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Warum Ölsanktionen gegen Iran nicht funktionieren

Von 25. Januar 2012 um 11:48 Uhr

Paul Stevens vom britischen Think Tank Chatham House glaubt nicht an den Sinn der soeben von der EU beschlossenen Ölsanktionen gegen Iran:

"History has shown that since the Iranian nationalization of 1951 and the events leading to the overthrow of Dr Mossadegh in 1953, oil embargoes simply do not work.21 The international oil market is too complex, with too many players and too many options, to disguise transactions. History is littered with failed oil embargoes ranging from Cuba, Rhodesia and South Africa to the Arab oil embargo and the embargo against Iraq after 1990.
However, history appears to have passed by the decision-makers of the EU. It is also worth pointing out that an EU oil embargo would greatly strengthen the Ahmadinejad regime at a time when it is under considerable pressure, especially with  parliamentary elections looming in March. Unemployment remains very high, as does inflation. The latter has been greatly aggravated by the removal of many price subsidies in the last twelve months. Moreover, in the last few weeks the value of the Iranian rial against the dollar has fallen dramatically (at one point reaching a devaluation of over 30 per cent, before recovering somewhat). This has damaged the credibility of the government and will fairly quickly aggravate the problem of inflation. Given the crucial role of oil in Iran’s deepest political DNA, an EU embargo would put the population solidly behind the current regime.
A more effective means of putting pressure on Iran would be for the United States to persuade the EU to extend sanctions to financial transactions."

Anmerkung: Es sind nun aber zugleich Sanktionen gegen die Iranische Zentralbank beschlossen worden.

Jetzt wüßte man gerne: Machen die Ölsanktionen diese Bank-Sanktionen, die Stevens befürwortet, effektiver, oder unterminieren sie deren Wirkung?

Entscheidend finde ich Stevvens' Hinweis auf die Wahlen im Iran. Kaum denkbar, dass irgendeine Fraktion des iranischen Establishments in dieser Situation für ein Einknicken gegenüber dem Westen plädieren kann.

Daher denke ich, die Sanktionen werden zu einer Eskalation des Konflikts führen, aber wohl kaum zu einer neuen Gesprächsbereitschaft (höchstens taktischer Natur).

 

Kategorien: Iran
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Dass die Sanktionen funktionieren, sieht man an der nervösen Reaktion des Iran – der Drohung, die Straße von Hormuz zu sperren.
    Wenn diese Drohung wahr gemacht wird, ist das für die USA ein Kriegsgrund und das wäre dann das vorläufige Ende für das iranische Atomprogramm.

    • 25. Januar 2012 um 12:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  2. 2.

    Given the crucial role of oil in Iran’s deepest political DNA, an EU embargo would put the population solidly behind the current regime.

    @ Jörg Lau

    Woher weiß der Mann das?

    Entscheidend finde ich Stevvens’ Hinweis auf die Wahlen im Iran. Kaum denkbar, dass irgendeine Fraktion des iranischen Establishments in dieser Situation für ein Einknicken gegenüber dem Westen plädieren kann.

    Und bei Nicht-Sanktionen, wie in mehreren Jahren zuvor, würde schon eine Fraktion des iranischen Establishments für Einknicken plädieren?

    • 25. Januar 2012 um 12:43 Uhr
    • N. Neumann
  3. 3.

    @ NN

    Woher weiß der Mann das?

    Professor Paul Stevens was awarded the 2009 OPEC Award in recognition of his outstanding work in the field of oil and energy research. The award was established in 2004 by OPEC to honour individuals who have made an outstanding contribution to the petroleum industry and oil-related issues. The award honours those who have demonstrated a high level of independence and integrity in their work and who have persistently presented a critical, yet impartial view on oil-related issues in debates.

    http://www.chathamhouse.org/about-us/directory/70680

    • 25. Januar 2012 um 12:54 Uhr
    • marriex
  4. 4.

    Stimmt der Vergleich mit den früheren misslungenen Embargos?

    • 25. Januar 2012 um 13:01 Uhr
    • FreeSpeech
  5. 5.

    @ FS

    Cuba, Rhodesia and South Africa

    Der vergleich von einem Export- mit einem Importembargo kann eigenltich nie stimmen.

    Arab oil embargo

    Das sollte höhere Preise durchsetzen, was zumindest zeitweise gelang.

    against Iraq after 1990

    Dies hat zumindest die Wiederaufrüstung Iraks verhindert, weshalb die Linken ja auch stets dagegen gehetzt haben.

    Arab oil embargo

    • 25. Januar 2012 um 13:23 Uhr
    • marriex
  6. 6.

    @ marriex

    Danke.

    • 25. Januar 2012 um 13:51 Uhr
    • FreeSpeech
  7. 7.

    Entscheidend finde ich Stevvens’ Hinweis auf die Wahlen im Iran. Kaum denkbar, dass irgendeine Fraktion des iranischen Establishments in dieser Situation für ein Einknicken gegenüber dem Westen plädieren kann.

    Dass ein gemeinsamer Feind eine Nation zusammenschweißt, bedeutet nicht, dass man im Umkehrschluss den Feind sprengen kann, indem man ihn umarmt.

    • 25. Januar 2012 um 14:29 Uhr
    • Arjen van Zuider
  8. 8.

    Die Sanktionen werden doch funktionieren – Der Wert des US-Dollars wird fallen. Warum? Weil China und Indien ihre Ölimporte mit Gold bezahlen können.

    Dann heißt es, die Sanktionen haben nichts Gutes gebracht, jetzt müssen wir den Iran militärisch angreifen, wetten?

    Es wird – nach sehr viel verbrannter Erde – herauskommen, daß Iran keine Kernwaffen besessen hat, aber ein Ausmaß von „dual use“ in seiner Kernforschung betrieben hat, das für viele auch Nicht-Atomwaffenstaaten typisch ist. Man hätte viele, unfriedlichere, Länder zu bombardieren …

    Die USA, China und Rußland sollten sich endlich zusammentun um eine gemeinsame Sicherheitsgarantie für Israel UND Iran abzugeben und den nötigen Druck auf Israel auszuüben, seine Atomwaffen zu verschrotten.

    Der Iran will keine Atomwaffen _anwenden_, hat aber ganz heftig etwas dagegen, daß Israel mit seinen Atombomben in der Region den starken Max macht.

    • 26. Januar 2012 um 06:56 Uhr
    • hirmer
  9. 9.

    @ Hirmer

    Der Iran bräuchte nur seine anti-israelische Politik einzustellen und er hätte keine Sicherheitsprobleme mehr.
    Allerdings bedarf es dazu einer erfolgreichen liberalen Revolution, und die ist (noch) nicht in Sicht.

    • 26. Januar 2012 um 08:51 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  10. 10.

    Wen soll diese Schmierenkomödie beeindrucken, an den Iran Forderungen zu stellen, die die eigenen Verbündeten selbst nicht einhalten! So wie es im Mediendemokratien üblich ist, werden dem Volk Beweise geliefert, dass man wieder mal zum Handeln gezwungen ist, um eine aufstrebende Nation mit einer uralten Kultur in Schutt und Asche zu legen.

    • 26. Januar 2012 um 09:57 Uhr
    • kwk
  11. 11.

    @ kwk

    die die eigenen Verbündeten selbst nicht einhalten

    ?

    • 26. Januar 2012 um 10:47 Uhr
    • Serious Black
  12. 12.

    @ Serious Black

    ist so.

    • 26. Januar 2012 um 11:27 Uhr
    • kwk
  13. 13.

    @Jörg Lau

    Was sie schreiben, ist Appeasement in Reinform. Der böse Mann darf man nicht provozieren, sonst wird er noch böser. Was die Öl-Sanktionen angeht: Die meisten historischen Beispiele, die Stevens erwähnt, beziehen sich auf die Sanktionen gegen die Ölkonsumenten und nicht gegen die Ölproduzenten. Für ein Land, das seine finanziellen Einnahmen hauptsächlich durch die Ölexporte bestreitet, bedeutet ein Ölembargo einen schweren Schlag. Von nun an werden die wenigen verbliebenen Abnehmer (China) niedrige Preise diktieren und das iranische Regime vollends ins finanzielle Ruin treiben.

    Die Einschätzung, die Iraner würden auf Grund der Sanktionspolitik Westens mit dem Regime solidarisieren, grenzt schon an kolonialistischer Herablassung: Warum sollte die iranische Bevölkerung nicht imstande sein, die Gründe für die Misere ihres Landes zu erkennen? Ich traue den Iranern durchaus zu, dass sie in Kürze das M.-Regime stürzen werden.

    • 26. Januar 2012 um 11:44 Uhr
    • George
  14. 14.

    @ kwk

    Beispiele?

    • 26. Januar 2012 um 11:54 Uhr
    • Serious Black
  15. 15.

    @SB: Ich nehme an, kwk meint die israelische Atompolitik. Vll auch die pakistanische. Dass der Iran sich im Gegensatz zu Israel und Pakistan dem Atomwaffensperrvertrag angeschlossen hat und damit die Verpflichtungen, auf welche die USA nun drängen, freiwillig eingegangen ist, ist Nebensache.

    • 26. Januar 2012 um 12:03 Uhr
    • Arjen van Zuider
  16. 16.

    @ George: Wieso ist es „Appeasement“ darauf hinzuweisen, dass Sanktionen eine Eskalation wahrscheinlicher machen?
    Ich glaube nicht an die Logik, dass diese Sanktionen das Regime zum Einlenken bringen. Ich halte eine militärische Konfrontation derzeit für wahrscheinlicher. Ich wollte der Logik der deutschen Diplomaten widersprechen, die nun erklären, man werde den Iran durch die Erhöhung der Kosten zum Umdenken bringen.
    Ich halte die nukleare Ratio auf Seiten Irans für so stark, dass Sanktionen sie nur verstärken können.
    Regime Change: Seit dem Scheitern der Grünen Bewegung glaube ich daran nicht. Widerlegt würde ich natürlich gerne.
    Lesen Sie mal das Stück von Ronen Bergman im NYT Magazine (auf der Website): Er glaubt, es wird in diesem Jahr noch Krieg geben.
    Aus einem anderen Stück der Times:
    „That means the United States and Europe must be careful to calibrate the impact of sanctions, officials on both sides of the Atlantic said. If sanctions bite too hard, they could cause the Iranian public to rally around the government. A senior intelligence official briefed Mr. Obama on Jan. 9 about new polls in Iran that reflect strong public support for the country’s nuclear program.

    In debates at the White House, the State Department and the Pentagon, administration officials say they have gamed out several possibilities, including an alarming one: that tougher sanctions and increased global isolation might compel Iran to decide that the only way to get the West off its back is to speed up its program and become a nuclear power. That could leave the West with no choice but to back off, lest it provoke a nuclear confrontation.

    Ray Takeyh, a former Obama administration official and an Iran expert at the Council on Foreign Relations, pointed to North Korea and Pakistan as guideposts for Iran’s possible strategy in pressing ahead with a uranium enrichment program. Both are nuclear states whose stability the West is committed to keeping because of concerns that their nuclear arsenals might fall into the hands of rogue elements.

    While Western diplomats point to the Japan model, there is another one — the Libya model — that could serve as a cautionary example for the Iranian government. Col. Muammar el-Qaddafi, the Libyan leader who abandoned his nuclear ambitions to gain favor with the West, was left without a nuclear card to play when regime change was pushed upon him.

    “Look at it this way,” said Vali Nasr, an Iran expert and former State Department official in the Obama administration. “These latest sanctions are weakening the regime, but they’re also putting pressure on the regime, which is arriving to the point where the Iranians have no motivation other than to get their nuclear capabilities faster.”

    • 26. Januar 2012 um 14:13 Uhr
    • Jörg Lau
  17. 17.

    @George

    Öl ist ein Produkt was sehr stark nachgefragt wird, deswegen ist ein Embargo der EU natürlich auch komplett wirkungslos.

    Ich wundere mich allerdings auch über Herrn Lau, früher hat er hier nämlich immer dafür plädiert mit Sanktionen und Embargo zu drohen.

    • 26. Januar 2012 um 14:23 Uhr
    • PBUH
  18. 18.

    @Jörg Lau

    Die wirtschaftliche Situation im Iran soll etrem schlecht sein, wenn der Iran so dumm und voll Testosteron ist und den Krieg mit den USA riskiert wird das wie in Serbien enden.

    • 26. Januar 2012 um 14:32 Uhr
    • PBUH
  19. 19.

    @JL:

    Wieso ist es “Appeasement” darauf hinzuweisen, dass Sanktionen eine Eskalation wahrscheinlicher machen?
    Ich glaube nicht an die Logik, dass diese Sanktionen das Regime zum Einlenken bringen. Ich halte eine militärische Konfrontation derzeit für wahrscheinlicher. Ich wollte der Logik der deutschen Diplomaten widersprechen, die nun erklären, man werde den Iran durch die Erhöhung der Kosten zum Umdenken bringen.
    Ich halte die nukleare Ratio auf Seiten Irans für so stark, dass Sanktionen sie nur verstärken können.
    Regime Change: Seit dem Scheitern der Grünen Bewegung glaube ich daran nicht. Widerlegt würde ich natürlich gerne.

    Und was genau erhoffen Sie sich denn dann von einer Lockerung der Sanktionen? Dass die Eskalation nicht morgen, sondern in ein paar Jahren eintritt? Wenn die Wirtschaftskrise in der westlichen Welt auch auf die Rüstungsetats durchgeschlagen hat und der Iran seine Atomwaffen fertig gebaut hat?

    • 26. Januar 2012 um 15:12 Uhr
    • Arjen van Zuider
  20. 20.

    @ George: Wieso ist es “Appeasement” darauf hinzuweisen, dass Sanktionen eine Eskalation wahrscheinlicher machen?

    @ JL

    Was verstehen Sie genau unter Eskalation? Auch, dass Iran mit dem Säbel rasselt?

    Ich glaube nicht an die Logik, dass diese Sanktionen das Regime zum Einlenken bringen. Ich halte eine militärische Konfrontation derzeit für wahrscheinlicher.

    Bedenken Sie, dass nüchtern betrachtet für das iranische Regime, wenn es den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus militärisch stören sollte, erheblich mehr auf dem Spiel steht als für den Westen.

    Wenn ich richtig informiert bin, meckern Russland und China zwar an den westlichen Sanktionen herum, haben aber klar gesagt, dass sie die Schließung der Straße von Hormus durch Iran für inakzeptabel halten würden.

    Hinzu kommt, dass der Westen gegenüber dem Iran a) geschlossener dasteht als noch vor Jahren (so gut wie alle Staaten denken, dass die Gespräche bisher nichts gebracht haben und sind für die Sanktionen), und b), dass der Westen klar gemacht hat, dass es ihm wirklich ernst ist.

    Und Letzteres spricht eher gegen eine veritable militärische Eskalation: Das iranische Regime wird nun sehr wahrscheinlich wissen, dass es dem Westen ernst ist und dass er bzw. die USA tatsächlich militärisch reagieren würde, wenn es versuchen würde, die Straße von Hormus zu schließen.

    Ich wollte der Logik der deutschen Diplomaten widersprechen, die nun erklären, man werde den Iran durch die Erhöhung der Kosten zum Umdenken bringen.

    Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass diese Logik so aufgehen wird. Es existieren aber jenseits dieser Logik Gründe, die für die westliche Sanktionspolitik sprechen. So ist sie auch eine Form der Abschreckung.

    Ich halte die nukleare Ratio auf Seiten Irans für so stark, dass Sanktionen sie nur verstärken können.

    Ich halte die nukleare Ratio des Iran als solche für so stark, dass Sanktionen dafür keine Rolle spielen. Es ist aber besser, wenn einem nuklear bewaffneten iranischen Regime schon davor klar ist, dass es einer weitgehend geschlossenen westlichen Staatengemeinschaft gegenüber steht, die sich nur schwer auseinander dividieren lässt bzw. ließe.

    Und wenn das iranische Regime doch seine Drohung wahr machen und versuchen sollte die Straße von Hormus zu schließen, dann wäre es wahrscheinlich auch aus übergeordneten Gründen (also über den bloßen Umstand hinaus, dass das rein wirtschaftlich nicht akzeptiert werden kann) besser, wenn es zu einem Militärschlag gegen das Regime kommt.

    Dann verhielte sich das Regime nämlich taktisch/strategisch sehr irrational. Und wer sich so verhält, der würde sich wahrscheinlich auch atomar bewaffnet irrationaler verhalten als weiland die Sowjetunion. Die Sowjets waren zwar (auf ihre Weise) auch Ideologen, aber sie haben sich als Atommacht im Rahmen der Logik der wechselseitigen atomaren Abschreckung taktisch/strategisch weitgehend rational verhalten.

    Um es nochmal ganz klar zu sagen: Sofern man diese Ratio nicht beim iranischen Regime veranschlagen kann – was man nicht sollte, wenn es so irrational wäre und versuchen würde, die Straße von Hormus zu schließen – dann sollte man seine Atomanlagen ganz dringend, immer wieder und gestützt durch punktuelle Bodenoperationen bombardieren.

    • 26. Januar 2012 um 15:40 Uhr
    • N. Neumann
  21. 21.

    Die Gelassenheit, mit der schon wieder über einen neuen Krieg diskutiert wird wie über eine Blinddarmoperation hat sehr viel damit zu tun, dass die Überlegenheit des Westens mit seiner feigen Kriegführung mit Fernlenkwaffen aus sicheren Unterstand heraus und der schon bei den letzten Überfällen bewährten medialen Berichterstattung sichergestellt war, dass der Krieg nur das feindliche Land verwüstet und die zivilisierte Welt gar von den Bildern des Schreckens verschont wird. Dschungelcamp, Talkshows und Gedenkmöblierung mögen genügen zur Aufarbeitung von Kriegen. Die Demütigungen der islamischen Welt werden vermutlich die Geburt einer neuen Welt in wenigen Jahrzehnten darstellen, in denen viele Zeitgenossen unsere Generation verfluchen werden, die dafür die Grundlagen legte.

    • 26. Januar 2012 um 16:00 Uhr
    • kwk
  22. 22.

    Die Demütigungen der islamischen Welt werden vermutlich…

    Hauptsächlich Muslime das Leben kosten.

    Vorher muß noch ausgemacht werden, wer das Banner des Jihad gegen die Ungläubigen* führen darf.

    * Amerika, Israel, Europa, Christen, Hindus**, Alawiten**, Schiiten**, Sunniten**

    ** Je nachdem wen man fragt

    • 26. Januar 2012 um 16:13 Uhr
    • Serious Black
  23. 23.

    @ kwk

    Krieg führen ohne eigene Verluste ist das Ziel jedes Krieg Führenden.

    • 26. Januar 2012 um 16:18 Uhr
    • FreeSpeech
  24. 24.

    Der Dschihad hat, wie alle politischen Strömungen eine friedliche und eine aggressive Komponente. Es liegt an uns, dass die friedliche Komponente im Islam die Stärkere bleibt.

    • 26. Januar 2012 um 16:42 Uhr
    • kwk
  25. 25.

    Es liegt an uns, dass die friedliche Komponente im Dschihad die Stärkere bleibt.

    • 26. Januar 2012 um 16:43 Uhr
    • kwk
  26. 26.

    Es liegt an uns, dass die friedliche Komponente im Dschihad die Stärkere bleibt.

    Ah. Es wäre also auch an den Polen gelegen, dass die friedliche Komponente im Nationalsozialismus (Sie sagen selber: alle politischen Strömungen) die stärkere geblieben wäre. Selber schuld, sozusagen.

    • 26. Januar 2012 um 16:46 Uhr
    • Arjen van Zuider
  27. 27.

    @ AvZ

    Nein, nein, am internationalen Finanzjudentum in- und außerhalb Europas. Das wollte ja schon 1939 nicht hören.

    • 26. Januar 2012 um 16:50 Uhr
    • marriex
  28. 28.

    @ Arjen van Zuider

    Auch bei solchen Diskussionen bitte Geschichte nicht auf den Kopf stellen. Hitler hat Polen mit der klaren Zielsetzung des Landraubs überfallen!!! Hab ich in Bezug auf den Iran etwas versäumt?

    • 26. Januar 2012 um 17:02 Uhr
    • kwk
  29. 29.

    @ kwk

    Krieg führen ohne eigene Verluste ist das Ziel jedes Krieg Führenden.

    @ FS

    Im Grundsatz haben Sie recht, aber Chomeini und die Revolutionsgarden haben im Krieg gegen Saddam unbewaffnete Jugendliche über irakische Minenfelder laufen lassen, um die feindliche Armee zu schocken und die Minen zu räumen. Zudem hat Chomeini, als sich Saddam eine blutige Nase geholt hatte und der Frontverlauf dem alten bzw. heutigen Grenzverlauf entsprach, ein irakisches Waffenstillstandsangebot abgelehnt. Der Krieg ging dann noch ein paar Jahre weiter.

    Von einer Kriegsführung, die beinhaltete, eigene Verluste möglichst gering zu halten, lässt sich hier nicht sprechen.

    • 26. Januar 2012 um 17:13 Uhr
    • N. Neumann
  30. 30.

    Hitler hat Polen mit der klaren Zielsetzung des Landraubs überfallen!!!

    Ich meine die Vorgeschichte. So wie Sie hier dem Westen die Verantwortung für die iranische Aggressivität unterstellen, könnte man genauso gut den Opfern der deutschen Aggressionspolitik im 2. Weltkrieg eine Mitschuld zuschreiben. Hätten sie halt nicht durch ihre Feindseligkeit Hitler zur Ansicht gezwungen, dass nur die totale Vernichtung aller Nachbarstaaten Deutschlands Sicherheit garantieren könne…

    Kleiner Stiltipp: Wiederholte Ausrufezeichen machen eine Aussage nicht wahrer, sie lassen sie nur unsachlicher wirken!!!1

    • 26. Januar 2012 um 17:14 Uhr
    • Arjen van Zuider
    • 26. Januar 2012 um 17:26 Uhr
    • marriex
  31. 32.

    @ kwk

    Dschihad, eine politische Strömung? Ach so.

    • 26. Januar 2012 um 17:27 Uhr
    • FreeSpeech
  32. 33.

    @ FS, Nachtrag

    Von einer Kriegsführung, die beinhaltete, eigene Verluste möglichst gering zu halten, lässt sich hier z.B.(!) nicht sprechen.

    Selbstverständlich war auch Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg nicht daran gelegen, eigene Verluste möglichst gering zu halten.

    • 26. Januar 2012 um 17:29 Uhr
    • N. Neumann
  33. 34.

    @N. Neumann

    Es gibt noch andere Beispiele für das Gegenteil, fürs Verheizen der Leute (zB im 1. Weltkrieg). Aber im Grundsatz bleibt’s dabei dass Verluste vermieden werden sollen. Man will ja gewinnen.

    • 26. Januar 2012 um 17:37 Uhr
    • FreeSpeech
  34. 35.

    Es ging mir um eine Antwort auf das „feige“ Verhalten des Westens mit Fernlenkwaffen u.ä. Feige ist das nicht, sondern gescheit.

    • 26. Januar 2012 um 17:39 Uhr
    • FreeSpeech
  35. 36.

    @ Arjen van Zuider

    Ahmadinedschad ist trotz aller Propaganda nicht der Wiedergänger Hitlers!

    @ Freespeach

    Wenn sie mir den Unterschied zwischen religiösen und politischen Glaubensbekenntnissen erklären können, werde ich besser zwischen politischen und religiösen Strömungen unterscheiden können.

    • 26. Januar 2012 um 17:45 Uhr
    • kwk
  36. 37.

    @N. Neumann

    Es gibt noch andere Beispiele für das Gegenteil, fürs Verheizen der Leute (zB im 1. Weltkrieg).

    @ FS

    Es ist wahrscheinlich schwer, im Rahmen von Kriegsführung die Grenze zwischen taktisch-operativer Inkaufnahme von Verlusten und auch nach rein militärischen Maßstäben nicht oder wenig vorteilhaftem, massenhaften Verheizen von Truppen zu ziehen.

    Aber im Grundsatz bleibt’s dabei dass Verluste vermieden werden sollen. Man will ja gewinnen.

    Wahrscheinlich ja.

    • 26. Januar 2012 um 17:49 Uhr
    • N. Neumann
  37. 38.

    Es ging mir um eine Antwort auf das “feige” Verhalten des Westens mit Fernlenkwaffen u.ä. Feige ist das nicht, sondern gescheit.

    @ FS

    Das war mir klar.

    • 26. Januar 2012 um 17:52 Uhr
    • N. Neumann
  38. 39.

    @NN

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Soldat_fusillé_pour_l'exemple

    War der berühmte Fall in Verdun? Ich komme nicht auf die richtigen Suchwörter.

    • 26. Januar 2012 um 17:55 Uhr
    • FreeSpeech
  39. 40.

    @ FS

    Mon Francais n’existe plus et je ne suis pas assez Historien militaire.

    • 26. Januar 2012 um 18:04 Uhr
    • N. Neumann
  40. 41.

    @ Jörg Lau

    Wenn Sie den Krieg für wahrscheinlicher halten als das Einlenken des iranischen Regimes, wieso fürchten Sie sich vor der Eskalation? Welche Art von Eskalation kann schlimmer sein als der Krieg?

    Und worauf basiert die Suggestion der NYT, die Mullahs führten philosophische Selbstgespräche über die Notwendigekit der Atomwaffen? Gibt es ein plausibler Beleg für die Annahme, dass die Iraner die Bombe nicht mit dem höchstmöglichen Einsatz bauen?

    Ein wichtiger Punkt in der Sanktionspolitik wird im NYT-Artikel aber schon angesprochen:

    „A senior intelligence official briefed Mr. Obama on Jan. 9 about new polls in Iran that reflect strong public support for the country’s nuclear program.“

    Es geht darum, der iranischen Bevölkerung den Preis der Atomwaffen aufzuzeigen.

    • 26. Januar 2012 um 18:06 Uhr
    • George
  41. 42.

    „Es geht darum, der iranischen Bevölkerung den Preis der Atomwaffen aufzuzeigen.“

    Dazu müsste die Bevölkerung die Chance haben, darüber abstimmen zu können. Plebiszitäre Demokratien sind selten in der Welt.

    • 26. Januar 2012 um 18:14 Uhr
    • kwk
  42. 43.

    “A senior intelligence official briefed Mr. Obama on Jan. 9 about new polls in Iran that reflect strong public support for the country’s nuclear program.”

    Es geht darum, der iranischen Bevölkerung den Preis der Atomwaffen aufzuzeigen.

    @ George

    Es mag etwas kleinkariert klingen. Aber es sollte zunächst darum gehen, der iranischen Bevölkerung, soweit möglich, den Unterschied zwischen Atomenergie bzw. deren Nutzung und dem Bau von Atomwaffen aufzuzeigen. Wobei sich ein Teil der Bevölkerung sicher dieses Unterschieds bewusst ist. Die Frage ist, wie groß er ist.

    Die Propaganda des Regimes bezüglich des Atomprogramms basiert nicht zuletzt darauf, dass der böse Westen Iran die Nutzung der Atomenergie nicht gönnt bzw. untersagen will.

    Insofern besagt der von Ihnen zitierte Satz aus der NY-Times nicht viel. Es ist nämlich nicht klar, inwieweit die Propaganda des Regimes verfängt und wie viele der Befragten zwischen dem bloßen Nuklearprogramm und Atomwaffen unterscheiden (können oder wollen).

    • 26. Januar 2012 um 18:23 Uhr
    • N. Neumann
  43. 44.

    kwk:

    Ahmadinedschad ist trotz aller Propaganda nicht der Wiedergänger Hitlers!

    Sie müssen nicht gegen Aussagen ankämpfen, die ich gar nie getätigt habe. Das bringt nichts.

    Ich habe lediglich festgestellt, dass Ihre Rhetorik, den potentiellen Opfern eine Verantwortung dafür zu unterstellen, dass die Ideologie des potentiellen Aggressors sich in eine friedfertige Richtung entwickelt, überaus zynisch ist und habe dies verdeutlicht, indem ich sie in einen anderen historischen Kontext gestellt habe. Das soll keine weiteren Parallelen zwischen H. und A. implizieren; die wären in der Tat größtenteils unangebracht.

    • 26. Januar 2012 um 19:33 Uhr
    • Arjen van Zuider
  44. 45.

    AvZ

    Bezüglich Ahmadinedschad war dies eien allgemeine Aussage. Sie müssen nicht alles auf sich beziehen.

    „Ich habe lediglich festgestellt, dass …“

    Ich bin verwundert, was Sie alles feststellen können! Probieren Sie’s mal mit Kaffesatz, da lässt sich auch viel herauslesen.

    • 26. Januar 2012 um 19:59 Uhr
    • kwk
  45. 46.

    @ FS,NN

    „War der berühmte Fall in Verdun? Ich komme nicht auf die richtigen Suchwörter.“

    Ja; und „Weißbluten“ ist das Stichwort.

    „Falkenhayn meinte, Frankreich könne aus Gründen des nationalen Prestiges dazu veranlasst werden, zur Verteidigung Verduns nicht vertretbare Verluste in Kauf zu nehmen, deshalb gleichsam zum ‚Weißbluten‘ gezwungen werden. Dies würde letztlich den deutschen Sieg an der Westfront zur Folge haben. …

    Welche Ziele Falkenhayn mit dem Angriff auf Verdun verfolgte, wurde von ihm niemals offen ausgesprochen (wohl aber sprach er wiederholt vom „Weißbluten des Feindes“ im engeren Umfeld höchster militärischer Kreise).“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Verdun

    „For example, the German objective at the Battle of Verdun (1916) during World War I was not the seizure of any strategic objective, but rather to inflict an LER of 2:1 on the French forces and thereby cripple the French army.“

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Loss_Exchange_Ratio

    Die Folge: „Mutterkreuz“ bis heute; und Katholen haben nix gegen Kitas.

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Médaille_de_la_ Famille_française

    • 26. Januar 2012 um 20:05 Uhr
    • Thomas Holm
  46. 47.

    @ Th Holm

    Danke. Das Thema der Erschiessungen wegen Feigheit vor dem Feind kommt immer wieder in frz Zeitschriften auf, und für einen Fall gibt es ja auch einen Film (dessen Titel mir auch entgangen ist)

    Was dort jeweils ausgesprochen wird (und bei Wiki nicht durchkommt) ist die Tatsache, dass die Franzosen darauf reinfielen und Welle um Welle von Soldaten in den Tod schickten.

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Soldat_fusillé_pour_l'exemple

    Ich denke dass die verfilmten Exekutierten diese waren:
    (unter Quelques fusillés pour l’exemple)

    Les Martyrs de Vingré, du 298e régiment d’infanterie, le caporal Henri Floch, les soldats Jean Blanchard, Francisque Durantet, Pierre Gay, Claude Pettelet et Jean Quinault, réhabilités solennellement par la Cour de Cassation le 29 janvier 1921.

    • 26. Januar 2012 um 20:16 Uhr
    • FreeSpeech
  47. 48.

    @ FS

    „Das Thema der Erschiessungen wegen Feigheit vor dem Feind “

    Dezimieren – ein ernst gemeinter Disziplinarbegriff. Bei:

    Paths of Glory (1957) – Kirk Douglas

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Wege_zum_Ruhm
    hxxp://fr.wikipedia.org/wiki/Les_Sentiers_de_la_gloire

    „Der wütende General befiehlt daraufhin seiner Artillerie auf die eigenen Stellungen zu feuern, um die seiner Meinung nach feigen Soldaten aus den Gräben zu treiben“

    http://www.youtube.com/watch?v=qqOUMQWN3GE

    Nachgeahmt von der Sperrdivisionen* des NKWD hinter der Sowjetarmee, aktueller Hauptanwender: Bashar Al-Assad.

    „One in every seventeen Italian soldiers faced a disciplinary charge in the war, and 61 per cent were found guilty. About 750 were executed, the highest number of any army in the war, and Cadorna reintroduced the Roman practice of decimation – the killing of every tenth man – for units which failed to perform in battle.“

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Luigi_Cadorna

    „Sperrdivisionen des NKWD schnitten weichenden Truppen den Rückzug ab;“

    hxxp://www.zeit.de/1991/27/beherrschen-verwalten-ausbeuten/seite-5

    • 26. Januar 2012 um 21:04 Uhr
    • Thomas Holm
    • 26. Januar 2012 um 21:08 Uhr
    • FreeSpeech
  48. 50.

    kwk:

    Bezüglich Ahmadinedschad war dies eien allgemeine Aussage. Sie müssen nicht alles auf sich beziehen.

    Ich beziehe nicht alles auf mich, nur Sätze, vor denen mein Name steht.

    Ich bin verwundert, was Sie alles feststellen können! Probieren Sie’s mal mit Kaffesatz, da lässt sich auch viel herauslesen.

    Ich erinnere nochmal an die Worte, aus denen ich ach so viel herausgelesen habe:

    Es liegt an uns, dass die friedliche Komponente im Dschihad die Stärkere bleibt.

    Das heißt doch im Umkehrschluss nichts anderes als: Wenn sich im Iran eine Ideologie entwickelt, die den Weltfrieden gefährdet (kriegerischer Dschihad anstelle eines ominösen „friedlichen Dschihad“), dann ist das die Schuld des Westens. Ich würde zu gerne wissen, was Sie damit gemeint haben könnten, wenn nicht das.

    • 26. Januar 2012 um 22:58 Uhr
    • Arjen van Zuider
  49. 51.

    Geschichte fällt nicht vom Himmel, ein Ereignis ist die Grundlage des nächsten.

    Um willkürlich einen Anfang zu setzen – und sehr bewusst zu verkürzen: der Feudalismus gebar den Kommunismus, dieser den Nationalsozialismus, das Judentum gebar das Christentum und beide den Islam. Jede Idee ist ein Kind seiner Zeit – und auch die Methode zur Durchsetzung der Idee. Die Spirale lässt sich nur durchbrechen, wenn Rassismus und Gewalt, die Grundübel der Menschheit, in dem auch noch einem selbstgebastelten Gott eine unheilvolle Rolle zugewiesen wird, aufhören. Der aktuelle Kulturkampf, der auch hier im Blog tobt, führt zurück ins Mittelalter. Kant et al. waren schon mal weiter!

    In jeder Gruppe – auch vermutlich bei Dschihadisten – leben Menschen, die gern den Verstand einsetzen würden, um die Konflikte friedlich zu lösen. Hassprediger haben’s aber einfacher in einer Welt, die aus der Geschichte nichts gelernt hat.

    • 27. Januar 2012 um 09:39 Uhr
    • kwk
  50. 52.

    @ kwk #51

    Nein. Geschichte ist das Ergebnis von Handlungen, die durch äußere Einflüsse, eigene Ideen und Motivationen ausgelöst/beeinflußt wurden.

    Jede soziale Gruppe reagiert (u.U.) anders, weil objektive Faktoren subjektiv anders wahrgenommen werden und deshalb andere Reaktionen hervorrufen.

    • 27. Januar 2012 um 10:06 Uhr
    • Serious Black
  51. 53.

    „Nein. Geschichte ist das Ergebnis von Handlungen, die durch äußere Einflüsse, eigene Ideen und Motivationen ausgelöst/beeinflußt wurden.“

    Sie bestätigen meine Auffassung mit anderen Worten.

    „Jede soziale Gruppe reagiert (u.U.) anders, weil objektive Faktoren subjektiv anders wahrgenommen werden und deshalb andere Reaktionen hervorrufen.“

    Die Wahrnehmungen sind soziokulturell vorgeprägt, die wiederum nahezu ausschließlich von Glaubensbekenntnisse politischer oder religiöser Natur bestimmt werden und nur in den seltensten Ausnahmen einer wirklich freien Meinungsbildung entstammt; darin liegt die Ursache eines wesentlichen Teils des Rassismus. Der „Kampf der Kulturen“ ist nichts anderes als die Fortsetzung des „Racenkampfes“ im 19. Jahrhundert; und im Hass im Nahen und mittleren Osten lebt dieser furchtbare Kampf weiter, genährt auch vom Westen.

    Ich hoffe, dass das „sapere aude“ in einem säkularen Deutschland die Oberhand behält und nicht Hassprediger, welcher politischen oder religiösen Couleur auch immer, diesen Hass – der auch in Deutschland immer vorhanden war – noch bestärken.

    • 27. Januar 2012 um 10:33 Uhr
    • kwk
  52. 54.

    @ kwk

    Rassismus:
    Ist es ‚rassistisch‘, wenn bei der Kriegsführung Armeen demokratischer Staaten weniger Zivilisten töten, als die Armeen undemokratischer Staaten?

    Wahrnehmung:
    Offenbar empfinden saudische Autoritäten das Köpfen einer ‚Hexe‘ als normale Strafe, während sich der Westeuropäer entsetzt abwendet.

    • 27. Januar 2012 um 10:47 Uhr
    • Serious Black
  53. 55.

    „Rassismus: Ist es ‘rassistisch’, wenn bei der Kriegsführung Armeen demokratischer Staaten weniger Zivilisten töten, als die Armeen undemokratischer Staaten?“

    Solche „Denkweisen“ passen nicht in mein Gehirn. Ich denke darüber nach, wie es zu Angriffskriegen gekommen ist und kommt.

    „Wahrnehmung: Offenbar empfinden saudische Autoritäten das Köpfen einer ‘Hexe’ als normale Strafe, während sich der Westeuropäer entsetzt abwendet.“

    Beispiele für Perversitäten lassen sich in jeder Kultur belegen und in jeder „heiligen Schrift“ nachweisen. Schlimm ist es, dass Saudi Arabien von Deutschland mit Waffen beliefert wird und das Herrscherhaus von den USA gestützt wird. Wir Deutsche sollten nicht mehr mit zweierlei Maß messen – auch eine Lehre aus der Geschichte!

    • 27. Januar 2012 um 11:11 Uhr
    • kwk
  54. 56.

    @ kwk

    Es gibt einen Unterschied zwischen Denkweisen und Fakten.

    Ich denke darüber nach, wie es zu Angriffskriegen gekommen ist und kommt.

    Ich bin Pragmatiker. Die Menschheit wird in absehbarer Zukunft nicht friedlicher werden. Geniessen wir den Frieden Europas, solange er währt.

    • 27. Januar 2012 um 11:51 Uhr
    • Serious Black
  55. 57.

    OT – Syrien

    Sectarian violence in Syria between Sunnis and Alawites is worsening by the week. Now that a non-violent movement for reform and change has molted into an armed insurrection, Bashar al-Assad’s Shabiha militia is shooting and hacking even children to death.

    Syria is part of a pan-Arab nation, according to the Assad family’s cynically adopted Baath ideology, but the truth is that Syria is hardly even a stand-alone nation. Like Lebanon and Iraq, it’s a disastrous mess of a place riven by sect and ethnicity. With its fractious collection of Sunnis, Alawites, Christians, Kurds, and Druze, it’s more of a geographic abstraction than a coherent nation-state. It’s very unlike Egypt and Tunisia that way, both of which have coherent identities transcending sect, region, and tribe.

    Until recently, the sectarian monster has spared Syrians the grisly communal bloodletting Lebanon and Iraq know only too well. That’s not because Syrians are inherently more tolerant or enlightened, but because the monster was locked in the basement by a total surveillance police state. It’s out now and running loose in the streets.

    http://pjmedia.com/michaeltotten/2012/01/27/the-sectarian-monster/

    • 27. Januar 2012 um 12:09 Uhr
    • Serious Black
  56. 58.

    FSA nahm gestern fünf Iranische Revolutionsgardisten in Homs fest.

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/01/27/190843.html

    • 27. Januar 2012 um 12:25 Uhr
    • MM
  57. 59.

    Das Öl-Embargo gegen Iran, erinnert mich an das Öl-Embargo im WK2 gegen Japan.

    Natürlich kann es wirken. Man will, dass der Iran den ersten Schuss macht, so das man einen moralischen Freifahrtsschein zum absoluten Gegenschlag hat. Nach Irak verständlich.

    Man wird Irans Armee in die Steinzeit zurück bomben. Das war es mit der schiitischen Großmacht. Die arabischen Sunniten werden sich die Hände reiben.

    Die Amerikaner sind ein Volk, die immer für Opfer bereit sind, dass unterschätzten die bellenden möchtegern Despoten dieser Welt, die denken sie können sich mit der USA anlegen

    • 27. Januar 2012 um 13:40 Uhr
    • cem.gülay
  58. 60.

    Natürlich kann es wirken. Man will, dass der Iran den ersten Schuss macht, so das man einen moralischen Freifahrtsschein zum absoluten Gegenschlag hat.

    @ Cem Gülay

    Man will eher keine militärische Auseinandersetzung. Allerdings zeigt man durch die Sanktionen an, dass es einem ernst ist – und man zeigt Geschlossenheit. Das erhöht die Bereitschaft des iranischen Regimes, den ersten Schuss zu machen, trotz allem Säbelrasseln, nicht unbedingt.

    Wenn es doch den ersten Schuss machen sollte, dann ist es noch irrer als angenommen. Und das würde eine militärische Auseinandersetzung rechtfertigen.

    • 27. Januar 2012 um 14:10 Uhr
    • N. Neumann
  59. 61.

    Iran glaubt sich rückversichert bei China und Rußland.

    Rußland konnte daher übriggebliebenen Supermachtkrempel von fragwürdiger Qualität (wohl eher teuer) verkaufen, mit dem der Iran seiner Umgebung, sowie dem Bedienpesonal, das fürchten lehrt.

    Falls beim Herumprotzen mit dem Krempel von den ÖL- und Gasförderkapazitäten am Golf etwas kaputt gehen sollte, würde Gazprom-Rußland von steigende Preisen profitieren.

    China soll sich als Preis für seine scheinbare Parteinahme für den Iran umfangreiche Souveränitätsrechte über Iranische Ressourcen gesichert haben:

    „Within the frameworks of the new agreement, in exchange for relinquishing parcels of Iran’s land and natural resources, China promises to provide military protection for those areas. In other words, after practically taking over Iran’s Oil and Gas resources, the time has come to literally hand over geographic territories of Iran to a foreign nation “

    http://ireport.cnn.com/docs/DOC-719390 bzw. Farsi:

    hxxp://www.greencorrespondents.com/2011/12/blog-post_792.html

    Die Frage ist, ob, bzw. inwieweit das stimmt.

    Wenn es stimmt, dann könnte sich China aus den Ressourcen eines in einem Konflikt angeschlagenen Iran schadlos halten, was nach einer vergleichsweise komfortablen Position aussieht.

    Dafür, dass den GCC-Monarchien nichts Ernstes zustößt, würde der Westen mit chinesischer Billigung sorgen; Rußland hätte nichts davon, sich für das Teheraner Regime in einem Konflikt zu engagieren, sondern würde sich damit begnügen, von steigenden Preisen zu profitieren, während China diese nicht unbedingt zu bezahlen hätte, weil es mit eigenen Truppen an den Iranischen Quellen sitzt.

    Dann wäre der Raum geöffnet für eine GCC-Gegenoffensive gegen den „Schiitischen Bogen“ von Basra bis Beirut. Der Iran wäre der Grosse Looser und die Sache würde überwiegend ausgetragen werden zwischen Maliki, Assad und der Hizbollah auf der einen Seite und dem GCC plus alles, was Bock auf Jihad gegen Teufelsanbeter hat, auf der anderen Seite.

    • 27. Januar 2012 um 15:02 Uhr
    • Thomas Holm
  60. 62.

    „Ich bin Pragmatiker. Die Menschheit wird in absehbarer Zukunft nicht friedlicher werden.“

    Ist das Pragmatimus oder Pessimismus? Im Übrigen ist es nie „die Menscheit“ sondern immer nur ein sehr kleiner Teil davon, dem man die Waffen aus der Hand nehmen muss.

    • 27. Januar 2012 um 15:05 Uhr
    • kwk
  61. 63.

    Neumann
    Wenn jemand ständig provoziert und von der Vernichtung Israels spricht, dann muss man mit Konsequenzen rechnen. Das Öl-Embargo ist eine „Kriegserklärung“ der wirtschaftlichen Art.

    Das Regime in Teheran muss auch für seine Worte gerade stehen, sonst machen sie sich lächerlich.

    Testosteron Spiele können gefährlich werden.

    Ich bin da mit Herrn Lau

    • 27. Januar 2012 um 16:34 Uhr
    • cem.gülay
  62. 64.

    Wann hatte die Iraner mal einen Krieg gewonnen?

    Selbst der „schwule“ Alexander mit seinen 50 Tausend Griechen in sexy Shorts und nackten Oberkörpern hatten die 200 Tausend Perser vernichtend geschlagen.

    Ich empfehle dem Pentagon als Kriegsstrategie die freie Oberkörper Taktik für die durchtrainierten GIS. Da werden die Hälfte der Perser Soldaten abgelenkt sein.

    Später werden viele am Baukran hängen, da sie kein Schuss auf die Amis abgefeuert haben.

    • 27. Januar 2012 um 16:46 Uhr
    • cem.gülay
  63. 65.

    Neumann
    Wenn jemand ständig provoziert und von der Vernichtung Israels spricht, dann muss man mit Konsequenzen rechnen. Das Öl-Embargo ist eine “Kriegserklärung” der wirtschaftlichen Art.

    @ Cem Gülay

    Nenn es wie du willst. Der Punkt ist, dass mit dem Regime sieben Jahre über das Atomprogramm geredet wurde und nichts bei rumgekommen ist. Zudem arbeitet es an Mittelstreckenraketen, die weiter reichen als bis Tel Aviv. Mittelstreckenraketen mit konventionellen Sprengköpfen machen militärisch wenig Sinn.

    Westliche Idioten werden (weiterhin) erzählen, dass nicht genug geredet worden ist und die Angebote an das Regime nicht gut genug waren.

    Entsprechend würde das Regime auch gerne weiter verhandeln – damit es besser sagen kann, dass es sich keinen Gesprächen verschließt und der Westen schließlich die Verhandlungen abgebrochen hätte.

    Das Regime in Teheran muss auch für seine Worte gerade stehen, sonst machen sie sich lächerlich.

    Es will jetzt die Öllieferungen nach Europa zu einem früheren Zeitpunkt stoppen als durch das Embargo vorgesehen. Damit will es sein Gesicht wahren.

    Testosteron Spiele können gefährlich werden.

    Es geht leider nicht um Testosteron. Wobei es natürlich gefährlich werden kann kann. Ich halte es gleichwohl, wie gesagt, für eher unwahrscheinlich, dass das Regime versuchen wird, die Straße von Hormus zu schließen. Das wäre der Kriegsfall. Und bei diesem Krieg stünde für das Regime mehr auf dem Spiel als für den Westen.

    Wahrscheinlicher ist, dass das Regime irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft aus dem Atomwaffensperrvertrag austritt und sagen wird, dass Iran vom Westen dazu gezwungen worden wäre, Atomwaffen zu entwickeln – oder: dass es sich vorbehält, dies zu tun.

    Westliche Idioten würden dies im gegebenen Fall sinngemäß nachplappern.

    Die andere Möglichkeit für das Regime bestünde darin, so zu tun, als ob es keine Atomwaffen hätte, obwohl man weiß, dass es welche hat.

    Damit bzw. auch so hätte jede zukünftige iranische Drohung mehr Gewicht.

    Ich bin da mit Herrn Lau

    Ich bin nicht gegen Jörg Lau. Der scheint jedoch nicht richtig wahrhaben zu wollen, dass man das Regime nur militärisch – durch Bombardements, einen konventionellen Krieg -, noch von Atomwaffen abbringen könnte. Dass es zusammenbricht, bis es Atomwaffen hat, ist leider sehr unwahrscheinlich.

    So wird man im Endeffekt wahrscheinlich hoffen müssen, dass sich das Regime, im Rahmen gegenseitiger nuklearer Abschreckung, rational verhält.

    Meine große Angst besteht darin, dass es vielleicht doch auf den Knopf drückt, wenn ihm die eigene Bevölkerung in sechs, acht, zehn, 15(?) Jahren noch mehr aufs Dach steigt als 2009. Dann wäre aus Sicht befehlshabender Regimevertreter nämlich alles egal. Wenn der Gottesstaat kurz vor dem Exitus stünde, könnte aus ihrer Sicht ein Nero-Befehl Sinn machen.

    • 27. Januar 2012 um 18:26 Uhr
    • N. Neumann
  64. 66.

    @ N. Neumann

    Dass es zusammenbricht, bis es Atomwaffen hat, ist leider sehr unwahrscheinlich.

    Stimme Ihnen zu.

    Allerdings ist es äußerst fraglich, ob Israel dem iranischen Atomprogramm tatsächlich signifikanten Schaden zufügen kann.

    Im Gegensatz zu dem syrischen oder irakischen Atomprogramm haben die Perser ihres tief eingebuddelt und zu alem Übel auf mehrere Anlagen verteilt. Ein schneller Schlag selbst mit den stärksten Bunkerbrechern wird vermutlich nicht ausreichen und dann steht man in einer ausgewachsenen militärischen Konfrontation.

    Würde Hizb’Allah stillhalten? Wohl kaum.
    Hätte Israel internationale Rückendeckung, oder würde die ‚Internationale Gemeinschaft‘ den Alleingang verurteilen? Nein.
    Ob dann für einen zweiten Luftschlag genug Spielraum bleibt? Eher nicht.

    Im besten Fall hätte man das Atomprogramm ein paar Monate zurückgeworfen, aber Irans Entschlossenheit gestärkt.

    Sanktionen (und strategisch platzierte, zweitschlagfähige U-Boote) sind zum jetzigen Zeitpunkt das probatere Mittel.

    • 27. Januar 2012 um 18:51 Uhr
    • Serious Black
  65. 67.

    @ N. Neumann

    „Dass es zusammenbricht, bis es Atomwaffen hat, ist leider sehr unwahrscheinlich.“

    Stimme Ihnen zu.

    Allerdings ist es äußerst fraglich, ob Israel dem iranischen Atomprogramm tatsächlich signifikanten Schaden zufügen kann.

    @ SB

    Das sage ich schon seit Jahren. Entsprechend habe ich im gegebenen Rahmen nicht an Israel gedacht – Straße von Hormus, Israel?! -, sondern an die USA. Sofern das iranische Regime wider Erwarten seine Drohung wahr machen und versuchen sollte, die Straße von Hormus zu schließen, würde dies Krieg bedeuten.

    Die Frage ist, wie weit reichend er wäre und wer sich noch beteiligen würde – ob es dann nur darum ginge, den Seeweg zu sichern oder aber auch darum, die Atomanlagen nötigenfalls wochenlang mit Bunkerknackern einzudecken.

    Für diesen (meiner Ansicht nach eher unwahrscheinlichen) Fall wird es sicher militärische Reaktionspläne im Pentagon geben.

    • 27. Januar 2012 um 20:19 Uhr
    • N. Neumann
  66. Kommentar zum Thema

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