Krawattenverweigerer sehr sympathisch, aber Asiaten z.B. fühlen sich durch so eine Aufmachung beleidigt.

  6.   PBUH

    >pervers vergoldeten Umgegung

    >Sieht alles sehr nobel aus, Reichtum pur.

    Was erwartet ihr ?

    Ist doch recht geschmackvoll und schon fast dezent, toller Teppich.

    In jedem 5+ Sterne Hotel geht es protziger zu, zumindest in Düsseldorf

  7.   Jörg Lau

    @ Miriam: You bet!
    @ PBUH: Was? Die Schuhe? Die sind aus Buenos Aires! Erste Sahne von Lopez Taibo! (Da bin ich ein bisschen wie Imelda Marcsos.)
    @ Bakwahn: Ich habe ja die goldenen Wasserhähne gar nicht abgebildet. Ist wirklich gewöhnungsbedürftig, dieser Protz. Aber, und darüber schreibe ich hier auch bald: Der König hat verstanden, dass das bald alles Geschichte ist, wenn man die Wirtschaft nicht umstellt. Aber viele wollen da nicht ran, wollen keinen Reformen, weil sie die ganze Gesellschaft umkrempeln würden. Hoch interessant: Man will den Wandel und hat doch das Menetekel des Schah vor Augen, der es zu schnell und zu brutal gemacht hat…

  8.   Jörg Lau

    @ PBUH: Krawattenzwang gibt es nicht für Journalisten. Außer bei offiziellen Anlässen, wie etwa dem ganzen heutigen Abend in Katar. Pressekonferenz mit Merkel und dem Premier, dann noch ein Hintergrundgespräch mit der Kanzlerin. Da trage ich, keine Sorge, auch bei 38 Grad eine schöne Krawatte, die ich jetzt endlich ablege. Gute Nacht.

  9.   J.S.

    “Man will den Wandel und hat doch das Menetekel des Schah vor Augen, der es zu schnell und zu brutal gemacht hat…”

    Falsch. Und genau deswegen wird es wieder schief gehen.

    Allerdings werden die Konsequenzen viel extremer werden. Für uns wird das aber wohl keinen Unterschied mehr machen.

  10.   Samuel

    Was macht Merkel da eigetnlich, außer Geld hin und her zu schieben und Despoten in den Hintern zu kriechen?