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Gibt es eine Zukunft für Christen in Ägypten?

 

Den bisher detailliertesten Augenzeugenreport von dem Massaker an den Kopten in Kairo hat Yasmine El Rashidi in der New York Review of Books abgeliefert. Es ist ein erschütterndes Dokument, das leider meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt, dass Ägypten in Gefahr ist, sich unter dem Druck der Islamisten, der Ex-Mubarak-Kräfte und des wütenden Pöbels zur Hölle für Andersgläubige zu wandeln.

Around 7:30 PM, I received text and Twitter messages that an announcer for State TV had on air called for Egyptians to go down and “defend the soldiers who protected the Egyptian revolution” against “armed Copts” who had opened fire and were killing soldiers. Looking around me, I could see that many of those gathered in the tight area around the TV building seemed to have responded to the call. Rough-looking men were arriving in groups; people said they were neighborhood thugs. They held bludgeons, wooden planks, knives, and even swords, and walked boldly into the chaos of burning cars, flying bullets, and glass. “We’ll kill any Christian we get our hands on,” one of them shouted. Someone tweeted that he was in the middle of what looked like a militia, “men with clubs and antique pistols.” Nearby, a young girl was harassed, and a mob assaulted a young Coptic couple, beating them and ripping their clothes. One of the perpetrators emerged from the gang with blood on his hands. “Christian blood!” he boasted. (The couple survived—rushed away by ambulance to be treated for wounds and possible fractures.)

For the next few hours, the violence ebbed and flowed between riot police, soldiers, Copts, and mobs. I could see clashes up on the bridge and was told that the army was chasing protesters through the streets of downtown. I was chased myself at one point, up a ramp. Young boys were also flocking in—many of them teenagers, some as young as nine or ten. They picked up rocks and threw them, challenging anyone to fight back, shrieking insults about Christians, and chanting for an Islamic state. Many of them looked familiar—the same youth I had seen gather outside the Israeli embassy a few weeks before, and at other protests in recent months that had turned violent. Soldiers looked on, many of them leaving the rowdy crowds to battle, while others tried to break up the mobs. The sirens of ambulances rushing to and from the area could be heard in all directions.

 Vivian and Michael

By 10 p.m., as the crackdown continued and dozens of box-shaped olive-green Central Security Forces trucks rolled in as reinforcement, 23-year-old Michael, the young Copt I had met in Shubra that afternoon, had been confirmed dead. Images and footage from the morgue taken by friends show him covered in a white sheet while his fiancée Vivian sobbed by his side, holding his hand, saying she wouldn’t leave him. He had been crushed beneath a twelve-ton APC. His legs had been almost severed and internal organs ruptured. Police then beat him as he lay on the sidewalk, Vivian begging them to have mercy as he gasped his last breaths. “You infidel,” they had screamed back at her.

 

Frau El Rashidi beschreibt auch, dass es für den Mörder an den Christen in Nag Hammadi, der kürzlich hingerichtet wurde, eine nach tausenden zählende Trauerprozession gab:

On Tuesday, as Copts were mourning their loved ones, the funeral procession of the executed gunman, El-Kamouny, marched through the streets of the southern city where he opened fire on Copts as they were leaving church on Christmas eve, killing six. Thousands of Muslims marched through the streets with his coffin. They chanted “La Illaha IlaAllah, La Illaha IlaAllah, El-Kamouny shaheed Allah” (There is no God but Allah, There is no God but Allah, El-Kamouny is a martyr of Allah). People cheered them on. El-Kamouny, in their eyes, was a hero.

Schande.

120 Kommentare

  1.   6bb6

    Das hat natürlich nichts mit dem Islam zu tun.

  2.   Mates

    @JL

    Das die schlimmsten Befürchtungen der Skeptiker wahr zu werden drohen, geschenkt.

    Aber was schließen Sie daraus auf die Situation in Deutschland und Europa? Halten Sie Befürchtungen die letztendlich auf bürgerkriegsähnliche Zustände hinaus laufen immer noch für absurde Phantasterei?

  3.   Cem Gülay

    Jörg Lau

    Fragen Sie doch Hamed Abdel Samad. Der lebt jetzt in Berlin bei mir um die Ecke. Ich könnte ein Interview arrangieren oder ich gebe ihnen seine Telefonnummer

  4.   tati

    Die Ägypter, die sich ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Religionen in ihrem Land vorstellen können, sind eine Minderheit – und sie werden die weitgehende Islamisierung Ägyptens nicht verhindern können.
    Die Christenhatz wird sich verschärfen, die Vorkommnisse der letzten Wochen sind nur ein Anfang.
    Irgendwann wird auch der letzte Islamapologet begreifen was passiert, wenn der Islam dominiert.

  5.   Bredow

    Wir sollten uns langsam mal die Frage stellen wie hoch der Prozentsatz der Moslems ist, die sich ein vollumfänglich gleichberechtigtes Zusammenleben in unserem, oder mittlerweile besser, in diesem Land vorstellen können und das auch wollen.

  6.   tati

    @Bredow 5

    Ihre Frage lässt sich schwer pauschal beantworten.

    Bei den türkischstämmigen Muslimen sollte man davon ausgehen, daß alle, die sich Ehepartner aus der Türkei holen, dies nicht wollen.

    Bei den iranischstämmigen Muslimen wird der Wunsch nach gleichberechtigtem Zusammenleben sicherlich von der grossen Mehrheit getragen.

    Bei den biodeutschen Muslimen bzw. Konvertiten sehe ich eher den Wunsch sich von der Mehrheitsgesellschaft abzuwenden, wobei die Salafisten lediglich die extremste Form verkörpern.

    Bei Muslimen aus anderen Ländern, insbesondere bei hier aufgenommenen Flüchtlingen (Afghanistan, Somalia etc.) gibt es allemal grosse Akzeptanzdefizite bei der Begegnung mit dem westlichen Lebensstil – insbesondere was das Thema Gleichberechtigung von Frau und Mann angeht.

  7.   Bredow

    Die Frage nach dem Prozentsatz sollte aber einzig und allein eine rhetorische sein weil wir ein Grundgesetz haben, das eine rechtliche vollumfängliche Gleichberechtigung aller hier lebenden Menschen zur Grundlage hat. Allein die Tatsache, daß wir uns mit dieser Frage herumschlagen müssen, ist eine Ungeheuerlichkeit.

  8.   Miriam G.

    . El-Kamouny, in their eyes, was a hero.

    So wie die gestern von den Israelis entlassenen Terroristen. Alles (bzw. Allahs?) Helden.


  9. Frage: … Viele Algerierinnen und Algerier …haben Sie kritisiert, weil Sie Parallelen zwischen dem Nationalsozialismus und dem Islamismus ziehen. Ist das nicht tatsächlich übertrieben? Der Islamismus sieht doch nicht per se die Ausrottung bzw. Unterwerfung anderer Völker vor? Und nicht alle Islamisten wollen mit Gewalt die Scharia einführen bzw. Frauen unter den Schleier zwingen?

    Sansal: Irrtum! Ich habe die Entwicklung des Islamismus seit seiner Entstehung bis heute verfolgt und die Diskurse analysiert. Es gibt meiner Meinung nach enorme Ähnlichkeiten, in vieler Hinsicht.

    Es gibt die Idee der Eroberung – die Eroberung der Seelen –,
    aber auch der Territorien.
    Und es gibt die Idee der Ausrottung,
    der Ausrottung all derer, die sich der Ideologie des Islamismus nicht unterwerfen.

    Insofern sehe ich durchaus Parallelen, und ich denke,
    man muss sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen, wenn man dem Islamismus Einhalt gebieten will …

    aus: „Interview mit Boualem SansalParallelen zwischen Islamismus und Nationalsozialismus“
    Qantara.e
    19.06.1009
    http://de.qantara.de/Parallelen-zwischen-Islamismus-und-Nationalsozialismus/4874c4957i1p426/

  10.   Thomas Holm

    Kontingentflüchtlingsstatus für die Kopten vorsehen.

    Ditto auch schon mal für die Christen der Levante;
    wenn Assad weg ist, gehen für die auch die Lichter aus.

    Ich würde als EU offiziell die Evakuierung des Orientalischen Christentums anbieten und Erdogan fragen, ob er nicht die Drusen und Alawiten haben will.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kontingentflüchtling