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Wie die Blockade Gaza kaputt (und seine Einwohner krank) macht

 

Dies beschreibt Yousef Munayyer in einem kurzen und faktenreichen Stück für Foreign Policy. Seine Informationen beruhen auf den Angaben internationaer Hilfsorganisatonen. Teils sind es auch Zahlen israelischer Organisationen.

Viele Menschen leben mit Stromausfall von 8-12 Stunden täglich. Die Wasserqualität ist gefährlich, weil die zerstörten Abwassersysteme wegen der Blockade nicht wieder aufgebaut werden und die Entsalzungskapazitäten nicht ausreichen. Es herrscht chronische Mangelernährung bei über 10 Prozent der Bevölkerung, vor allem bei Frauen und Kindern. Medizinische Versorgung ist wegen der zerstörten Infrastruktur sehr eingeschränkt. 60 Prozent der produzierenden Industrie ist geschlossen, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 40 Prozent. Der Fischfang, einst eine Exportindustrie, kann wegen der Beschränkung der befahrbaren Seemeilen den Eigenbedarf nicht mehr decken. Fisch wird aus Israel importiert.

Und eine solche Politik soll nicht Hass säen?

75 Kommentare

  1.   PBUH

    Nix besonderes, in mindestens 75% der Welt sieht es ähnlich oder schlimmer aus.

    Zumal sind die Palis an ihrer Lage selbst schuld.

    >Und eine solche Politik soll nicht Hass säen?

    Selbsthass wäre also angebrachter.


  2. Kein Wunder, dass in einer solchen Lage die Bauernfänger leichtes Spiel mit der Bevölkerung haben…das kann von Populisten gut genutzt werden, um Hass zu erzeugen.

    Für die Bevölkerung eine Katastrophe.

  3.   Samuel

    „Und eine solche Politik soll nicht Hass säen?“

    War der Hass nicht schon vorher da?

  4.   Samuel

    Andererseits wäre es mal an der Zeit konstruktiv zu werden. Wie würden Sie, Herr Lau, denn das Problem lösen?

  5.   J.S.

    Und was soll man tun? Wir können die Hamas nicht zwingen die Lebensumstände zu verbessern und wenn es die Israelis täten wäre das Geschrei groß.

    Der zynische Satz vom fetten Hamas Boss zur Ablehnung der Hilfsgüter klingt mir noch in den Ohren: (frei übersetzt)“Wir wollen nicht fett werden sondern die Blockade brechen.“

  6.   J.S.

    „War der Hass nicht schon vorher da?“

    Ja.die Lebensumstände sind Folge und nicht Ursache des Hasses.

    Wenn WIR eines gelernt haben müssten dann das.

  7.   Jörg Lau

    @ Samuel: Infrastruktur aufbauen, Nahrungsmittel ohne Einschränkung erlauben, medizinische Versorgung sichern, Jobs schaffen, Wirtschaft ankurbeln, den Menschen Perspektiven bieten. Wer nichts zu verlieren hat, wird immer gefährlich sein. In Ramallah ist all das möglich. Dort blüht die Wirtschaft auf.
    Noch vor wenigen Jahren hätte niemand das für möglich gehalten. Erinnern Sie sich an die Belagerung von Arafats Compound.
    Israel kann sich gegen die Angriffe aus Gaza schützen. Es darf auch zurückschlagen, wenn diese nicht aufhören. Aber Kollektivbestrafung von 1,4 Millionen ist nicht rechtens und auch nicht erfolgversprechend.


  8. Zurück auf Kurs. Ich hatte mich schon gewundert.

  9.   Zagreus

    Und eine solche Politik soll nicht Hass säen?

    Sicherlich tut sie das.

    Aber: Na und? Inwieweit macht das nun einen Unterschied zu vorher?
    Gab es vorher keinen Hass oder wesentlich weniger?
    Die Blockade (inc. Mauer) ist errichtet worden vor allem, um selbstmordattentäter eben als Gaza abzuhalten, um Raketenangriffe zu minimieren und um zu verhindern, daß Waffen in den gazah eingeführt werden.
    Aufgrund des Entführten IDF-Soldaten, der seit jahren nun festgehalten wird von Hamss & Co., und der erkennbar feindlichen Einstellung von Hamas & Co. werden auch andere Güter – Luxusgüter und Baumaterialien & co. nicht in den Gaza geliefert. Teils, weil sie eben auch als Waffe Verwendung finden können, teils einfach sicherlich um Druck auszuüben.
    Ein Abwasserrohr z. b. für ein Haus kann sehr wohl auch nach einer geringen Modifikation als Hülle für eine Rakete dienen – möchte man das nicht und liefert darum keine abwasserrohre mehr, gibt es aber auch keine Reperaturmöglichkeiten für Hauser, deren Abwasserrohre beschädigt wurden.

    Wir sollten uns über zwei grundsätzliche Sachen einig sein:
    – Die Hamas ist ein religiös-faschistoide Gruppierung, die aber von der Bevölkerung im Gaza gewählt wurde, so an die Macht kam und nun eine Art Terrorregime in Gaza betreibt inc. ermordung all derer Palästinenser, die sie als ‚Verräter‘ oder ‚unislamisch‘ einstuft.
    – Bis vor nicht einmal 100 Jahren hätte es soetwas wie das Palästinenserproblem und speziell Gaza nicht lange gegeben – die wären von jeder Regierung umgebracht bzw. deportiert worden – egal welcher, ob die Briten, Franzosen, Italiener, Deutschen, Osmanen oder Amerikaner etc.
    Vielleicht sollte man dies berücksichten und einmal von der anderen Seite die Sache betrachten – dass nämlich die Palästinenser in gaza froh sein dürfen, daß sie nicht abgeschlachtet werden (wie es z. b. bedauerlicherweise immer noch immer wieder geschieht weltweit wie in Dafur zuletzt) und ihre lebensumstände im Vergleich dazu regelrecht paradiesisch sind.
    Auch sollte man bedenken, daß, wenn man anerkennt, daß die Hamas eine religiös-faschistoide Gruppierung ist, die im Gaza einen Rückhalt in der Bevölkerung hat und die zugleich diktatorisch über Gaza herrscht, man möglicherweise mit zivilgesellschaftlichen Vorstellungen und Werten mehr die Hamas stützt als einen echten Schritt in Richtung Frieden macht.
    Nur weil eine Bevölkerung leiden könnte (und es auch tut), sollte man nicht von entsprechenden Maßnahmen absehen.
    Mit der Argumentation, daß z. b. eine Blockade vor allem auch die Armen treffen würde (was sie ja auch tut), wäre gar keine Blockade mehr möglich – denn jede Blockade trifft auch immer Unschuldige. Genauso auch jeder Bombenangriff, jede Grenze usw… – damit wäre ein Krieg eines Staates gegenüber einer Gruppierung, die sich in einer Bevölkerung mit deren Unterstützung verbirgt, nicht mehr möglich – die Angriffe dieser Gruppierung würden aber weiterhin erfolgen.
    Wenn man etwas einfordert, muss man es von beiden Seiten einfordern – bzw. die Interesse beiden Seiten gleichermaßen berücksichtigen.

    Gaza mag 40% Arbeitslose haben und sie mögen täglich Stromausfälle von 8-12 std. haben.
    Gegenfrage: wieviele menschen auf der Welt, die NICHT in einem Krieg verwickelt sind, haben es da schlechter, haben z. b. gar keinen Strom, gar keine medizinische Versorgung etc…?
    Man mache sich bitte klar, daß im Grunde die Palästinenser in Gaza auf sehr hohem Niveau klagen, wenn auch nicht auf mitteleuropäischen – und das, obwohl sie seit Jahrzehnten !!! so gut wie kein geld erwirtschaften, es auch nicht könnten auf den kleinen Gebiet und der dort existierenden Möglichkeiten in Hinsicht auf Industrie, Forschung, Land- & Seewirtschaft, in Relation zur Bevölkerungsanzahl und deren Anwachsen in den letzten Jahrzehnten, selbst wenn es gar keinen Krieg und keine Seeblockade gäbe.
    Gaza mit seiner jetzigen bevölkerung kann nur mit massiven Finanzmitteln aus dem Ausland überleben – völlig abgesehen davon,. ob es eine Blockade gibt oder nicht.
    Ich bitte dies alles sich einmal ruhig durch den Kopf gehen zu lassen.