Ein Blog über Religion und Politik

Ein palästinensischer Gandhi?

Von 22. Februar 2012 um 11:37 Uhr

Es ist etwas in mehrfacher Hinsicht Merkwürdiges geschehen: Der Hungerstreik eines Häftlings in israelischer "Administrativhaft" hat mit einer Einigung des Häftlings und der israelischen Militärverwaltung geendet. Khader Adnan war berreits über 60 Tage im Hungerstreik, seine Situation wurde als kritisch beschreiben. Ein Tod dieses Gefangenen hätte zu Ausschreitungen führen können, womöglich gar zu einem Aufstand. Er war aber offenbar entschlossen, bis zum Ende durchzuhalten - und hat nun einen Sieg errungen.

Die israelische Regierung teilt mit:

Adnan wird der Einigung zwischen ihm und der Staatsanwaltschaft zufolge in dem Fall nicht in Berufung gehen bzw. diese zurückziehen. Der Staat Israel teilt mit, dass er auf Ratschlag des Rechtsberaters der Regierung bereit ist, auf einen Antrag auf Verlängerung der Administrativhaft zu verzichten und die Tage, an denen Adnan zum Verhör festgehalten wurde, auf die Administrativhaft anzurechnen.

Der Gefangene wird also demnächst freigelassen werden, auf die Verlängerung seiner haft wird verzichtet.

Warum ist die Sache bemerkenswert? Es handelt sich bei Adnan um ein (nach israelischer Auskunft) aktives Mitglied der fundamentalistischen Terrorgruppe "Islamischer Dschihad" (PIJ). Diese Gruppe macht immer wieder durch Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf sich aufmerksam. Sie ist, zusammen mit den diversen Salafisten-Gruppen, sozusagen die islamistisch "rechtsextreme" Alternative zu Hamas.

Wenn nun ein führender Aktivist dieser Gruppe einen Erfolg durch friedlichen Protest erzielt, ist das bedeutsam. Solche Methoden wurden früher rundheraus abgelehnt, weil Israel angeblich nur die Gewalt der Selbstmordattentate verstehe. Jetzt aber hat der Islamische Dschihad es geschafft, eine internationale Kampagne - inklusive Amnesty International und Al Jazeera - auf seine Seite zu ziehen.

Es ist bedenklich, wenn manche Aktivisten ein Mitglied dieser Gruppe, die sich der Vernichtung Israels verschworen hat, als "Palästinensischen Gandhi" hinstellen. Zwar ist es völlig in Ordnung, wenn sich Amnesty für ihn einsetzt, wie die Organisation es überall tut - ohne Rücksicht auf die politische Affiliation der Betroffenen.

Aber seitens der Unterstützer Adnans so zu tun, als sei PIJ eine palästinensische Menschenrechts-NGO geht dann doch zu weit. Es handelt sich um eine von Syrien und Iran finanzierte Gruppe, die für einige der barbarischsten Attentate der letzten Jahrzehnte Verantwortung trägt (Liste hier). Sie lehnt nicht nur Israels Existenzberechtigung ab, sondern konsequenter Weise auch die Oslo-Verträge, die Fatah mit dem jüdischen Staat geschlossen hatte. Einige der Attentate von PIJ zielten auf die Zerstörung der Friedenshoffnungen post-Oslo. Viele der schlimmsten Attentate auf israelische Büger während der "Zweiten Intifada" gehen auf PIJ zurück.

Dies wiederum macht Adnans "Sieg" durch Hungerstreik bemerkenswert: Wenn Israel sich darauf einläßt, trotz der breiten Blutspur dieser Gruppe, dann zeigt dies, dass man die Gefahr hoch einschätzt, dass Adnan zu einem elektrisierenden Casus hätte werden können.

Ein Stück von Mustafa Barguti in der heutigen New York Times erklärt vielleicht den Hintergrund. Barguti ist der wichtigste säkulare, unabhängige Politiker Palästinas. Er führt die Palästinensische Nationalinitiative an, und er wurde zuletzt Zweiter bei den palästinensischen Präsidentschaftswahlen.

Barguti sieht Adnans Erfolg als Anlass zur Hoffnung für einen breiten gewaltfreien Protest gegen die Besatzung:

OVER the past 64 years, Palestinians have tried armed struggle; we have tried negotiations; and we have tried peace conferences. Yet all we have seen is more Israeli settlements, more loss of lives and resources, and the emergence of a horrifying system of segregation.

Khader Adnan, a Palestinian held in an Israeli prison, pursued a different path. Despite his alleged affiliation with the militant group Islamic Jihad, he waged a peaceful hunger strike to shake loose the consciences of people in Israel and around the world. Mr. Adnan chose to go unfed for more than nine weeks and came close to death. He endured for 66 days before ending his hunger strike on Tuesday in exchange for an Israeli agreement to release him as early as April 17.

Mr. Adnan has certainly achieved an individual victory. But it was also a broader triumph — unifying Palestinians and highlighting the power of nonviolent protest. Indeed, all Palestinians who seek an independent state and an end to the Israeli occupation would be wise to avoid violence and embrace the example of peaceful resistance.

What is needed is a Palestinian version of the Arab revolutions that have swept the region: a mass movement demanding freedom, dignity, a just peace, real democracy and the right to self-determination. We must take the initiative, practice self-reliance and pursue a form of nonviolent struggle that we can sustain without depending on others to make decisions for us or in our place.

In the last several years, Palestinians have organized peaceful protests against the concrete and wire “separation barrier” that pens us into what are best described as bantustans. We have sought to mobilize popular resistance to this wall by following in the nonviolent traditions of Martin Luther King Jr. and Mohandas K. Gandhi — and we remain determined to sustain peaceful protest even when violently attacked.

Using these techniques, we have already succeeded in pressuring the Israeli government to reroute the wall in villages like Jayyous and Bilin and helped hundreds of Palestinians get their land back from settlers or the Israeli Army.

Our movement is not intended to delegitimize Israel, as the Israeli government claims. It is, instead, a movement to delegitimize the Israeli occupation of the West Bank, which we believe is the last surviving apartheid system in the world. It is a movement that could free Palestinians from nearly 45 years of occupation and Israelis from being part of the last colonial-settler system of our time.

Die spannende Frage ist allerdings, ob eine solche Bewegung am Ende von Leuten wie Barguti angeführt würde, für die der Kampf gegen die Besatzung an der Grünen Linie endet. Das würde voraussetzen, dass Gruppen wie Islamischer Dschihad von ihrer Lehre herunterkommen können, nach der ganz Israel eine Besatzung heiligen Bodens ist, den kein Muslim aufgeben darf.

 

Kategorien: Israel, Palästina
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Interessanter Artikel.

    Bemerkenswert sind die Übertreibungen – doch davon weiter unten.

    Zuerst zu ihrem text selbst – in dem ich an einen entscheidenden punkt nicht mit ihnen gehen kann:
    Es handelt sich bei Adnan um ein (nach israelischer Auskunft) aktives Mitglied der fundamentalistischen Terrorgruppe “Islamischer Dschihad” (PIJ). Diese Gruppe macht immer wieder durch Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf sich aufmerksam. Sie ist, zusammen mit den diversen Salafisten-Gruppen, sozusagen die islamistisch “rechtsextreme” Alternative zu Hamas.

    Wenn nun ein führender Aktivist dieser Gruppe einen Erfolg durch friedlichen Protest erzielt, ist das bedeutsam.

    Hier bekomme ich Bauchschmerzen. Denn der ‚friedliche‘ Erfolg ist doch etwas arg ‚vergiftet‘, wenn der friedliche weg der einzige Weg war, der eingeschlagen werden konnte.
    Welche Formen des Protestes stehen denn einem Gefangenen zur Verfügung – viel mehr als eben friedliche Protestvarianten wie zum beispiel ‚Hungerstreik‘ wohl nicht, oder?
    Von daher ist das auch nicht bemerkenswert. Es wäre bemerkenswert, wenn Adnan ein freier Mann wäre, der die Möglichkeit eines gewaltsamen Protestes offen gestanden hätte und er sich gegen diesen entschieden hätte für die friedliche Variante. Aber sie stand ihm ja in seiner Situation, im Gefängnis einzusitzen, gar nicht offen.

    Und wie sie ja konstatieren:
    Die spannende Frage ist allerdings, ob eine solche Bewegung am Ende von Leuten wie Barguti angeführt würde, für die der Kampf gegen die Besatzung an der Grünen Linie endet.

    Richtig – wobei die Voraussetzung in meinen Augen eine andere wäre als:
    Das würde voraussetzen, dass Gruppen wie Islamischer Dschihad von ihrer Lehre herunterkommen können, nach der ganz Israel eine Besatzung heiligen Bodens ist, den kein Muslim aufgeben darf.
    – nämlich eine glaubhafte Distanzierung von den friedlich Protestierenden von eben nicht nur dem Islamischer Dschihad und ähnlichen Gruppen, sondern auch von Hamas & Co, die von ihren Forderungen ja ähnlich weit gehen wie der Islamischer Dschihad.

    Adnan als Gandhi zu bezeichnen ist selbstverständlich nur noch albern – einfach weil er einerseits einer politischen Bewegung angehört, die auf Gewalt setzt (im Gegensatz zu Gandhi) und zudem einen Hungerstreik im Gefängnis zelebriert,wo er erst gar keine andere Protestformen zur Verfügung hat als friedliche (Gandhi hat friedlichen passiven Widerstand als freier Mann betrieben – er hätte auch anders agieren können) und zuletzt noch das ‚friedlich‘ etwas arg gedrübt wird durch diesen Satz:
    Khader Adnan war berreits über 60 Tage im Hungerstreik, seine Situation wurde als kritisch beschreiben. Ein Tod dieses Gefangenen hätte zu Ausschreitungen führen können, womöglich gar zu einem Aufstand.
    So friedlich er auch sei – seine Anhänger sind es anscheinend so gar nicht, wenn solche Befürchtungen im Raum schweben – vor allem, da er ja derjenige ist, der von sich aus in den Hungerstreik trat und nicht die Israelis im einfach kein Essen mehr gaben.

    Übertreibungen,selbst völlige Verbiegungen, bis ins absurde hinein, scheinen gerade in den letzten Jahren stark in Mode gekommen zu sein. Der eine ist gleich Hitler, wenn er irgendetwas macht oder sagt, was jemand anderen nicht passt, der nächste Gandhi oder mutter Theresa.
    In dem Blog gibt es auch noch eine Steigerungsform – Adnan ist nicht nur Gandhi, sondern auch gleich mal Jesus Christus – die gedanklichen Implikationen, von Jesus und sein Schicksal bei den Juden sind frei Haus mit dabei (Gottes Sohn wird von den Juden ans Kreuz genagelt):
    Sherry Munnerlyn:
    And I was just writing a comment about this man and his acts, and how he, allegedly associated with Islamic Jihad, looks and acts like Jesus Christ!

    He brings the Israeli human rights abuses into the Light of day for all the world to see, we cannot take our eyes off this man! All are forced to confront an inhumane Israeli Occupier and a brave man, hanging on to his human dignity in the only way he can find to do it, by sacrifice of self!

    Khader Adnan, he walks in the footsteps of Jesus! That is where he is today!

    • 22. Februar 2012 um 17:05 Uhr
    • Zagreus
    • 22. Februar 2012 um 18:11 Uhr
    • Serious Black
    • 22. Februar 2012 um 18:17 Uhr
    • Serious Black
  2. 4.

    OT – Ägypten

    Nun verliert man auch noch die Gasexporte nach Jordanien:

    http://www.egyptindependent.com/node/672726

    • 22. Februar 2012 um 18:40 Uhr
    • Serious Black
  3. 5.

    @ Z

    die gedanklichen Implikationen, von Jesus und sein Schicksal bei den Juden sind frei Haus mit dabei

    Richtig, Abbitte.

    • 22. Februar 2012 um 19:30 Uhr
    • marriex
  4. 6.

    Wird hier nicht nahezu ohn‘ Unterlass
    in intellektuell mutiger u. unbekümmerter Art und Weise
    seitens diversester Blog-Gäste von dem Blogmaster Jörg Lau
    bußfertiges Canossa-Niederknien,
    öffentliche Selbstkritik,
    demütige Abbitte
    für ‚Gott-weiß-was-Alles‘,
    ja wohl geradezu für das gesamte Elend der Welt,
    gefordert?

    • 22. Februar 2012 um 20:09 Uhr
    • Publicola
  5. 7.

    @ Publicola

    die Aufforderung für eine Abbitte, ging doch, wenn gerade an mich in #5 oder?

    davon abgesehen:

    hat sich jemand schon mal diese Seite näher angesehen – die ihr ‚sich und ihr Aufgabengebiet‘ bestimmt als:
    Mondoweiss is a news website devoted to covering American foreign policy in the Middle East, chiefly from a progressive Jewish perspective.
    (nun ja- gut, dass sie jüdische Perspektive geschrieben haben sonst würde ich ausgehend von dem Artikel auf irgendwas katholisches Tippen, so in Richtung Internet-Flagellanten oder sowas….).

    Naja, der Artikel, auf den lau verwiesen hat hat es ja auch in sich.
    sein Aufbau – er besteht fast nur aus Sätzen, die mit „ If Khader Adnan was anything but Palestinian, […] “ und die über dieser Klageschrift die Palästinenser zum leidenden Volk der Welt erklären – quasi die Palästinenser werden, weil sie Palästinenser sind, von der Welt (so Un-Präsidenten, den westen und die sonstigen üblichen Verdächtigen halt) ganz böse ‚gedisst‘. Quasi die Parias dieser Welt, die halt das Leid der Erde tragen müssen…. während es allen anderen gut geht. Halt die übliche Opferzuschreibung – nur halt in Reinkultur hier. In seiner Absolutheit aber irgendwie auf absurde Weise amüsant, wenn man nicht im Hinterkopf hätte, das der Verbrecher dieses Geschreibsels es nicht ernst meinen könnte.

    • 22. Februar 2012 um 20:23 Uhr
    • Zagreus
  6. 8.

    @ Zagreus – die Aufforderung für eine Abbitte, ging doch, wenn gerade an mich in #5 oder?

    Nein, definitiv nicht.

    Mein Statement bezieht sich auf den JL-Blog allgemein,
    nicht jedoch auf einen bestimmten oder beliebigen JL-Blog-Thread!

    • 22. Februar 2012 um 20:30 Uhr
    • Publicola
  7. 9.

    @ Publicola

    möglicherweise interpretieren sie da etwas zu viel hinein. Na, sei’s drum.

    • 22. Februar 2012 um 20:41 Uhr
    • Zagreus
  8. 10.

    möglicherweise interpretieren Sie da etwas zu viel hinein

    Meine Anmerkung beruht auf einer nicht oberflächlichen mittelfristigen, allerding definitiv unfreiwilligen (!) Beobachtung etlicher Beiträge diverser Blog-Gäste.
    Angesichts dessen „platzt“ auch meiner Wenigkeit „mal die Hutschnur“.

    • 22. Februar 2012 um 20:45 Uhr
    • Publicola
  9. 11.

    @ Publicola

    Angesichts dessen “platzt” auch meiner Wenigkeit “mal die Hutschnur”.

    Selbstverständlich – wir sind alles ja nur Menschen und nichts Menschliches ist uns fern darum…. 😀

    • 22. Februar 2012 um 20:54 Uhr
    • Zagreus
  10. 12.

    Merci!

    • 22. Februar 2012 um 20:58 Uhr
    • Publicola
  11. 13.

    Das nenne ich ‚Menschenrechtsaktivisten‘. Als Adnan noch in einer PA-Zelle schmorte, hat das nicht die Bohne interessiert.

    • 22. Februar 2012 um 21:43 Uhr
    • Serious Black
  12. 14.

    ‚Das (breiter gewaltfreier Widerstand unter Anerkennung Israels) würde voraussetzen, dass Gruppen wie Islamischer Dschihad von ihrer Lehre herunterkommen können, nach der ganz Israel eine Besatzung heiligen Bodens ist, den kein Muslim aufgeben darf‘.

    Dies würde die Fähigkeit voraussetzen, aus der praktischen Erfahrung zu lernen. Diese Erfahrung besagt, dass die Strategie des Selbstmordattentates bzw des Terrors für niemand mörderischere Konsequenz hat als für die Palästinenser selbst. Diese Konsequenz anzuerkennen würde bedeuten, auch den eigenen Teil an Verantwortung dafür anzuerkennen. Die Relativierung bislang einbetonierter grundsätzlicher Befunde zu Israel sollte dann logisch folgen. Und damit die in meiner Sicht einzig realistische Option eröffnen, die bedrückende Lage zu verändern – nämlich sich mit dem Teil der israelischen Zivilgesellschaft zu verbünden, der Besatzung und ‚freies Siedeln‘ ablehnt…

    Fill

  13. 15.

    OT – Iran

    Falls noch jemand Zweifel hegt, welche Richtung das iranische Atomprogramm nimmt:

    „Mostafa’s ultimate goal was the annihilation of Israel,“ Fatemeh Bolouri Kashani told FNA on Tuesday.

    http://english.farsnews.com/newstext.php?nn=9010175602

    • 22. Februar 2012 um 22:50 Uhr
    • Serious Black
  14. 16.

    @ SB

    „Falls noch jemand Zweifel hegt, welche Richtung das iranische Atomprogramm nimmt:“ II

    MODERN SHIA NUCLEAR SUPER POWER 2

    http://www.youtube.com/watch?v=XLMwuld-gWE

    Kein Kommentar !

    • 22. Februar 2012 um 23:05 Uhr
    • Thomas Holm
  15. 17.

    Gelöscht, bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und zusammenhanglose Polemik („Gutis“). JL

    • 23. Februar 2012 um 01:30 Uhr
    • Bellfruta87
  16. 18.

    Korrektur: orientalisch angehauchte Eurodance Popnummer trifft es glaub ich besser.

    • 23. Februar 2012 um 01:44 Uhr
    • Bellfruta87
  17. 19.

    Als Aktion eines Parteigängers einer von Syrien und Iran finanzierten Gruppe ist der Hungerstreik des Khader Adnan auch wohl als ein Versuch zu deuten, die fortschreitende Isolation der beiden Länder in der arabischen und auch palästinensischen Öffentlichkeit zu konterkarieren.

    Einem solchen Mannöver dürfte angesichts der erbitterten Polarisierungen rund um den umstrittenen syrischen Reformpolitiker* Baschar al-Assad in der sunnitischen Öffentlichkeit weniger Erfolg beschieden sein, als in der aktuell diesbezüglich möglicherweise etwas sensibleren westlichen Öffentlichkeit.

    *ein Bemühen meinerseits, den Anteil von obsessiven Tonlagen zu verringern

    Belech ?

    Mark Regev versucht relativ vergeblich Hala Gorani zu erklären, dass Israel nur von Rechtsinstrumentarien gebrauch macht, die inzwischen weite Verbreitung im Westen erlangt haben. Aber auch bei CNN ist Israel nicht „irgendwer“, sondern: halt Derjenige, der die Probleme ständig HAT, gegen die sich alle Übrigen wappnen; mithin also eine durch und durch verabscheuungswürdige Entität.

    Regev: Khader Adnan is not a ‚boy scout‘

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=Clsl0cGl3x0

    Immerhin stand die Gandhi-Hypothese nicht zur Diskussion.

    Als relativ unbestritten gilt, dass Syrien über eine breite Auswahl an Chemiewaffen verfügt, an 50 Standorten, deren Sicherung nach neuesten Einschätzungen ca. 75.000 Truppen erforderlich machen würde.

    Ein definitiver Grund, nicht hineinzugehen.

    Hauptbesorgnis: Bei einem Fall des Regimes könnten Teile des Arsenals in die Hände der Hizbollah fallen.

    Die als doch recht plausibel einzuschätzende Annahme, dass das Regime selbst von seinem Arsenal gebrauch machen wird, bevor es zu einem Gaddafi-artigen Abschiedsvideo kommt, erscheint dagegen weniger von Besorgnis zu sein.

    Aber Hauptsache, die Muslime sind vor Kränkungen in der öffentlichen Meinungssphäre angemessen geschützt. Für Erkrankungen durch den Einsatz von Chemiewaffen ist der liberale Agnostiker* dagegen, Inshallah, nicht zuständig.

    *Das Meinungsklima bei ZON und SPON, etc. ist gemeint, niemand persönlich von hier.

    Soviel Respekt muss sein.

    U.S. reluctant to get involved in Syria

    http://www.youtube.com/watch?v=1_5EtYWB5Hw

    • 23. Februar 2012 um 08:39 Uhr
    • Thomas Holm
  18. 20.

    @ SB

    Sie Schlechtmensch! Das ist ein Übersetzungsfehler.

    • 23. Februar 2012 um 08:54 Uhr
    • marriex
  19. 21.

    @ Z, TH, SB

    Sie wissen ja, wie er tickt.

    • 23. Februar 2012 um 09:01 Uhr
    • marriex
  20. 22.

    @ marriex

    Friede ^^ – manches ist halt nicht zu ändern (zumindest auf Dauer nicht) und dann sollte man es einfach hinnehmen und sich nicht darüber aufregen – gibt bloß ein Magengeschwür am Ende noch. 😀

    • 23. Februar 2012 um 09:19 Uhr
    • Zagreus
  21. 23.

    @Fillorkill

    Ob die entscheidenden Leute sich an der Vernunft und am Nutzen orientieren, darf mit der Charta der Hamas in Frage gestellt werden:

    Article Eight:
    Allah is its goal, the Prophet its model, the Qur’an its Constitution, Jihad its path and death for the case of Allah its most sublime belief.

    Es muss auch berücksichtigt werden, dass Hamas wie Fatah nur mit Geld von aussen funktionieren. Solche Gelder pflegen – wo es nicht westliche Gelder sind – mit Verpflichtungen verbunden zu sein.

    Mit Anderen Worten: Wenn diese Leute mit Israel Frieden machen, gibt’s kein Geld mehr.

    • 23. Februar 2012 um 09:23 Uhr
    • FreeSpeech
  22. 24.

    @ Z

    Magengeschwür

    Nö, ich bin robust. Wenn er aber eines der bekanntesten Koscherantisemitenblogs zitiert, aber anderen leuten ressentiments unterstellt, muss das halt abgestraft werden.

    • 23. Februar 2012 um 09:25 Uhr
    • marriex
  23. 25.

    Billig und abgedroschen:

    Koscherantisemitenblog

    • 23. Februar 2012 um 10:09 Uhr
    • Andreas Wetter
  24. 26.

    @ AW: Tja.

    • 23. Februar 2012 um 10:15 Uhr
    • Jörg Lau
  25. 27.

    @ Marriex: Langsam zweifle ich an der Smartheit, die ich Ihnen doch kürzlich noch unterstellte. Ich zitiere Mondoweiss, um deren Spiel mit Adnan zu kritisieren. Daraus wird: Lau zitiert „Koscherantisemiten“. Crazy.
    Wollen Sie nicht mal Pause machen und lieber fortbleiben? Ich habe es satt, mir von Ihnen irgenwelchen Quark unterstellen zu lassen („wie er tickt“).

    • 23. Februar 2012 um 10:18 Uhr
    • Jörg Lau
  26. 28.

    The first thing Hamas would do after winning the election is cancel all the „treacherous“ agreements that were signed by Mahmoud Abbas and the PLO.

    http://www.stonegateinstitute.org/2868/middle-east-peace-talks

    • 23. Februar 2012 um 10:33 Uhr
    • Serious Black
  27. 29.

    @ SB: Komisch: Hamas hält Fatah für „Verräter“? Ich dachte, Abbas ist genauso schlimm wie die – oder noch schlimmer. Nehmen die dessen Bekenntnis zu Oslo etwa ernster als die Israelis? Habe ich was verpasst?

    • 23. Februar 2012 um 10:42 Uhr
    • Jörg Lau
  28. 30.

    Marriex

    Professor Rex.

    Genug mit dem Mobbing. Herr Lau muss wohl durch Ihnen, seine Schulhof-Zeit wieder durchmachen.

    Es reicht! Sie wissen, dass Sie einer der Highlights hier sind. Wir wollen in Zukunft nicht auf Ihren Intellekt verzichten wollen

    • 23. Februar 2012 um 10:51 Uhr
    • cem.gülay
  29. 31.

    @ JL

    Habe ich was verpasst?

    Ja. Sie hätten den ganzen Artikel lesen sollen.

    • 23. Februar 2012 um 11:28 Uhr
    • Serious Black
  30. 32.

    JL:

    Hamas hält Fatah für “Verräter”? Ich dachte, Abbas ist genauso schlimm wie die – oder noch schlimmer. Nehmen die dessen Bekenntnis zu Oslo etwa ernster als die Israelis? Habe ich was verpasst?

    Der Feind meines Feindes ist nicht automatisch mein Freund. Ist es so abwegig, dass die Zugeständnisse, die Abbas gemacht hat, für Israel immer noch viel zu wenig sind, für die Hamas aber bereits viel zu viel?

    • 23. Februar 2012 um 11:32 Uhr
    • Arjen van Zuider
  31. 33.

    Free Speech,

    ich weiss nicht, ob die Hamas als Organisation lernfähig ist, Menschen und Gesellschaften sind dies jedoch – dies belegt der Blick ins Geschichtsbuch…

    Hamas funktioniert aufgrund des breiten Supports, den sie (noch) in der palästinensischen Gesellschaft geniesst. Dieser Support hat unterschiedliche Gründe, von denen das vorausgegangene Versagen der Fatah nur einer ist. Gelder von aussen kommen unterstützend hinzu, was jedoch Hamas-Anhänger nicht in bezahlte Auftragnehmer verwandelt (sonst wären diese ja auch von anderer Seite mietbar)…

    Erst ändert sich die Politik, dann die ‚Charta‘. Dies ist auch im Westen so. Ich würde diese deshalb nicht überbewerten…

    Fill

  32. 34.

    @ AVZ: Schon recht. Was folgt daraus politisch? Dass man Hamas belohnt (Shalit) und Fatah bestraft (UN-Deal)? Abbas hat mir eine Kopie seines Personaldokuments gegeben. Es wurde nur für 3 Monate ausgestellt, anders als früher (1 Jahr VIP Status). Eine Demütigung, als Strafe für den UN-Weg. Sollte man nicht Fatah helfen, sich gegen Hamas zu behaupten. Sollte es nicht in Israels Interesse sein, dass Fatah etwas vorzuweisen hat?

    • 23. Februar 2012 um 11:42 Uhr
    • Jörg Lau
  33. 35.

    Heinz Fischer/ All

    Der Mainstream ist pro Sarrazin. Das ist und bleibt Fakt. Alle Versuche, Sarrazin zu entzaubern, schlugen fehl. Die Folge ist, dass Sarrazin sich aus beleidigt sein weiter radikalisiert hat.

    Der Versuch der Laus, Bahners, Mayzek, Roths, Wulf etc, ein politisches Umdenken einzuläuten, radikalisiert die Bevölkerung eher, als das sie sich von Sarrazins Thesen distanziert würden. Öffentlich würden die Meisten es natürlich nicht zugeben, aber, wenn man ein paar Gläser Wein getrunken hat, dann sprudelt die Wahrheit raus oder in den Foren unter Pseudonym

    Warum ist das so? Weil die „Eliten“ keine Lösungen haben, trotz der Ernennungen ihrer „Freunde“ in politische Ämter(Integrationsministerinnen), oder Leuten wie Mayzek, immer wieder, als menschliches Ideal zu puschen.

    Doch nichts, wirklich hat die Stimmung bei den Migranten oder bei den Mainstream Bios verbessert! Wie auch, die Probleme werden immer schlimmer und wie hier schon von Thorsten Haupts klug analysiert wurde, das man es mit der verlorenen Generation versucht. Warum sind viele meiner Generation angepisst, genau auch deswegen.

    Jetzt versucht man es mit der Relativierung von Sarrazins Äußerungen.

    (Lau: Die Forderung Sarrazin rauszuschmeißen war Unsinn (so ungefähr)

    Das ist oppertun und kommt nicht an.( Sorry Herr Lau)

    Die Angst des Linksliberalen Spektrums ist es, dass sie sich letztendlich doch beugen werden müssen und Rechtskonservative Forderungen absegnen müssen. Vor diesen Tag fürchten sie sich so sehr, das sie ihn soweit wie möglich hinaus schieben wollen, am besten, wenn „sie“ nicht mehr Leben. Das haben sie sich selber eingebrockt, weil sie mehrheitlich im Ausland unterwegs waren, um Menschenrechte und Demokratie einzufordern und ihr Zuhause vernachlässigt haben.

    Ich weiß, ich weiß. Die Wahrheit tut weh

    • 23. Februar 2012 um 11:57 Uhr
    • cem.gülay
  34. 36.

    @ CG: Sie hätten mal die Feier anschauen sollen. Da konnten Sie ein anderes Deutschland sehen als in Ihren apokalyptischen Fantasien. Hat mit „Links“ nichts zu tun, sondern mit menschlichem Anstand. Gute Rede von Merkel, großer Moment von Ismail Yozgat, dem Vater eines Opfers. Das ist mein Deutschland, das ist die Mehrheit, und darum bin ich stolz auf dieses Land, trotz allem.

    • 23. Februar 2012 um 12:07 Uhr
    • Jörg Lau
  35. 37.

    Jörg Lau

    Was hat es damit zu tun.

    Wer sagt den, dass die Deutschen mehrheitlich Morde verurteilen. Überhaupt nicht. Und wenn Sie meinen, es müssen mehr Morde geben, um den Zusammenhalt zu zeigen, haben Sie einen an der Klatsche ,und ich setze mich auch noch für Sie ein.

    Löschen Sie wenn Sie wollen.

    • 23. Februar 2012 um 12:14 Uhr
    • cem.gülay
  36. 38.

    wollen

    • 23. Februar 2012 um 12:14 Uhr
    • cem.gülay
  37. 39.

    Feier?????

    • 23. Februar 2012 um 12:15 Uhr
    • cem.gülay
  38. 40.

    Jörg Lau,

    wie würden Sie ‚Israels Interesse‘ definieren ?

    Mal darüber hinweggehend, dass Israel im Westen häufig genug als Projektionsfläche dient, sehe ich auch der israelischen Gesellschaft die gegensätzlichsten Interessen aufeinander treffen. Darunter auch solche, für die der Staatsgründungsprozess alles andere als abgeschlossen ist und die deshalb an einen wie auch immer gearteten Frieden nicht interessiert sind. ..

    Fill

  39. 41.

    @ CG: „Und wenn Sie meinen, es müssen mehr Morde geben, um den Zusammenhalt zu zeigen, haben Sie einen an der Klatsche …“
    So debattiere ich nicht.

    • 23. Februar 2012 um 12:20 Uhr
    • Jörg Lau
  40. 42.

    JL:

    Dass man Hamas belohnt (Shalit)…

    …war damals meines Wissens umstritten. Genau wegen der Argumentation, dass damit Terrorismus belohnt würde. Israel hat sich damals gegen die Staatsräson und für die Gefühle der Familie Shalit entschieden. Das kann man kritisieren, aber daraus zu folgern, Israel müsse um des Gleichgewichts willen noch viel mehr Zugeständnisse an die Fatah machen (und damit den Preis für sich selbst noch weiter in die Höhe treiben), halte ich für falsch.

    Sollte es nicht in Israels Interesse sein, dass Fatah etwas vorzuweisen hat?

    Kommt darauf an, ob man glaubt, dass die Fatah immer noch an Gesprächen interessiert wäre, wenn sie sich gegen die Hamas durchsetzen würde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich SBs Antwort auf diese Frage kenne – und Sie wohl auch.

    • 23. Februar 2012 um 12:35 Uhr
    • Arjen van Zuider
  41. 43.

    @CG:

    Feier?????

    Ja. Feier kommt von „feierlich“, also ein Anlass, der mit der notwendigen Seriosität vollzogen wird. Das bezeichnet nicht notwendigerweise ein Freudenfest. Denken Sie an das Wort „Trauerfeier“.

    • 23. Februar 2012 um 12:38 Uhr
    • Arjen van Zuider
  42. 44.

    Cem,

    nein, ‚Sarrazin‘ ist nicht der Mainstream. Die > 90% Zustimmung zu seinen ‚Thesen‘ in einigen Internetforen respräsentieren nicht die gesellschaftliche Lebenswirklichkeit (mit Ausnahme einiger No Go Areas im Osten). Mein Chef, Kollege, Nachbar oder Freund kann heute ein Mensch mit ‚Migrationshintergrund‘ sein, ohne jede Diskussion. Xenophobe Parteien haben keine Chance. Das Mordprogramm der NSU selbst findet definitiv keine Unterstützung in der Zivilgesellschaft…

    Zwar gab und gibt es rassistische Denkmuster, diese äussern sich aber explizit in erster Linie in der Parallelwelt von PI (den ‚Bandwagon-Effekt‘ dabei ausreizend) oder auch hier im Kommentarbereich. Wer aber hier was werden will, hält ‚draussen‘ zumindest die Klappe…

    Fill

  43. 45.

    Komischer Zufall: Grad gestern lief im Farbfernsehen dieser bekannte Ghandi-Film von Attenborough aus den 80ern. Da darin ein bestimmtes Detail seiner Zeitgenossenschaft eher marginal beleuchtet wird, das aber irgendwie zu passen scheint, insbesondere zu den anspielungsreichen Gesülze in der NYT, sei mal kurz daran erinnert: Unmittelbar nach des Mahatmas segensreicher Errungenschaft der indischen Unabhängigkeit, hub in dem Lande erstmal ein großes Schlachten und Morden an, mit Bürgerkrieg, ethnischen/religiösen Säuberungen und der Teilung des Landes, das alle Übergriffe der britischen Kolonialherrschaft weit in den Schatten stellen sollte.

    So blöd läuft’s halt manchmal.

    (Persönlich ist Ghandi daran nicht schuld, trotzdem gibt es eine kleine Minderheit von Ghandi-Kennern, die ihn aus ganz anderen Gründen für einen ziemlichen Astraltrottel halten)

    • 23. Februar 2012 um 12:55 Uhr
    • Saki
  44. 46.

    Jörg Lau

    Schauen Sie sich lieber genau nochmal an, was Sie geschrieben haben.

    Fast niemand im Land will Morde.

    Es ändert ab Morgen, nichts, an den Problemen.

    Das Ziel ist, ohne solcher Morde und dessen Trauerfeier, einen Zusammenhalt zu schaffen. Ich arbeite nur anders als Sie

    Also bitte, instrumentalisieren Sie diese Morde nicht für Ihr eigenes Empfinden und machen hier damit ein Fass auf. “ Stolz auf Deutschland“

    Momentan debattieren Sie nicht! Sie schlagen um sich und provozieren Gegenreaktionen( „an der Klatsche haben“)

    • 23. Februar 2012 um 12:58 Uhr
    • cem gülay
  45. 47.

    AVZ

    Definition von Feier

    Wollen Sie mich ver…………..

    • 23. Februar 2012 um 12:59 Uhr
    • cem gülay
  46. 48.

    @ AvZ, JL

    Wie Haaretz kürzlich berichtete, hatte die israelische Regierung ein ähnliches Angebot in der Tasche, wie Olmert und Livni in Annapolis(2008).

    Der sensationelle Deal, den Abbas damals ausschlug und was er im Nachhinein gegenüber dem SPIEGEL bedauerte.

    Was bedeutet das?

    1) Selbst für die ‚moderate‘ Fatah sind selbst die weitreichendsten Angebote des israelischen Mainstreams nicht ausreichend.

    2) Oder der derzeitige Status Quo, ist für die palästinensische Seite, gegenüber einem Ende des Konflikts und aller gegenseitigen Ansprüche, das geringere Übel.

    3) beides gleichzeitig

    Anschaulich gemacht hat das zum einen der irre Terrorkrieg der Al-Aksa-Intifada (so ein Wahnsinn wegen ein paar Qudratkilometern?) und zum anderen Netanjahus Wiederbelebung der alten Peace Now-Formel der 70er Jahre: „Zwei Staaten für zwei Völker“.

    Bisher gab es dazu von palästinensischer Seite nur Absagen und unilaterale Bestrebungen auf UN-Ebene.

    Warum?

    Die Hoffnung auf den ‚Endsieg‘ (ob demographisch, oder militärisch) ist nach beinahe 100 Jahren Konflikt noch immer lebendig.

    Solange diese Hoffnung nicht aufgegeben wird, ist ein Friedensvertrag mit der PLO das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt ist.

    • 23. Februar 2012 um 13:01 Uhr
    • Serious Black
  47. 49.

    @ Früchtchen

    JL übt sein Hausrecht aus.

    Glauben Sie ernsthaft durch beharrliches Wiedereinstellen irgendetwas erreichen zu können?

    • 23. Februar 2012 um 13:10 Uhr
    • Serious Black
  48. 50.

    Fill:

    Die > 90% Zustimmung zu seinen ‘Thesen’ in einigen Internetforen respräsentieren nicht die gesellschaftliche Lebenswirklichkeit (mit Ausnahme einiger No Go Areas im Osten).

    Nicht jeder, der Sarrazin gegen die zum Teil extrem unsachlichen Angriffe verteidigt (wie das zB Gauck getan hat), „stimmt ihm zu“. Und erst recht ist man deswegen noch kein Neonazi. Diese Reduzierung auf ein „für oder gegen Sarrazin“ ist überhaupt einer der unappetitlichsten Aspekte an der ganzen Debatte. Nicht nur von Seiten der „endlich sagt das mal jemand und er hat ja mit jedem Wort sooo recht“-Wutbürger, sondern auch von Seiten jener, die auch differenzierte Haltungen zusammen mit den Wutbürgern als „Zustimmung“ in einen Topf werfen und als „Affront für die Migranten“ problematisieren. Auch die Kritik an Sarrazin ist ein Affront (nicht, dass es Kritik gibt, sondern wie sie vorwiegend geübt wurde) – und zwar für jeden Menschen, der auch nur halbwegs eine Ahnung von Statistik hat.

    Das Mordprogramm der NSU selbst findet definitiv keine Unterstützung in der Zivilgesellschaft

    Auch nicht unter den vermeintlichen „Anhängern“ Sarrazins.

    Wer aber hier was werden will, hält ‘draussen’ zumindest die Klappe…
    Im Klartext: Wer sich nicht öffentlich als Nazi gebärdet, der ist im Zweifel heimlich im stillen Kämmerlein einer. Sie Meister der Subtilität.

    • 23. Februar 2012 um 13:11 Uhr
    • Arjen van Zuider
  49. 51.

    @CG:

    Nein, will ich nicht. Worte wie „Trauerfeier“ und „Gedenkfeier“ sind fest im deutschen Wortschatz verankert. Niemand kommt auf die Idee, die Teilnehmer würden sich dabei insgeheim über das freuen, was sie öffentlich betrauern. Sprachpflege und ein gesundes Bewusstsein für unglückliche Konnotationen in allen Ehren, aber Ihr Angriff auf die Verwendung des Wortes „Feier“ ist lächerlich.

    • 23. Februar 2012 um 13:18 Uhr
    • Arjen van Zuider
  50. 52.

    @44

    Mann/Frau ist entweder für Multikulti und gegen Sarrazin oder ein Rassist, xenophob…

    Die Deutschen sind mehrheitlich wahrscheinlich weder für das eine, noch das andere.

    Mein Chef, Kollege, Nachbar oder Freund kann heute ein Mensch mit ‘Migrationshintergrund’ sein, ohne jede Diskussion. Trotzdem kann ich aus Ihrer Sicht rassistischen Denkmustern anhängen, weil mir das Deutsche wichtig ist, weil ich Sarrazin verteidige oder oder oder…

    Was meinen Sie, wie viele Menschen Sie mit einer solchen Argumentation erst in die rechte Ecke drängen?
    (Sie persönlich mangels Publikum natürlich niemanden)

    • 23. Februar 2012 um 13:19 Uhr
    • Regenbogen68
  51. 53.

    @CG: Falls Sie mit „Feier?????“ etwas anderes meinten, als ich hineingelesen hatte (nämlich eine Kritik an der Verwendung dieses Wortes in diesem unerfreulichen Zusammenhang), ignorieren Sie meine Einlassungen einfach.

    • 23. Februar 2012 um 13:23 Uhr
    • Arjen van Zuider
  52. 54.

    @ SB: Zwingend ist diese Folgerung nicht („Endsieg“). Sie behaupten schlicht, Fatah sei identisch mit Hamas in der Hinsicht. Warum sollte Hamas die Verträge der Fatah mit Israel kritisieren, wenn diese nicht ein ernsthaftes Commitment für zwei Staaten bedeuten? Wenn beide, wie Sie glauben, für den „Endsieg“ kämpfen, dann wäre Fatahs Weg doch schlauer: Israel in Sicherheit wiegen, in Verhandlungen locken, die Gesellschaft spalten, während man insgeheim an der Vernichtung festhält.
    Das ist mir zu konspirativ gedacht: Fatah will eine Zweistaatenlösung, diese Partei hat sich damit auf Gedeih und Verderb verbunden. Sie werden auch mit dem Ende der Möglichkeit dieser Lösung untergehen. Natürlich will man möglichst viel rausholen. Und natürlich kann man jetzt keine Siedlungen mehr akzeptieren, nachdem das nicht einmal die Europäer mehr tun.
    Netanjahu hat mehr angeboten, als er bisher je öffentlich zugegeben hat – das ist in der Tat interessant. Offenbar gibt es aber auch auf der anderen Seite erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Vorschläge. Wenn nun wieder Siedlungsbau genehmigt wird (Shiloh), dann werden diese Zweifel untermauert.
    Dass es in diesem Jahr zu irgendetwas kommt, ist super unwahrscheinlich, Sie wissen ja auch warum.
    Mit einer Hoffnung auf den Endsieg hat das nichts zu tun. Israel hat diesen Konflikt „gewonnen“, niemandem in der Westbank kann das entgehen. Die Frage ist, was passiert, wenn den Leuten klar wird, dass sie ihren Staat nie bekommen werden, dass die Besatzung von Dauer ist, für viele Generationen.

    • 23. Februar 2012 um 13:33 Uhr
    • Jörg Lau
  53. 55.

    @ Belfrutta: Get lost.

    • 23. Februar 2012 um 13:34 Uhr
    • Jörg Lau
  54. 56.

    Regenbogen,

    Leute die ‚draussen‘ völlig problemlos mit einem Chef oder Kollegen zB türkischer Abstammung zusammen arbeiten, können dennoch im ‚stillen Kämmerlein‘ oder in Internetforen einer schlechten Meinung über diese Gruppe Mitbürger nachgehen. Solch eine Ambivalenz (für die es Gründe gibt) kann ich mir gut vorstellen und ist im Prinzip auch ok für mich…

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  55. Kommentare sind geschlossen.