Ein Blog über Religion und Politik

Youcef Nadarkhani darf nicht sterben!

Von 1. März 2012 um 18:10 Uhr

Im folgenden dokumentiere ich einen Brief des Penzberger Imams Benjamin Idriz bezüglich des Falls des iranischen Pastors Youcef Nadarkhani:

Seine Eminenz

Ayatollah Seyyed Ali Chamenei

Führer der Obersten Rechtsgelehrten

Islamische Republik Iran

 

 

Appell zur Amnestierung und Freilassung von Pastor Youcef Nadarkhani

 

 

Eure Eminenz,

 

als Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg (IGP) und als Vorsitzender des „Zentrums für Islam in Europa-München“ (ZIE-M) in Deutschland muss ich Ihnen mitteilen, dass ich entsetzt und traurig bin über die Nachricht eines möglichen Vollzugs der Todesstrafe an dem iranischen evangelischen Pastor Youcef Nadarkhani.

 

Erlauben Sie mir, Eminenz, dazu eine Bitte auszusprechen:

 

Ich bitte Sie, im Einklang mit der islamischen Lehre Ihre Autorität voll auszunutzen um die Hinrichtung des Pastors zu verhindern und ihn nicht zur Rückkehr zum Islam zu zwingen.

 

Wie Sie ja wissen, sieht der Koran weder eine Strafe für denjenigen vor, der sich von der Religion abkehrt, noch zwingt er jemanden zum Islam. Es widerspricht dem Koran, die eigene Religion und Lebensweise anderen aufzuzwingen: »Und hätte dein Herr es gewollt, so hätten alle, die insgesamt auf der Erde sind, geglaubt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, Gläubige zu werden?« (10/99). Gott verweist mit dem Vers: »Für euch eure Religion und für mich meine Religion« (109/6) nicht nur auf die unbestreitbare Realität, dass es mehr als eine Religion gibt, sondern er stellt auch die Forderung auf, Menschen Freiheit im Glauben zu  gewähren.

Als Muslime dürfen wir die Freiheit, die wir uns selbst wünschen, nicht anderen vorenthalten. Es ist eine Doppelmoral, wenn wir unter uns die Freiheiten einschränken, während wir für uns von anderen absolute Freiheit fordern. Vor allem wir Muslime müssen die Freiheit anerkennen, anders zu glauben, zu denken und zu leben, die Unterschiede zu achten und zu akzeptieren. Mit dem Koranvers: »Es soll keinen Zwang geben in Sachen des Glaubens« (2/256) erlaubte Gott die freie Wahl des Glaubens und verbot den Zwang zu irgendeinem Glauben.

Auch nach unserer islamischen Religion bleibt dem Einzelnen die Entscheidung überlassen, ob er überhaupt glaubt oder nicht. Die Entscheidungsfreiheit zwischen Glauben und Nichtglauben unterstrich der Koran mit dem Vers: »Lasse denn an sie glauben, wer will, und lasse sie verwerfen, wer will« (18/29).  Darüber zu richten was falsch und was richtig ist, steht nicht dem Menschen, sondern Gott zu: »Gott wird zwischen euch am Auferstehungstag richten hinsichtlich all dessen, worüber ihr uneins zu sein pflegtet« (22/69).

Eure Eminenz,

 

die Würde des Menschen ist eine allen Menschen gemeinsame Eigenschaft, und man kann niemanden davon ausschließen. Aus diesem Grund bezeichnet der Koran den Schutz der Würde und das Leben eines einzelnen Menschen als das Bewahren der Würde aller Menschen:»Wenn jemand einem Menschen das Leben rettet, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben gerettet hat.« (5/32).

Die natürlichen Rechte des Menschen gründen in seiner Würde und menschlichen Natur. Religiöse, ethnische, oder andere Unterschiede z.B. das Geschlecht ändern nichts an dieser Tatsache. Der Mensch hat ein Recht auf Leben, weil er Mensch ist, und nicht weil er Muslim, Christ, Jude oder ohne Glaube ist. Die Ablehnung von Zwang und der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben impliziert das Recht auf Meinungsfreiheit, Redefreiheit und Religionsfreiheit des Einzelnen. Der Islam erkennt jedes dieser Bedürfnisse an, akzeptiert sie ausnahmslos und fordert vom Menschen unter keinen Umständen den Verzicht auf eines dieser natürlichen und essentiellen Bedürfnisse. Dafür hat Gott den Menschen mit Vernunft begabt, Propheten entsandt und Heilige Schriften offenbart und ihm die Freiheit der Zustimmung oder Ablehnung gewährt.

 

Ich bitte Eure Eminenz, dem Pastor zu vergeben und ihn freizulassen, weil Gott die liebt, die »…ihren Ärger unter Kontrolle halten und ihren Mitmenschen vergeben, weil Gott die liebt, die Gutes tun« (3/134),  und diejenigen die verzeihen: »Aber (gedenkt, dass ein Versuch,) Übel zu vergelten, auch ein Übel werden mag: darum, wer immer (seinem Feind) verzeiht und Frieden macht, dessen Lohn liegt bei Gott – denn, wahrlich, Er liebt nicht Übeltäter.« (42/40).

 

Ich will Eure Eminenz zum Schluss an ein Wort von dem von uns allen Muslimen, Sunniten und Schiiten, geachteten Kalif Imam Ali bin Abu Talib, Friede sei mit Ihm, erinnern, der gesagt hat: “Die besten und hochgeschätzten Menschen sind diejenigen, die, obwohl sie in der Lage sind zu bestrafen, verzeihen und amnestieren. Der Mächtige zeigt seine Macht, wenn er verzeiht.“ (Nahj al-Balagha, S. 674).

 

Ich bin überzeugt, dass Sie diese Weisheit von Imam Ali (a) umsetzen werden.

 

Als Gottes Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm und mit seiner Familie, der von denjenigen ausgegrenzt und vertrieben wurde, die keine Gedankenfreiheit duldeten, gestärkt nach Mekka zurück kam, verzichtete er auf Rache und sagte folgende richtungsweisende Worte: “Es wird keine Rache gegenüber euch ausgeübt. Gott möge es mir und euch verzeihen. Geht, wo ihr hinwollt, denn ihr seid frei!“

 

Wir als seine Nachfolger müssen versuchen, uns seine vorbildlichen Eigenschaften anzueignen und auch Zeichen der Versöhnung, Vergebung und Maß zu setzen und dies auszustrahlen. Denn diese Werte sind für die Menschen, sowohl für die Muslime wie für die Nicht-Muslime, im Osten wie im Westen wichtig und notwendig.

 

Ich hoffe, dass dieser Aufruf bei Ihnen ein verstehendes Ohr und Wirkung finden  möge.

 

Friede sei mit Ihnen und die Gnade Gottes und Seine Segnungen.

 

Penzberg/München, 01.03.2012

 

 

Imam Benjamin Idriz

Kategorien: Menschenrechte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ohne Frage sehr Weise gedacht und formuliert, denn traditionell müssen iranisch/shiitische Führer angefleht und an Ihre Größe erinnert werden, um eine Begnadigung auszusprechen. Ich hätte vielleicht die Argumentation mittels Koranstellen gelassen, denn mit dem Führer der shiitischen Welt darf man keine Diskussion über islamisches Recht führen; schon gar nicht als sunnitischer Imam aus Penzberg.
    Penzberg, wo ist das überhaupt?? Wird sich Khamenei denken.

    • 1. März 2012 um 18:45 Uhr
    • docaffi
  2. 2.

    Ich fürchte es wird unappetitlich, wenn der Kommentarbereich nicht geschlossen wird…

    • 1. März 2012 um 19:02 Uhr
    • marriex
  3. 3.

    „Ich fürchte es wird unappetitlich, wenn der Kommentarbereich nicht geschlossen wird…“

    Ist was sachlich falsch an docaffis Überlegungen ?

    Was klingt gewichtiger als Penzberg … ?

    Hmmh … Idriz hat Damaskus-Hintergrund …

    „- Islamisch-Theologisches Gymnasium (Al-Furqan Institute for Islamic Law and Arabic Literature) in Damaskus/Syrien (1987-1994);

    – Privatunterricht in den Fächern: Islamische Theologie, Hadithwissenschaft und Koran-Exegese bei verschiedenen Islam-Gelehrten in Damaskus (1990-1994)“

    http://www.islam-penzberg.de/179801.html

    … und in Damaskus geht es gerade u.a. auch um den Ruf des Iran.

    Also:

    Menschenleben retten in „schmutzigen Zeiten“:

    Vielleicht könnte die Unterstützung von Baschar al Assad (Eigendarstellung sinngemäß: Team „Toleranz“) hilfreich sein, das Herz „des Führenden“ (= „leader“ auf Iranischem sensibel-deutsch) zu rühren.

    Ferner wäre zu erwägen, ob Christlicherseits nicht ein Anlauf gemacht werden sollte, den Metropoliten von Moskau zu beteiligen; als schweres Toleranzgeschütz.

    Nicht wer appetitlich bleibt, rettet die Menschheit, sondern wer ein Menschenleben rettet, rettet die Menschheit; war’s nicht so ?

    • 1. März 2012 um 19:29 Uhr
    • Thomas Holm
  4. 4.

    Penzberg, wo ist das überhaupt?? Wird sich Khamenei denken.

    Ja, die Erfolgsaussichten sind wohl relativ gering. Es geht Idriz wohl eher um die Wirkung, die er damit in Deutschland entfält. Erstens seinen Schäfchen, von denen vielleicht einige wenige Christenmordphantasien hegen mögen, klarzumachen, dass er diese nicht unterstützt, andererseits den nichtmuslimischen Deutschen zu zeigen, dass sich „der Islam“ in Deutschland deutlich von den iranischen Exzessen distanziert. Oder aber – Achtung Zynismus – Idriz nutzt die Gelegenheit, sich im vollen Bewusstsein seiner Wirkungslosigkeit in dieser Sache als Menschenrechtsritter darzustellen.

    • 1. März 2012 um 19:57 Uhr
    • Arjen van Zuider
  5. 5.

    “Ich fürchte es wird unappetitlich, wenn der Kommentarbereich nicht geschlossen wird…”

    Ist was sachlich falsch an docaffis Überlegungen ?

    @ TH

    Es geht nicht um Docaffis Überlegungen, sondern um die Erwartung eines Sermons über Idriz, der unter anderem an das beliebte Argumentationsmuster „Damned if you do, damned if don’t“ erinnert (Show machen vs. keinen Versuch machen).

    Wobei es schon lustig wäre, wenn ein besonders kritischer Islamkritiker Idriz den Vorwurf machte, dass dieser es als Sunnit wagt, den Oberayatollah anzusprechen und/oder das entsprechende Schreiben diplomatisch formuliert zu haben.

    • 1. März 2012 um 19:58 Uhr
    • N. Neumann
  6. 6.

    @ N. Neumann – „Damned, if you do – damned, if you don’t“ – in der Tat häufiges und nicht gerade unbeliebtes Kommentatoren-Argumentationsmuster auf dem JL-Blog.
    Danke für die grandiose, zutreffende Formulierung dieses Tatbestandes.

    @ Arjen van Zuider
    „- Erstens seinen Schäfchen … klarzumachen, dass er diese nicht unterstützt,
    – andererseits den nichtmuslimischen Deutschen zu zeigen, dass sich “der Islam” in Deutschland deutlich von den iranischen Exzessen distanziert.
    – Oder aber …, sich im vollen Bewusstsein seiner Wirkungslosigkeit in dieser Sache als Menschenrechtsritter darzustellen.“

    Diesen durchaus möglichen eventuellen Gründen (incl. des letzten Punktes) möchte ich als weiteren denkbaren Grund hinzufügen:

    “ – Aufbau und Etablierung einer Tradition des menschenrechtlich-zivilgesellschaftlichen kritischen Engagements des deutschen (oder gar europäischen) Islams,
    wie wir es ja in positiver Weise in Deutschland bzw. Europa in wesentlichen menschenrechtlichen und zivilgesellschaftlichen Fragen von den beiden christlichen Kirchen gewohnt sind“

  7. 7.

    Penzberg, wo ist das überhaupt?? Wird sich Khamenei denken.

    Er wird aber auch den Poststempel der Bundesrepublik Deutschland wahrnehmen
    und seinen Verstand so zu einem weiteren, zweiten Gedanken aufschwingen lassen.

  8. 8.

    @Publicola:
    Das wäre der ideelle Beweggrund hinter den propagandistischen Zielsetzungen, die ich als ersten und zweiten Punkt erwähnt hatte. Ohne diesen ideellen Beweggrund wäre es ja eben die Heuchelei des dritten Punktes.

    • 1. März 2012 um 20:28 Uhr
    • Arjen van Zuider
  9. 9.

    O.K – meine Ergänzung war definitiv nicht als Kritik an Ihrem Beitrag gedacht/intendiert!

  10. 10.

    Im folgenden dokumentiere ich einen Brief des Penzberger Imams Benjamin Idriz bezüglich des Falls des iranischen Pastors Youcef Nadarkhani

    Quelle? Wäre wichtig, weil wenn authentisch/belastbar, Idriz in einem, wenn auch dunklem, aber etwas anderem Licht dastehen würde.

    • 1. März 2012 um 20:32 Uhr
    • enquirer
  11. 11.

    @ enquirer: Ich kenne Herrn Idriz und bin im Presseverteiler. Text steht auch auf der Webpage der Gemeinde in Penzberg.

    • 1. März 2012 um 20:48 Uhr
    • Jörg Lau
  12. 12.

    Imam Idriz der Hoffnungsträger, seinen Worten kann man uneingeschränkt glauben, denn er sagt immer die Wahrheit. Zufällig kenne auch ich den Koran recht gut und hätte da 1-2 Anmerkungen zu machen. Ich hoffe ich darf.
    Fangen wir mal vorne an, Imam Idriz behauptet ja der Koran sieht weder eine Strafe vor für einen Moslem der sich von der Religion abkehrt, noch zwingt er jemanden zum Islam. Alles total tolerant und Religionsfreiheit wird groß geschrieben. Gut das Freundschaft zu Ungläubigen gleich mehrfach verboten ist im Koran (5:51, 3:28, 4:144) und das man sogar mit der eigenen Familie brechen sollen wenn:

    „O die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Freunden, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen. Und die von euch sie zu Freunden nehmen – das sind die Ungerechten. “ (9:23)

    Ist vermutlich nur ein großes Mißverständnis, denn der Koran lehrt ja Toleranz und Religionsfreiheit. Und für Apostaten sieht der Koran keine Strafe vor:

    „Wer Allah verleugnet, nachdem er den Glauben (angenommen) hatte – außer demjenigen, der gezwungen wird, während sein Herz im Glauben Ruhe gefunden hat –, doch wer aber seine Brust dem Unglauben auftut, über diejenigen kommt Zorn von Allah, und für sie wird es gewaltige Strafe geben.“ (16:106)

    „…Wer sich aber von euch von seinem Glauben abbringen läßt und als Ungläubiger stirbt – das sind diejenigen, deren Taten wertlos sein werden in dieser Welt und im Jenseits. Sie werden die Bewohner des Feuers sein, und darin werden sie ewig verweilen.“ (2:217)

    „Wenn aber einer gegen den Gesandten Opposition treibt, nachdem ihm die Rechtleitung (durch den Islam) klar geworden ist, und einem anderen Weg folgt als dem der Gläubigen, geben wir ihm da Anschluß, wo er Anschluß gesucht hat, und lassen ihn in der Hölle schmoren – ein schlimmes Ende!“ (4:115)

    „Sie möchten gern, ihr wäret ungläubig, so wie sie (selber) ungläubig sind, damit ihr (alle) gleich wäret. Nehmt euch daher niemand von ihnen zu Freunden, solange sie nicht (ihrerseits) um Allahs willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Beschützer oder Helfer!“ (4:89)

    Zur Behauptung kein Zwang im Glauben habe ich auch was gefunden:

    „O ihr, denen die Schrift gegeben wurde, glaubt an das, was Wir herabgesandt haben und welches das bestätigt, was euch schon vorliegt, bevor Wir Gesichter vernichten und sie auf ihre Rücken werfen oder sie verfluchen, wie Wir die Sabbatleute verfluchten. Und Allahs Befehl wird mit Sicherheit ausgeführt.“ (4:47)

    „Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet (salaat) verrichten und die Almosensteuer (zakaat) geben, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Allah ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (9:5)

    Also ich lese in diesen beiden Versen durchaus einen gewissen Zwang, oder sagen wir leichten Druck zum Islam zu konvertieren. Man wird im Koran vor eine Wahl gestellt, die auch Voltaire bemerkte und in einem Brief an Friedrich den Großen über Mohammed schrieb: “ …daß er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben läßt…“
    Der Vers 5 der Sure 9 entstand übrigens kurz nachdem Mohammed Mekka erobert hatte und anders als Idriz uns weiß machen will, eben nicht Toleranz walten ließ, sondern die geschlagenen heidnischen Mekkaner vor die Wahl gestellt wurden zu konvertieren oder zu sterben. Aus einem multireligösen Ort wurde ab diesem Zeitpunkt Monokultur, islamische Monokultur. Bekanntlich darf ein Nicht-Moslem Mekka heutzutage nichtmal betreten.
    Dann kommt ein ganz interessanter Teil, Imam Idriz bitte plötzlich Khamenei dem Pastor zu vergeben. Warum eigentlich vergeben? Wenn das alles mit der Toleranz, kein Zwang im Glauben und keine Strafe für Apostaten etc, islamisch korrekt ist, wie Idriz behauptet. Warum soll Khamenei dem Pastor dann „vergeben“? Das wäre doch nur nötig wenn Abfall vom Glauben im Islam ein Verbrechen, eine falche Tat, wäre.
    In diesem Teil entlarvt sich Idriz wunderbar selbst, denn natürlich weiß er was in Koran und Sunna steht.

    Zum Schluß möchte ich noch auf den von Idriz zitierten Vers 32 Sure 5 eingehen. Er sagt ja dazu: „Aus diesem Grund bezeichnet der Koran den Schutz der Würde und das Leben eines einzelnen Menschen als das Bewahren der Würde aller Menschen“
    Wo Idriz in diesem Vers was von Würde des Menschen findet, erschließt sich mir nicht. Um den Schutz den Leben geht es aber tatsächlich in diesem Vers. Nur richtet sich dieser Vers nicht an Muslime, sondern an die „Kinder Isreals“, also die Juden.

    „Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne daß ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten…“ (5:32)

    Hier tut er also das, übrigens auch bei anderen Versen die er noch so anführt, was Islamvertreter normalerweise Islamkritiker immer vorwerfen, nämlich Verse verkürzt zu zitieren und aus dem Kontext zu reißen. Apropos Kontext, schauen wir doch mal was auf den „du sollst nicht töten“-Vers folgt:

    „Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil. “ (5:33)

    Dieser ganze Brief ist mal wieder ein typischer Idriz und gerichtet ist er sowieso nicht an Chomenei, sondern an die Multikultiträumer und Islamversteher in diesem Land.
    Hier noch eine kürzlich erstellte Report München Reportage über den aufrichtigen Herrn Idriz. http://www.youtube.com/watch?v=PqZYuuSI6fM
    Wenn das der Hoffnungsträger für einen aufgeschloßenen Euroislam sein soll, dann steht es schlecht um den Euroislam in Deutschland.

    • 1. März 2012 um 20:52 Uhr
    • Bellfruta87
  13. 13.

    @ Jörg Lau

    Vielen Dank, Herr Lau!

    • 1. März 2012 um 20:56 Uhr
    • enquirer
  14. 14.

    Ich hoffe ich darf.
    Seine mitmenschliche Umwelt zu langweilen, ist menschenrechtlich nicht sanktionierbar.
    Insofern: alles o.k.

  15. 15.

    Teile des Textes kommen bereits in einer Freitagspredigt in der
    Penzberger Moschee vom Freitag, 08.01.2009 vor.

    http://www.islam-penzberg.de/126301/158501.html

    Die gleichen Teile kommen lt. google auch vor in:

    hxxp://www.ghaemmaghami.ir/website/ViewArticle.aspx?articleID=317

    hxxp://www.google.de/#q=%22selbstbestimmten+Leben+impliziert+das+Recht+auf+Meinungsfreiheit%22&hl=de&prmd=imvns&filter=0&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&fp=d10f47a9d78041b&biw=840&bih=463

    lassen sich aber nicht öffenen.

    Home von der Homepage ist und kann geöffnet werden:

    hxxp://www.ghaemmaghami.ir/

    Sunni hin Shia her, Idriz hat sich abgesichert aus Iranischer Quelle, bzw. bei:

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Seyed_Abbas_Hosseini_Ghaemmaghami

    “Seit Anfang 2004 ist Ayatollah Ghaemmaghami als Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg tätig.”

    Damaszener Integrativ-Stil; keine Alleingänge.

    • 1. März 2012 um 21:07 Uhr
    • Thomas Holm
  16. 16.

    @ Thomas Holm – Danke für den Hinweis (Link) auf den (mir bislang nicht bekannten) in Hamburg tätigen iranischen islamischen Theologen, Rechtsgelehrten, Philosophen, Sozialwissenschaftler
    Ayatollah Seyed Abbas Hosseini Ghaemmaghami
    http://de.wikipedia.org/wiki/Seyed_Abbas_Hosseini_Ghaemmaghami

  17. 17.

    @Bellfruta87

    Dieser ganze Brief ist mal wieder ein typischer Idriz und gerichtet ist er sowieso nicht an Chomenei, sondern an die Multikultiträumer und Islamversteher in diesem Land.

    Idriz erwähnt den „Commander of the faithfull“! Das ist nicht typisch, so daher gesagt. Das ist ein schwerwiegendes Argument!

    • 1. März 2012 um 21:28 Uhr
    • enquirer
  18. 18.

    seit einigen Tagen läuft eine Petition zum Fall Nadarkhani bei Open Petition: http://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani Warum wird nicht darauf verwiesen? dort können auch alle Imame und andere Bürger unterschreiben.

    • 1. März 2012 um 21:48 Uhr
    • claro
  19. 19.

    Dieser ganze Brief ist mal wieder ein typischer Idriz und gerichtet ist er sowieso nicht an Chomenei, sondern an die Multikultiträumer und Islamversteher in diesem Land.

    Genau. Eigentlich ist der Brief irgendwie hinterfotzig.

    • 1. März 2012 um 22:00 Uhr
    • N. Neumann
  20. 20.

    @ Bellfruta87 – 12

    Um den Haß, den Sie sich mit diesem Post zuziehen, kann Sie jeder anständige Mensch nur ohne Ende beneiden.

    Um des lieben Friedens Willen stirbt die Wahrheit stets zuerst.

    Um den Haß derer anzuhäufen, die die Verleugnung offenkundiger Bedrohung und Erpressung zur modernen Kardinaltugend erklären, fühle ich mich geehrt, mit Ihnen in edlem Wettstreit zu stehen.

    @ Publicola

    „Seine mitmenschliche Umwelt zu langweilen“

    Ich bin enttäuscht; das Sakralzitate Sie langweilen können, hätte ich nicht gedacht. Wo bleibt die Münsteraner Zähigkeit ?

    Mal gucken, wie der in Hamburg tätige iranische islamische Theologe, Rechtsgelehrte, Philosoph und Sozialwissenschaftler
    Ayatollah Seyed Abbas Hosseini Ghaemmaghami seine textuelle Inanspruchnahme findet.

    Wie Forist MM an anderer Stelle (nicht ohne Abscheu) festgestellt hat; die gegenwärtig Toleranzhauptstadt des Islam heißt: Damaskus.

    Wer Pastor Youcef Nadarkhani retten will, muss nach allen erkennbaren realpolitischen Kräfte- und Interessenkonstellationen den Weg nach Teheran über Damaskus und Moskau suchen, Penzberg als Startpunkt ist dann unerheblich.

    @ enquirer

    Vorsicht mit:

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Amir_al-Mu’minin

    In der Gesellschaft von:

    “ the King of Morocco is also Amir al-Mu’minin.
    The Sultan of Sokoto.
    The spiritual leader and Caliph of the worldwide Ahmadiyya Muslim Community is also called Amir al-Mu’minin. ..

    The founder of the Taliban Mohammed Omar was called this by his followers“

    fühlt sich

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Ali_Khamenei

    vielleicht nicht so wohl.

    Vielmehr verhält es sich so:

    “the Taliban want that Mullah Omar become a kind of guardian-figure for the Afghan state, not dissimilar to Iran’s maghame rahbari, or supreme leader.”

    und zwar von den Amerikanern. So weit ist es schon.
    Der Iran könnte da nicht gut drauf zu sprechen sein.

    Der Paschtunenhäuptling will Perserkarriere machen, da darf man dem Perserchef nicht mit dem Häuptlingtitel kommen.

    @ claro

    „Youcef Nadarkhani, der am 22. September 2010 wegen Apostasie und Evangelisation zum Tode durch den Strang verurteilt wurde“

    hxxp://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani

    Evangelisation, so, so, das erfährt man auch nicht überall; Herr Idris hat diesen Anklagepunkt bei seiner Bitte um Vergebung bestimmt nur vergessen.

    Hält jemand auch Evangelisation für Islamisch vergebbar ?

    Ist immer interessant zu sehen, wie weit die Leute um des lieben Friedens willen zu gehen bereit sind.

    Ernsthafte Frage !

    @ NN

    „Eigentlich ist der Brief irgendwie hinterfotzig“

    Ja Neumann, haben Sie Ihr Freßchen gefunden, schön für Sie.

    Was hab‘ ich gesagt: Haß !

    • 1. März 2012 um 22:07 Uhr
    • Thomas Holm
  21. 21.

    „32 Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israel vorgeschrieben, daß, wenn einer jemanden tötet, (und zwar) nicht (etwa zur Rache) für jemand (anderes, der von diesem getötet worden ist) oder (zur Strafe für) Unheil (das er) auf der Erde (angerichtet hat), es so sein soll, als ob er die Menschen alle getötet hätte. Und wenn einer jemanden am Leben erhält, soll es so sein, als ob er die Menschen alle am Leben erhalten hätte. Und unsere Gesandten sind doch (im Lauf der Zeit) mit den klaren Beweisen (baiyinaat) zu ihnen gekommen. Aber viele von ihnen gebärden sich nach alledem maßlos (indem sie) auf der Erde (Unheil anrichten) (fie l-ardi la-musrifuuna).
    33 Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und (überall) im Land eifrig auf Unheil bedacht sind, soll darin bestehen, daß sie umgebracht oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen wechselweise (rechts und links) Hand und Fuß abgehauen wird, oder daß sie des Landes verwiesen werden. Das kommt ihnen als Schande im Diesseits zu. Und im Jenseits haben sie (überdies) eine gewaltige Strafe zu erwarten.“

    Man darf also nicht töten, es sei denn aus Gründen der Rache (Vergeltung für Mord) und wenn jemand „Unheil“ stiftet. Auch wenn man die von Youcef N. betriebene christliche Missionierung als das hier nicht näher beschriebene „Unheil“ ansieht, dann würde es -wenn man nur von obigen Versen ausgeht- auch ausreichen ihn des Landes zu verweisen.
    Auf seine Konvertierung jedoch steht im Iran so oder so die Todestrafe:

    „Wir leben in einem islamischen Land und wir handeln nach den Regeln des Korans. Selbst wenn wir hunderttausend Menschen exekutieren müssen, werden wir mit der Durchsetzung dieser Regeln fortfahren.“

    http://www.fr-online.de/vielehe-fuers-regime/1472596,4894274,view,asFitMl.html

    • 1. März 2012 um 22:09 Uhr
    • J. Weber
  22. 22.

    dort können auch alle Imame und andere Bürger unterschreiben.

    Richtig.

    Die Imame sollen sich bei öffentlichen Stellungnahmen, die sich gegen Mordwünsche von üblen Islamisten richten, mal nicht so hervortun. Der politisch oberkorrekte Eindruck, dass sie nicht alle unter einer Decke stecken, sollte verhindert werden.

    Und wenn die Imame gemeinsam mit anderen Bürgern eine Petition gegen Mordwünsche von üblen Islamisten unterschreiben würden, könnte man dies natürlich auch gut kritisieren, weil sie ja mit denen, gegen deren Mordwünsche sie unterschrieben haben, unter einer Decke stecken.

    • 1. März 2012 um 22:13 Uhr
    • N. Neumann
  23. 23.

    Na, das übertrifft ja noch meine Spekulationen über mögliche zynische Interpretationen von Idriz‘ Absichten…

    @Bellfrutta: Es ist schlimm genug, dass innermuslimisch die Debatte über eine Hinrichtung eines Pastors mit dem Koran ausgefochten wird, da müssen „wir“ uns nicht auch noch einmischen und den Muslimen erklären, wie sie den Koran auszulegen haben.

    • 1. März 2012 um 22:25 Uhr
    • Arjen van Zuider
  24. 24.

    @ NN

    “Eigentlich ist der Brief irgendwie hinterfotzig”

    Ja Neumann, haben Sie Ihr Freßchen gefunden, schön für Sie.

    Was hab’ ich gesagt: Haß !

    @ TH

    Auch wenn Sie jetzt wieder vermuten, dass diese formalistische Frage ebenso wie meine Vorbemerkungen mit Mundschaum einhergeht: Was haben Sie überhaupt gegen zwei klein geschriebene s hintereinander? Es handelt sich ja schließlich nicht um dicke Runen.

    • 1. März 2012 um 22:27 Uhr
    • N. Neumann
  25. 25.

    @Bellfrutta: Es ist schlimm genug, dass innermuslimisch die Debatte über eine Hinrichtung eines Pastors mit dem Koran ausgefochten wird, da müssen “wir” uns nicht auch noch einmischen und den Muslimen erklären, wie sie den Koran auszulegen haben.

    @ AvZ

    Moment mal! Wir haben hier Meinungsfreiheit, und wenn ein ganz besonders islamkritisches Fruchtjoghurt den Muslimen und den Bürgern öffentlich erklärt, dass der Koran richtigerweise immer maximal rabiat ausgelegt wird, dann ist das sein gutes Recht.

    • 1. März 2012 um 22:36 Uhr
    • N. Neumann
  26. 26.

    – Die Welt erklärt sich nicht nur aus moralischer Empörung von höchster Warte deutscher Lokation aus –

    Der aus Europa, Deutschland, München, Penzberg an Khamenei addressierte Brief des Imams Benjamin Idriz
    muss angesichts der derzeitigen politischen Situation in Iran
    durchaus nicht wirkungslos bleiben.
    Warum?

    1 – Politische Ausgangssituation:
    Angesichts der nahenden März-Parlamentswahlen im Iran lässt sich politische Machtkampf zwischen dem institutionell stärkeren Khamenei und institutionell schwächeren Ahmadinejad nicht übersehen. Diese Auseinandersetzungen betreffen letztlich natürlich auch die außenpolitische Linie (allerdings wohl nicht die Nuklear-Frage) gegenüber den USA.

    2 – Position Ahmadinejad:
    In der letzten, 2002 durchgeführten Meinungsumfrage zu der Frage der Beziehungen zu den USA hatten 74% der Befragten eine Normalisierung der Beziehungen befürwortet. (Weitere Umfragen zu diesem Thema empfahlen sich nicht, weil der Betreffende Organisator der 2002 Umfrage sich anschließend im Gefängnis wiederfand).
    Wohl an diese Erkenntnis der Volksmeinung anknüpfend erwähnte Ahmadinejad in nahezu jedem Interview während seines USA-Aufenthalts (im Rahmen seines UN-Vollversammlungs-Auftritts), dass der Iran jederzeit zu Gesprächen mit den USA bereit sei.
    Es ist wohl nicht so, dass Ahmadinejad intrinsisch die USA liebt. Er rechnet lediglich damit, dass die meisten iranischen Wähler – wichtig für die baldigen Parlamentswahlen – eine Verbesserung der Iran-USA-Beziehungen wünschen.

    3 – Position Khamenei:
    Khamenei hat lange jeglichen Versuch Ahmandinejads, sich mit dem Westen ins Benehmen zu setzen, abgeblockt, weil ein derartiger Durchbruch dem Präsidenten Ahmadinejad enormes innenpolitisches Kapital verschaffen würde.

    4 – Khamenei und die Basidschi
    Khamenei stützt sich insbesondere auf die Loyalität der Frommen in Iran, die ihn als Führer der islamischen Welt betrachten.
    Teil dieses Hardline-Unterstützer sind die tausende von jungen Basidschi, die das paramilitärische Rückgrat des Obersten Führers, Khamenei, bilden. Diese Basidschi räumten ja auch für ihn die Protestwoge der Grünen Bewegung im Jahre 2009 beiseite.
    In den Augen dieser Hardcore-Gruppe ist die Feindseligkeit gegenüber den USA der Hauptstützpfeiler der iranischen „Islamischen Revolution“.
    Khamenei ist bewusst, dass jegliche Annäherung seinerseits an Washington die Unterstützung durch diese Gruppe verringern bzw. gefährden könnte.

    5 – Wirtschaftliche Lage:
    Iran befindet sich mitten in einer gefährlichen Wirtschaftskrise.
    Dazu kommt erschwerend das im Juli zu startende Öl-Embargo der EU hinzu.

    6 – Das Revolutionäre Garde-Korps
    Die dominierende militärische Macht im Iran, das Revolutionäre Garde-Korps – mit seinen 120.000 Mann ein entscheidender Sektor der Machtstruktur Teherans – lässt Anzeichen nervöser Widerspenstigkeit erkennen. In der Regel ist das Korps der Revolutionären Garden, wenn auch nicht als monolithischer Block, als unterstützender Pro-Khamenei-Faktor anzusehen.
    Neuerdings jedoch lassen sich angesichts der greifenden internationalen Sanktionen, insbesondere der letzten Sanktonsrunde, Anzeichen deutlicher Kritik einger Garde-Kommandeure an dem außenpolitischen Spiel Khameneis mit dem Feuer nicht verhehlen. Schließlich sind ja durch die internationalen Wirtschaftssanktionen auch die zahlreichen geschäftlichen Unternehmen der Revolutionsgarde – von der Autoherstellung bis zur Elektronikproduktion und Zink-Bergwerken – betroffen.
    So verfasste im Januar ein höherrangiger ehemaliger Garde-Kommandeur der Marine einen bislang beispiellosen Artikel in der traditionsreichen renommierten Zeitung Ettelā’āt, der auf die Ähnlichkeiten zwischen der derzeitigen Situation Irans mit dem Zustand Irans in den Tagen vor dem Sturz des Schahs hinwies. Der implizierte Vergleich mit Khamenei blieb den Iranern wohl nicht verborgen.

    (siehe dazu den dreiteiligen Beitrag Nr. 54 + 55 + 56:
    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/02/27/israel-wird-iran-angreifen-quatsch_5487/comment-page-7#comments )

  27. 27.

    @ bellfrutta: Ach, es steht „schlecht um den Euroislam“? Ich finde, Sie geben einen sehr guten Obermufti ab, da Sie ja “ den Koran recht gut kennnen“. Oder wenigsten einen ordentlichen Hodschatoleslam, um im Genre zu bleiben. Hodschatoleslam Marmeladenbrot, bete vor!

    • 1. März 2012 um 22:52 Uhr
    • Jörg Lau
  28. 28.

    NN:

    Moment mal! Wir haben hier Meinungsfreiheit, und wenn ein ganz besonders islamkritisches Fruchtjoghurt den Muslimen und den Bürgern öffentlich erklärt, dass der Koran richtigerweise immer maximal rabiat ausgelegt wird, dann ist das sein gutes Recht.

    Ist es. Und es ist mein gutes Recht zu sagen, dass ich das für falsch halte. Bei manchen Idioten kann es zwar amüsant sein, sich auf ihr Niveau herabzulassen, all ihre Prämissen zu akzeptieren und ihnen zu zeigen, dass ihre Schlüsse selbst dann noch falsch sind. Der Islam (und zwar jede seiner halbwegs verbreiteten Ausprägungen) ist aber ein konsistentes Gedankengebäude. Da funktioniert diese Taktik einfach nicht, egal, was man jetzt genau beweisen will. Ist auch der Grund, weshalb Idriz‘ Brief wirkungslos bleiben wird.

    • 1. März 2012 um 23:01 Uhr
    • Arjen van Zuider
  29. 30.

    @jl
    „“Ich finde, Sie geben einen sehr guten Obermufti ab, da Sie ja ” den Koran recht gut kennnen”. Oder wenigsten einen ordentlichen Hodschatoleslam, um im Genre zu bleiben.““

    Da der Koran in arabischer Sprache verfasst wurde, ist die unterste minimal Anforderung um sich überhaupt erst auf zu machen den Koran zu verstehen, eine sehr gute Beherrschung der arabischen Sprache und zwar klassisches alt arabisch, dass selbst die Mehrheit der heutigen Araber nicht gut beherrscht. Ich denke das Früchtchen scheitert schon an dieser untersten Hürde.

    Desweiteren selbst wenn ein Araber sich das klassische arabisch sehr gut aneignet, würde er nicht behaupten den Quran derart zu verstehen um ihn auszulegen, denn dafür braucht es auch noch ein Studium in der Auslegung des Quran (Tafsir) und ihrer Grundlagen (Usulul Tafsir)

    Und selbst wenn ein Araber sich das klassische arabisch, und die Tafsir Wissenschaften sehr gut angeeignet hätte, würde er immer noch nicht behaupten die Rechts Urteile aus dem Quran ableiten zu können, denn dafür braucht es wiederum ein Studium des islamischen Recht (Fiqh) und deren Grundlagen (Usulul Fiqh).

    Da aber das islamische Recht auf zwei Quellen basiert, neben dem Quran auch die Sunnah, muss man sich auch noch in den Hadithwissenschaften vertiefen.

    Ich würde mal sagen 20 Jahre braucht man dafür schon um nicht gleich bei der ersten Fatwa in der islamischen Gelehrten Community ausgelacht oder verflucht zu werden.

    Das Forumsfrüchten stellt aber ohne Zweifel den Weltrekord an dumm dreistigkeit. Es gibt Fatwas anhand deutscher Übersetzungen wobei es wohl noch nicht mal deren Qualität abschätzen kann, und anhand irgendwelchen aufgeschnappten Artikel auf PI Niveau. Das ist kein Ober Mufti, sondern nur ein Forums Jin..

    • 1. März 2012 um 23:22 Uhr
    • Marin
  30. 31.

    „Um den Haß, den Sie sich mit diesem Post zuziehen, kann Sie jeder anständige Mensch nur ohne Ende beneiden.“

    Aus meiner – nicht maßgeblichen – Sicht liegt da aber ein arges Missverständnis vor.

  31. 32.

    @ Marin – Ich würde mal sagen 20 Jahre braucht man dafür schon um nicht gleich bei der ersten Fatwa in der islamischen Gelehrten Community ausgelacht oder verflucht zu werden.

    Stimmt vermutlich – aber zugegebenermaßen und äußerst bedauerlicherweise beachtet im ‚real-life‘ so mancher massakerlüsterne Jungfanatiker und zahllose karikaturempörte Brandstifter-Frommen diese Zeitrahmen-Kautele der notwendigen Heranreifung eines Minimal-Verstandes oder zumindest eines sinnvollen Nano-Gedanken nicht.

  32. 33.

    @Marin

    Wenn man ihre Maßstäbe ans Christentum anlegt, dann dürfte man erst ab Bischofsrang Kritik an der Religion üben, bis dahin hat man einfach keine Ahnung und muss die Klappe halten.

    • 1. März 2012 um 23:30 Uhr
    • J. Weber
  33. 34.

    @ Publicola

    Solche realpolitischen Gründe könnten durchaus für ein Absehen vom Vollzug der Todesstrafe ausschlaggebend werden. Aber gerade dann sollte man nicht noch die Hürde höhersetzen, indem man mit den eigenen Softislam Ausmalungen hausieren geht.

    Realpolitisch erschwert so etwas eine pragmatisch motivierte Vollzugsenthaltung. Wenn jemand bereit ist, einen Rechenfahler zu machen, dann sollte man ihn vielleicht nicht unbedingt mit dem Hinweis, dass zwei und zwei: fünf seien, dazu auffordern.

    @ NN

    „Der politisch oberkorrekte Eindruck, dass sie nicht alle unter einer Decke stecken, sollte verhindert werden.“

    Die Kleriker sind um die absurdesten Fragen zerstritten, beschuldigen sich gegenseitig der Hexerei und alles mögliche.

    Nur ausgerechnet um einige zentrale Fragen kaum.

    Evangelisationsfreiheit ?

    Da katapultiert es einem aber sofort nach ganz außen, zu Irshad Manji & Co.

    In was für einen albernen Gedanken haben Sie sich da nur vernarrt ?

    Weil die in Wirklichkeit nicht alle unter eine Decke passen,
    soll man so tun, als gäbe es keine autoritative Dogmatik ?

    Ist jetzt eigentlich nicht auch aus Ihrer Sicht durch den Evangesisationsgesichtspunkt – den ich hier anschleppen durfte – für Ihre Beurteilung eine neue Lage entstanden ?

    Wenn Idriz für die Apostasie um Gnade fleht, dann ist der Elephant im Raum natürlich elegent ausgeblendet. Das kann hinterfotzig sein; oder auch nur einfach nachlässig – oder feige.

    Der Apostat kann dann überleben, wenn er schweigt. Sobald er sich zum Glaubensabfall mit islamkritischen Gründen* bekennt – und erst recht – wenn er einen anderen Glauben annimmt, dann ist er ‚dran, überall dort wo es die Machtverhältnisse zulassen. Und wo sie es zulassen, da gebieten sie es auch.

    *und nicht etwa sagt, ihm wäre die Hölle egal, oder er mag es halt gut geheizt

    Kriegen Sie nicht das ganze Theater mit, um die Ex-Muslime, denen ständig nachgesagt wird, sie seien halt nie Muslime gewesen ?

    „Es handelt sich ja schließlich nicht um dicke Runen.“

    Holen Sie sich bei Publicola den Nazi-Erwähnpreis der Woche ab !

    @ Jörg Lau

    „Euroislam“

    Für Europa kann man versuchen einen Pakt zu schliessen mit Freiheiten zu Apostasie, Evangelisation und: ja bitte schön, auch atheistischer Propaganda, wenn es denn nicht zu aggressiv ist.

    Für die Islamischen Länder könnte man sich mal folgendes überlegen, gerade wenn die jetzt richtig Probleme bekommen im Sinne des Postings von Publicola – 26:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Tanzimat

    Das würde aber eine offene Konzessionspolitik bedeuten und die sollte man dann auch so benennen und begründen.

    Solange die Muslime nicht auf Geräte verzichten können, die nur Ungläubige bauen können, möchten sie bitte freundlicherweise darauf verzichten, Ungläubige wegen Unglaubens umzubringen.

    Da könnte man sogar mit einigen Schwäche-Kompromissen in den Lehr- und Wanderjahren des Propheten argumentieren; man müßte nur westlicherseits bereit sein zuzugeben, dass nicht wir am Arsch* sind sondern die. In Homs weiss das jedes Kind.

    *arab. Bedeutung diesesmal nicht gemeint.

    „Hodschatoleslam … bete vor!“ Nein: bete nach, allenfalls so könnte es gehen.

    • 1. März 2012 um 23:32 Uhr
    • Thomas Holm
  34. 35.

    „dürfte man erst ab Bischofsrang Kritik an der Religion üben“

    In Deutschland führt seit wenigen Jahre jeder den Bischofsstab, ja eigentlich die Papst-Mitra, in seiner Aktentasche mit sich – daher ist die Kritik aus mindestens bischöflicher, eher noch: päpstlicher, Warte aus für jeden möglich, zulässig und geboten,
    denn seit Benedikt gilt: http://www.germanhistorydocs.ghi-dc.org/images/2005-04-20%20B%20-%20Wir%20sind%20Papst1.jpg

  35. 36.

    „indem man mit den eigenen Softislam Ausmalungen hausieren geht“
    Offenbar sind meine Beiträge schwer oder vielmart gar nicht verständlich.

  36. 37.

    vielmehr

  37. 38.

    @Publicola

    …und der Islam gehört zu Deutschland!

    • 1. März 2012 um 23:40 Uhr
    • J. Weber
  38. 39.

    Trotz des von Bellfrutta aufmerksam registrierten Widerspruches – Postulierung des Toleranzgebotes in Glaubensfragen vs Milde gegenüber Delinquenten als Attribut von Macht – sehe ich in diesem Appell eigentlich nur den Versuch, ein bedrohtes Leben zu retten. Einen Versuch, der sich in etwa der Methode von Amnesty bedient, indem er systemimmanent argumentiert und sich damit auf die Maßstäbe der Entscheidungsträger einlässt. Motiv ist deshalb sicher nicht Wahrheitsfindung, sondern die Einwirkung auf die interne Entscheidungsfindung durch Erzeugung einer möglichst breiten öffentlichen Reflexion. Diese Methode hatte sich schon immer den Verdacht der Anrüchigkeit zugezogen, doch sie konnte zB laut Amnesty nachweislich Leben retten…

    Dass Muslime und islamische Funktionsträger sich immer wieder schützend vor bedrohte Minderheiten stellen, konnte und kann man zB in Ägypten beobachten. Jedenfalls dann, wenn man seinen Blick nicht verengt durch das notorische Aufsaugen einschlägiger Youtube Clips mit dem Sujet Abhacken – Steingen – Aufhängen. Ist in anderen religös inspirierten Communities ja auch nicht anders, siehe Evangelikale pro + contra death penalty in den US…

    Fill

  39. 40.

    @ Thomas Holm

    „Holen Sie sich bei Publicola den Nazi-Erwähnpreis der Woche ab !“

    Wenn Massiv-Vorwürfe, dann intellektuell redlich basiert:

    Beleg, bitte !?

  40. 41.

    J. Weber

    „“Wenn man ihre Maßstäbe ans Christentum anlegt, dann dürfte man erst ab Bischofsrang Kritik an der Religion üben, bis dahin hat man einfach keine Ahnung und muss die Klappe halten.““

    Kritik üben kann doch tatsächlich jeder, aber wirkliches wissen worüber man spricht haben wahrlich die wenigsten.

    • 1. März 2012 um 23:44 Uhr
    • Marin
  41. 42.

    – Formatierung/Korrektur # 40 –

    @ Thomas Holm
    “Holen Sie sich bei Publicola den Nazi-Erwähnpreis der Woche ab !”

    Wenn Massiv-Vorwurf, dann intellektuell redlich basiert:

    Beleg, bitte !?

  42. 43.

    Marin,

    sehr guter Beitrag ! Nur als Anmerkung: Es ist eigentlich ein alter Hut, dass gesellschaftliche und politische Entscheidungsträger sich instrumentell auf einen anerkannten moralischen Kanon, zB den Koran, beziehen, um ihre ‚Mission‘ als höheren Auftrag auszuweisen. Für diese Kunst ist ein tiefer reichendes Wissen gar nicht erforderlich, um diese zu kritisieren allerdings auch nicht. Um sich die politische Realität und die politischen Ambitionen zB in Ländern wie dem Iran zu erklären taugt Exegese sakraler Texte also nur sehr bedingt. Auch dann, wenn diese seriös gemacht wird…

    Fill

  43. 44.

    „Kritik üben kann doch tatsächlich jeder, aber wirkliches wissen worüber man spricht haben wahrlich die wenigsten.“

    Denke Sie auch jeder, der die Außenpoltik der USA fundiert kritisieren will, sollte zunächst mindestens zwanzig Jahre in den USA gelebt haben, einen Master in Politikwissenschaften abgeschlossen und einige Jahre im US-Außenministerium gearbeitet haben?
    Ohne diese Qualifikationen kann zwar im Grunde jeder alles mögliche kritisieren, der Kritik mangelt es dann jedoch an nötigem Fachwissen und Erfahrung, sie ist daher grundsätzlich nicht ernst zu nehmen.

    • 2. März 2012 um 00:04 Uhr
    • J. Weber
  44. 45.

    @J.Weber:

    Ich kann nicht für Marin sprechen, aber mir persönlich sind Laien, die theologisch versierten christlichen Fundis vorwerfen, sie hätten das Christentum nicht verstanden, genauso peinlich.

    Was den Fall Idriz angeht: Wenn ein theologisch versierter Imam im Namen des Islam eine westliche Konzeption von Menschenrechten verteidigt, dann beeindruckt das den Ayatollah zwar wenig, aber vielleicht – aufgrund seiner theologischen Autorität – die Muslime Deutschlands, was sicher zunächst positiv zu bewerten ist. Es ist natürlich unbedingt geboten, seine Argumente abzusuchen nach Worthülsen, die nur auf den ersten Blick menschenrechtskompatibel aussehen, genauso sind seine Worte an seinen Taten zu messen. Aber ihm aus einer Laienposition heraus vorzuwerfen, er habe den Islam nicht richtig verstanden, wie Bellfrutta das tut, das ist genauso haltlos, wie wenn laienhafte Islampazifisten der Hamas vorwerfen, sie habe den Islam nicht richtig verstanden. Es gibt keine eine „richtige“ Interpretation; es gibt höchstens welche, die so abstrus sind, dass sie eindeutig falsch sind. Eine Lehre, der mehr als ein verrückter Prophet und eine Handvoll Anhänger folgen, gehört aber sicher nicht dazu.

    • 2. März 2012 um 00:12 Uhr
    • Arjen van Zuider
  45. 46.

    J.Weber,

    eine Kritik politischer Praxis nimmt ihren Ausgang an deren sichtbaren Resultaten und benötigt daher keine weitergehende Qualifikation. Marin hingegen sprach vermutlich über das sich exponentiell ausbreitende selbsterannte Koranexpertentum in der islamkritischen Szene, welches sie sicher zu recht als anmassend und in der Sache haltlos zurückweist…

    Fill

  46. 47.

    @ Marin

    Für das von Ihnen angerissene Lehramtspensum habe ich auch schon mal die Jahreszahl 38 gehört (ich glaube, für Nichtmuttersprachler); auf welcher Erleuchtungsstufe würden Sie vor diesem Hintergrund denn die Argumentation von Idriz ungefähr ansiedeln ? Der Mann ist immerhin 40.

    Für die auffällige apostasiebezogene Gnadenbetonung* (unter Weglassung des Strafgrundes der Evangelisation allerdings) würde ich weniger irgendwelche vertiefte Studien in Damaskus als Hintergrund vermuten, als vielmehr eine dort auch damals in Klerikerkreisen verbreitete Vertrautheit mit dem Durchladegeräusch einer Makarov.

    *nicht wirklich mit Toleranz zu verwechseln

    Ob die Einwilligungen in die

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Kapitulationen_des_Osmanischen_Reiches

    ein Begleitphänomen der

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Tanzimat

    wohl auch so ein langes Umstudieren erfordert haben ?

    Fünf Jahre nach dem

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Hama 1982

    wurde der Junge (geb. 1972) 1987 nach Damaskus geschickt.

    Was Kapitulationen angeht, wäre durchaus Familienhintergrund vorhanden.

    Der Hintergrund dafür, sich zu erkühnen, den ranghöchsten Schiiten um Gande anzusuchen, dürfte in den transtoleranten Gebräuchen des Hauses Al Assad zu finden sein; bzw. bei dessen religiösem Zwangsintegrismus.

    @ Publicola

    Softislam – hatten nicht Sie feilgeboten; Erwähnpreis: NN 24, auf page 3; dieser alberne Runenspaß, den er sich nicht verkneifen konnte; na ja, lieber Kindergarten als Schlachthaus, nicht wahr Herr Idriz ?

    Haben Sie mal was gehört, ob Pastor Youcef Nadarkhani überhaupt begnadigt werden will ? Als alter Münsteraner hat man doch auch noch christliches Märtyrerpathos eingeblasen bekommen; da sollten einem doch nicht die Lutherschken den Rang ablaufen:

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Westminster_Abbey_-_20th_Century_Martyrs.jpg&filetimestamp=20070820011146

    • 2. März 2012 um 00:30 Uhr
    • Thomas Holm
  47. 48.

    OT – Ägypten –

    Egypt’s Muslim Brotherhood ideas questioned by founder’s brother

    Gamal, Hassan’s last surviving sibling argues that Egypt today would be best served by a secular leader, and believes that the current mix of politics and religion will eventually fail…

    Gamal, noted for his liberal Islamic views including opposition to the veil for women and to mixing religion with politics, never joined the Muslim Brotherhood, and cut off contact with the group altogether after his brother’s killing.

    Over the years, the Brotherhood has become more extreme on the question of women’s rights because of the spread of hardline Wahhabi thought from Saudi Arabia, he said.

    Many of Gamal al-Banna’s publications, which number in the hundreds, have focused on women’s issues. He has argued that wearing the headscarf is not an Islamic, but a Gulf tradition….

    “Any nation founded on religion must fail. This has been true in the Islamic and Christian experience,” he said.

    … Banna said its FJP party [die MB-Partei] had ridden to success on the back of discontent with decades of autocracy rather than public support for its program.

    “Many people who voted for the Brotherhood said: ‘We tried Socialism, we tried Nasserism, we tried pan-Arabism, so why not try the Brotherhood?’” he said….

    “In the long run, someone like ElBaradei will succeed in Egypt. He was the fittest candidate if not the only one,” the kind of figure around whom the youth protest movement could and should coalesce, Banna said….

    The reform movement has a long way to go, Banna said, adding “This was a popular uprising that succeeded in destroying a system, but not in building a new one.” ….

    Al Arabiya – 01.03.2012
    http://www.alarabiya.net/articles/2012/03/01/197978.html

    Wäre schon interessant zu wissen, ob dieser Artikel auch in der arabisch-sprachigen Ausgabe von Al Arabiya erschienen ist.

  48. 49.

    Dieser Brief enthält weder einen Absender noch die Anschrift und den Namen
    des berliner Botschafters nebst Begleitschreiben (Bitte um Weiterleitung
    etc.) , geschweige denn die Anschrift des Ayatollah Seyyed Ali Chamenei im
    Iran. Es wurde keine Original-Kopie mit Unterschrift in die penzberger
    Internetseite eingestellt. Es ist unbekannt, in welcher Sprache der Brief
    verfasst wurde. Es wird auch nicht bestätigt, wann und in welcher Form der
    Brief tatsächlich abgeschickt wurde. Es fehlt auch eine Aufforderung zur
    Beantwortung bzw. Stellungnahme und es fehlt eine Fristsetzung. Es fehlt der
    Hinweis, dass dieser Brief der Meinung der in Deutschland lebenden
    Mohammedaner entspricht. Es fehlt der Hinweis, dass die deutsche Bevölkerung
    mit dem Todesurteil nicht einverstanden ist. Es fehlen die Unterschriften
    seiner politischen Freunde und Mandatsträger (Ude, Mazyek etc.). Eigentlich
    fehlt es an allem! Ebenso gut kann man an den lieben Gott schreiben, das in
    den Zeit-Blog einstellen und sich als vorbildlichen Aktivisten präsentieren.
    Wenn es Idriz wirklich ernst meinen würde, wäre er schon längst nach
    Theheran gejettet. Westerwelle hätte es ihm vermutlich sogar bezahlt.

    Vermutlich handelt es sich um Taqiyya vom Feinsten und die Presse fällt drauf rein.

    • 2. März 2012 um 00:48 Uhr
    • Alphawolf
  49. 50.

    Um den Koran zu verstehen braucht man im Grunde nur geschichtliches Wissen aus der Zeit und biographisches Wissen von Mohammed. Denn man sollte den Verfasser kennen um sein Werk zu verstehen und einordnen zu können.

    Damit läßt sich sicherlich ein Islamverständnis basteln, das nicht völlig absurd ist. Aber was wollen Sie damit beweisen? Dass man den Koran auch anders auslegen kann als Idriz das tut? Das weiß er wohl selber. Dass man den Koran gar nicht anders auslegen könne als Sie das tun und Idriz entweder keine Ahnung habe oder bewusst lüge? Das ist anmaßend. Und selbst wenn er lügen würde: Es geht hier um die Außenwirkung, insbesondere auf die deutschen Muslime. Wieviel Respekt genießt Idriz unter ihnen? Werden diese seinen Brief als Heuchelei einstufen oder werden sie sich dessen Inhalte aneignen? Und wieviel wäre damit wirklich gewonnen im Kampf für die Indoktrinierung der deutschen Muslime mit westlichen Werten?

    • 2. März 2012 um 00:56 Uhr
    • Arjen van Zuider
  50. 51.

    @ Publicola

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gamal_al-Banna

    Er geht von einer Art zivilisatorischen Bankrottbilanz aus.
    Darüber kann man sich schon sinnvoller unterhalten.

    • 2. März 2012 um 00:59 Uhr
    • Thomas Holm
  51. 52.

    @ Thomas Holm

    Erwähnpreis: NN 24, auf page 3; dieser alberne Runenspaß, den er sich nicht verkneifen konnte

    – und den mir vorzuwerfen Sie keinerlei Skrupel hatten !

    Sie können mir doch nicht Formulíerungen (!) und Gedanken sowie Emotional-Reaktionen anderer Kommentatoren vorwerfen
    – „bei Publicola Nazi-Erwähnpreis der Woche ab„holen – ,
    auch wenn ich deren inhaltlich-sachliche (!) Substanz i.d.R. auch aufgrund meiner Langzeitbeobachtung absolut (!) schätze!

    Wo kommen wir denn dahin?

    [Der Kommentator (!) auf diesem Blog müsste erst noch geboren werden, dem ich eine nationalsozialistische Gesinnung vorwerfen würde oder vorgeworfen habe.

    Es scheint mir nicht sinnvoll, dass (m)eine Kritik hinsichtlich mangelnder Komplexität bzw. Differenziertheit oder (m)ein Mangel an Beglückung und Begeisterung, wenn zum xten Mal darauf hingewiesen wird, dass im Koran dieses oder jene Zitat zu lesen ist.
    Letztere Eigenschaft des Korans ist mir durchaus bekannt.
    Mir jedenfalls scheint nicht sinnvoll, mich die nächsten 10 Jahre ständig an Koran-Zitaten emotional zu erwärmen oder zu erhitzen.

    Interessanter und zukunftträchtig relevanter finde jedenfals ich, wenn ich auf seriöse Darlegungen oder seriöse Menschen im islamischen Kulturkreis treffe, denen es gelingt, die ehernen Gitterstäbe des Käfig der Religion wie auch immer zu überwinden.

    Da gab es ja in den letzten Monaten so etliche jungen Menschen in Ägypten oder Tunesien, denen diese gigantische Tat aus dem Stande heraus gelang.

    Diese Menschen nötigen mir allerdings größte Hochachtung ab und werden von mir mit den mir hier verfügbaren Mitteln des Blog-Beitrages angemessen gewürdigt.]

  52. 53.

    … Es scheint mir nicht sinnvoll, dass (m)eine Kritik hinsichtlich mangelnder Komplexität bzw. Differenziertheit oder (m)ein Mangel an Beglückung und Begeisterung, wenn zum xten Mal darauf hingewiesen wird, dass im Koran dieses oder jene Zitat zu lesen ist,
    mir als lauter oder stummer Vorwurf des Nazitums gegenüber einem Kommentator ausgelegt wird.

  53. 54.

    Für Gamal Al-Banna keine wirklich neuen Aussagen

    Nicht jeder hier auf dem Blog wird Islam-Wissenschaftler oder ägyptenfokussierter Experte sein.

  54. 55.

    PS – @ Thomas Holm – Wenn Sie mit einem Kommentator in Probleme geraten, so sollten Sie das dann auch bitte mit dem betreffenden Foristen ausmachen.

    Soweit ich mich erinnere, war der Erwähnung der ‚Runen’schrift mit Bezug auf Ihren Kommentar vorausgegangen,
    dass Sie diesem Kommentator „Hass“ (Haß) vorgeworfen hatten.

    [Übrigens halte ich diese Bewertung bzw. Konnotierung (‚Hass‘) der Beiträge bzw. des konkreten Beitrages des betreffenden Kommentators (N. Neumann) für interpretativ extremst unbekümmert. Jedenfalls war ich über diese intellektuelle Kühnheit höchst erstaunt und hatte dieses mein Erstaunen über eine derartige Mis-Interpretation auch verbalisiert.]

  55. 56.

    @Bellfrutta: Es geht nicht um Himmlers Einstellung zum Islam, es geht darum, dass Sie genauso behaupten, das „wahre Wesen“ des Islam durchschaut zu haben, wie Himmler damals glaubte, das „wahre Wesen“ des Judentums durchschaut zu haben. Dabei ist allein die Vorstellung eines solchen „wahren Wesens“ absurd. Den Sektenführern, die ihre eigene Variante der Theologie als „einzig heilsbringende Wahrheit“ verkaufen wollen, sei es ja noch nachgesehen, aber als Außenstehender eine Religion auf eine bestimmte Auslegung zu reduzieren, die man sich auch noch mit laienhaftem Studium der religiösen Texte selbst erarbeitet hat…

    Da Idriz wohl um seine geringen Chancen, beim Ayatollah irgendetwas bewegen zu können, weiß, handelt es sich um eine öffentlichkeitswirksame Aktion für ein deutsches, muslimisches wie nichtmuslimisches Publikum. Wenn Sie Belege haben, dass Idriz hier reine Lippenbekenntnisse abliefert und seine Taten eine andere Sprache sprechen – her damit. Wenn er theologisch so weit ab von allen anderen von den deutschen Muslimen respektierten islamischen Theologen liegt – belegen Sie’s (und zwar mit Zitaten jener Theologen, nicht mit Ihrer eigenen Koranexegese).

    • 2. März 2012 um 02:20 Uhr
    • Arjen van Zuider
  56. 57.

    @Thomas Holm (15) , Publicola (16)

    Ghaemmaghami ist 2008 abberufen worden und ist wieder im Iran. Nachfolger ist Reza Ramezani. Das IZH wird von iranischer Seite im Rotationsverfahren mit Geistlichen bestückt und untersteht deren direkter Leitung:

    „Das IZH verfolgt als verlängerter Arm der Teheraner Revolutionsführung konsequent das Ziel, islamistisches Gedankengut nach heimatlichem Vorbild in Deutschland zu verbreiten und seinen Einfluss auf die schiitische Gemeinde zu intensivieren […] Bezeichnend für die politische Ausrichtung des IZH ist zudem seine Unterstützung der in Hamburg lebenden Hisbollah-Anhänger […]“ (Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz, 20. Januar 2004, Bericht für 2003)

    • 2. März 2012 um 03:15 Uhr
    • Frl. Mensa
  57. 58.

    # 64 – @ Frl. Mensa

    1 – Ihre Informationen zum IZH sind auch lt. meinen Recherchen korrekt.

    2 – Zu Ghemaghami liegen in Wikipedia die folgenden Informationen vor:
    Ghaemmaghani veröffentlichte in der FAZ im November 2010 eine Stellungnahme mit dem Titel: Erlaubt der Koran die Steinigung von Ehebrechern? …
    So verurteilte Ghaemmaghami im Zuge des Karikaturenstreits die gewalttätigen Proteste und erklärte in einer Fatwa nach den Anschlägen in London im Jahr 2005 die Unvereinbarkeit von Terror und Islam.

    Auch als Vorsitzender der islamisch-europäischen Union der Schia-Gelehrten und -Theologen (IEUS) … vertritt er gemäßigte Positionen. …

  58. 59.

    Gut.

    Noch zwei Generationen weiter in die Richtung und ein „Euroislam“ könnte anfangen sich zu formen. Schau’n wir mal wie es weitergeht…

    Ich halte die Diskussion ob Idriz hier eine versteckte Agenda hat oder nicht im übrigen für verfehlt. Über die Zeiträume die für soziologische Prozesse notwendig sind kann er keine versteckte Agenda durchhalten ohne sie de-facto zu befördern.
    Sollte es eine taktische Aktion gewesen sein, werden wir schnell merken das es sich hier um die Schwalbe gehandelt hat die noch keinen Sommer macht. Wenn nicht…nun Betätigungsfelder für die praktische Anwendung islamischer Reformtheorie gibt es wahrlich genug.

    • 2. März 2012 um 06:41 Uhr
    • Mates
  59. 60.

    PS zu # 50 und # 58. „Für Gamal Al-Banna keine wirklich neuen Aussagen“

    Nicht jeder hier auf dem Blog wird Islam-Wissenschaftler oder ägyptenfokussierter Experte sein.

    Weiterhin scheint es mir relevant zu sein, wenn eine detailliertere Information über die prononciert anti-islamistische, liberal-säkulare Haltung des Bruders des Gründers der Muslimbruderschaft
    in einem Presseorgan der arabischen Welt erscheint.
    Auch darauf hatte ich mit meinem Statement in Nr. 50 deutlich hingewiesen: „Wäre schon interessant zu wissen, ob dieser Artikel auch in der arabisch-sprachigen Ausgabe von Al Arabiya erschienen ist.“

    Eine Wahrnehmung derartiger deutlicher sprachlicher Signale wäre m. E. schon sinnvoll, um sinnarme Meinungs-Postings und weitere darauf (zu) reagierende Klärungspostings im Interesse potentieller Leser dieses Blogs zu vermeiden.

  60. 61.

    Solange ich nicht sicher weiß, dass Idriz das alles nur macht, um PR in eigener Sachze zu betreiben, gehe ich davon aus, dass ihm das wirklich ein Anliegen ist und insofern freue ich mich über den Brief und danke Ihnen, Herr Lau, dass Sie ihn hier gepostet haben.

    Nur an einer Stelle musste ich etwas schlucken – als Idriz drum bittet, dem Pastor zu vergeben und ich nicht anders konnte als zu denken „Was hat er denn bitteschön getan, dass ihm irgendein Iraner vergeben müsste?“

    Idriz hätte auch noch weiter gehen können und Sure 2,59 angeben können: „Siehe sie, die da glauben, und die Juden und die Nazarener (Christen) und die Sabäer (sog. Johanneschristen) – wer immer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und Furcht komme nicht über sie, und nicht werden sie traurig sein.“

    Aber Chamenei wird in diesem Fall wohl eher an Sure 2,190f. „Tötet sie (die Ungläubigen), wo ihr sie zu fassen bekommt“.

    Wer lieber an die harten als an die toleranten Koransuren glauben will, wird nur durchs Zitieren der toleranteren Suren nicht überzeugt werden, es gibt eben beide zur Genüge im Koran…

    • 2. März 2012 um 09:40 Uhr
    • Joyce
  61. 62.

    Oh oh, PI, in Person des narzistischen Michael Stürzenberger aka. byzanz hat verlinkt. marriex scheint Recht zu behalten.

    • 2. März 2012 um 09:50 Uhr
    • MM
  62. 63.

    @ Publicola

    Eine Wahrnehmung derartiger deutlicher Signale wie von Gamal Al-Banna wäre m. E. schon sinnvoll, um sinnarme Meinungs-Postings und weitere darauf (zu) reagierende Klärungspostings im Interesse potentieller Leser dieses Blogs zu vermeiden.

    Gamal Al-Banna bilanziert den geschichtsphilosophischen Suprematismus als nichts geringer als bankrotthaft geraten; die Koranischen Verdikte über die Ungläubigen bezieht er auf den Zustand der Muslime.

    http://www.youtube.com/watch?v=zPu6-iZQgaI 19.00- 20.00

    Umso mehr freut mich Ihre Wertschätzung für Gamal Al-Banna.

    „Wenn Sie mit einem Kommentator in Probleme geraten“

    Keineswegs; der Kommentator war vielmehr so freundlich, den Begriff der Hinterfotzigkeit anzuregen, noch bevor ich darauf gekommen war, dass das Gnadenerflehen den Strafgrund der Evangelisation vermied; wahrscheinlich bin ich erst durch das betreffende Stichwort auf den diesbezüglichen Verdacht gekommen.

    Meine Frage auch an Sie: Ist mit dem Feststellen der Aussparung dieses Verurteilungsgrundes nicht eine neue Lage mit Blick auf das Schreiben von Idriz entstanden ?

    „– und den mir vorzuwerfen Sie keinerlei Skrupel hatten ! “

    Sie hatten hier mal wochenlag ein Wächteramt bezüglich:

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Godwin’s_law

    ausgeübt; d.h. angemerkt, „wann es mal wieder so weit war“, dass mit Autobahnen und dergl. herumgefuchtelt wird. Bei Godwin’s Law geht es doch nicht darum, bei jemandem eine Gesinnung zu markieren, sondern darum, die Nervenschwäche aufzuzeigen, dass jemand zu der betreffenden Keule gegriffen hat.

    Neumanns Aussage “Eigentlich ist der Brief irgendwie hinterfotzig” fand ich zu diesem Zeitpunkt polemisch-gehässig, was mich allerdings nicht davon abhielt, der Sache einmal nachzugehen und – siehe da – auf die Evangelisation in der Petition zu stoßen.

    Jetzt finde ich die Aussage nicht mehr so polemisch-gehässig – allenfalls rhetorisch blamiert.

    Wieder einmal hat sich das Jörg Lausche Gesetz von der Selbstkorrektur vieler Dinge erfüllt; alles wunderbar – aus meiner Sicht.

    @ Frl. Mensa

    „Ghaemmaghami ist 2008 abberufen worden und ist wieder im Iran.“

    Wo sein deutschsprachiger Websiteauftritt mit den durch goolge feststellbaren Überschneidungen mit einigen Toleranzpassagen des Herrn Idriz sich nicht öffnen läßt.

    @ AvZ

    „Wenn er theologisch so weit ab von allen anderen von den deutschen Muslimen respektierten islamischen Theologen liegt“

    Abseits von deren Wunschvorstellungen liegt er bestimmt nicht, aber ob alle anderen auch die Unterschlagung des Strafgrundes der Evangalisation mitmachen würden, bliebe wohl erst noch abzuwarten.

    • 2. März 2012 um 10:01 Uhr
    • Thomas Holm
  63. 64.

    halb OT

    Stürzenberger begreift sich – das ist nun vielleicht erwähnenswert – als „Idris-Jäger“ Nr. 1 in Deutschland. Und der Jäger hat jetzt seine Hunde von der Leine gelassen, könnte ungemütlich werden.

    Islamversteher Jörg Lau dagegen hat den Brief von Idriz, der zwecks Imageförderung auch umfassend an die Presse verschickt wurde, natürlich gleich auf seinem Zeit-Blog veröffentlicht. Dort findet sich aber auch ein vorzüglicher Leserkommentar des offensichtlichen Islamkenners “Bellfruta87″, eingestellt am 1. März um 20:52 Uhr und bisher noch nicht wegzensiert, der die Taqiyya von Idriz treffend demaskiert:

    Bellfrutta, der ‚offensichtliche Islamkenner‘. Ich schmeiß mich weg. :-)

    Was mich an Stürzenberger – vielleicht lesen Sie ja mit, Michael – zutiefst beeindruckt, ist die Bereitwilligkeit, mit der er öffentlich sein Unwissen und seine Dummheit zur Schau stellt. Nur noch peinlich.

    • 2. März 2012 um 10:13 Uhr
    • MM
  64. 65.

    @ Publicola

    „die Koranischen Verdikte über die Ungläubigen bezieht er auf den Zustand der Muslime“

    … was übrigens in vielen westlichen Ländern inzwischen als so etwas wie Volksverheutzung gilt.

    D.h. die Verdikte von „schlimmer als das Vieh“ etc. fallen unter Religionsfreiheit, soweit sie nach aussen gemeint sind; kritisch nach innen gewendet, sollen sie aber den klassischen Fall von Menschenhass, etc. darstellen.

    In Homs massakriert gerade die Toleranzfraktion laut Telefonbericht bei AJE die Freiheitsfraktion mit Macheten. 0.40

    http://www.youtube.com/watch?v=eTiRVx9njug

    Angesichts dieser Kräfteverhältnisse muss da eine Anlehnung an die Toleranzfraktion auch aus Penzberger Sicht wohl ratsam erscheinen.

    • 2. März 2012 um 10:25 Uhr
    • Thomas Holm
  65. 66.

    Ein grosser islamfeindlicher Blog ist auf den Artikel aufmerksam geworden. Ich wünsche viel Spass beim diskutieren.

    • 2. März 2012 um 10:47 Uhr
    • dalopka
  66. 67.

    @Arjen van Zuider

    Um das „wahre Wesen“ geht es gar nicht in diesem Fall und ich würde mir nicht anmaßen den einzig wahren Islam zu kennen, auch wenn ich natürlich eine persönliche Meinung habe. In allererster Linie beurteile ich das was ich weltweit sehe und da bewegen Leute wie Al-Qaradawi die Massen und nicht Leute wie Gamal Al-Banna.
    Einer Person wie Lamya Kaddor nehme ich übrigens ihr modernes Islamverständnis ab, aber einem wie Idriz eben nicht. Denn wenn ein Imam behauptet bestimmte Dinge würden nicht im Koran stehen, und sie stehen doch drin, dann macht mich das mißtrauisch.
    Würde er von einem modernen, weiterentwickelten Islam sprechen, der den Koran historisch einordnend betrachtet und daher heutzutage Strafen für Apostaten und Zwang nicht mehr zum Islam dazugehören sollten, dann könnte ich sehr gut mit Idriz Ausführungen leben.
    Aber das tut er nicht, er behauptet der Koran fordert keine Strafen, und in einem Apostatenvers fordert der Koran sogar „gewaltige Strafe“.

    Ich bin mir ziemlich sicher das Imam Idriz dem Aprogationsprinzip im Islam foglt, wie es die meisten Sunniten tun. Dennoch zitiert er Verse aus der mekkanischen Periode des Korans, die schon lange durch medinische Verse ersetzt wurden. Auch das geht nicht, entweder er distanziert sich vom Abrogationsprinzip oder er hört auf nett klingende Verse zu zitieren, von denen er genau weiß das sie durch andere, weniger nette, ersetzt wurden.

    Ich bin der erste der ein ehrlich modernenes und liberales Islamverständnis begrüßen würde, ungefähr so wie eine Lamya Kaddor es zeigt, aber ich zweifle daran das das mehrheitsfähig und realistisch ist. Der liberal islamische Bund von Frau Kaddor hat nach eigenen Angaben 150 Mitglieder, die Islamisten von Mili Görüs alleine 40 000. Auch das sind Realitäten die ich nicht ignorieren kann.

    • 2. März 2012 um 11:02 Uhr
    • Bellfrutta87
  67. 68.

    @ Thomas Holm
    Sie hatten hier mal wochenlag ein Wächteramt bezüglich:
    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Godwin’s_law
    ausgeübt; d.h. angemerkt, “wann es mal wieder so weit war”, dass mit Autobahnen und dergl. herumgefuchtelt wird.

    Was unterstellen Sie mir bitte wieder für einen absolut hanebüchenen Unsinn!

    Beleg, bitte !!

    [So langsam habe ich die Faxen dicke.]

    • 2. März 2012 um 11:31 Uhr
    • Publicola
  68. 69.

    @Bellfrutta:

    Danke, das klingt doch schon differenzierter.

    Ich bin mir ziemlich sicher das Imam Idriz dem Aprogationsprinzip im Islam foglt, wie es die meisten Sunniten tun. Dennoch zitiert er Verse aus der mekkanischen Periode des Korans, die schon lange durch medinische Verse ersetzt wurden. Auch das geht nicht, entweder er distanziert sich vom Abrogationsprinzip oder er hört auf nett klingende Verse zu zitieren, von denen er genau weiß das sie durch andere, weniger nette, ersetzt wurden.

    Es wäre schön, dazu mal Stellungnahmen anderer das Bewusstsein der deutschen Muslime bestimmender Autoritäten zu hören. Wenn die nämlich alle aus politischem Opportunismus das Abrogationsprinzip leugnen und einen politisch korrekten Pazifistenislam predigen (auch wenn sie davon in der Tiefe ihres Herzens nicht überzeugt sein mögen), färbt das irgendwann auf die deutschen Muslime ab.

    • 2. März 2012 um 11:35 Uhr
    • Arjen van Zuider
  69. 70.

    @ Bellfrutta:

    zitiert (…) Verse aus der mekkanischen Periode des Korans, die schon lange durch medinische Verse ersetzt wurden.

    Sure 2, 3 und 5, aus denen im Brief u.a. „zitiert“ wird, gehören nach Gelehrtenmeinung zur medinensischen Phase.

    • 2. März 2012 um 12:02 Uhr
    • MM
    • 2. März 2012 um 12:03 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  70. 72.

    Jetzt wird er kindisch. Ein Imam aus München will den Ayatollahs den Islam beibringen und dazu auch noch falsch. Da macht es sich wohl bemerkbar, dass er sein Studium nicht abgeschlossen und Diplome vorgegaukelt hat.

    Im Koran steht eindeutig, dass derjenige der vom Glauben abfällt getötet werden soll und das kann auch kein Imam ändern. Daran halten sich auch andere Staaten wie Pakistan, Afghanistan, Saudi Arabien und bald auch die Türkei.

    Diesem lächerlichen Täuschungsversuch sollte Die Zeit, die auf eine so lange Tradition exzellent recherchierter Reportagen und Berichte zurückblicken kann, keine Plattform bieten.

    • 2. März 2012 um 12:48 Uhr
    • Felix
  71. 73.

    Publicola: Das wäre die Überschrift aus Al-Arabiya in arabisch:

    مصر أفكار الإخوان مسلم استجوابه من قبل شقيق مؤس

    Ist dort nicht aufzufinden, also wieder nur für den Westen zum Beruhigen, allerdings nur die, die sowas noch glauben. Heute sollte man schon alles in arabisch lesen können.

    Hier noch eine Fatwa von Al-Azhar in Kairo, die in Wikipedia steht. Habe diese selbst nach Echtsheitsprüfung in Wikipedia eingestellt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam
    Unter:
    Urteil des Fatwa-Ausschusses der Azhar über die Tötung von Apostaten, Text und Foto.
    Foto im Detail: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Rechtsgutachten_betr_Apostasie_im_Islam_2.jpg&filetimestamp=20100618174212

    Fatwa wurde bereits in den USA in einen Prozess über eine Konvertitin als Beweismittel eingeführt.

    Achtung: JL wird das hier gleich löschen, weil… – also schnell sein.

    • 2. März 2012 um 13:19 Uhr
    • Jana Suria
  72. 74.

    Das ist etwa so, als ob Barbara Salesch den Karlsruhern Verfassungsrichtern das Grundgesetz erklären wollte. So bescheuert, dass er das Schreiben abgeschickt hätte, ist der Imam Idriz auch wieder nicht.

    Und wenn er das wirklich ehrlich meinen würde, würde er sich in ein Flugzeug setzen und mit den Ayatollahs direkt reden.

    • 2. März 2012 um 13:38 Uhr
    • Felix
  73. 75.

    @ Jana Suria – Danke für die relevante Information. Was Herrn Lau angeht, so sollte ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Befürchtung der potentiellen Löschung Ihres informativen Beitrages wohl kaum eine Chance der Realisierung haben wird – in other words: Deletierung ausgeschlossen.

    Meine diesbezügliche Langzeitbeobachtung hat jedoch ergeben, dass ungehobelt-unzivilisiert-dumm-dreiste Anpöbeleien und prollige Beleidigungen allerdings im Risiko-Feld der Löschung durch Herrn Lau sich befinden.

    • 2. März 2012 um 13:41 Uhr
    • Publicola
  74. 76.

    Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Witzfiguren (Mayzek und Idriz)( normal hätte ich noch einen besseren Ausdruck, aber würde dann gelöscht werden) uns die Medien politischen Eliten als Vorzeige Müsli-Brüder verkaufen wollen. Beide förder Marionetten.

    Da hat die Lamya Kaddor mehr drauf als Mazek und Idriz zusammen

    Das geilste es, dass die Eliten denken Sie sind schlau und die anderen dumm, sonst wären die ja Elite geworden.

    • 2. März 2012 um 15:18 Uhr
    • cem.gülay
  75. 77.

    Statt uns zu erklären, wer (von uns) alles den Koran nicht richtig verstanden habe, möge er doch weiterhin seinen Glaubensbrüdern erklären, dass sie den Koran falsch verstanden hätten. Wenn er damit fertig ist … in ca. 1436 Jahren … darf er uns dann erklären, dass Islam nicht Frieden bedeute, sondern Frieden bedeutet. Bis dahin läuft er aber Gefahr, dass ihm auch ein Abfall vom Glauben vorgeworfen wird … mit den passenden Folgen. Viel Erfolg bei der Erneuerung des Islam.

    • 2. März 2012 um 15:20 Uhr
    • Stefan
  76. 78.

    Mekka und Medina. Die heiligen Städte des Islam liegen in Saudi-Arabien. Dort herrscht der wahre sunnitische Islam. Nix Türkei als Vorbild oder Euro-Islam. Riad wird die Hauptstadt des Islams. Wie der Vatikan für die Katholiken oder Jerusalem für die Juden

    • 2. März 2012 um 16:00 Uhr
    • cem.gülay
  77. 79.

    Dieser Brief ist wie von Belfrutta87eindrucksvoll dargelegt nur darauf ausgelegt, dass dieser Iman, der sich mit nicht rechtmässig erworbenen oder irgendwelchen Scheintiteln schmückt eine positve Presse bekommt.

    Weiterhin ist bekannt,dass dieser Herr Kontakte zu Extremisten aus der Muslimbruderschaft pflegt.

    Warum wurde mein erster Kommentar nicht veröffentlicht?Auch wenn dies Meinung konträr zu der, des Verfassers geht sollte es doch möglich diese zu posten!?

    • 2. März 2012 um 16:16 Uhr
    • Big G
  78. 80.

    Bevor die minderbemittelten PIler wieder loslegen. Idriz und Mayzek sind Agenten oder V-Männer des deutschen Staates. Natürlich müssen sie mit den Moslem-Brüdern Kontakt aufnehmen.

    Jahrelang, ist es den dämlichen Pilern nicht in den Sinn gekommen.

    Was für intellektuelle Looser

    • 2. März 2012 um 16:24 Uhr
    • cem.gülay
  79. 81.

    @ Big G – Weiterhin ist bekannt,dass dieser Herr Kontakte zu Extremisten aus der Muslimbruderschaft pflegt

    Sinnvoll und wichtig fände ich in dem konkreten Falle dieses massiven Vorwurfes gegen Benjamin Idriz schon eine Verlinkung zu einem seriösen Medium (Artikel, Text, Blog, Film), das diesen Vorwurf belegt.

    Vielen Dank im voraus!

    Mir persönlich liegt bislang in dieser Sache nur ein FAZ-Artikel vom 17.03.2011 vor, der eher eine recht positive Referenz darstellt:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/benjamin-idriz-gruess-gott-herr-imam-zwingt-unsere-kinder-zum-schulbesuch-1612992.html

  80. 82.

    @ Publicola

    „Weiterhin ist bekannt,dass dieser Herr Kontakte zu Extremisten aus der Muslimbruderschaft pflegt“

    Seine Kontakte zu Muslimbrüdern wie Ibrahim al-Zayat oder Ahmad al-Khalifa sind längst bekannt.
    Andererseits gibt es zwischen führenden Leuten aller islamischen Verbände hierzulande Kontakte. Das allein sagt gar nichts darüber aus, wie Idriz selber denkt.

    Ich schätze, bei ihm ist es wie bei den meisten Islam-Funktionären (ganz ähnlich z.B. Alboga*):
    Man vertritt – im Vergleich zum konservativen Mainstream – in einzelnen Punkten durchaus liberale und fortschrittliche Ansichten, möchte es sich andererseits aber nicht mit den fundamentalistischen Brüdern verderben. Also laviert man sich durch.

    *und schiitischerseits Ghaemmaghami.
    Wirklich liberal war am IZ Hamburg Mehdi Razvi und seine Schülerin Halima Krausen. Die wurden dementsprechend von den Iranern geschasst und ausgebremst.
    So wurde Razvi dafür gerügt, dass in seinen Koranunterricht auch Frauen ohne Kopftuch kommen dürfen**.

    **Nachtrag 2: Ich besuchte jahrelang den Koranunterricht des libanesischen Muslimbruders R. Ghalaini. Der hatte nun wieder nichts gegen unbedeckte Frauen einzuwenden. Es gibt halt überall sottige und sottige.

    • 2. März 2012 um 17:16 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  81. 83.

    @ NN

    Es geht nicht um Docaffis Überlegungen, sondern um die Erwartung eines Sermons über Idriz,

    Scharf geschlossen, Watson.

    • 2. März 2012 um 17:21 Uhr
    • marriex
  82. 84.

    In Sure 4,89 wird zur Tötung Andersgläubiger, die ihren Glauben verkünden, aufgefordert Missionare zu töten.

    Aus dem Koran, Sure 4,89:
    „Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet.“

    Wo bleibt da der Aufschrei der Muslime in der ganzen Welt?
    Wer Sure 4,89 als Gesetz ansieht, der ist Mittäter!

    • 2. März 2012 um 18:02 Uhr
    • Andreas Schmidt
  83. 85.

    @ Schmidt

    Wo ist da von Missionaren die Rede?

    • 2. März 2012 um 18:13 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  84. 86.

    Servus Hans Joachim Sauer!

    Sie müssen die Kausalbeziehung in der Art interpretieren:

    Konvertierung zum Christentum = Todesstrafe – Christen sind (nach dem NT der Bibel) aufgerufen zu missionieren, aber auch ohne Missionierung reicht Koran, Sure 4,89 aus, um den Pfarrer Youcef Nadarkhani aufgrund des Koransgesetzes zu ermorden.

    Ich wünschte mir allerdings, dass niemand auf Erden diese Sure für anwendbares Gesetz hält, sondern für einen ungültigen Satz.

    Meine Fürgebete als Ur-Christ – ohne Kirche, Sekte, Denomination, Konfession – sind bei Youcef Nadarkhani und seiner Familie.
    Ich bete dafür, dass seine beiden kleinen Söhne und seine Frau ihn bald wieder in die Arme schließen können.

    Pfüerti
    Andreas Schmidt aus München

    • 2. März 2012 um 18:44 Uhr
    • Andreas Schmidt
  85. 87.

    @ Thomas Holm #20

    Vorsicht mit: hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Amir_al-Mu’minin

    Sorry, but the „Commander of the faithfull“ opines Caliph Ali ibn Abu Talib.

    Sollte Idriz` Brief mit diesem Zitat tatsächlich Chamenei erreichen, wäre die Antwort äußerst spannend. Würde Chamenei hier Imam Ali widerlegen – nicht anerkennen – wäre es noch spannender…
    Nur, wir werden es wohl nie erfahren.

    • 2. März 2012 um 18:55 Uhr
    • enquirer
  86. 88.

    # 82 – @ Hans Joachim Sauer – Danke für Ihre erhellende Erläuterung!

  87. 89.

    # 83 – @ m – Scharf geschlossen, Watson – Und jetzt die daraus resultierende Preisfrage dieser Woche:
    Wer um alles in der Welt ist dann Sherlock Holmes?

  88. 90.

    @ publicola

    Preisfrage dieser Woche:
    Wer um alles in der Welt ist dann Sherlock Holmes?

    Wieso? Die Antwort steckt doch schon drin. 😉

    • 2. März 2012 um 20:07 Uhr
    • MM
  89. 91.

    @ MM – lol

  90. 92.

    @Publicola

    Näheres zu Herrn Idriz finden Sie auf diesem a href=“http://www.zeit.de/2011/20/DOS-Penzberg“> Kanal .

    • 2. März 2012 um 23:14 Uhr
    • Mates
  91. 93.

    sollte heißen auf diesem Kanal .

    • 2. März 2012 um 23:15 Uhr
    • Mates
  92. 94.

    @ Mates – Danke für den Hinweis/Link zu einem Artikel über Idriz! Ich nehme an, es war der folgende Link gemeint:
    http://www.zeit.de/2011/20/DOS-Penzberg/komplettansicht

    Der betreffende Artikel bestätigt m.E. das Statement von Hans Joachim Sauer Nr. 82:
    Seine Kontakte zu Muslimbrüdern wie Ibrahim al-Zayat oder Ahmad al-Khalifa sind längst bekannt.
    Andererseits gibt es zwischen führenden Leuten aller islamischen Verbände hierzulande Kontakte. Das allein sagt gar nichts darüber aus, wie Idriz selber denkt.
    Ich schätze, bei ihm ist es wie bei den meisten Islam-Funktionären (ganz ähnlich z.B. Alboga):
    Man vertritt – im Vergleich zum konservativen Mainstream – in einzelnen Punkten durchaus liberale und fortschrittliche Ansichten, möchte es sich andererseits aber nicht mit den fundamentalistischen Brüdern verderben. Also laviert man sich durch.

  93. 95.

    So wie’s aussieht spielen Islamkritik und Ayatollahs zwei nur scheinbar gegensätzliche Seiten der einen Medaille. Denn beide erzählen uns das Märchen, dass so ziemlich alles, was sich politisch, gesellschaftlich, kulturell und privat in Ländern wie dem Iran bewegt, allein eine Funktion der korrekten Koran-Exegese sei. Materielle und sonstige Interessen hingegen wollen beide Seiten weder kennen noch anerkennen. Stattdessen ginge es von allen unbestritten stets nur um die höchsten moralischen Imperative, die beide Seiten dann allerdings gegensätzlich formulieren und bewerten. Deshalb erschöpfen sich – 250 Jahre nach Beginn der Aufklärung und ahistorisch über beide Ohren – Kritik wie Affirmation darin, die jeweils andere Seite mit einem wirklichen oder auch nur erfundenen Zitat aus überkommener Sakral-Literatur zu erledigen (in dieser Lesart wären dann zB die berüchtigten Kreuzzüge auch nichts weiter als wahlweise korrekte bzw fehlinterpetierte Auslegung göttlicher Aufträge gewesen – und damit frei von jeglichem materiellem und politischem Interesse). Die interessante Frage für mich wäre deshalb die, wie dieses Trugbild Fuss fassen und den Diskurs seit vielen Jahren beherrschen konnte…

    Fill

  94. 96.

    Es ist schön, dass uns Herr idriz an seinem gesammelten Islamwissen teilhaben lässt, nur ist offiziell im Iran von der Verhängung der Todesstrafe wegen Apostasie nichts bekannt, sondern er soll verurteilt werden wegen Vergewaltung und Betreiben eines Bordells. Sicher gibt es dafür auch einen Hadith, da wird Herr Idriz noch nachlegen müssen.

    „Iran has firmly refuted Western allegations of violating human rights, insisting that Nadar-Khani has a history of committing violent crimes and that he has never received a death penalty for his religious preference.“

    http://www.presstv.ir/detail/202870.html

    Ich bin auf die theologische Diskusion zwischen seiner Eminenz
    Ayatollah Seyyed Ali Chamenei-Führer der Obersten Rechtsgelehrten und Herrn Idriz gespannt, ich hoffe dass die Antwort Khameneis ebenfalls an prominenter Stelle veröffentlicht wird.

    • 3. März 2012 um 00:53 Uhr
    • Strogart
  95. 97.

    Fill:

    in dieser Lesart wären dann zB die berüchtigten Kreuzzüge auch nichts weiter als wahlweise korrekte bzw fehlinterpetierte Auslegung göttlicher Aufträge gewesen – und damit frei von jeglichem materiellem und politischem Interesse

    Diese Auseinandersetzung wurde bereits geführt; sowohl das Verteidigen der Kreuzzüge als göttlicher Auftrag, als auch das Verurteilen des Christentums aufgrund der Kreuzzüge, die aus ihm zwingend folgen würden, als auch die Verteidigung des Christentums, indem die Kreuzzüge als „unchristlich“ verurteilt wurden. Und nur aufgrund dieser Auseinandersetzung, die im 18. und 19. Jahrhundert durchaus mit hässlichen Nebengeräuschen geführt wurde, können wir heute einen aufgeklärten Diskurs über die materiellen Interessen hinter den Kreuzzügen führen. Dem Islam fehlt diese hässliche Debatte bis heute weitgehend.

    Zudem: Es mag zwar im Sozialismus guter Ton sein, den Eliten genialische Analysegabe und machiavellische Skrupellosigkeit zu unterstellen, woraus die punktgenaue Anwendung der Religion als „Opium für das Volk“ und Truppenmotivator folgt. Ich würde allerdings die Möglichkeit echten religiösen Fanatismus auch unter den Eliten nicht vorschnell kleinreden. Manchmal glauben eben sogar die Mächtigen die Dinge, die sie erzählen.

    • 3. März 2012 um 01:07 Uhr
    • Arjen van Zuider
  96. 98.

    @ AvZ – Ich würde allerdings die Möglichkeit echten religiösen Fanatismus auch unter den Eliten nicht vorschnell kleinreden. Manchmal glauben eben sogar die Mächtigen die Dinge, die sie erzählen. – Dem ist m.E. unbedingt zuzustimmen.

    Und selbst wenn ein (Groß-)Teil der Eliten säkular wäre, so sind jedenfalls die Gesellschaften des arabisch-islamischen Kulturkreises von dieser Religiösität so geprägt, dass auch vermutlich eine mehrheitlich säkulare Elite sich zunächst dieser Religiösität bedienen würde – ja vielleicht nicht nur dazu verführt wäre sondern sogar müsste – bei der Formulierung ihrer Programmatik und Sicherung ihrer Dominanz.

    Der Historiker Dan Diner bringt das sehr gut auf den Punkt.
    In seinem Buch mit dem Titel „Versiegelte Zeit – Über den Stillstand in der islamischen Welt“ geht Dan Diner aus von dem im Auftrag der Uno erstellten „Arab Human Development Report“, der Defizite der arabischen Gesellschaften auf etlichen Gebieten in schonungsloser Klarheit offen legt, wobei hier nur stellvertretend auf die bedrückend hohe Analphabetenquote verwiesen sei, die 2002 laut Report etwa 50 Prozent bei Frauen und 30 Prozent bei Männern betrug.
    Für den verpassten Anschluss der muslimischen Länder an die Moderne ist sicher eine Vielzahl von Gründen verantwortlich, seien sie nun politischer, sozialer, kultureller, geographischer oder wirtschaftlicher Art. Dan Diner ist sich dieser Multi-Kausalität bewusst und lenkt den Fokus doch auf die Omnipräsenz des Sakralen als entscheidendem Faktor:

    In den Lebenswelten muslimischer Gesellschaften, so Diner, gelte nahezu durchgehend das Primat des Sakralen, ob im Alltag, in der Politik, Wirtschaft und im Recht.
    Die Allgegenwart des Sakralen behindere nicht nur die Ausdifferenzierung von privatem und öffentlichem Raum, sondern auch die Trennung von politischem, rechtlichem und wirtschaftlichem System mit je eigenen Funktionsweisen.
    Diner folgert daraus, dass diese Präsenz des Sakralen das größte Hindernis für eine gelungene Aufklärung in der sogenannten muslimischen Welt sei.

    Die Säkularisierung und die damit verbundene Zurückdrängung des Sakralen aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft – wie sie sich in der westlichen Welt vollziehen konnte – sind als relevanter Teil einer notwendigen Defizitanalyse der arabischen Welt nicht zu ignorieren.

    Diners Betonung des Sakralen als Hindernis für die Modernisierung ist wohl nicht so zu verstehen, als müsse der islamischen Welt von heute auf morgen die Religion ausgetrieben werden.
    Allerdings und jedenfalls gehört zu einem erfolgreichen demokratischen Gemeinwesen die Minimierung des Einflusses des Sakralen.
    Genau das ist in Europa im Gefolge der Aufklärung geschehen.
    Eine Aufgabe, die sich der arabisch-islamischen Welt stellt und der sie sich vielleicht mit der „Arabellion“ zu stellen begonnen hat.

    Für die westliche Welt gilt wohl, dass sie in dieser Hinsicht moderate, aber dennoch einflussreiche Kräfte in der islamischen Welt unterstützen sollte, damit eine sich selbst tragende Modernisierung gefördert und beschleunigt werden kann.

    aus: „Das fatale Sakrale“
    – Rezension des Buches von Dan Diner “Versiegelte Zeit” –
    von Cem Özdemir
    SPIEGEL ONLINE – 13.12.2005
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,390064,00.html

  97. 99.

    PS zu Nr. 100, 99, 96 – religiöser Fanatismus, Allgegenwart des Sakralen auch in der Ausprägung nationaler und außenpolitischer Angelegenheiten sowie des Rechts –

    A Moroccan court [Gericht(shof)] on Friday sentenced [verurteilen] a man to six months in jail after he raised [Flagge hissen] the Israeli flag over his home to attract the attention of local authorities and protest the disconnection [Unterbrechung] of electricity and water supplies [Strom- u. Wasserversorgung] to his home …

    Jadidi was arrested last Monday and was charged [angeklagt wegen, beschuldigen] with “sacrilege” [Sakrileg, Entweihung, Frevel] through “undermining the national flag.” …

    The local Rif Association for Human Rights blasted [hart kritisieren, attackieren] the court’s decision as baseless [grundlos, aus der Luft gegriffen, haltlos] and said there was nothing in raising a foreign flag that undermines [untergraben, schädigen, schwächen]the national flag.

    Al Arabiya – 02.03.2012
    http://www.alarabiya.net/articles/2012/03/02/198200.html

  98. 100.

    @Publicola

    Ich habe Dan Diner nicht gelesen (ich bin auch kein Historiker), aber hat er irgendwann mal darüber nachgedacht seit wann dieser Zustand existiert und warum er eingetreten ist?

    Zum Beispiel durch eine zeitliche Verlaufskurve der Entwicklung in der islamischen Welt im Verhältnis zur religiösen Demographie oder ähnlichem?
    Teilweise gab es ja bis weit ins 19. Jahrh. in vielen moslemischen Staaten wesentliche jüdische und/oder christliche Bevölkerungsanteile.
    In welchem Umfang wissenschaftliche Impulse aus solchen Gruppen kommen, können wir in Deutschland ja inzwischen sehr genau sagen. Vom durch die Nazis verursachten Aderlass hat sich unsere Wissenschaft bis heute nicht erholt (und wird sie vermutlich auch nie wieder).

    • 3. März 2012 um 08:15 Uhr
    • Mates
  99. 101.

    @ Mates – Dan Diner kenne ich bislang bedauerlicherweise nur über Sekundärtexte, habe also das Werk selbst noch nicht gelesen,
    [das, was ich über sein Buch las, fand ich sehr beeindruckend],
    kann also daher Ihre sinnvolle Frage nicht (präzise) beantworten:

    Die islamische Zivilisation, insbesondere ihre arabischen Kernländer, befinden sich in einer tiefgehenden Krise. Noch im Mittelalter der Christenheit in jeder Hinsicht überlegen, stagniert die Region des Vorderen Orients seitdem und nimmt an der Entwicklung, die der Westen von der Frühen Neuzeit an durchlaufen hat, nicht teil.

    Dan Diner macht die Barriere zwischen der Entwicklung im Westen und in der arabischen Welt z.B. an der Entwicklung des Buchdrucks fest, die in der arabischen Welt erst 300 Jahre nach Gutenberg eingesetzt hat.

    Dan Diners Kernthese ist, dass die islamischen Staaten nicht richtig oder erst zu spät säkularisiert worden sind.
    Diese Säkularisierung, so Diner, habe die westliche Hemisphäre vom Mittelalter über die Renaissance bis hin zu Moderne der Aufklärung geführt und
    den Grundstein für die gegenwärtige
    Trennung von Religion und irdischem Dasein gelegt.

    Diese Trennung habe in den arabischen Staaten nicht stattgefunden, die Zeit sei ab einem bestimmten Zeitpunkt ‘versiegelt’ worden, die arabische Welt in einen Stillstand eingetreten.
    Die Durchdringung des öffentlichen und privaten Lebens durch den Islam und seinen Riten, habe die Gesellschaft ‘sakralisiert’ und ihren Umgang mit der Moderne verschleppt.

    Der durch einen nicht kritisch befragten Koran und eine ebenso unkritisch weitergetragene Tradition geprägte sakrale Charakter aller öffentlichen wie privaten Lebensbereiche kontrastiere in seiner offenkundigen Schwäche auf das schärfste mit dem Selbstbild einer „allseitigen Überlegenheit“, das die Muslime von sich hätten und das ihr Selbstbewußtsein konstituiere. Das Resultat sind Verschwörungstheorien.

    Wie stark diese Versiegelung ist, welche Rolle der Islam und vor allem der politische Islam in der Zukunft spielen wird, das wird sich herausstellen in der Folge der „Arabellion“, ein Prozess, der möglicherweise viele Jahre und Jahrzehnte dauern wird.

  100. 102.

    Pardon – Fehlformatierung:

    Die islamische Zivilisation, insbesondere ihre arabischen Kernländer, befinden sich in einer tiefgehenden Krise. Noch im Mittelalter der Christenheit in jeder Hinsicht überlegen, stagniert die Region des Vorderen Orients seitdem und nimmt an der Entwicklung, die der Westen von der Frühen Neuzeit an durchlaufen hat, nicht teil.

    Dan Diner macht die Barriere zwischen der Entwicklung im Westen und in der arabischen Welt z.B. an der Entwicklung des Buchdrucks fest, die in der arabischen Welt erst 300 Jahre nach Gutenberg eingesetzt hat.

    Dan Diners Kernthese ist, dass die islamischen Staaten nicht richtig oder erst zu spät säkularisiert worden sind.
    Diese Säkularisierung, so Diner, habe die westliche Hemisphäre vom Mittelalter über die Renaissance bis hin zu Moderne der Aufklärung geführt und
    den Grundstein für die gegenwärtige Trennung von Religion und irdischem Dasein gelegt.

    Diese Trennung habe in den arabischen Staaten nicht stattgefunden, die Zeit sei ab einem bestimmten Zeitpunkt ‘versiegelt’ worden, die arabische Welt in einen Stillstand eingetreten.
    Die Durchdringung des öffentlichen und privaten Lebens durch den Islam und seinen Riten, habe die Gesellschaft ‘sakralisiert’ und ihren Umgang mit der Moderne verschleppt.

    Der durch einen nicht kritisch befragten Koran und eine ebenso unkritisch weitergetragene Tradition geprägte sakrale Charakter aller öffentlichen wie privaten Lebensbereiche kontrastiere in seiner offenkundigen Schwäche auf das schärfste mit dem Selbstbild einer “allseitigen Überlegenheit”, das die Muslime von sich hätten und das ihr Selbstbewußtsein konstituiere. Das Resultat sind Verschwörungstheorien.

    Wie stark diese Versiegelung ist, welche Rolle der Islam und vor allem der politische Islam in der Zukunft spielen wird, das wird sich herausstellen in der Folge der „Arabellion“, ein Prozess, der möglicherweise viele Jahre und Jahrzehnte dauern wird.

  101. 103.

    @ Clarissa

    Früher hat man Juden „verschlagene“ Physiognomien angedichtet.
    Ab mit Ihnen ins Nazi-Kuckucksheim!

    • 3. März 2012 um 12:09 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  102. 104.

    @Publicola

    Ich habe mal die These gehört das eine entscheidende Rolle das Bilderverbot gespielt hat, kann mich aber leider nicht mehr an die Quelle erinnern. Die Idee war das technische Entwicklungen über Prosa nur unzureichend vermittelt werden können und es keinen Ersatz für technische Zeichnungen gibt.

    Meine Kernfrage war aber eine andere die sich auch an dem von Ihnen zitierten Text stellen lässt: „Noch im Mittelalter der Christenheit in jeder Hinsicht überlegen…“.
    Meine Frage ist ob diese Überlegenheit auf Impulsen beruht die aus dem Islam kamen oder ob es sich dabei um Adaptionen „religionsfremder“ Einflüsse handelt die nicht wegen, sondern trotz der Religion Wirkung entfalten konnten.
    Ich halte es nämlich für zumindest nicht intuitiv das eine Gesellschaft ihre DNA so einfach verliert.

    • 3. März 2012 um 13:45 Uhr
    • Mates
  103. 105.

    @75 Publicola
    Löschungen durch Jörg Lau: meine Beiträge werden regelmäßig gelöscht, allerdings oft erst nach ein paar Tagen, wo die Foristen schon bei einem anderen Beitrag ist.
    Das ist Ihnen offensichtlich entgangen, mir nicht.
    Grund: Bei aachlich analytisch exakter Betrachtung des System Islam würden die wischi-waschi-Weichspül-Beiträge von JL noch mehr als das auffallen, was sie sind: ….. (Selber denken)

    • 3. März 2012 um 13:47 Uhr
    • Jana Suria
  104. 106.

    @ Jana Suria – Sollten Ihre Beiträge von der ausgesprochenen Sachlichkeit geprägt (gewesen) sein, wie der letztere Beitrag, auf den ich hier Bezug nahm, fehlt mir natürlich das bzw. jegliches Verständnis für eine Löschung durch den Blogmaster.
    Aber das ist [für mich] natürlich jetzt nicht (mehr) überprüfbar, insofern steht mir eine Beurteilung nicht zu.

    Ansonsten halte ich eine sachlich formulierte und sachlich fundierte (und notfalls mit überprüfbaren Nachweisen belegbare) Islamkritik bzw. Diskussion über den Islam bzw. islamische Grundsätze für unverzichtbar.

    Wie sonst soll sich ein gesellschaftlicher Einfluss und Druck entwickeln in Richtung
    – Aufklärung,
    – Trennung Zivilgesellschaft-Religion,
    – Differenzierung, Relativierung und Minimierung der Durchdringung des öffentlichen und privaten Lebens durch Religion(en) und religiöse Riten, also
    – notwendige Minimierung des Einflusses des Sakralen.

  105. 107.

    PS – würden die wischi-waschi-Weichspül-Beiträge von JL

    … die überzeugende Wirkungsmächtigkeit faktenbasierter Darstellungen würde eigentlich in einem Verzicht auf derartige pejorative Formulierungen resultieren (müssen) …

  106. 108.

    „Die Ablehnung von Zwang und der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben impliziert das Recht auf Meinungsfreiheit, Redefreiheit und Religionsfreiheit des Einzelnen. Der Islam erkennt jedes dieser Bedürfnisse an, akzeptiert sie ausnahmslos und fordert vom Menschen unter keinen Umständen den Verzicht auf eines dieser natürlichen und essentiellen Bedürfnisse.“

    „unter keine Umständen“, außer in so gut wie allen Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13899383/Cartoonisten-in-Angst-vor-der-Rache-der-Maechtigen.html

    • 3. März 2012 um 16:13 Uhr
    • J. Weber
  107. 109.

    Die grausamen Foltermethoden der Kirche einfach mal googeln. Das es nicht so war werden nun die Islamophoben behaupten. Die Wissen alles sowieso besser.

    Das Christentum unterscheidet sich von anderen Religionen durch seine größere Bereitschaft zu Verfolgungen… Die Behauptung, das Christentum habe einen erhebenden Einfluß auf die Moral, kann nur aufrecht erhalten werden, wenn man sämtliche historischen Beweise ignoriert oder fälscht.
    Bertrand Russel

    • 3. März 2012 um 18:53 Uhr
    • Denis
  108. 110.

    @ AvZ, Mates

    Das innere Verhältnis von Koran und Katastrophe würde ich ungefähr mit dem zwischen Marx und der Sowjetunion vergleichen.

    D.h. (setzte: Koran für Marx und Katastrophe für Sowjetunion)

    1. ohne Marx keine Sowjetunion (sondern etwas anderes);

    2. um die Sowjetunion zu verstehen, waren vertiefte Marxkenntnisse nicht unbedingt erforderlich

    3. zwischen Marx und der Sowjetunion ist – zeitlich – „etwas passiert“ – und zwar eher eine pathetische Mogelei, als eine Heuchelei

    Die Islamische Katastrophendynamik ging über drei Stadien:

    1. Innerer Entscheid zur Fortschrittsverschmähung (Buchdruck, etc.)

    2. Scheitern der äußeren Expansion; Imperiumsverlust und antiimperialistisches Nationalstaatengehampel durch den Kalten Krieg hindurch und gegen Israel

    3. Hinwendung zu inneren – teils „kosmischen“, teils tribalen Konflikten; hierzu die aktuelle Bilanz:

    http://www.miamiherald.com/2012/03/02/v-fullstory/2672275/syria-splits-along-sectarian-lines.html

    Sehr lesenswert !

    Der Phase Drei entspricht beim Kommunismusdrama ungefähr das Zerwürfnis zwischen Peking und Moskau; wobei Moskau den Niedergangspart weiterspielte und Peking vorerst die Kapitalismuskurve gekriegt hat, was beim Islam allenfalls zu Malaysia u.ä. gesagt werden kann.

    Über die Sowjetunion konnte man zu Antikommunisten werden; es gab auch marxistisch grundierte Kritik an der Sowjetunion, aber eben: minimal in Umfang und Bedeutung; etwa soviel wie von Irshad Manji an Gewicht.

    @ Publicola

    Ich suche noch in alten Texten nach der Godwin’s law Anwendung; wäre
    maßlos peinlich, wenn ich Sie mit jemandem verwechselt haben sollte.

    Derweil Neues vom Beziehungsdrama SCAF – NGOs:

    As Egypt ends travel ban on US NGO workers, will this move defuse the standoff that has plunged US-Egyptian ties into a crisis.

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=lmYSy_eggD0

    • 3. März 2012 um 19:07 Uhr
    • Thomas Holm
  109. 111.

    @ Denis

    Sie haben völlig recht. Das Christentum hatte mal in der Inquisition Sadomasochismus institutionell-sakral enorm hoch integriert. Mit zunehmender Humansisierung der Gesellschaft haben sie sich das später weggeheuchelt, was für jedweden Irrsinn übrigens der Kardinaltipp ist.

    Geblieben ist für einschlägige Genießer nur der Exorzismus, damit da keine totale Angebotsleerstelle im Wettbewerb entsteht. Ein Vergleich zwischen Exorzismus in Rumänien mit dem im Vorkaukasus wäre bestimmt sehr aufschlußreich.

    Bei der sakralen Integration von Grausamkeit (in die Lebenswelt einschlägiger Experten zumindest) hat keine Religion sich einfach nur gerne den Rang ablaufen lassen.

    Kannibalen und Azteken haben sich da nur etwas allzu schlagseitig positioniert.

    • 3. März 2012 um 19:21 Uhr
    • Thomas Holm
  110. 112.

    @ Thomas Holm

    – die Inflation (mehr oder weniger) unsinniger Kampfbegriffe –

    Ich suche noch in alten Texten nach der Godwin’s law Anwendung; wäre maßlos peinlich, wenn ich Sie mit jemandem verwechselt haben sollte.

    Dass Sie mich mit jemandem verwechselt haben – das denke ich in der Tat!
    Lassen Sie die weitere Suche – wirklich!
    „Und damit gut“ !

    5 Punkte dazu:

    Begriffe wie „(Neo-)Nazi- / (neo)nazistisch“ oder „Godwin’s law“ oder „Antisemitismus / antisemitisch“ gehören nicht zu meinem Vokabular, zumindest nicht zu dem Vokabular, mit dem m.E. Mit-Kommentatoren zu bedenken sind.

    1 – Kürzlich hatte ich schon auf mein beträchtliches Unbehagen
    hinsichtlich der m.E.
    (auf die Kritik an jeglicher Außenpolitik bzw. Besatzungspolitik jeglicher denkbarer israelischen Regierung)
    allzu ausgeweiteten und inflationären
    – und in meiner Sicht daher oft wertlosen –
    Nutzung des Begriffes „Antisemitismus“ bzw. „antisemitisch“
    geäußert.

    2 – In weit höherem Maße ist das kaum beschreibbar-beträchtliche Unbehagen meinerseits anzumelden
    hinsichtlich der
    (auf wohl Alles, was einem nicht argumentativ ‚in den Kram‘ passt)
    extremst ausgeweiteten und hochinflationären
    – und in meiner Sicht daher absolut wertlosen, ja ratio- und analysefeindlichen –
    Nutzung des Begriffes „(Neo-)Nazi- / (neo)nazi-„,
    incl. inzwischen eines internetforeninflationären Begleit-Begriffes „Godwin’s law“.

    3 – Verantwortlich für die Sorglosigkeit, mit der man mit letzteren Begriffen „(Neo)Nazi-„/“(neo-)nazistisch“ inzwischen wohl nahezu wahllos um sich wirft,
    ist die opportunistische linguistisch-definitorische politische Kampf-Gleichsetzung
    der Bestimmung des legitimen politischen Standorts „recht(s)“
    mit dem auszugrenzenden politischen Standort „rechtsextrem(istisch)“, „rechtsradikal“, „rechtsterroristisch“.

    4 – Ein äußerst perfides argumentativ(-politisch)es Spiel.
    Ein ähnliches verwerfliches Spiel wird des Öfteren auch mit der Gleichsetzung „links“ mit „linksextremistisch“, „linksterroristisch“ etc. gehandhabt.
    Leider.

    5 – Man wird es daher nicht erleben, dass ich von diesen unredlichen und daher verwerflichen Kampf-Semantiken je Gebrauch machen werde – und schon gar nicht als Bezeichnung für Mitforisten.

    Aus meiner Seele spricht mir da Martenstein mit seiner dieswöchigen (wie üblich) exzellenten Kolumne
    – besser kann man nicht ausdrücken,
    was zu dieser Thematik absolut, unbedingt und schlussendlich zu sagen ist:
    http://www.zeit.de/2012/10/Martenstein

  111. 113.

    Es gibt viele Theorien für die Rückständigkeit der islamischen Welt. Viele sind der Meinung das mit sinkender Bedeutung der Seidenstraße durch aufkommenden weltweiten Schiffsverkehr, die geistige Verarmung der islamischen Welt zunahm. Bekanntlich ist technologischer, wissenschaftlicher und kultureller Ausstausch immer ein Motor für Fortschritt.
    Ein anderer Ansatz schiebt dem islamischen Erbrecht eine große Bedeutung zu. Denn dieses führt fast immer dazu, dass Unternehmen im Erbfall zerschlagen werden müssen und so eine kontinuierliche Wirtschaftsentwicklung nicht möglich ist. Easy Money durch Verkauf von natürlichen Resourcen wirkt sich, trotz gegenteiliger Vermutung, oft eher negativ auf die Leistungs- und Entwicklungsfähigeit einer Volkswirtschaft aus und das nicht nur in islamischen Staaten.

    Viele Faktoren spielen sicher eine Rolle, aber die meisten davon sind direkt oder indirekt in der religösen Ideologie Islam zu finden. Der Islam vermittelt zB. ein Überlegenheitsgefühl.

    „Ihr (Gläubigen) seid die beste Gemeinschaft, die unter den Menschen entstanden ist. Ihr gebietet, was recht ist, verbietet, was verwerflich ist, und glaubt an Allah. Wenn die Leute der Schrift (ebenfalls) glauben würden (wie ihr), wäre es besser für sie. Es gibt (zwar) Gläubige unter ihnen. Aber die meisten von ihnen sind Frevler.“ (3:110)

    Und die „Ungläubigen“ sind schonmal sowieso doof und unterlegen.

    „Bei den Ungläubigen ist es, wie wenn man Vieh anschreit, das nur Zu- und Anruf hört (ohne die eigentliche Sprache zu verstehen). Taub (sind sie), stumm und blind. Und sie haben keinen Verstand.“ (2:171)

    Diese Einstellung hilft natürlich nicht gerade von diesen „Ungläubigen“ zu lernen. Das würde im Grunde das islamische Überlegenheitsdogma in Frage stellen. Der Umstand das die islamische Welt heute aber objektiv unterlegen ist, nagt natürlich gewaltig am islamischen Selbstbewusstein. Was aber nicht zu einer ehrliche Bestandsaufnahme führt, sondern eher zu Verschwörungstheorien und Schuldzuweisungen in Richtung Ungläubige führt.
    Nachteilig wirkt sich sicher auch eine Hörigkeitsmentalität gegenüber dem Älteren aus, gepaart mit einem starken Herdendenken. Der Islam verbietet im Grunde kritisches nachfragen und er verbietet auch Autoritäten zu hinterfragen.

    „Ihr Gläubigen! Fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch kundgetan werden, euch unangenehm wären, und die, wenn ihr zu der Zeit, da der Koran herabgesandt wird, nach ihnen fragt, euch (ohnedies) kundgetan werden! Allah hat sie (vorerst) nicht angerechnet. Er ist mild und bereit zu vergeben.“ (5:101)

    Wenn eine Gesellschaft sich so stark und schon so lange an einer Religion und deren Wahrheiten,Grundsätze und Anordnungen orientiert, dann werden diese Dinge bewusst und auch unbewusst Teil einer Gesellschaft und auch atheistische Teile werden dadurch geprägt. Erst recht wenn sich eine Religion so dominat in den Mittelpunkt drängt wie der Islam. Wirklich überzeugte Moslems kennen eigentlich nur eine entscheidende Frage in ihrem leben. Und die lautet: Halal oder haram? Danach wird letzlich alles ausgerichtet und entschieden.
    Besonders lustig wird es, wenn die Leute, die diese Entwicklung massiv fördern, die Nachteile davon erblicken und sie nicht begreifen. Hier wunderbar zu bestaunen. http://www.youtube.com/watch?v=KRxMwEEdu8E

    • 3. März 2012 um 19:58 Uhr
    • Bellfruta87
  112. 114.

    Syntax-Korrektur: 1 – Kürzlich hatte ich schon mein beträchtliches Unbehagen … geäußert …

  113. 115.

    Hier ein Mitschnitt eines der angesehendsten muslimischen Geistlichen in Aegypten. Dieser argumentiert genau Gegenteilig von Idriz und sagt: Der Koran verpflichtet dazu Ungläubige zu töten. Er sagt außerdem, daß Leute, die anderes behaupten das nur deswegen tun können, weil sie die Hälfte weglassen, aber hören wir selbst:

    http://www.youtube.com/watch?v=oEc_wahflM0&feature=related

    Wer hat denn nun Recht, Idriz, oder der aegyptische Professor?

    • 3. März 2012 um 21:34 Uhr
    • LAUs
  114. 116.

    @ Bellfruta87

    Ihr Video, mit al-Qaradawis Selbstanklage-Sermon – ausgesprochen hörenswert; zumal inhaltlich auch mit einiger Überschneidung mit dem hier schon angesprochenen Gamal Al-Banna; der das Thema allerdings wohl nachhaltiger verfolgt.

    Auch in den härtesten islamistischen Foren habe ich schon solche völlig stimmungsumkippenden Momente erlebt, wo dann das: wir sind am Arsch ! abrupt von der arabischen zur deutschen Bedeutung gewechselt ist.

    Ich erinnere mich an ein Interview mit einer Marokkanischen Islamwissenschaftlerin (?) die erzählte, dass die Araber in vorislamischen Zeiten bei Mißerfolgsgelegenheiten zu maßlosen Verzweiflungsausbrüchen neigten und z.B. die Götter verfluchten, von denen sie sich im Stich gelassen wähnten und deren Statuen zerdepperten. Gegen diese Haltlosigkeitsneigung habe ihnen der Islam erst einmal – frei wiedergegeben – ein gewisses Standing verschafft.

    Eine religiöse Differenz wäre hier vielleicht ausgerechnet zwischen unterschiedlichen polytheistischen Vorstellungswelten festzustellen, etwa gegenüber dem Griechentum, wo man ja im Tragikfall auf die falsche olympische Allianz gesetzt hatte.

    Die Gelegenheit zu diesem Interview waren die Erwartungen an Tyrannenstürze nach dem Zusammenbruch des Kommunismus – und die dann folgende Enttäuschung, als Pappa Bush alle Tyrannen statt dessen zu einer Koalition gegen Saddam zusammenschwor, was den Tyrannen dann schon mal zehn Jahre vor Osama einmal den Arsch gerettet hätte (oder hatte).

    Also: ab 1990: 1. Zehn Jahre weg, um Kuwait zu retten; und dann 2001:
    Zehn Jahre Freie Fahrt für Tyrannen wegen des Krieges gegen den Terror.

    Und 2011 war dann Feierabend.

    „mit sinkender Bedeutung der Seidenstraße durch aufkommenden weltweiten Schiffsverkehr“

    Hierauf wird gerne antiimperialistischerseits zurückgegriffen; das geraubte Latino-Silber habe die Osmanische Handelsposition geschwächt; daher auch ein antiimperialistisch-revanchistisch motivierter Positionsaufbau in Lateinamerika, allen voran: der Iran.

    Voodoo und Santoria fallen da interessanterweise nicht unter Dschahiliyya; das Revanchemotiv obsiegt über Bedenken, die man arthodoxerweise doch wohl haben müßte.

    Erbrecht …

    In Pakistan hat man in Oberschichtkreisen zur Vermeidung unerwünschter Grundeigentumsaufteilungen den Gebrauch erfunden, Töchter von einer Heirat auszuschließen, indem sie „mit dem Koran verheiratet werden“ (über 400.000 Fundstellen bei google Pakistan „married to the Koran“). Pragmatismus ist also auch nicht völlig unbekannt; jedenfalls nicht, wenn man aufschlußreiche Kontakte zur Britischen Oberschicht hatte und wenn es gegen Frauen geht.

    „Easy Money durch Verkauf von natürlichen Resourcen …“

    Ein anerkanntes Katastrophenrezept. Hoffentlich übersteht Israel die Erdgaserschießung mit Zypern einigermassen …

    Der berüchtigte 2:171-er Vers wird bei einem richtigen Depri-Anfall tatsächlich direkt gegen das eigene Lager gewendet.

    „Schuldzuweisungen in Richtung Ungläubige “

    Und wenn das ausgelutscht ist, dann geht es gegen die Binnenkonfession von nebenan.

    Ferner wird die diskret verarbeitete Sünde der bekanntgewordenen gegenüber als minder schwer qualifiziert, was eine sakrale Sanktionierung von schamkulturellen Potentialen darstellt und was die Entschuldigung durch eine „Notlüge“ zu inflationieren geeignet ist.

    Weniger gestelzt formuliert wäre das jetzt, glaube ich: Rassismus gewesen.

    Nur mal: um unsere moderne Selbstaufstellung gegenüber dieser Problematik anzureissen.

    „auch atheistische Teile werden dadurch geprägt.“

    Es wird zu einer geschmiedeten Kultur, und wer damit ganz gebrochen hat, dem sieht man es auch recht schnell an. (Es gibt sie, aber es sind wenige)

    Wo der Christ gehalten ist, seine eigene Sündhaftigkeit zu bekennen und zu bejammern, da ist der Muslim Pi mal Daumen zusätzlich, oder ersatzweise, gehalten zu bedenken, dass er damit jedenfalls nicht die eigene Gemeinde demoralisieren soll.

    Ein Ensemble von ausgesprochen unglücklichen Kleinigkeiten ist es vielleicht, die letztlich zur fatalen Differenz den Ausschlag gibt.

    Arab Debate on Saddam, hilarious! – Brave Muslims

    http://www.youtube.com/watch?v=QNhwizyvb_k

    (Seelenheilgebet gegen Aufarbeitung – darauf muss man erst mal kommen)

    • 3. März 2012 um 21:41 Uhr
    • Thomas Holm
  115. 117.

    @ LAUs

    http://de.wikipedia.org/wiki/Saleh_ibn_Fawzan

    ist ein Saudischer Ultra; und seit den Wahlen in Ägypten wissen wir, wieviel Einfluss seine Salafis dort haben: ca. 25 %. Er ist nicht Mainstream.

    Die weniger intoleranten Positionen aber haben ihr letztes „gut befestigtes“ Refugium in der Arabischen Welt allerdings ironischerweise im Hause al-Assad in Damaskus.

    Es steht also ernsthaft – und das ist kein böses Wortspiel von mir:

    Ein blutiges „Team Toleranz“ gegen einen allgemeinen Freiheitsaufstand, in dessen Mitte die Salafis den harten Kern bilden.

    Entweder zerschellt der Arabische Frühling an Al-Assad (worauf der SCAF wartet …) oder Al-Assad wird mit seiner ganze Toleranzbagage von den Jung-Fans dieses ultraunsympathischen Griesgram-Fuzzis wegmassakriert.

    So unschön es ist und ob es den Liberalen passt, oder nicht.

    • 3. März 2012 um 22:03 Uhr
    • Thomas Holm
  116. 118.

    Neulich hatte ich Gelegenheit, mit einem China-Insider (auch) über Syrien zu sprechen.

    Für mich erstaulich: Ein bisschen peinlich ist der Chinesischen Führung das Wüten der Assad-Leute schon; man beläßt den ganz schwarzen Peter nicht ungern bei Putin – mit der „kein zweites Libyen“ Veto-Politik.

    Gleichwohl: Man geht davon aus, dass sich der Konflikt in irgendeiner föderal-kantonalen Kompromißkonstellation erschöpfen wird, wobei allerdings das Land gründlich zerstört sein wird.

    Mithin: Es wird einen immensen Bedarf an Wiederaufbau – speziell in den sunnitischen Landschaften – geben. Mangels Eigenkapital – anders als in Libyen – wären zur Finanzierung die Golfaraber gefragt, ähnlich, wie schon ein paar mal im Libanon.

    Und jetzt kommt’s: Peking kennt seine aintiimperialistischen Papenheimer und geht wie selbstverständlich nicht davon aus, dass die Syrer, oder sonst irgendwelche Araber bereit sein könnten, die Ärmel aufzukrempeln.

    China setzt darauf, sich mit unschlagbar billigen Bauleistungen – aber gleichwohl lukrativen Bauaufträgen – in der Region festzusetzen.

    Kein unintelligenter Gedanke: Das Festklammern an Tyrannen zur Rohstoffsicherung (und Anbauflächen in Afrika) bedarf eines Nachfolgemodelles, damit man nicht zu krass auf „der falschen Seite der Geschichte“ festklebt. Also wartet man ab, bis ordentlich was kaputt ist* und bringt sich im Wege wohlfeiler Wiederaufbauleistungen wieder ein.

    Die Botschaft für das eigene Volk: Aufstand gegen Tyrannen führt nur zu Chaos und Zerstörungen; also lassen wir es sein, warten wir es ab und profitieren wir davon.

    *und macht die Verzögerungspolitik Russlands zum Tyrannensturz mit, ohne sich jedoch in den Vordergrund zu drängen.

    Wichtigster Wettbewerber dürfte bei diesem Kalkül die Türkei sein.

    Mein Kommentar: Kaputt wird nicht nur Syrien sein, sondern auch seine Nachbarländer nach einer letztlich Saudisch-Iranischen Konfrontation.

    Insofern also beste Aussichten für Pekings Kalkül; bloss keinen so schnell gewinnen lassen. Und: wer mit eigenen Lauten wiederaufbaut, sitzt auch dichter an den Rohstoffen – als z.B. Indien.

    • 3. März 2012 um 22:30 Uhr
    • Thomas Holm
  117. 119.

    http://www.nowlebanon.com/NewsArticleDetails.aspx?ID=371828

    „Berlin fears imminent execution of Iranian pastor …

    Islamic sharia law allows for such verdicts to be overturned if the convicted person „repents“ and renounces his conversion, which Nadarkhani has refused to do.“

    • 3. März 2012 um 22:41 Uhr
    • Thomas Holm
  118. 120.

    „ist ein Saudischer Ultra; und seit den Wahlen in Ägypten wissen wir, wieviel Einfluss seine Salafis dort haben: ca. 25 %. Er ist nicht Mainstream.“

    Naja, die Grünen hatten 2009 10% und sind durchaus Mainstream. Die SPD hatte übrigens 23%, zwo Punkte weniger als die Irren.

    • 3. März 2012 um 22:42 Uhr
    • J. Weber
  119. 121.

    LAUs:

    Wer hat denn nun Recht, Idriz, oder der aegyptische Professor?

    Falsche Frage. Wem geben wieviele Leute mit wieviel Einfluss recht, das ist die Frage.

    • 3. März 2012 um 22:48 Uhr
    • Arjen van Zuider
  120. 122.

    Möglichkeit der Unterzeichnung einer Online-Petition für Pastor Youcef Nadarkhani:
    http://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani

  121. 123.

    Endlich hat jemand gemerkt, nach wohin Teherans Ohr offen ist.

    http://aclj.org/iran/sclj-urges-russian-action-save-pastor-youcef-life

    Jetzt muss noch al-Assad ‚ran und sagen, dass er sogar die Christen in Syrien beschützen muss und dass der Iran deshalb mal nicht so streng sein sollte; die Christen wüssten schon, vor wem sie in der Region Angst haben müßten.

    Alle Orthodoxen Kirchen ‚ran, Weltkirchenrat, alle sollen sagen, dass die Wahabis die intoleranten Assis sind und dass der Iran deswegen Gnade vor Recht ergehen lassen solle !

    Sobald er frei ist, ein gemeinsames Christlich-Muslimisches Toleranzgebet in Damaskus !

    Das gemeinsame Weihnachtsgebet war nur zur Übung für Größeres !

    (christlich-islamischer Wechsel bei 1.17)

    http://www.youtube.com/watch?v=wPV-L86HEls

    • 3. März 2012 um 22:54 Uhr
    • Thomas Holm
  122. 124.

    Endlich hat jemand gemerkt, nach wohin Teherans Ohr offen ist.

    http://aclj.org/iran/sclj-urges-russian-action-save-pastor-youcef-life

    Jetzt muss noch al-Assad ‘ran und sagen, dass er sogar die Christen in Syrien beschützen muss und dass der Iran deshalb mal nicht so streng sein sollte; die Christen wüssten schon, vor wem sie in der Region Angst haben müßten.

    Alle Orthodoxen Kirchen ‘ran, Weltkirchenrat, alle sollen sagen, dass die Wahabis die intoleranten Assis sind und dass der Iran deswegen Gnade vor Recht ergehen lassen solle !

    Sobald er frei ist, ein gemeinsames Christlich-Muslimisches Toleranzgebet in Damaskus !

    Das gemeinsame Weihnachtsgebet war nur zur Übung für Größeres !

    (christlich-islamischer Wechsel bei 1.17)

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=wPV-L86HEls

    • 3. März 2012 um 22:56 Uhr
    • Thomas Holm
  123. 125.

    Möglichkeit der Unterzeichnung einer Online-Petition – II – für Pastor Youcef Nadarkhani:
    http://www.change.org/petitions/iranian-government-release-youcef-nadarkhani-2

  124. 126.

    @ J.Weber

    Wahabis und Traditionelle Sunniten, speziell in Ägypten, verhalten sich nicht: wie Grüne und SPD, sondern wie Kommunisten und SPD zueinander; und das eher wie in Weimar als in der Bundesrepublik.

    „Der osmanische Sultan Mahmud II. wollte die neue Macht in Zentral-Arabien einschränken und erteilte seinem ägyptischen Statthalter Muhammad Ali Pascha fünf Jahre später den Befehl, einen Feldzug gegen die Saudis durchzuführen. …

    Abdallah I. ibn Saud geriet in ägyptische Gefangenschaft und wurde an die Osmanen ausgeliefert*. Am 17. Dezember 1818 erfolgte in Istanbul seine Hinrichtung durch Enthauptung mit einem Schwert, zuvor wurde er von einem Gericht wegen „Korruption auf Erden“, „Spaltung von Muslimen“ und „Rebellion gegen den Kalifen“ zum Tode verurteilt. Ein Großteil des Saudi Clans wurde von Ibrahim nach Kairo und Istanbul deportiert. Im folgenden Jahr wurde Diraja von der Osmanischen Armee vollständig zerstört, die Ortsteile al-Turaif und Ghasiba blieben bis heute ruinös. Sie sind heute ein Ziel für einheimische Touristen in Saudi-Arabien.“

    *von den Ägyptern, die den Türken dort den Job gemacht haben

    Die Ägypter waren für die Türken der Bluthund gegen die Saudis.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisch-saudischer_Krieg

    25 % Salafis – das ist nicht Additionspotential für Islamismus, sondern Bürgerkriegspotential für Ägypten, weil die Historie – eben auch religiös – feindselig zwischen Ägypten und den Saudis verlaufen ist.

    Man sollte immer noch in der lage sein, auch Hoffnungszeichen zu realisieren und das sage ich als hoffnungsskeptischer Fundamentalatheist !

    Sagen Sie das mal weiter in islamkritische Kreise hinein, damit die da mal anfangen können, politikfähig zu werden. Ernst gemeint.

    • 3. März 2012 um 23:33 Uhr
    • Thomas Holm
    • 4. März 2012 um 01:41 Uhr
    • Bellfruta87
  125. 128.

    Warum eigentlich schaffen es Marmeladen nicht, dass alle nur noch über islamische Extremisten schreiben?

    • 4. März 2012 um 04:01 Uhr
    • Doreen
  126. 129.

    @ Bellfruta87

    Trotzdem: Israel setzt auf Mitleid mit Sunniten:

    „Liberman: World must intervene to stop Syrian massacre

    Foreign minster decries intolerable „killing you only see in Hollywood“; ‚Washington Post‘ quotes US officials as saying Iran has increased „lethal assistance“ to Assad regime.“

    http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=260341

    Ferner passend:

    Nordkorea testete Uran-Sprengköpfe für den Iran

    hxxp://www.apa.at/site/News/Topnews_3/Nordkorea_testete_Uran-Sprengkoepfe_fuer_den_Iran

    Ein Israelischer Angriff auf den Iran zöge Angriffe auf Irsrael aus dem Libanon und Syrien nach sich, welche wiederum zu Israelischen Vergeltungsmaßnahmen gegen Ziele in Syrien und Libanon einladen würden.

    Angesichts der Krise in Syrien hätte Israel damit die Möglichkeit, der Sunnitischen Seite, Assads Kopf auf einem Silbertablett zu servieren – oder eben halt auch nicht, oder noch nicht beim ersten mal …

    Ich glaube, darum geht es eigentlich. Ein umfassender Israelischer Schlag auf Ziele in Syrien und Libanon („Drittschlag“) könnte konfessionspolitisch von ausschlaggebendem Gewicht bei den Arabern sein.

    Um die Bemessung dieses Drittschlages kann es eigentlich nur gehen, es sei denn, die glauben alle wirklich an den Jüngsten Tag, das Kommen des Antichristen, etc. (Was ich mal nicht hoffe, dass das irgendwer wirklich glaubt).

    Bisher hatte ich die Verbindung zwischen einem Israelischen Gegen-Gegenschlag und den innerarabischen Konflikten noch nicht so gesehen.

    • 4. März 2012 um 10:44 Uhr
    • Thomas Holm
  127. 130.

    Hier der Originalbericht aus der WamS, den die anderen alle nur zitieren.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13901079/Iran-soll-Atombombe-in-Nordkorea-getestet-haben.html

    • 4. März 2012 um 10:54 Uhr
    • Thomas Holm
  128. 131.

    Bei SPON gibt es nun (Sonntagsmorgen, honi qui mal y pense) auch einen Artikel über Pastor Nadrakhani, aber es gibt keinen Hinweis auf die Petition. In dem Forum kann man den Link nicht posten. Es scheint, als ob die Ajatollahs direkt Kontrolle über die Moderation haben und jeden Versuch den Link zu Petition zu posten unterbinden.

    • 4. März 2012 um 11:03 Uhr
    • pierrot
  129. 132.

    Lucio Dalla ((Bologna, 4 marzo 1943 – Montreux, 1º marzo 2012) – RIP

    Ah sì, è la vita che finisce
    ma lui non ci pensò poi tanto,
    anzi si sentiva felice
    e ricominciò il suo canto…
    (Lucio Dalla, Caruso)

    http://www.youtube.com/watch?v=zScwHWMp2Rc

  130. 133.

    Nochmals: – Petition I (deutsch)
    Möglichkeit der Unterzeichnung einer Online-Petition für Pastor Youcef Nadarkhani:
    http://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani

  131. 134.

    Nochmals: – Petition II (englisch)
    Möglichkeit der Unterzeichnung einer Online-Petition für Pastor Youcef Nadarkhani:
    http://www.change.org/petitions/iranian-government-release-youcef-nadarkhani-2

    • 4. März 2012 um 12:05 Uhr
    • Thomas Holm
  132. 136.

    @ Thomas Holm

    al-Qaradawis Selbstanklage-Sermon

    Jetzt sagen Sie bloß, Sie hörten das zum ersten Mal.

    [Saleh b. Fazwan] ist ein Saudischer Ultra

    und wie die Herren Bin Baz (sein Lehrer, st.1999), Uthaymeen (st.2001) oder Munajjid (der mit der Mickey Mouse Fatwa) vor allem eines: Gegenstand von (internationaler) Belustigung.

    Jetzt muss noch al-Assad ‘ran und sagen, dass er sogar die Christen in Syrien beschützen muss

    Syrian regime threatens Christians, clamps down on churches

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/02/26/197075.html

    حمص الحمدية الجيش الحر يحمي الاهالي والطائفة المسيحية من كتائب بشار

    (FSA protecting a church in Homs from Attacks of Bashar’s Brigades)

    youtube.com/watch?v=WO8W6eUeMcA

    • 4. März 2012 um 12:23 Uhr
    • MM
  133. 137.

    @ Bellfrutta – OT

    Habe Ihnen noch im Nachbarstrang auf einen Beitrag von vor einigen Tagen geantwortet.

    • 4. März 2012 um 12:51 Uhr
    • MM
  134. 138.

    OT – Scharia als wirkungsvolle Barriere gegen ökonomisch-soziale Entwicklung –

    Zu den Ursachen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stagnation innerhalb des islamisch geprägten Kulturkreises steuert der türkische Wissenschaftler Timur Kuran in seinem 2011 erschienenen Buch „The Long Divergence: How Islamic Law Held Back the Middle East“ Relevantes, Essentielles und Erhellendes bei:

    Vor etwa 300 Jahren quollen die Basare des Nahen Ostens über mit Luxusgütern. Die Handelszentren dieser Region zogen alle denkbaren Menschen auf der Suche nach Reichtum an, die in zahlreichen Sprachen kommunizierten. Nichts deutete darauf hin, dass diese Region ihre wirtschaftliche Blüte nicht aufrechterhalten konnte. Aber dann änderte sich die Flugbahn. Der Nahe Osten begab sich auf einen Sturzflug in eine abwärts gerichtete Spirale der Unterentwicklung. Was lief also eigentlich schief?

    Timur Kuran benennt Schlüsselelemente des Islamischen Gesetzes Scharia, das die wirtschaftliche Entwicklung des Nahen Ostens verhinderte; dabei weist erüberzeugend nach, dass auch die sozial progressiven Aspekten der Scharia negative Folgen zeitigten:
    1 – Vertragsgesetzgebung; 2 – Erbschaftsregelungen; 3 – Verbot des Wuchers; 4 – Todesstrafe für Apostasie; 5 – Fromme ‚waqfs‘-Stiftungen.

    1 – Vertragsgesetzgebung –

    Während des Mittelalters beruhten geschäftliche Transaktionen auf persönlichen Beziehungen.
    Das islamische Vertragsgesetz förderte andererseits die Kooperation außerhalb der Familie und Verwandtschaft. Völlig Fremde konnten zusammen kommen, um eine Geschäftspartnerschaft auf der Grundlage gegenseitigen Interesses zu organisieren, die gesetzlich anerkannt und gerichtlich bestätigt wurde.
    Das Problem jedoch bestand darin, dass eine Islamische Geschäftspartnerschaft auf Wunsch von jedem Partner beeendet werden konnte.
    Der Tod eines Partners löste auch die Partnerschaft auf, wobei der resultierende Gewinn und Verlust einzig auf den Überlebenden überging.
    Die Kinder und Familie des verstorbenen Partners konnten weder erben noch automatisch seinen Platz einnehmen.

    Das bedeutete, dass dauerhafte Geschäftspartnerschaften, die Generationen überdauern konnten, im Nahen Osten sich nicht entwickeln konnten. Die privaten Unternehmen in dieser Region unterlagen praktisch so einer Atomisierung: Wenn Unternehmer zusammen kamen, um ihre Mittel zu gewinnbringenden Zwecken zu poolen, war ihre Zusammenarbeit nur temporär und dauerte selten mehr als ein paar Monate.

    2 – Erbschaftsgesetzgebung –

    Das Problem wurde durch die egalitäre Natur der Islamischen Erbschaftsgesetzgebung verstärkt. Diese war so konzipiert, dass eine breite Streuung des Reichtums in der Gesellschaft gefördert und die Anhäufung des Reichtums in immer weniger Händen verhindert wurde.
    Aber das bedeutete auch, dass die Wirtschaftsimperien erfolgreicher Großhändler nie diese Großhändler überdauerten, weil ja deren Nachlass aufgeteilt und in diverse kleine Segmenten zerstreut wurde.
    Eine Neukombination und ein Neuentstehen des betreffenden Wirtschaftsimperium war nahezu unmöglich. Alles musste wieder mit neuen Partnerschaften vom Punkte Null beginnen.

    3 – Wucherverbot –

    Das Verbot des Wuchers machte es schwierig für Großhändler, Kredite und Bezugsquellen für Darlehen zu erschließen. Häufig vergrößerte das Wucherverbot die Kosten, weil sowohl Anbieter als auch Nutzer von Kreditmitteln innovative Strategien entdeckten, das Verbot zu umgehen.
    Die Zinssperrung bedeutete auch, dass Banken sich nicht entwickeln konnten.
    Es gab keinerlei Ansporn, Aktienhandel zu betreiben; auch fehlte jegliches Bedürfnis nach standardisierter Buchhaltung.

    4 – Todesstrafe für Apostasie –

    Die Todesstrafe für Apostasie machte es Muslimen unmöglich, Geschäfte mit Nichtmuslimen abzuschließen.
    Sie riskierten Leib und Leben, wenn sie Geschäft und Handel unter einem nichtislamischen gesetzlichen System organisierten, oder wenn sie Streitigkeiten vor nichtmoslemische Richter brachten.

    5 – Fromme ‚waqfs‘-Stiftungen –

    Obendrein wurden die Sozialeinrichtungen und Sozialdienste in islamisch geprägten Gesellschaften organisiert und bereitgestellt durch fromme Stiftungen, oder ‚waqfs‘. Diese karitative Verwaltungsgesellschaften, etabliert unter dem Islamischen Gesetz der Scharia und beaufsichtigt von religiösen Beamten, stellten in der Region solche wesentliche Dienstleistungen bereit wie Wasserversorgung und kümmerten sich um Waisenhäuser, Schulen und Universitäten. Sie konnten ihre Gründer überleben und dafür auf ewig weitermachen. Aber da sie nicht selbstverwaltet waren, konnten ihre geschäftsführenden Vorsitzende nicht die Gewinne maximieren. Sie wurden so ein Hindernis für das Wachstum von Körperschaften.

    All das bedeutete, dass islamisch geprägte Regionen sehr spät erst Schlüsseleinrichtungen der modernen Wirtschaft übernahmen.
    Gesetze, Institutionen und organisatorische Formen, die produktive Mittel in großem Maßstab innerhalb der fortdauernden Privat-Unternehmen hätten mobilisieren können, konnten sich so in diesen Regionen nicht entwickeln – Mittel, die ja wesentlich sind für eine Entwicklung der Wirtschaft.

    http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/reviews/the-long-divergence-how-islamic-law-held-back-the-middle-east-by-timur-kuran-2196199.html

  135. 139.

    @ MM

    „Jetzt sagen Sie bloß, Sie hörten das zum ersten Mal.“

    Bei einer MEMRI-Gesamtdurchsicht hatte ich den Auftritt schon mal gesehen.

    „Gegenstand von (internationaler) Belustigung.“

    Vonseiten der Nicht-Salafis, die die Bedrohung möglicherweise etwas unterschätzen. Wie die Kräfteverhältnisse genau sind, werden wir in den nächssten Monaten erfahren.

    Für unbedingt instruktiv halte ich die Vorgeschichte, in der Türken, Ägypter und Albaner den ersten Wahabi-Staat 1818 ausgetilgt haben, was noch weniger bekannt ist, als die späteren Herzlichkeiten zwischen den Saudi-Ikhwan und den „Normalen“.

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisch-saudischer_Krieg

    50 % Alte-Knaben-Mainstream gegen 25 % mit Schwerpunkt Jungfanatikern; das ist ein ideales Rezept für eine nachhaltige asymmetrische Balance, oder auf deutsch gesagt: auch innersunnitisch eine optimale Konstellation für erbitterte Machtkämpfe, die sehr sehr lange unentschieden hin und her wogen können.

    „Syrian regime threatens Christians, clamps down on churches“

    Halte ich für ausnahmehaft. Bei extrem kalten Füssen, oder außergewöhnlich guter PR-Beratung kann soetwas schon einmal passieren.

    Bei Sunnitens eher wirklich ein Fall aus der Rolle: sich bei Christen einzuschleimen, ist Assad-Marke und ansonsten gelegentlich eine Links-Schiitische Strategiemannöverübung.

    Wirklich, da sollte niemand mehr etwas ‚drauf geben.

    Baschars Schwiegervater macht sich Sorgen um seine Tochter; der sieht das realistisch.

    „Her father is desperate for her to return to London with his three grandchildren. Syrian-born Dr Akhras, 66, who also practises at the private Cromwell Hospital in Earl’s Court, is concerned for his own safety, and that of his wife Sahar, fearing the possibility of revenge attacks from Syrians who have had relatives murdered or tortured by Assad’s army.“

    http://www.express.co.uk/posts/view/305864/-Horrified-by-son-in-law-Bashar-al-Assad

    Neulich bei einer BBC-Frontline-Diskussion sagte ein Regime-Fuzzi was von „blood-passion“ und daraufhin natürlich sofort die ganzen Korrekt-Politkommissare: Was bitte schön ist blood-passion ?

    Und da wurde mir wieder klar: Diese Politische Korrektheit ist die Pest der Welt; jeder Extremist schreit einem genau ins Gesicht, warum er einem abmurxt, aber wenn man den Fehler macht, es zu glauben, dann stirbt man noch als Rassist dazu.

    Der Drops ist gelutscht – unwiederbringlich:

    hxxp://www.miamiherald.com/2012/03/02/v-fullstory/2672275/syria-splits-along-sectarian-lines.html

    Sixteen Army, Law-Enforcement Martyrs Laid to Rest

    gefallen für ein tolerantes Sunnititum – herzliches Beileid !

    Märtyrer für Toleranz; wer das auch so sieht, der kann sich bei Baschar gleich dazulegen, auch ein Staatsfernsehn braucht frische Bilder.

    hxxp://www.sana.sy/eng/337/2012/03/04/404024.htm

    Neu hochgeladen wurde die Doku

    Science & Islam – The Language of Science [HD] FULL BBC Documentary 1 of 3 HD

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=ZFZxmjNAbuM

    Dort wird sogar verkündet, in Damaskus sei ein „Empire of Reason“ entstanden. Für das Versprechen, dass man trotz guter Nachbarschaft mit Christen als Sunnit nicht unbedingt in die Hölle kommt, steht heute und fällt (aber nicht so schnell und vielleicht überhaupt nicht):

    Baschar Al Assad.

    • 4. März 2012 um 14:06 Uhr
    • Thomas Holm
    • 4. März 2012 um 21:12 Uhr
    • Paul
  136. 141.

    Mal religionsübergreifend formuliert, halte ich alle fundamentalen, d.h. wenig differenzierten Botschaften für gefährlich.
    Besonders kritisch sind natürliche solche, die zur Grundlage einer Staatsdoktrin werden.
    Nun haben wir in Europa im letzten Jahrhundert gelernt, wohin das führt.
    Ich hoffe diese wichtige Erkenntnis geht nicht verloren.
    Vielmehr gibt es m. E. nur die Flucht nach vorne: mit gutem Beispiel vorangehen.
    Und das kann nur heissen: Integration, Integration, Integration. Andernfalls droht auch hierzulande ein Rückfall in alte Zeiten.
    Merke: wir sind nur 65 Jahre von totalitären Verhältnissen entfernt.
    Fingerzeige sind nicht angebracht, vielmehr wird jede Hand beim Verfestigen der freiheitlich demokratischen Grundordnung benötigt.
    Niemand kann die Vorgänge in Teilen der islamischen Welt gutheißen und die betroffenen Menschen benötigen unser tiefstes Engangememt und Mitgefühl.
    Nur wer nicht vor Ort hilft, sollte zumindest nicht versuchen hierzulande die Grundrechte von Bevölkerungsgruppen in Frage zu stellen und damit quasi ‚Gleiches mit Gleichem vergelten. ‚

    • 5. März 2012 um 06:33 Uhr
    • Life
  137. 142.

    „What sort of nation will Iran be? If the clerical regime kills Nadarkhani, it will have to keep on killing, very possibly with the brake of compunction fully released. If it whisks him out of the public eye without explanation, it will have affirmed a precedent that can only metastasize and become a cancer on the life of the nation, as demonstrated with the Soviet Union and Communist China in the last century. And if it releases the pastor, it will have to do so in spite of its own laws, opening up the possibility of an unplanned and unpredictable future. …

    The Iranian authorities have delayed action on Nadarkhani for years now, hoping he will relieve them of a summary decision. I believe they don’t want to have to make it.“

    Plausible Überlegung; Henker auf der Linie zum Eigentor.

    http://www.patheos.com/Resources/Additional-Resources/Fate-of-Pastor-Youcef-Nadarkhani-J-E-Dyer-03-05-2012.html

    • 5. März 2012 um 08:46 Uhr
    • Thomas Holm
  138. 143.

    Dazu müsste man allerdings wissen, ob das Schreiben überhaupt das Büro verlassen hat… schließlich ist Herr Idriz mittlerweile als ein (schlimmerer) Bruder im Geiste von von Guttenbergs enttarnt!

  139. 144.

    Oder gilt es die unschöne Studie über Muslime von neulich ad absurdum zu führen ?

    • 5. März 2012 um 15:06 Uhr
    • Gute_Frage
  140. 145.

    Allein der Kopf der Nachricht:
    „Seine Eminenz
    Ayatollah Seyyed Ali Chamenei
    Führer der Obersten Rechtsgelehrten
    Islamische Republik Iran ………………“

    ..verursacht mir ein Gefühl das ich hier nicht beschreiben kann ohne zensiert zu werden. Brecht sagte dazu
    „ich kann garnicht soviel fressen wie ich kotzen muß“

    Und wir -angeblich in medialer und sonstiger Freiheit- reden den Islam schön und pochen auf Religionsfreiheit. Dabei verschließen wir fest die Augen vor den Tatsachen. Nämlich daß es sich beim Islam garnicht um eine Religion handelt, sondern um eine Ideologie und eine Gesellschaftsordnung aus den 7. Jahrhundert welche ins 21. Jahrhundert einfach nicht passt (um es mal ganz milde zu umschreiben). Schon Voltaire hatte meine Meinung über den Islam, er schrieb nämlich im Dezember 1740 an Friedrich II:

    „Ich gebe zu, dass wir ihn hochachten müssten, wenn er, als legitimer
    Herrscher geboren oder mit Zustimmung der Seinen an die Macht gelangt,
    Gesetze des Friedens erlassen hätte. Doch dass ein Kamelhändler in
    seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er mit ein paar Koreischititen“ –
    Stammesmitglieder – „seine Brüder glauben machen will, dass er sich mit
    dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet, in den
    Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen
    Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden
    Menschenverstand erbeben läßt, dass er, um diesem Werke Respekt zu
    verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben läßt: Das ist nun mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke in die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat in ihm jedes natürliche Licht erstickt.“

    Und wir müssen nun vor dem Islam kriechen? Wir müssen Leute hofieren die, bei zutreffenden Eigenschaften benannt, hier zur Zensur des Beitrages führen!

    Soweit ist Deutschland gekommen, mir ist übel.

  141. 146.

    Was anderes zu Idriz:

    Ich frage mich schon seit laengerem, warum ein muslimischer Mensch, dazu ein Imam, der als Kind mal den Namen Bajrambejamin verpasst bekam, darauf besteht, sich in Deutschland mit dem juedischen Namen Benjamin zu schmuecken.

    Was will der Mann damit bezwecken?

    • 6. März 2012 um 10:25 Uhr
    • Veritas
  142. 147.

    Möglichkeit der Unterzeichnung einer Online-Petition (I) für Pastor Youcef Nadarkhani:
    http://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani

  143. 148.

    Möglichkeit der Unterzeichnung einer Online-Petition (II) für Pastor Youcef Nadarkhani:
    http://www.change.org/petitions/iranian-government-release-youcef-nadarkhani-2

  144. 149.

    @ V

    Was will der Mann damit bezwecken?

    Das müssen Sie seine Eltern fragen.

    • 6. März 2012 um 18:25 Uhr
    • marriex
  145. 150.

    Auf jeden Fall hat Benjamin Idriz einen Schritt in Richtung Jesus gemacht. Er hat die iranische Regierung in einem Brief gebeten, Pastor Youcef Nadarkhani freizulassen. Da sollten wir als Christen beten. Was seine anderen Anschuldigungen betreffen: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein…“

    • 10. März 2012 um 09:24 Uhr
    • Wolfram Hüttermann
  146. 151.

    Widerwärtiger und zynischer als dieser Post geht es wohl kaum. Hier scheint jemand zu hoffen, daß der Pastor endlich hängt.

    • 11. März 2012 um 23:38 Uhr
    • dagmar.schatz
  147. 152.

    Angesichts der weltweit massivsten Christenverfolgung seit dem alten Rom (siehe aktuelle Reports der internationalen Hilfsorganisation  ‚Open Doors‘, z.B.: http://goo.gl/WUz6S) empfinde ich es als eine Ungeheuerlichkeit, einen Satz zu formulieren, wie: „nach unserer islamischen Religion bleibt dem Einzelnen die Entscheidung überlassen, ob er überhaupt glaubt oder nicht.“

    Da bleibt nur der Schluss, dass Idriz hinsichtlich der weltweiten Konsequenz seiner Religion entweder vollkommen unwissend ist, oder aber diesen Aspekt bewusst verdrängt.

    Für letzteres scheint zu sprechen, dass er offensichtlich sein eigenes Buch nicht gut genug kennt, fordert doch der Koran an etlichen Stellen aktiv zum Blutvergießen auf: „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, (…) denn die Verführung ist schlimmer als Töten. (…) Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen“ (Sure 2/191).

    Insofern verstehe ich den Apell des Penzberger Imams eher als gezielte PR für die angebliche Toleranz des Islam, welcher die weltweiten Fakten ignoriert und dem millionenfachen Leiden der Christen Hohn spricht.

    M. Künnemann

    PS: Auch dieser Kommentar hat ein PR Element: http://goo.gl/uF7b4, doch ohne Ignoranz von Leid oder verhöhnung von Opfern brutalster Gewalt…

    • 12. März 2012 um 10:59 Uhr
    • Michael Künnemann
  148. 153.

    Was Du tust, redet lauter als das was Du sagst.

    „Schmach über den, der Arges dabei denkt“ (Eduard III, englischer König)

    Im vollen Umfang unterstütze und stimme ich dieser Petition zu.
    Und fordere auf: Betet, das ihr nicht in Anfechtung kommt. Betet auch für Youcef und seine ganze Familie!
    Wie weit reicht Dein Glaube ohne Hilfe Gottes?

    Glaube an Gott kann nicht zum Unmenschlichen schweigen.
    Als Menschen haben wir unsere Gedanken, Reden und Taten zu verantworten.
    Was hast Du getan? Hat es Dein Herz nicht berührt?

    Als Christ ist es mein Bruder Pastor Youcef Nadarkhani der hier als Zeugnis steht. Er kennt seinen Herrn und die Macht Gottes. Möge er bewahrt sein, im Frieden Christi, voller Kraft im Geist. Mit Zuversicht, weil sein Herz den schaut der Ihm beim Namen gerufen hat.

    Jesus der Christus, ist uns von Gott verordnet- damit wir, zu IHM zurück finden können.
    Er ist das lebendige Wort, das zu uns spricht:
    Mt 25,40
    40 Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

    Gottes Frieden über alle- die das tun was IHM Wohlgefällig ist.

    Mt 7,12
    12 Die Goldene Regel: 7,12
    Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

    Lk 6,31
    … und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

    Frieden und Segen über alle, welche den Willen dessen suchen, der unsere Herzen kennt.

    Danke,
    an Imam Benjamin Idriz.

    Möget Ihr recht geleitet sein, durch das Wort der Wahrheit, auf dem Weg zum Leben. Den Gott ist Nahe dem, der IHM von ganzen Herzen sucht.
    – FREIHEIT FÜR YOUCEF NADARKHANI –
    Herzlichst KDR

    • 18. März 2012 um 19:31 Uhr
    • Klaus - Dieter Rauch
  149. 154.

    Birthday wishes for Pastor Nadarkhani

    Pastor Nadarkhani is facing execution in Iran for abandoning Islam. We want to encourage him as his 35th birthday approaches on 12 April 2012.

    In the run-up to his birthday, CSW has initiated a global month of prayer and action for him. Now we want you to get involved and send him a birthday card.
    http://dynamic.csw.org.uk/article.asp?t=news&id=1194&search=

    • 2. April 2012 um 18:38 Uhr
    • Christian Solidarity
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