Ein Blog über Religion und Politik

Warum Israel ein Ende der Besatzung braucht

Von 5. März 2012 um 12:23 Uhr

Eine kleine Alternative zum Aipac-Treffen. Stimmen für eine Zweistaatenlösung, gesammelt von JStreet, der alternativen Plattform für Freunde Israels:

Kategorien: Israel, Palästina
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Die Statements sind vor ca. vier Monaten eingestellt worden.

    Seitdem hat sich zu der Frage, ob Israel einen Partner hat, der eine Regelung will, die Frage gesellt, wie dieser Partner eigentlich in dem Konflikt in der Arabischen Levante – rund um das Syrische Regime aufgestellt ist.

    Im Arabischen Mosaik ist es praktisch bedeutungslos geworden, ob man für oder gegen einen Frieden mit Israel ist; es ist zu einer Frage von Leben und Tod (am falschen Ort zumindest) geworden, für oder gegen Assad zu sein.

    Und was Israel betrifft, so wird im Arabischen Mosaik auf einmal zur Hauptfrage:

    Ist Israel eigentlich für oder gegen Assad ?

    Egal, wie man dort die Frage beantwortet, mag Israel zwar immer noch an allem schuld sein; aber das ist auf einmal nicht mehr das Wichtigste.

    Irgendetwas ist nämlich “worse than the Zionists”; nämlich:

    Für Assad zu sein – oder eben auch gegen Assad zu sein.

    Für Assad zu sein, kann bedeuten: für den Iran zu sein;
    Gegen Assad zu sein kann bedeuten: für Katar und Al Kaida zu sein.

    Beides ist in den Augen des jeweils anderen Betrachters schlimmer geworden, als Israel an und für sich.

    Hier der aktuelle Stand der Erwägungen:

    Israel’s interest in Assad

    Protesters in Israel step on a picture of Syrian President Bashar al-Assad depicted as Adolf Hitler during a rally against the Syrian regime. (AFP photo)

    http://www.nowlebanon.com/NewsArticleDetails.aspx?ID=372361&MID=0&PID=0

    Nachdem die Arabische Öffentlichkeit den Wanderpokal “die Schlimmsten” zu sein, den Israelis entzogen hat, kann Israel erst einmal nur – abwarten; und wachsam bleiben.

    • 5. März 2012 um 13:35 Uhr
    • Thomas Holm
  2. 2.

    @ TH: Weil es in Syrien brennt, braucht Israel keine verteidigbaren Grenzen? Weil Assad sein eigenes Volk umbringt, hat Israel kein demographisch/demokratisches Problem in den “Gebieten”? Ich verstehe nicht.

    • 5. März 2012 um 14:16 Uhr
    • Jörg Lau
  3. 3.

    @JL:

    Ich glaube, es geht TH darum, dass die Erwartung gewisser Kreise enttäuscht wurde, dass nach dem Ende der zumindest halbwegs israelfreundlichen Diktaturen im NO die nunmehr befreiten Völker die Drohkulisse einer antizionistischen Intervention aufbauen würden, angesichts derer Israel genötigt wäre, mit der Hamas zu deren Konditionen Frieden zu schließen. Mit dem Fokus auf Syrien sieht es im Moment aber nicht danach aus, dh Israel kann der Hamas noch ein wenig Zeit lassen, sich selbst zu diskreditieren. Ob das ein schlaues Kalkül ist oder ob der Unmut über die Hamas noch viel radikalere Bewegungen hervorbringen wird…

    • 5. März 2012 um 14:48 Uhr
    • Arjen van Zuider
  4. 4.

    @ AvZ: Hamas ist im Aufwind, von Diskreditierung sehe ich nichts. Sie ist der Sieger der regionalen Entwicklung. Abbas wird noch als ein Schatten der Ben Alis und Mubaraks enden, wenn er nicht aufpasst. Hamas sieht sich im Einklang mit dem “islamischen Erwachen der Region”. Und leider ist die Sache auch befördert durch die israelische Politik, Fatah am langen Arm verhungern zu lassen (und Hamas für Entführungen zu belohnen).

    • 5. März 2012 um 14:53 Uhr
    • Jörg Lau
  5. 5.

    Solange die Palästinenserregierung (Hamas und PA) Israel nicht als jüdischen und demokratischen Staat (Obama, jetzt hast Du es begriffen) anerkennen, und dessen Vernichtung zum Ziel hat, solange braucht Israel gar nichts tun. Was ja auch geschah. Dass die Siedlungen (in ihren Grenzen) erweitert werden, kann kein Grund für die PA sein, nicht zu verhandeln.
    Bisher leben die israelischen Araber in beneidenswertem Wohlstand und sind Teil von Politik, Ministerien und diplomatischem Corps, so dass sie lieber in Israel leben (77%) als in PA-Gebieten oder anderen arab. Ländern. (Harvard-Studie)

    Der Wirtschaftsaufschwung in Westjordanland ist beachtlich, Sohn von Assad ist schon Milliardär, Bekannte von mir Millionäre. Der Stau hochkarätiger Autos in der Rush-hour nervend. Kontrollpunkte sind teilweise abgebaut, lediglich um heilige jüdische Stzätten in Nablus und Hebron sind strenge Kontrollen. Weil Palästinenser hier Juden nur begrenzt beten lassen. Das grenzt an Schikane.
    Im staatlichen PA-TV wird von 2011 berichtet, dass der Platz vor der Klagemauer vernichtet werden woll: VIDEO
    http://www.youtube.com/watch?v=Qkt_L7QHxiY&feature=player_embedded

    http://palwatch.org/main.aspx?fi=488&fld_id=492&doc_id=5487
    Text:
    Sie [die Israelis] wissen sicher, dass unsere [palästinensischen] Wurzeln tiefer als ihre falsche Geschichte. Wir, vom Balkon unseres Hauses, haben den Blick über unsere islamische Heiligkeit und die Sünde und den Schmutz (denn Juden beten an der Klagemauer) an einem Platz, das von arabischen Menschen und Häusern verwendet werden sollte. Wir zeichnen unsere neuen Karten. Wenn sie [die Israelis] verschwinden aus dem Bild, wie ein vergessenes Kapitel in den Seiten der Geschichte unserer Stadt, werden wir es neu zu bauen (Wohngebiet). Das Mughrabi Quarter wird hier gebaut werden (auf der Klagemauer Plaza).”
    http://palwatch.org/main.aspx?fi=157&doc_id=5490

    In den Paläst. Gebieten läuft seit über 10 Jahren eine Kampagne, dass es NIE Juden in Palästina gab!!!
    So viel Verachtung für den einzigen wirklich heiligen Platz der Juden ist unfassbar und erinnert an dunkle, ganz dunkle Zeiten.

    • 5. März 2012 um 15:01 Uhr
    • Jana Suria
  6. 6.

    @ Jörg Lau

    “Weil es in Syrien brennt, braucht Israel keine verteidigbaren Grenzen?”

    Doch natürlich, aber die Frage: “zu wem ?” ist auf einmal offen.

    “Weil Assad sein eigenes Volk umbringt, hat Israel kein demographisch/demokratisches Problem in den “Gebieten”?

    Doch sicherlich, nur eines – das sich in Wandlung befindet.

    “Ich verstehe nicht.”

    Vielleicht, weil Sie in: zu sehr “westfälisch geordneten” Kategorien von Nationalstaatskriegen, bzw. Bürgerkriegen denken.

    Bei Jugoslawien sprach man nach einigem Nachdenken von Erbfolge- oder Nachfolgekriegen. Mit dem Balkan vergleichen übrigens immer mehr arabische Kommentatoren die Dynamik in der Levante.

    Syrien und der Libanon gehören der Vergangenheit an.

    Vor den Nachfolgekriegen kommen die Auflösungskriege.

    Es lohnt sich wirklich einmal bei Wikipedia durchzuklicken, was es dort alles; und zwar im 20. Jahrhundert, schon einmal gegeben hat:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Alawitenstaat

    Vilayet_Syrien Vilayet_Beirut Staat_Hatay Drusenstaat …

    Ich breche hier mal ab; in den einzelnen Sprachen sind die Darstellungen übrigens z.Tl. stark voneinander abweichend.

    Jordanien … Die armen

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Haschimiten

    sitzen in einem Provisorium.

    Mitten im Treibsandsturm sollte man nicht anfangen, eine Brücke zu planen; noch nicht mal einen Zaun sollte man im Sandsturm planen.

    Es wird viel Verwüstung geben, ferner: neue Staaten, bzw. Gebiete, die gerne Staaten wären; bzw. Staaten in Staaten, die keine mehr sind; Gebilde, die Aufbauhilfe (China/Türkei) und Schutz – gerade auch voreinander – benötigen werden.

    Wenn Sie so wollen: Die Fieberphantasie eines Tito-Hassers zu dessen Lebzeiten; oder halt: der Alptraum jedes Arabischen Nationalisten.

    Jeder, der das aufhalten könnte, hat keinen Bock dazu.

    Geld zum Krieg und Lieferanten gibt es genug.

    Jeder denkt am liebsten inklusivistisch, aber keiner möchte den anderen akzeptieren, wie er ist.

    Keiner kann einen Rückzieher machen.

    Jeder Kompromiß wäre satanisch und eine Schande für das Blut der (eigenen) Märtyrer.

    Jeder hat nur Märtyrer und keiner einen Begriff von Tragik.

    Neulich war in Israel Stalinistische pro-Assad-Veranstaltung von Israelischen Juden und Arabern. Durchblick ist keine Frage der Gene !

    hxxp://972mag.com/opposition-activists-must-choose-either-human-rights-or-assad/36672/

    Frieden mit Palästina zu schliessen ist ungefähr so leicht, wie belgisch, oder jugoslawisch als Fremdsprache zu lernen; oder afghanisch.

    • 5. März 2012 um 15:07 Uhr
    • Thomas Holm
  7. 7.

    @ Jana: “lediglich um heilige jüdische Stzätten in Nablus und Hebron sind strenge Kontrollen” – sie belieben wohl zu scherzen? Schauen Sie sich mal die Karten bei Ocha an. Da sehen Sie, wie Ramallah komplett von Siedlungen umgeben ist. Die Annexion von Area C wird offen propagiert vom Regierungs-MKs.
    “Neue Karten” sind auch in Israel im Gebrauch. Und sie finden auch unter radikalen Siedlern viele, die die palästinenische Bindung an das Land einfach bestreiten.

    • 5. März 2012 um 15:16 Uhr
    • Jörg Lau
  8. 8.

    @ JL

    am langen Arm verhungern zu lassen

    So nennt man das, wenn Jerusalem ein Siedlungsmoratorium beschließt, die PA trotzdem nicht verhandelt und sich vor den UN ausweint?

    Oder wenn sich Erekat weigert, den Verhandlungsraum zu betreten?

    Mr Erekat’s refusal to enter the negotiating room and hear what the Israelis had to say does not bode well for the Quartet’s attempts to get the two sides to resume full negotiations, and raises questions about just how serious the Palestinians are about getting a peace deal.

    http://blogs.telegraph.co.uk/news/concoughlin/100132355/the-palestinians-are-doing-their-best-to-derail-peace-talks-with-israel/

    • 5. März 2012 um 15:25 Uhr
    • Serious Black
  9. Kommentar zum Thema

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