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Hürriyet: Hohe Selbstmordrate unter türkischen Frauen

Von 21. Juni 2010 um 10:18 Uhr

Damit es nicht immer wieder heißt, die deutsche Presse ergehe sich allzu gerne in Negativmeldungen über Integration und Frauenrechte, hier ein Beispiel aus der türkischen Presse von heute. Hürriyet berichtet, dass die Selbstmordrate unter türkischen Frauen und Mädchen doppelt so hoch ist wie bei Deutschen, die Zahl der Suizidversuche gar fünf mal höher :

«Selbstmord-Alarm», heißt es auf der Titelseite der HÜRRIYET. Laut Zeitung hat «die Selbstmordrate unter türkischstämmigen Frauen in Deutschland besorgniserregende Dimensionen erreicht». Während 100 deutsche Frauen von 100.000 einen Selbstmord begingen, betrage die Zahl unter türkischstämmigen Frauen 200. Die Zahl der Suizidversuche unter türkischstämmigen Mädchen sei um das fünffache höher als unter deutschen. Nach Angaben der Psychologin Meryem Schouler-Ocak seien die Hauptursachen «innerfamiliäre Gewalt, Kommunikationslosigkeit, Verbote und Zwangsehen».

Auch seien der Status als Migrantin und Armut entscheidende Faktoren, so Schouler-Ocak. Anlässlich dieser Zahlen wende sich das Forschungsministerium und die Berliner Charité ab heute mit der Kampagne «Beende Dein Schweigen, nicht Dein Leben» an die gefährdeten Frauen.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Herr Lau,

    natürlich ist wohl in den meisten Fällen ein aufgezwungener Lebensstil dieser Mädchen/Frauen die Ursache, für einen Selbstmord. Manche werden hier aufhören zu denken. Andere werden weiter denken, und überlegen, wie man diesen Mädchen helfen kann. Vernünftige Menschen denken dann an Frauenhäuser, Hilfsangebote und daran, den Mädchen wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ermöglichen. Die wenige vernünftigen werden nur gegen die Familien hetzen, und letztendlich mit gegen diese betroffenen Mädchen, sodass im Endeffekt die Diskriminierung dieser Mädchen auch außerfamiliär fortgesetzt wird. Diese werden dann vorheucheln, im Sinne der Mädchen zu propagieren.

    • 21. Juni 2010 um 12:47 Uhr
    • Erol Bulut
  2. 2.

    @EB
    Kommt selten vor, aber diesmal stimme ich Ihnen zu.

    • 21. Juni 2010 um 13:03 Uhr
    • lebowski
  3. 3.

    –Erol Bulut

    “Die wenige vernünftigen werden nur gegen die Familien hetzen, und letztendlich mit gegen diese betroffenen Mädchen, sodass im Endeffekt die Diskriminierung dieser Mädchen auch außerfamiliär fortgesetzt wird.”

    Schön wie Sie die Kurve weg von den Tätern und hin zum Opferzustand wieder hingekriegt haben.

  4. 4.

    Nee, da hat EB schon recht.

    Wir haben als Gesellschaft eine Verantwortung für diee Mädchen. Kritk ohne Hilfe geht nicht.
    Und Kritik ohne Selbstkritisches Hinterfragen erst recht nicht.

    Wir haben aber durchaus Frauen und Mädchenhäuser so dss man Kritik an den Familienstruckturen keineswegs hinter dem Berg halten müsste.

    • 21. Juni 2010 um 13:40 Uhr
    • J.S.
  5. 5.

    Na das ist doch sicher einfach zu verstehen,

    auf einen “Ehrenmord”
    komen sicherlich hunderte wenn nicht tausende Mädchen und Frauen
    die sich nach Bedrohungen Verbalen und Körperlichen Attacken
    aus der Familie ihren Schicksale ergeben.

    Und die Unterdrückung irgendwann nicht mehr ertragen.

    Traurig und Abscheulich ist die Kultur die dieses Hervorbringt.

  6. 6.

    Nachsatz:
    Der Islam ist die “Kultur” die dieses Hervorbringt,
    wie wir von Pakistan, über Saudi Arabien
    (Schön das da die Feuerwehr seit kurzem auch Frauen retten darf) über die Türkei und Toll jetzt auch in Europa ihren
    bösen Einfluss ausübt…

  7. 7.

    @Erol Bulut
    >>natürlich ist wohl in den meisten Fällen ein aufgezwungener Lebensstil dieser Mädchen/Frauen die Ursache, für einen Selbstmord. Manche werden hier aufhören zu denken. (…) Vernünftige Menschen denken dann an Frauenhäuser, Hilfsangebote und daran, den Mädchen wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ermöglichen>>

    Vernünftige Menschen erkennen auch, dass Frauenhäuser (und die wenigen Mädchenhäuser) an der Ursache des Problems nichts ändern werden. Die hat nämlich mit der traditionellen Erziehung zu tun: mit Bevormundung; mit der Weigerung, die Töchter freizusetzen und zuzulassen, dass sie ihr eigenes (und nicht das von den Eltern vorbestimmte) Leben leben; mit der Angst um die Ehre.
    Ohne kritische Selbstreflexion innerhalb der türkischen und kurdischen Communities wird sich daher nicht viel tun. Und glauben Sie mir: Ich arbeite mit Sozialarbeitern (Schule und Jugendamt) zusammen, habe Kontakte zu Frauenhausmitarbeiterinnen sowie Mitarbeiterinnen von Organisationen wie Terre des Femmes, die allesamt daran arbeiten, gefährdeten Mädchen zu helfen. Aber solange die (Denk)Strukturen innerhalb der Communities erhalten bleiben, solange werden sie nur Feuerwehr spielen können. Und das ist tragisch.

    Vor ein Paar Monaten habe ich ein kurdisches Mädchen (9. Klasse, HS) kennengelernt, dessen Verzweiflung deutlich spürbar war. Sie könnte durchaus selbstmordgefährdet sein oder werden, habe ich mir damals gedacht. Über die Begegnung habe ich hier berichtet:
    http://blog.zeit.de/joerglau/2010/02/18/wie-schafft-man-den-ubergang-in-die-moderne_3457

    Übrigens. Sie machen es ganz geschickt, Erol. Genauso geschickt wie bei der Hamas (sinngemäß: natürlich ist das eine Drecksbande, aber kehren wir zu den eigentlichen Bösen zurück: die Israelis). Sie sehen zwar ein, dass es einen aufgezwungenen Lebensstil gibt, der für die hohe Selbstmordrate ursächlich ist, aber Sie versuchen die Diskussion sofort davon wegzulenken hin zu eigentlichen Bösen: den (deutschen bzw. nichttürkischen) Mitbloggern, die aus Ihrer Sicht versuchen, daraus Kapital zu schlagen.

  8. 8.

    Seien wir doch mal ehrlich: Ohne den Zionismus gäbe es diese Problematik nicht.

    • 21. Juni 2010 um 14:56 Uhr
    • Samuel
  9. Kommentar zum Thema

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