Ein Blog über Religion und Politik

Keine Todesdrohungen gegen den iranischen Musiker Shahin Najafi !

Von 15. Juni 2012 um 14:37 Uhr

(Günter Wallraff schickte heute folgenden Text, den ich hiermit dokumentiere.)
Einer Initiative des Grafikers Klaus Staeck, des Komponisten Manos Tsangaris und des Schriftstellers Günter Wallraff zur Unterstützung des vom Tode bedrohten iranischen Musikers Shahin Najafi haben sich mehr als 50 namhafte Künstlerinnen und Künstler als Erstunterzeichner angeschlossen.

Die Solidaritätsadresse dient dem Schutz Najafis und verlangt nach einer starken internationalen öffentlichen Verbreitung. Die verantwortlichen Großayatollahs und die sie stützenden staatlichen Institutionen müssen die Todesdekrete und das ausgesetzte Kopfgeld zurücknehmen.

Die Unterzeichnung des Aufrufs ist mit einer E-Mail oder einem unterschriebenen Fax an die Adressen huber@adk.de / Fax: (030) 20057 1525  oder guenter.wallraff@koeln.de / Fax: (0221) 952 1526 möglich.

Der Aufruf ist auf der Internetseite der Akademie der Künste veröffentlicht: www.adk.de

Ansprechpartnerin in der Akademie der Künste: Bettina C. Huber, Tel.: (030) 20057 1525, huber@adk.de

Und hier der Wortlaut des Solidaritätsaufrufs und die Liste der Erstunterzeichner:

15. Juni 2012

Solidarität mit Shahin Najafi

Der iranische Musiker Shahin Najafi, der seit 2005 im Exil in Deutschland lebt, wird mit dem Tode bedroht, weil er in einem Lied den im Jahr 869 verstorbenen zehnten Imam anruft, auf die Erde zurückzukehren. Sein Text übt mit Satire Kritik an dem diktatorischen Regime. Iranische Großayatollahs erklärten ihn zum Ketzer, der den Tod verdiene. Auf Shahin Najafi wurde ein Kopfgeld von 100.000 Dollar ausgesetzt. Wir haben Respekt vor dem Mut von Shahin Najafi, sich nicht einschüchtern zu lassen und sich weiterhin künstlerisch einzumischen. Denn Kunst muss frei sein. Kunst muss sich entfalten können und provozieren dürfen. Die Freiheit der Kunst ist ein universelles Menschenrecht. Todesdrohungen gegen Künstler und Andersdenkende sind der Tod dieser Freiheit.

Wir solidarisieren uns mit Shahin Najafi und fordern Öffentlichkeit und Politiker dazu auf, unseren Kollegen in jeder Form zu unterstützen und sich für seine Sicherheit einzusetzen.

Frank-Markus Barwasser • Sibylle Berg • Horst Bosetzky • Volker Braun • Fred Breinersdorfer • Campino • Frank Castorf • Pepe Danquart • Friedrich Christian Delius • Doris Dörrie • Andreas Dresen • Egotronic • Valie Export • Harun Farocki • Jürgen Flimm • Hans W. Geißendörfer • Jochen Gerz • Günter Grass • Hans Haacke • Nele Hertling • Klaus Hoffmann • Elfriede Jelinek • Necla Kelek • Navid Kermani • Barbara Klemm • Kirsten Klöckner • Wolfgang Kohlhaase • Uwe Kolbe • Sebastian Krumbiegel • Helmut Lachenmann • Jaki Liebezeit • Jan Josef Liefers • Udo Lindenberg • Frank Lüdecke • Terézia Mora • Björn Peng • Moritz Rinke • Robert Schindel • Volker Schlöndorff • Gerhard Schmidt • Ingo Schulze • Bertold Seliger • Smudo • Mathias Spahlinger • Tilman Spengler • Klaus Staeck • Gerhard Steidl • Johano Strasser • Uwe Timm • Frederik „Torch“ Hahn • Rosemarie Trockel • Manos Tsangaris • Andres Veiel • Nike Wagner • Günter Wallraff • Hannes Wader • Konstantin Wecker • Marius Müller-Westernhagen

Kategorien: Iran, Menschenrechte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Das unterzeichne ich ebenfalls gerne per E-mail.

    Eigentlich müsste man 500 000 Dollar Kopfgeld pro Iranischen Großayatollah, die diese Fatwa losließen, aussetzen –> manchmal ist es pädagogisch wertvoll, wenn manche von der soße, die siefleissig verspritzen, seollst mal kosten dürfen…

    • 15. Juni 2012 um 15:00 Uhr
    • Zagreus
  2. 2.

    @ Zagreus

    Obwohl Grass auch unterschrieben hat? 😀

    Zum Thema:

    Azadi: Songs of Freedom for Iran

    Global collaboration of musicians honoring the courage and commitment of Iranians struggling for democracy and human rights. Songs inspired by a generation of new leaders.

    http://azadimusic.bandcamp.com/

    united4iran.org/2012/05/united-for-iran-condemns-religious-ruling-to-kill-iranian-rapper (mit link

    Ich schreibe auch noch eine mail.

    • 15. Juni 2012 um 15:33 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  3. 3.

    @ PM

    es ist mir völlig egal, ob Grass oder der weihnachtsmann oder auch Horst Mahler da ebenfalls unterschreibt oder nicht – ich treffe für mich eine entscheidung, ob ich etwas für richtig bzw. unterstütztenswert halte oder nicht und verhalte mich danach – und ob andere zu anderen ergebnissen oder denselben kommen, ist mir sowas von latte… 😀

    • 15. Juni 2012 um 15:50 Uhr
    • Zagreus
  4. 4.

    @ Z.

    Dito. War nicht ernstgemeint. Wollte nur „sticheln“. 😉

    • 15. Juni 2012 um 16:09 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  5. 5.

    Diese Erklärung wirkt in ihrer Hilflosigkeit geradezu albern. Die Damen und Herren überschätzen ihre eigene Bedeutung und ihren Einfluss grandios.

    • 15. Juni 2012 um 18:16 Uhr
    • Markert
  6. 6.

    Todesdrohungen gegen künstler und andersdenkende sind der tod der freiheit. Stimmt. Viele andere menschen z.b. christen in nigeria , ägypten und irak werden nicht nur bedroht, sie wurden wegen ihres glaubens ermordet. Ich kann mich nicht erinnern hierzu einen aufruf gelesen zu haben . Ist dies ein anfang oder nur eine laune ? Hat das drohen und morden etwas mit der religion der täter zu tun ? Was meinen sie meine damen und herren die sie diesen aufruf unterschrieben haben.

    • 15. Juni 2012 um 19:10 Uhr
    • ernsthaft
  7. 7.

    Zusatzfrage : Gilt unsere solidarität auch den populisten von pronrw oder sind wir da selektiv ?

    • 15. Juni 2012 um 19:50 Uhr
    • ernsthaft
  8. 8.

    Dank an Jörg Lau für den Aufruf gegen religiös kamoufliertes Barbarentum.
    [Ich habe den Aufruf inzwischen unterzeichnet (trotz Konstantin Wecker!)].

  9. 9.

    PS #9:

    1 – Warum wird gegen den Verfasser der Mord-Fatwa kein internationaler Haftbefehl ausgestellt?

    2 – Warum muss sich dieser Mensch nicht vor einem internationalen Strafgerichtshof verantworten?

    3 – Warum hat nur Spanien, aber nicht Europa (!), einen Richter Baltasar Garzón [der bekanntlicherweise im Oktober 1998 einen internationalen Haftbefehl gegen den ehemaligen chilenischen Staatspräsidenten Augusto Pinochet erließ]?

  10. 10.

    Ja, warum werden diese wahnsinnigen Fatwas nicht international geächtet und verfolgt?
    Warum dürfen Kinder ungestraft und weithin unbeachtet von internationaler Politik und Gerichtsbarkeit zu Hass-Propaganda missbraucht werden?
    Das ist mir ein unbegreifliches Rätsel.

    Solidaritätsbekundungen mit Betroffenen finde ich richtig.
    Dadurch wird diese „Praxis“ zwar nicht aufgehoben, aber möglicherweise „entschärft“.

    • 16. Juni 2012 um 00:30 Uhr
    • Marit
  11. 11.

    Der Aufruf ist fällig und erforderlich. Am Ende der Rutschbahn aus der Freiheit stehen Regimes, wie das in Syrien. Ist es soetwas, was die Teheraner Tugendwichte dem Rest der Welt bescheren wollen, würde ich empfehlen, bei einschlägigen Kontakten mal nachzufragen.

    Angesichts des massiven Edelfederhintergrundes ein Hinweis:

    Eine Formulierung wie …:

    „Todesdrohungen gegen Künstler und Andersdenkende sind der Tod dieser Freiheit.“

    … suggeriert über die Gegenseite, dass sie sich eigentlich schon auf einem Erfolgspfad bewege. Die Todesdrohungen sind ein Angriff auf die Freiheit und der Widerstand dagegen soll gerade auch die Schere im eigenen Kopf im Zaum halten. Ein: „was bildet Ihr Euch ein !“ sollte den Tenor in der Kommunikation gegenüber Bedrohungen kennzeichnen.

    ‚Glaubt Ihr, dass Euch jemand beneidet um die Trümmerwüsten Eurer ernötigten und geheuchelten Friedhofsruhe ?‘ So eine Sprache wünsche ich mir. Vielleicht noch ein Hinweis, dass sich die Jugend im Iran eher an die Nadel hängt und auf den Strich geht, als sich für Khomeinis Erbe verheizen zu lassen; die Dekadenz ist dort am größten, wo sich Arroganz mit Heuchelei zu den höchsten Verrenkungen vereint.

    • 16. Juni 2012 um 09:57 Uhr
    • Thomas Holm
  12. 12.

    Wieso unterschreibt Grass? Ich denke in Iran gibt´s nur Maulhelden?

    • 16. Juni 2012 um 10:02 Uhr
    • esprit de canaque
  13. 13.

    Erst heute habe ich durch die Veröffentlichung in der Bild-Zeitung
    vom Schicksal des Künstlers erfahren und werde die Aktion selbstverständlich unterstützen. Mit seinen eigenen Alltagsproblemen
    vergißt man oft,welches Leben wir in Deutschland führen. Trotz nationaler ernstzunehmender Probleme ist es das höchste Gut in Demokratie und Frieden zu leben. Gezeigte Verhältnisse, wie im Nahen Osten, wo Menschen seit Jahrzehnten im Kriegszustand zu überleben versuchen, kann ich besonders via TV, emotional schwer ertragen.Die Bilder von systhematischem Mord an Männern, Frauen und den Kindern sollten wir zum Anlaß nehmen, alle Aktionen zu unterstützen, um Gehör zu finden, die internationale Politik ist dann in der Pflicht zu agieren.
    Ich würde Herrn Wallraff bitten, den Aufruf um Solidarität auf sämtliche, ihm bekannte Verfolgte auszudehnen, sie haben es auch verdient , Unterstützung zu erhalten. Weiterhin sollte man sich gegen jegliche Art von Waffenlieferungen in Krisengebiete aussprechen.Die internationale Waffenlobby verdient ein Vermögen, sie legalisiert den Mord und findet sich noch in der Pflicht, unter dem Pseudonym, den Weltfrieden zu erhalten. Wie pervers ! Leider mischen sich auch in Deutschland immer mehr fanatische Anhänger einer anderen Kultur in unser Leben ein, sie kommen in dieses Land, nehmen alle Annehmlichkeiten in Anspruch, erkennen unsere Lebensweise nicht an und verteufeln unsere Errungenschaften, lehnen unsere Religionen ab. Diese Gruppe gehört nicht in unsere Gemeinschaft,sollte auch nicht mehr von unseren Sozialsysthemen provitieren, sie bedrohen ernsthaft unseren inneren Frieden, auch den der vielen ausländischen Mitbürger, die mit uns gleichgestellt leben wollen.
    Ich war froh, daß unsere Regierung nunmehr ein Gesetzt verabschieden will, daß strenge Sanktionen bishin zur Ausweisung vorsieht, das ist der richtige Weg, er hätte nur früher eingeschlagen werden müssen.
    Ich wünsche den Akteuren viel Erfolg, mischen Sie sich weiter ein und lassen Sie uns teilnehmen. Für Najafi hoffe ich auf ein sorgloses Leben und daß er eines Tages , mit unserer Unterstützung , sich frei bewegen kann,sein mutiges Auftreten belohnt wird, seine Lieder viele heute noch leidende Menschen erreichen, ihnen ein wenig Ermunterung geben können.

    • 16. Juni 2012 um 17:23 Uhr
    • Ilona Kreißig
  14. 14.

    Irgendwie passt dieser Martenstein-kommentar sehr gut zum Thema Fatwa als Vorurteilungsinstrument und Tugendwächter (denn die islamische republik iran sieht sich ja als tugend-staat mit vielen religiösen tugendwächtern):

    http://www.zeit.de/2012/24/DOS-Tugend/komplettansicht

    • 16. Juni 2012 um 19:33 Uhr
    • Zagreus
  15. 15.

    o.t.
    Auch das ist eine Todesdrohung:
    http://bit.ly/LPwIg9

  16. 16.

    nahdenkenswerter artikel über andere wertmuster (gefuden auch achgut):

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/krankheit_oder_kultur_oder_beides/

    • 16. Juni 2012 um 20:49 Uhr
    • Zagreus
  17. 17.

    Ist der Initiator derselbe Klaus Staeck, der die Ansicht vertritt daß die Pro-Leute ihren Anspruch auf kostspieligen Polizeischutz verwirkt hätten durch ihre Absicht zu provozieren mit dem öffentlichen Zeigen von Karikaturen?
    Dieser, wie er sich selbst nennt, ‚Plakatkünstler‘ ist ein gelungenes Beispiel für Pharisäertum.

    @ Publicola # 9
    Alle diese Fragen und noch einige mehr lassen sich mit einem einzigen Wort beantworten:

    ANGST

    • 16. Juni 2012 um 21:26 Uhr
    • Bredow
  18. 18.

    Dann stell‘ ich das hier mal ein: bei ZO möchte man so unfreudliche Worte nicht stehen lassen:
    „Abu Usama Al-Gharib: Stellungnahme über die Razzien in Deutschland

    Posted by alghorabaa on Juni 14, 2012
    An die Kreuzzügler und Tawaghit: Macht soviele Razzien, wie ihr nur wollt und könnt.. Verbietet Millatu Ibrahim Raubt soviel ihr wollte von unseren Gelder, PC und was euch so gefällt Tretet soviele Türen ein wie ihr wollt.. Kommt maskiert wie die feigen Hunden, wie ihr wollt.. Sperrt uns ein und verfolgt uns, wie ihr nur könnt.. Gibt Millionen aus, um uns zu überwachen..

    Am Ende bleibt eines unterm Strich:

    Wir werden nicht aufhören.. Entweder Sieg oder Shahadah (Märtyrertum) Wir werden Siegen, denn Allah ist mit uns.. Wir werden nicht aufhören zu sagen: “Wir sagen uns los von euch, und von allem, dem ihr statt Allah dient.. Wir machen Kufr an euch und zwischen uns und euch herrscht offensichtlich FEINDSCHAFT UND HASS für IMMER bis ihr an Allah alleine glaubt” Millatu Ibrahim kann man nicht verbieten o ober Zauberer Friedrich Schmutz Schwein.. Denn Millatu Ibrahim tragen wir in unseren Herzen.. Millatu Ibrahim ist unser Weg und unsere Aqida (Glaubensbekenntnis). Millatu Ibrahim besteht seid Ibrahim (AS) und wird bis zum jüngsten Tag bestehen. Wir werden weiter machen und ihr werdet verlieren.. Eure vierbeinigen und zweibeinigen Hunde schrecken uns kein bisschen ab.. vielmehr ist alles was eure Hunde tun ein Ansporn für uns, diesen Weg weiter zu gehen..

    Egal was ihr tut oder plant.. wir werden weiterhin sagen: Demokratie ist dreck, schmutz, schmutziger als schweinekott, shirk und Kufr. Wir lehnen sie ab und bekämpfen sie..

    Eure Demokratie ist ein Taghut.. denn wir meiden und hassen.. Eure Demokrtie und eurer Grundgesetz sind wallahi nicht mal als Klopapier tauglich.. Sie sind unter unserem Schuh.. Nein, vielmehr würden wir darauf nicht mit den Schuhen steigen, denn auf Kott tretet man nicht, denn dadurch werden die Schuhe dreckig

    Eure Demokratie ist ein Götze.. und Götzen werden im Islam zerstört.. Dies taten unsere Propheten Ibrahim und Muhammad und nach ihnen unsere Brüder die Taliban..

    Macht was ihr wollt… wir werden nicht aufhören, die Mujahidin zu lieben und hinter, ja sogar vor ihnen zu stehen.. Wir werden sie verteidigen mit allem was wir haben..

    Macht was ihr wollt.. wir lassen unsere gefangenen Geschwister niemals im Stich.. Wir werden sie unterstützen mit allem was wir haben..

    Macht was ihr wollt.. wir machen weiter..

    merkt das endlich o ihr Hunde, welche Nachkommen von Affen und Schweine sind.

    Und Allah wird Sein Licht vollenden, selbst wenn es den Kuffar zuwider ist.“

    Autor ist Abu Usama al-Gharib, der sich vermutliche eben in Ägypten aufhält, nachdem er seiner Ausweisung aus Deutschland zuvorkam, wo er zu „Millatu Ibrahim“ gehörte – der Vereinigung, die dieser Tage verboten wurde.

  19. 19.

    @ Bredow – @ Publicola # 9 – Alle diese Fragen und noch einige mehr lassen sich mit einem einzigen Wort beantworten: – ANGST
    – plausible Erklärung, d’accord.

    In einer Demokratie ist dieses angstgespeiste Verhalten der Inaktivität gegenüber Gegnern der Demokratie – so die nachhaltige Erfahrung – für eine demokratischen Gesellschaft kontraproduktiv und schädlich(st).
    Insofern scheint mir das derzeitige Eingreifen und Vorgehen des Staates gegen religiös konnotierte Barbarei ein erfreuliches Novum eines Paradigmenwechsels,
    sicherlich auch erzwungen bzw. veranlasst bzw. unterstützt durch einen öffentlichen Diskurs, zu dessen nicht unwesentlichen Bestandteilen auch dieser Jörg-Lau-Blog gehört.

  20. 20.

    Entschuldigen Sie, daß ich da hereinplatze: „Paradigmenwechsel im öffentlichen Diskurs“?

    Meine Erfahrungen nach längerer ZEIT-Online-Abstinenz, bzw. Kommentierpause: in 3 Threads zum Thema „Kopftuch“, Razzien bei Salafistens und der ZO-Seite des Lau-Artikels „Gespräch…“ habe ich auch einen Paradigmenwechsel festgestellt: nach meinem Eindruck wurden viele Kommentare, darunter auch ein paar meiner, entfernt, weil sie kritisch, weil sie um Aufklärung bemüht waren.

    Ganz eklatant war das im „Kopftuch“-Thread, wo die kenntnisreichen und klugen Kommentare, Ausführungen von „@wers glaubt“ z.B. mit z.T. absurdesten Begründungen gelöscht wurden.
    Das finde ich schon außerordentlich frustrierend, daß damit vielen Kommentaren mehr Raum gegeben wird, die man, wenn Löschen angesagt ist, wegen Naivität, Nichtwissen und Unbelehrbarkeit entfernen könnte, bzw solchen, hinter denen man konvertierte Hardliner (und „Rinnen“!) vermuten könnte.

    http://bit.ly/KCEwVB
    http://bit.ly/LtnBBp
    http://bit.ly/LtnJRg

  21. 21.

    Solange mein mitternächtlicher Kommentar zum „Paradigmenwechsel im öffentlichen Diskurs“ (@publicola) und zu meinen diesbezüglichen ZO-Erfahrungen noch auf Freischaltung wartet, möchte ich mich bei Ihnen, Herr Lau, und bei den anderen Kommentatoren dafür entschuldigen vom eigentlichen Zweck des Threads abweichend hier diesen Abu-Usama Al-Gharib Aufruf eingestellt zu haben, der eigentlich in den Thread zum ZO-Artikel zu den Razzien bei den Salafisten gehörte.
    Ich war frustriert, weil mir eine Kommentar mit ein paar Zitaten daraus in diesem Thread gelöscht wurde, obwohl AUAG eine der führenden Figuren von Millatu Ibrahim, dem nun verbotenen Verein ist und mein Kommentar somit den Artikel mit Anschaungsmaterial unterstützte.
    http://bit.ly/MjmS2L
    Der Link blieb in einem Folgekommentar zumindest stehen.
    —————

    Zu dem Aufruf für Shahin Najafi:
    Vor gut 4 Wochen, als der Fall bekannt wurde,, las ich diesen Artikel hier in der „taz“, der neben einem video des Lieds auch dessen Text samt Annotationen veröffentlicht.
    Das ist ja vielleicht ganz hilfreich, um einen besseren Eindruck von dem Geschehen zu bekommen.
    http://bit.ly/Mjok5q

    Daß ich den Text, seinen Zusammenhang auch nur ansatzweise verstände, kann ich nicht behaupten – daß er iranischen Behörden nicht gefällt, ist mir allerdings mehr denn vorstellbar.

    PS Zu den im Text erwähnten Nasenkorrekturen:
    In einem Beitrag auf wdr5 hörte ich kürzlich, daß von den weltweit 75 Millionen Nasenkorrekturen im Jahr die meisten im Iran durchgeführt werden.
    Für 1500 Euro pro Nase ist eine OP erhältlich, die die „genetisch groß geratenen Nasen“, so der Bericht, verkleinert.
    Erklärt wurde die Beliebtheit der OP damit, daß die vorgeschriebene Bekleidung (Kopftuchzwang) die Nase deutlich in den Blickpunkt rückt.

    Die OP gilt auch als Statussymbol, so daß viele Patientinnen (auch Patienten?) Pflaster und Verband gerne über die notwendige Zeit hinaus tragen – gerne auch, selbst wenn gar keine OP stattgefunden hat.

    An den Folgestellen der Nasen-OP-Hitparade stehen Libyen, Syrien und Südamerika.

  22. 22.

    „1 – Warum wird gegen den Verfasser der Mord-Fatwa kein internationaler Haftbefehl ausgestellt?

    2 – Warum muss sich dieser Mensch nicht vor einem internationalen Strafgerichtshof verantworten?“

    Danke für diesen Beitrag. Es wird Zeit, dass die internationale Rechtsprechung dahingehend geändert wird, dass solche Kriminellen verfolgt, verhaftet und für ihre Taten bestraft werden.

    Danke nochmal!

    • 17. Juni 2012 um 19:16 Uhr
    • Mithras
  23. 23.

    Die haben es drauf, die Exiliraner. Hier ein sehr interessantes Cicero-Gespräch
    mit dem „Werbezar“ Amir Kassaei, der mit 14 als Flüchtling nach Wien gelang, später in F. und D studierte, und inzwischen in NY tätig ist.

    Nachdem er erzählt, wie schwer es war, in Österreich Fuß zu fassen, wird er gefragt:

    Cicero: War es denn anschließend in Frankreich, wo Sie studiert haben, und in Deutschland besser?

    A.K.:In Frankreich gibt es mittlerweile auch riesige Integrationsprobleme, aber ich bin dort damals viel weniger aufgefallen als in Wien und hatte daher kaum Probleme. Deutschland war für mich die größte Überraschung, weil ich von der ersten Minute an mit offenen Armen empfangen wurde. Der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich liegt vor allem darin, dass Deutschland sich mit seiner Geschichte auseinandergesetzt hat und dadurch viel reifer ist.

    Cicero: In Deutschland wird gerade wieder vonseiten der Wirtschaft der Fachkräftemangel beklagt. Zu einer offensiven Einwanderungspolitik kann man sich aber trotzdem nicht durchringen und streitet lieber über die Gefahr von Parallelgesellschaften. Wie müsste sich Deutschland aus Ihrer Sicht als Werber darstellen, um qualifizierte Arbeitnehmer anzulocken?

    A.K.: Deutschland muss weiter daran arbeiten, in der ganzen Welt als weltoffenes, einladendes Land angesehen zu werden. Es ist auf diesem Weg schon sehr weit gekommen. Fast alle Amerikaner, mit denen ich spreche, haben höchsten Respekt vor Deutschland. Das Land hat in der ganzen Welt ein viel freundlicheres Image als noch vor zehn Jahren. Nur in einem Punkt machen die Deutschen noch einen Fehler: Sie sollen jeden willkommen heißen, müssen aber auch allen, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Regeln halten, sagen, dass sie wieder gehen müssen. In diesem Punkt sind die Deutschen zu weich

    http://www.cicero.de/berliner-republik/amir-kassaei-iranischer-werbezar-deutsche-sind-zu-weich/49722?seite=2

  24. 24.

    OT – Europa muss mit Griechenland neu verhandeln

    NEIN!

    30 Leser-Empfehlungen

    —————–

    Was ist denn mit den Zeitlesern los?

    :-)

    • 17. Juni 2012 um 20:44 Uhr
    • PBUH
  25. 25.

    belanglose nabelschau selbsternannter kulturschaffender in deutschland.

    • 17. Juni 2012 um 22:22 Uhr
    • maciste
  26. 26.

    so wichtig die Unterstützung für Shahin Najafi ist – auch hier sind Unterzeichner_innen gefragt
    http://www.ipetitions.com/petition/stop-the-unjustified-embargo-for-iranian-nationals/

    • 18. Juni 2012 um 14:37 Uhr
    • sharia
  27. 27.

    Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

    • 18. Juni 2012 um 15:37 Uhr
    • vader abraham
  28. Kommentar zum Thema

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