Ein Blog über Religion und Politik

Warum Deutschland keine Panzer nach Katar liefern sollte

Von 1. August 2012 um 16:43 Uhr

Mein Leitartikel aus der ZEIT von morgen, 2. August 2012, S.1:

Es zeichnet sich ein Bruch in der deutschen Außenpolitik ab  der zweite, seitdem in den Interventionen vom Balkan bis zum Hindukusch das Tabu gebrochen wurde, das bisher über dem militärischen Engagement lag.
Deutschland exportiert immer mehr und immer offener Waffen. Nicht nur wie bisher überwiegend an Partner und Freunde, sondern häufiger auch in Krisengebiete. Dieser Politikwechsel wird nicht öffentlich begründet, weil
die Regierung Entrüstungsstürme fürchtet.
Er wirft eine Grundsatzfrage auf: Ist die Liberalisierung von Waffenexporten die richtige Strategie in einer zunehmend chaotischen Welt voller Konflikte und konkurrierender Mächte? Die Antwort kann nur Nein lauten. Doch die Bundesregierung sagt immer öfter Ja.
Der erstaunliche Boom des Leopard-Panzers markiert diese Zeitenwende. Letztes Jahr genehmigte der Bundessicherheitsrat ein Geschäft mit Saudi-Arabien über 200 »Leos«. Nun bekundet der Nachbar Katar ebenfalls Interesse an 200 Panzern. Auch Indonesien, das größte muslimische Land der Welt, hat bestätigt, an 100 Leopard-Panzern interessiert zu sein. Die Chancen der Bewerber stehen gut, denn wer bereits an das autokratische Regime in Riad liefert, wird sich dem prowestlichen Emir nebenan in Doha oder dem moderat-islamischen Präsidenten in Jakarta kaum verweigern.

»Der Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern wird restriktiv gehandhabt.« So steht es in den »Politischen Grundsätzen« der Bundesregierung. Dass die Regierung diese Grundsätze mit Füßen tritt, kann aber die Opposition nicht allzu laut kritisieren. Sie hat es nämlich selbst auch getan: Den Bekenntnissen zur »Restriktion« zum Hohn hat sich der Gesamtwert der deutschen Waffenexporte im letzten Jahrzehnt verdreifacht, und Deutschland ist zum drittgrößten Waffenhändler weltweit aufgestiegen nach den USA und Russland. Jedes Jahr verzeichnen die Rüstungsexportberichte Zuwächse, wahren offiziell, weiter Restriktion gelobt wird.
Es ist vielleicht kein Schaden, wenn diese Heuchelei zu Ende geht.

Was aber ist der Grund für den Bruch? Um Wirtschaft geht es nicht: Rüstungsexporte sind zwar ein lukratives Geschäft. Doch die Bedeutung der Waffenindustrie für den Standort Deutschland wird von Lobbyisten ebenso wie von manchen Pazifisten übertrieben: 2010, im letzten dokumentierten Jahr im erfolgreichsten bisher, betrug der Anteil von Waffen am Gesamtexport schmale 0,2 Prozent. Deutschland ist wirtschaftlich auch in der Krise nicht angewiesen auf Waffengeschäfte. Das Ja kommt nicht aus Not oder Profitgier.

Ein Grund liegt in der politischen Lage des Westens. Die zunehmende Offenheit für Waffenexporte entspringt den Schlüssen, die die Kanzlerin aus den Erfahrungen mit Kampfeinsätzen gezogen hat: Militärisches Eingreifen hat sich in Afghanistan und im Irak als Mittel der Politik diskreditiert. Wir sind in Afghanistan gescheitert, die Amerikaner im Irak. Deutsche Soldaten sollen möglichst nicht in fremden Konflikten eingesetzt werden. Wenn die Deutschen, so Merkel, dennoch weiter an der Stabilisierung gefährdeter Regionen mitarbeiten wollten, müssten sie Waffen in die Hände derer geben, die dort für Stabilität stehen: Weil wir Deutschen kriegsmüde sind, schicken wir euch Panzer. Aus der Zurückhaltung bei Interventionen folgt in dieser Logik das Ende der Zurückhaltung bei Waffengeschäften.
Das ist die Rechtfertigung dafür, dass Saudis und Katarer Panzer bekommen sollen. Beide Länder gelten als »Stabilitätsanker« in ihrer Region. Doch im Nahen Osten immer noch auf Stabilität zu setzen ist kühn. Katar ist wie Saudi-Arabien eine Autokratie. Auch hier könnten Panzer eines Tages zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden. Und: Das kleine Scheichtum Katar mag derzeit intern stabil wirken, doch agiert es in der Region als revolutionäre Macht, die erst Gaddafi wegzufegen half und nun das Gleiche mit dem Regime Assad erreichen möchte. Es unterstützt die Rebellen in Syrien mit Waffen.
Katar bildet mit den Saudis eine sunnitische Achse gegen den Iran, der als Vormacht der Schiiten Assad stützt. Wenn Deutschland Irans Feinde bewaffnet, nimmt es indirekt eine Position im sunnitisch-schiitischen Stellvertreterkrieg ein, der zurzeit in Syrien ausgetragen wird.
Stabilität schaffen mit immer mehr Waffen  das hat seit dem Kalten Krieg und dem »Gleichgewicht des Schreckens« nirgends mehr funktioniert. Da wirkt die Idee, Deutschland könnte punktgenau mit großzügigen Waffenlieferungen die Guten fördern und die Bösen in Schach halten, bizarr und wie aus der Zeit gefallen. Die jüngere Geschichte der Kriege im Iran, im Irak und in Afghanistan ist voller Beispiele dafür, dass die Waffen der Guten in den Händen der Bösen landen  oder die Guten von gestern sich als die Bösen von heute erweisen.
Es geht nicht darum, alle Rüstungsgeschäfte zu verteufeln. Die Krux ist, dass großes Unheil schon aus einigen wenigen Exporten entstehen kann.
Deutschland hat auf dem Papier ein ebenso einfaches wie kluges Prinzip: Unsere Freunde in EU und Nato (plus Schweiz, Australien, Japan und Israel) bekommen, was sie wollen. Alle anderen: so wenig wie möglich. Spannungsgebiete: gar nichts. Das ist ein guter Maßstab für bewegte, umkämpfte Zeiten wie diese. Statt den Maßstab immer weiter aufzuweichen, muss er nur endlich angewendet werden.

Kategorien: Außenpolitik
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Im Sinne, eines: „Frieden gibt es nur mit Teheran“

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-07/Syrien-Iran-Saudi/komplettansicht

    könnte man natürlich auch argumentieren, dass es zur Verhandlungsbereitschaft Teherans beitragen könnte, wenn es aufseiten der Golfaraber nicht nach nach einem Spaziergang aussehen würde.

    Spannungsgebiete mögen Bankrottzonen für politische Illusionen sein; Ekelzonen der Politik sollten sie nicht sein.

    Wäre es so illegitim, politisch zu wollen, dass Teheran von einer ‚Vorwärtsverteidigung‘ seines nicht ganz zuunrecht umstrittenen Machtbogens (Hisbollah und das Assad-Regime) absehen möge ?

    Mithin zu wollen, dass die dortige Spannung nicht zu einem Kidnapping des ‚Arabischen Erwachens‘ durch die Erben Khomeinis eskaliert ?

  2. 2.

    Wenn Deutschland, dem Autoren folgend, Auslandseinsätze nicht leisten kann und Waffenhilfe nicht leisten soll. Wie verhält es sich dann in der nächsten Diktatorenkrise, bei der nächsten ethnischen Säuberung, im nächsten Aufstand gegen ein Unterdrückerregime? Revolutionäre ermutigen wäre die Ermutigung zum Selbsmord, da Deutschland ja nichts unternehmen kann oder will, den Rebellen direkt oder indirekt zu helfen.
    Und was macht Deutschland in Weltregionen, in denen Neutralität unmöglich ist und/oder den deutschen Interessen massiv entgegensteht? Wie im Konflikt Teherans mit den Sunniten Arabiens, in dem unsere Interessenlage glasklar ist, Menschenrechte auf beiden Seiten des Konfliktes ohnehin eine sehr geringe Rolle spielen? Sagen wir unseren „Freunden“ dort, dass wir sie zwar lieb haben, sie aber leider, leider ihrem Schicksal überlassen müssen, Waffenexportrestriktionen, Sie verstehen schon? Wie lange denkt der Autor kann Deutschland diese Selbstverzwergung durchhalten, ohne dass Deutschland sich selber schadet?
    Lau variiert de facto auch nur ein altes Sehnsuchtsmuster Deutschlands neben seinen in der Vergangenheit aufgeflammten Grossmachtambitionen: Man möge Deutschland doch bitte als die Schweiz der Weltpolitik betrachten und es Ruhe vor sich hin wurschteln. Ich hoffe, im ureigensten Interesse Deutschlands, dass man dieses Anliegen im Ausland einfach ingnoriert und nicht ernst nimmt. Nur sollten wir auch unser eigenes Verhalten nicht nach an Traumvorstellungen anpassen.
    Deutscher Rüstungsexport wird solange ein Instrument deutscher Aussenpolitik bleiben, wie es bewaffnete Konflikte oder potentielle bewaffnete Konflikte in der Welt gibt. Sich neben einem einsatzfähigen Militär auch noch dieses Instrument selbst zu nehmen ist schlicht schlechte Aussenpolitik.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 1. August 2012 um 17:49 Uhr
    • ThorHa
  3. 3.

    Man muss sich auch fragen, ob ein so konventionelles Kriegsgerät, wie der Leopard-Panzer gegenüber einer solchen nachgerade kosmischen Feidbild-Wappnung überhaupt noch ausreichend ist, zum Beeindrucken:

    „the satanic role of Prince Bandar bin Sultan in stoking up chaos in the crisis-ravaged country under the aegis of the Saudi monarchy becomes more crystallized and the thickening plot to overthrow the Syrian regime under the banner of a popular uprising starts to surface.“

    http://presstv.com/detail/2012/08/01/253884/the-role-ciapampered-spy-plays-in-syria/

    Gibt es überhaupt Beispiele, welcher Waffengattungen es bedurfte, um eine Konfliktpartei, die seine Nachbarschaft von Satanischen Machenschaften befallen sah, wieder ins Reich der Vernunft, bzw. an den Verhandlungstisch zu bekommen ?

  4. 4.

    Lau schickt also lieber „Menschenmaterial“ als Kriegsmaterial (wofür es auch noch Geld gibt).

    Woran liegt’s ?

    • 1. August 2012 um 18:20 Uhr
    • Freeway
  5. 5.

    „Ist die Liberalisierung von Waffenexporten die richtige Strategie in einer zunehmend chaotischen Welt voller Konflikte und konkurrierender Mächte? Die Antwort kann nur Nein lauten.“

    Wieso ? Gibt es denn, z.B. mit Blick auf die Waren- und Rohstoffströme der Weltwirtschaft, keine Interessen mehr – allein weil vielerorts ein Verfall an staatlicher Ordnung und nachvollziehbarer Machtstrategien beobachtet werden kann ?

    Sind die Straßen von Hormus, oder Penang deswegen bedeutungslos geworden ?

    Doch wohl eher im Gegenteil.

    „die Bedeutung der Waffenindustrie für den Standort Deutschland wird von Lobbyisten ebenso wie von manchen Pazifisten übertrieben:“

    In diesem Hinweis liegt allerdings ein Verdienst in dem Artikel.

    „Militärisches Eingreifen hat sich in Afghanistan und im Irak als Mittel der Politik diskreditiert. Wir sind in Afghanistan gescheitert, die Amerikaner im Irak.“

    Mit Nation building gescheitert; und wessen Idee, oder Mitmachkondition war das ?

    „Weil wir Deutschen kriegsmüde sind, schicken wir euch Panzer.“

    Demagogie. Weil das Label: ‚fremde Truppen‘ relativ erfolgreich zu einem Markenzeichen von Fremdbestimmung gestempelt wurde; u.a. von Kräften, die der Westen für verbündet hielt. Unter kräftiger westlich-pazifistischer Begleitmusik wurden ‚fremde Truppen‘ zu einem legitimen Anschlagsziel für jedermann erklärt, sodass in der Tat mit westlichen Truppen „nichts mehr zu machen ist“. Den Preis dafür zahlen heute die Syrer, die mit dieser üblen Vorgeschichte überhaupt nichts zu tun haben.

    „Beide Länder gelten als »Stabilitätsanker« in ihrer Region.“

    Zu unrecht ? Weil Al Jazeera die Massen aufstachelt zu unverantwortlichem Tun ? Weil die Saudis – relativ erfolgreich (für sie) – ihr Unsicherheitspotential externalisiert haben ? Soweit die Saudis ‚Staat‘ sind, kooperieren sie; soweit sie Nicht-Staat sind, gibt es einen Haufen Probleme. Das ist durchaus etwas sonderbar, aber nicht wegen der Saudis haben die Ölquellen von Abadan gebrannt, falls sich noch jemand erinnert.

    „Doch im Nahen Osten immer noch auf Stabilität zu setzen ist kühn.“

    Na dann ‚Gute Nacht‘ für die Produktion unserer Weihnachtsgeschenke in China.

    Es muss halt unterschieden werden zwischen der Stabilität von allerlei gescheiterten arabischen Revolutionsrepubliken und der logistischen Stabilität für die Belange der Weltwirtschaft. Es gibt nicht nur den Westen und den Orient, sondern auch noch einen Rest der Welt, der produzieren und verkaufen will – um besser zu leben.

    „Katar ist wie Saudi-Arabien eine Autokratie. Auch hier könnten Panzer eines Tages zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden.“

    Und wenn, dann wird es die teuerste Aufstandsbekämpfung der Weltgeschichte; nirgendwo gibt es für einen Repressions-Petrodollar weniger Repressionsmittel zu kaufen, als in Deutschland. Der Erwerb der Panzer dient der Abschreckung von eher symmetrischen Potentialen.

    An einem möglichen ‚Rolex-Faktor‘ zu etwas mitzuverdienen, halte ich für gerade noch vertretbar.

    „Katar bildet mit den Saudis eine sunnitische Achse …“

    Die Arabische Halbinsel ist vielleicht einfach das von den Sunniten gewähnte Ursprungsland des Islam und das heute am gründlichsten von allem anderen ‚gesäuberte‘ sunnitische Sakral-Gebiet. Das ist schön genug, für den Gläubigen und schwer genug für den Nicht-exakt-so-Gläubigen, aber was soll der Ausdruck: ‚Achse‘ ?

    „gegen den Iran, der als Vormacht der Schiiten Assad stützt.“

    Der als Vormacht eines sehr speziellen revolutionären Projektes sich einen Machtbogen über Baghdad und Damaskus bis zur Hisbollah gebastelt hat. Die beispiellos blutige und brutale diktatorische Behauptung dieser Machtposition in Syrien gegen jede Anwandlung von ‚Frühling und facebook‘ ist es, die inzwischen tatsächlich den Frieden in der Region gefährdet.

    Gegenüber dieser Faktenlage ist die Behauptung einer „sunnitische Achse gegen den Iran“ eine infame und flagrante Verkehrung der Tatsachen.

    Einen Brast, den man auf heimische Salafisten haben kann, denen man zuschreiben mag, dass es mit der Integration des Islam nicht so gut laufe, – auszulassen an legitimen strategischen westlichen Interessen; das ist schon ein recht obskures pazifistisches Racheprogramm.

    Wofür ?

  6. 6.

    Rüstungsexporte sind zwar ein lukratives Geschäft. Doch die Bedeutung der Waffenindustrie für den Standort Deutschland wird von Lobbyisten ebenso wie von manchen Pazifisten übertrieben: 2010, im letzten dokumentierten Jahr im erfolgreichsten bisher, betrug der Anteil von Waffen am Gesamtexport schmale 0,2 Prozent. Deutschland ist wirtschaftlich auch in der Krise nicht angewiesen auf Waffengeschäfte. Das Ja kommt nicht aus Not oder Profitgier.

    Aber wie sieht es mit den Rüstungsunternehmen aus? Wenn Deutschland nicht genügend Waffen kauft, muss der Umsatz halt woanders herkommen.
    Die haben auch laufende Kosten, Ausgaben für Forschung etc pp…
    Die Politik ist vielleicht ganz froh, selbst kein zusätzliches Geld bereitstellen zu müssen, damit deutsche Rüstungsfirmen (KnowHow) am Leben bleiben. Der Verkauf von 500 Leopard2 ist dann die bessere Alternative zur Insolvenz oder der Einstieg irgendeines ausländischen Investors in eine dt Rüstungsfirma?
    Also Rüstungsexporte nicht als lukratives, sondern als notwendiges Geschäft?

    • 1. August 2012 um 22:15 Uhr
    • Regenbogen68
  7. 7.

    „Wenn Deutschland Irans Feinde bewaffnet, nimmt es indirekt eine Position im sunnitisch-schiitischen Stellvertreterkrieg ein, der zurzeit in Syrien ausgetragen wird.“

    „Irans Feinde ..“ Es ist, mit Verlaub, das Projekt der Erben Khomeinis, das den Golfmonarchien die Revolution erklärt hat. Es mögen einem ja persönlich die die linkspersischen Fuchtelprediger habituell näher stehen, als die korrupten saudischen Doktrinär-Salbaderer; aber das darf man nicht mit der Bewertung strategischer Konstellationen vermengen.

    „sunnitisch-schiitischen Stellvertreterkrieg …“

    Ist ein Religionskrieg nun zu schmutig, oder etwa zu heilig, als dass da auch legitime Interessen ‚drin vorkommen können – und zwar Interessen der Weltwirtschaft, inkl. deren Akteure aus der Dritten Welt ??

    Nicht nur Interessen von 40 Liter Sprit schluckenden Klischee-Amischlittenfahrern.

    „Die jüngere Geschichte der Kriege im Iran, im Irak und in Afghanistan ist voller Beispiele dafür, dass die Waffen der Guten in den Händen der Bösen landen oder die Guten von gestern sich als die Bösen von heute erweisen.“

    Aber bei anspruchsvolleren Sachen braucht es längere Ausbildung, kompexere Logistik, aufwändigere Wartung … wenn man sich allerdings wider jede bessere Erkenntnismöglichkeit jahrelang über solche ‚Verbündeten‘ wie Pakistan täuscht, dann trifft voll zu, was Sie sagen.

    Unverantwortlich finde ich diesen Russenschrott, der überall herumfliegt und den jeder Depp bedienen kann; welches allderings von anspruchsvollerem westlichen Gerät leicht abschießbar ist, denn dazu wurde es schließlich gemacht. Seien wir doch froh, dass es sich überhaupt jemand leisten kann, sich unsere Technologie zuzulegen.

    Der höhere Preis ist die Prämie dafür, dass man sich damit des spottbilligen Spoilermarktzeugs erwehren kann. Bloss sein Volk zusammenzuballern, geht billiger. Und in Ruanda dürften so gut wie keine Kosten für Gerät entstanden sein.

    @ Regenbogen68

    Und die Rüstungsunternehmen, die kaufen sich dann die Außenpolitik mit ihrer gigantischen volkswirtschaftlichen Bedeutung. Noch sind wir keine Bananenrepublik und daher brauchen wir auch noch nicht so zu rechnen.

  8. 8.

    Das Panzer wie Leopard 2 zur Demonstrantenbekämpfung nicht taugen, bzw. viel zu teuer sind (Wer sich noch an Soweto erinnert: Vogelschrot ist billiger) ist natürlich nach wie vor richtig.
    Aber wie man in Syrien sieht sind in bestimmten Weltgegenden schnell ein paar Kalaschnikows und RPGs im Spiel und dann sieht die Sache schon anders aus. Assad wäre im Moment bestimmt froh über ein paar westliche Hochtechnologiepanzer.

    • 2. August 2012 um 00:24 Uhr
    • yucciller
    • 2. August 2012 um 09:22 Uhr
    • Serious Black
  9. 10.

    Und die Rüstungsunternehmen, die kaufen sich dann die Außenpolitik mit ihrer gigantischen volkswirtschaftlichen Bedeutung. Noch sind wir keine Bananenrepublik und daher brauchen wir auch noch nicht so zu rechnen.
    You didn’t get my point
    wie man so schön in Neudeutsch sagt

    • 2. August 2012 um 09:59 Uhr
    • Regenbogen68
  10. 11.

    Ich stimme JL zu. Man sollte vielleicht auch noch sagen, das alle diese Diktaturen die Panzer nur gegen die eigene Bevölkerung einsetzen können. Andere „Ziele“ gibt es ja nicht. Oder wird der indonesische Dschungel mal wieder von Japanern überrannt? Oder Qatar von den Saudis?

    Ich entsinne mich auch an eine Werbevideo von KMW wo genau das gezeigt wurde. Der Leo hatte vorne so eine Art Schaufel dran und konnte damit in eine Demo einfahren und die pösen Demonstranten plattmachen.
    (vll steht das Video ja noch irgendwo bei Youtube…).

    • 2. August 2012 um 10:00 Uhr
    • Bravoleser
  11. 12.

    @ Bravoleser

    Hier der Lehrfilm zur Aufstandsbekämpfung de luxe:

    Der Leopard 2 A7+ von Krauss-Maffei Wegmann – Der perfekte Panzer für den arabischen Frühling

    http://www.youtube.com/watch?v=15BFbazJyQ0

    Saddam hatte schließlich auch eine goldene Kalaschnikov; vielleicht wenn er nur goldene Kalaschnikovs gehabt hätte – dann wäre er leichter zu stürzen gewesen.

    „Oder Qatar von den Saudis? “

    Ganz ausschließen würde ich da inzwischen auch nicht mehr; aber im Kern geht es um den syrisch/irakischen Konfliktschauplatz. Eingeklemmt zwischen Assad und Maliki werden* die Sunniten in den von ihnen mehrheitlich besiedelten Gebieten übel Druck bekommen und da wird eine Rettungsengelrolle freiwerden, welche von Saudis und Kataris anvisiert wird; gegen die Ami-Panzer von Maliki dann übrigens.

    *läuft schon; übrigens wollte ObL schon gegen Pappa Assad mit den Saudis zu Felde ziehen wegen des Hama-Massakers damals; wurde ihm verboten und da wurde er halt böse.

    Die Golfaraber werden in einem konventionellen Staatenkrieg gegen die beiden Ali-Milizen: gegend die Hisbollah und gegen das, was von Assad übrig bleibt, sowie gegen Malikis Irak auch ein großes wahabitisches Versöhnungsfest von Vätern und Söhnen feiern wollen. Mit ObL als dem tragischen ‚John Brown’* der das richtige zu früh wollte, als es noch nicht ging.

    *Sklavereiabschaffer auf eigene Faust, vor dem Bürgerkrieg.

    „Während des Bürgerkrieges avancierte der bald nach seiner Hinrichtung komponierte Marsch John Brown’s Body schnell zum beliebtesten Kampflied der Unionstruppen“

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/John_Brown_(Abolitionist)

    Wenn der Stellvertreterkrieg von einem Krieg der dahinterstehenden Akteure abgelöst wird, dann braucht es modernstes Kriegsgerät.

    Mit Blick auf den Iran hat dann Israel den Joker in der Hand, der darüber bestimmen kann, welcher Islam denn nun gewinnen wird.

  12. 13.

    @Regenbogen68:

    Sehe ich ähnlich. Die Entwicklung eines neuen Waffensystems kostet nun mal Geld. Wenn die deutsche Rüstungsindustrie ihre Forschungskosten ausschließlich mit dem Verkauf an Bundeswehr und NATO decken müsste, dann müsste sie höhere Stückpreise verlangen. Andere Länder würden also gar keine deutschen Waffen mehr kaufen und wenn die Bundeswehr politisch dazu gedrängt würde, überteuerte deutsche Waffen zu kaufen, dann wäre das eine verdeckte Subvention der Rüstungsindustrie über den Verteidigungshaushalt. Deutschland hat also die Wahl: Entweder die ganze Welt mit Waffen versorgen oder die Rüstungsindustrie ganz abschaffen und die Bundeswehr ausschließlich mit importierten Waffen ausstatten. Jeder Mittelweg ließe sich allenfalls über hohe Subventionen aufrechterhalten.

    • 2. August 2012 um 12:25 Uhr
    • Arjen van Zuider
  13. 14.

    „Das kleine Scheichtum Katar … agiert .. in der Region als revolutionäre Macht, die erst Gaddafi wegzufegen half…“
    Das ist ja noch nicht einmal das Problem. Das kleine Katar hat offensichtlich auch seine Hände im Spiel, wenn neue Machtcliquen die Konkurrenz genauso aus dem Weg räumen lassen, wie es Gaddafi auch gemacht hat. In Libyen war dafür der Fall Younis exemplarisch, der nach kürzlich wieder erschienenen Presseberichten von islamistischen Verbänden ermordet wurde, die von Katar unterstützt werden.
    In Syrien löschen die „Rebellen“ offensichtlich die Angehörigen religiöser Minderheiten aus und schieben dann auch ihre eigenen Verbrechen noch dem Regime in die (bereits vollen) Schuhe:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/syrien-eine-ausloeschung-11784434.html
    Man kann wirklich nur staunen, dass offensichtlich im irakischen Falludschah wegen der Anwesenheit sunnitisch-islamistischer „Rebellen“ den Amerikanern alles erlaubt war, jetzt aber in Syrien die lieben Islamisten gleicher Ausrichtung plötzlich wieder mit jeder Schweinerei durchkommen. Die Welt braucht offensichtlich alle Nase lang einen neuen Gottseibeiuns, der so böse ist, dass seine bluttriefenden Gegner jede Absolution verdienen.

    • 2. August 2012 um 14:51 Uhr
    • AM
  14. 15.

    @ AM

    „Die Welt braucht offensichtlich alle Nase lang einen neuen Gottseibeiuns, der so böse ist, dass seine bluttriefenden Gegner jede Absolution verdienen.“

    Die Rebellen von Falludschah haben auch nicht mehr gegen einen Saddam anzukämpfen gehabt, sondern sie haben die konstitutionelle Perspektive des Irak bekämpft. So sehr, dass sich danach niemand mehr für eine konstitutionelle Perspektive von irgendwem ernsthaft verwenden mag.

    In gewisser Weise haben sie gewonnen; den Preis zahlen die Syrer.

    Juba the sniper & Co.; sowie dessen westlichen Hochstilisierern zu ‚Widerstand‘ sei Dank.

  15. 16.

    @Arjen van Zuider

    Das eine Rüstungsindustrie teil der Verteidungspolitik ist aber tunlichst nichts kosten soll ist klar, aber da jeder gerne rüstungstechnisch unabhängig wäre starrt der Planet vor Waffen, weil deshalb eben auch jeder exportieren muss.

    Das andere Problem ist das eine Industrie die in Wirklichkeit nur der verlängerte Arm eines Ministeriums, bzw. der Bundeswehr ist, höchstwahrscheinlich nach kurzer Zeit mangels Konkurrenzdruck keine vernünftigen Produkte mehr liefern würde.

    • 2. August 2012 um 21:40 Uhr
    • yucciller
  16. 17.

    Wofür braucht Qatar überhaupt Leos?
    Dieser Kleinstaat hätte genausowenig eine Chance gegen den Iran wie Kuwait weiland gegen den Irak. Selbst die Saudis täten sich sehr schwer. Ohne US-Unterstützung ginge da gar nichts.

    • 3. August 2012 um 12:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  17. 18.

    @ HJS

    Wofür braucht Qatar überhaupt Leos?

    Zum nach Syrien verschieben.

    • 3. August 2012 um 12:29 Uhr
    • MRX
  18. 19.

    Aber, was machen wir uns Sorgen wegen der Eurokrise. Die Deutschen sind doch dann am besten, wenn sie rudern müssen.

    • 3. August 2012 um 12:42 Uhr
    • MRX
  19. 20.

    @ HJS

    „Selbst die Saudis täten sich sehr schwer. Ohne US-Unterstützung ginge da gar nichts“

    Sogar die ‚deus lo vult‘ LkW von Riad zur syr.-jord. Grenze werden von Pakistani gefahren, welche sich im übrigen auch für große Panzerfahrer halten; siehe: ‚Spaghetti in the sand‘ (Ausweichmannöver aus ind.-pak. Krieg).

    Pakistan hat – im Unterschied zu den Arabern – Erfahrungen im Gebrauch von Vorwätsgängen bei Kettenfahrzeugen – allerdings nur gegen freche Säkularisten. (Zia – PLO; Schwarzer September).

    @ MRX

    Besser fix rudern, als nich schwimmen können.

    ‚nach Syrien verschieben ..‘

    Ein Konflikt quasi im deutsch-levantinischen Autoschiebermilieu.

    Die grün-weißen Bullizei-Wannen bei den Assad Leuten haben wohl Kreuzberger Erprobungsvorlauf.

  20. 21.

    Sehr geehrter Herr Lau,
    dieser Satz verwundert mich ein bischen.

    „Wenn Deutschland Irans Feinde bewaffnet, nimmt es indirekt eine Position im sunnitisch-schiitischen Stellvertreterkrieg ein, der zurzeit in Syrien ausgetragen wird.“

    Israel ist doch auch Irans-Feind, oder? Die Militärlieferungen seitens Deutschland gegenüber Israel sind Ihnen bekannt und die heißen sie ja auch gut.

    Bevor Sie nun sagen, dass Israel ja weder sunnitisch noch schiitisch sei gesagt, dass sowohl Katar als auch Saudi-Arabien eine pro-Israelische Haltung vertreten(jedenfalls weitaus mehr als der Iran).

    • 3. August 2012 um 16:32 Uhr
    • Die witzige Gasprinzessin
  21. 22.

    @die witzige Gasprinzessin:
    die pösen pösen Juden sind hier nur Zuschauer. Sie liefern keine Panzer nach KSA oder Qatar und werden das auch in Zukunft nicht tun. Das Thema hier heißt Schland und nicht Israel.

    Außerdem kann es durchaus sein das der Stellvertreterkrieg zum heißen Krieg wird. Und zwar in KSA selbst. Nirgendwo steht geschrieben das die Saudis nicht auch ihr Fett wegkriegen. Wie man so hört rumort es dort bereits ganz kräftig:
    http://atimes.com/atimes/Middle_East/NH04Ak01.html

    Und wenn dort losgeht dann kriegen wir im TV deutsche Panzer zu sehen die auf Demonstranten schießen. Auf diese Art der „Imagewerbung“ für Produkte made in Schland sollten wir verzichten. Je eher desto besser.

    • 3. August 2012 um 17:38 Uhr
    • Bravoleser
  22. 23.

    @ Bravoleser

    „Außerdem kann es durchaus sein das der Stellvertreterkrieg zum heißen Krieg wird. Und zwar in KSA selbst.“

    Dafür, dass ein heiß gewordener ‚Stellvertreterkrieg‘ gerade nicht in KSA ausgetragen werden muss, sondern – mobilitätsbedingt – außerhalb; sollen ja gerade die Leos ihr Schärflein beitragen.

    Neben den verbliebenen Assad-Formationen ist hierbei auch das Potential des Irak in betracht zu ziehen, der – demokratisch geläutert – in den USA reichlich diese Dinger hier geschoppt hat:

    http://en.wikipedia.org/wiki/M1_Abrams

    Sie können davon ausgehen, dass Direktübertragungen von Realbegegnungen zwischen den beiden Waffensystemen weltweit von allergrößtem fachlichen und sportlichen Interesse sind.

  23. 24.

    @Thomas Holm:
    „Sie können davon ausgehen, dass Direktübertragungen von Realbegegnungen zwischen den beiden Waffensystemen weltweit von allergrößtem fachlichen und sportlichen Interesse sind.“

    Wenn diese denn fachlich qualifiziert geführt werden, ganz sicher :-). Deutschland vor …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 3. August 2012 um 19:50 Uhr
    • ThorHa
  24. 25.

    Deutschland, das Land der findigen Ingenieure, wird in die Leos einen fernsteuerbaren Chip einbauen, um sie bei regelwidrigen Einsatz via Satellit zum stoppen zu zwingen. Plätze in der Ethikommission unter dem Vorsitz von Rudolf Scharping (Bund deutscher Radfahrer) sind noch frei.

  25. 26.

    „fernsteuerbaren Chip einbauen, um sie bei regelwidrigen Einsatz via Satellit zum stoppen zu zwingen“

    De facto läuft im Management der globalen Kräfteasymmetrien in dieser Richtung einiges; bei ausbleibender Israelischer Wartung häufen sich etwa Pannen an türkisch betriebenem Fluggerät.

    So etwas wie ‚Meistbegünstigungsklauseln‘ gibt es für anspruchsvolles Kriegsgerät, was natürlich nicht verhindert, dass in strategisch minder bedeutsamen Gegenden, auch mit einfachster Ausstattung kaum begrenzbare Verluste und Schäden zugefügt werden können.

    Die größte Massenvernichtungswaffe der Weltgeschichte dürfte die Kalaschnikow sein; halt abseits der Ströme von Weltwirtschaft und jeseits sensibler strategischer Interessen.

  26. 27.

    Panzer für die Religionsfreiheit – das wäre doch mal was …

    Nach Anfachung des Arabischen Erwachens, u.a. durch Al Jazeera, will jetzt Katar auch sinnvollerweise den Islam neu erfinden; angeschlossen hat sich vorsichtshalber: Tariq Ramadan.

    „Ein neues Forschungszentrum in Qatar will der ethischen Dimension des Islam zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Die Initiatoren um den Islamwissenschaftler Tariq Ramadan suchen nach zeitgemäßen Zugängen zum Islam. Dies kann sich auch auf die Rolle des Islam in den arabischen Revolutionsstaaten auswirken. …

    „Wir sagen nicht, dass der Koran ungerecht ist. Aber er wurde auf ungerechte Art interpretiert, und wir fordern eine neue Interpretation …

    Auda: Die Frage der Anwendung der Scharia steht in Ländern wie Ägypten, Tunesien oder Libyen ganz oben auf der Tagesordnung. Die Frage dabei ist: Was meinen wir überhaupt mit der Scharia?“

    http://de.qantara.de/Wir-fordern-eine-Erneuerung-der-Koran-Interpretation/19592c20838i0p/index.html

    Genau, das fragt sich der Rest der Welt auch und ist sicher gespannt auf die Bekanntgabe bei Al Jazeera. Vielleicht benötigt Katar auch Leopardpanzer, um eben auch innerhalb des GCC seine theologische Unabhängigkeit als Teil seiner nationalen Souveränität abzusichern.

    … idealerweise bräuchte dann nur noch die Freiheit der übrigen Wissenschaften und der Kunst dazukommen.

  27. 28.

    @Bravoleser
    „Sie liefern keine Panzer nach KSA oder Qatar und werden das auch in Zukunft nicht tun. Das Thema hier heißt Schland und nicht Israel.“

    Gut geraten, aber dennoch nicht richtig. Ich gehe mal davon aus, dass Ihnen bekannt ist, dass Deutschland bei der Lieferung der Panzer nach Saudi-Arabien zunächst die Erlaubnis von Israel eingeholt hat. Wenn Israel also „нет“ gesagt hätte, hätte es auch keine Lieferung nach Saudi-Arabien gegeben.

    In diesem Fall passt also das Wort „Zuschauer“ nicht wirklich.

    Insofern ist ihre Aussage mit „Schland und nicht Israel“ nicht ganz korrekt, da es im Prinzip beide Länder betrifft.

    • 4. August 2012 um 01:13 Uhr
    • Die witizge Gasprinzessin
  28. 29.

    Israel weiss, dass nur Qualität die Masse schlagen kann, gerade auch bei Panzern. Hier: Trotz 1:7 Unterlegenheit auf dem Golan gewonnen gegen den Russenschrott, den jetzt die Syrer und Palästinenser voll abkriegen und gegen den sie kaum was machen können:

    Panzerschlachten: Der Jom-Kippur-Krieg ab Min. 7.30

    http://www.youtube.com/watch?v=Mcm-iW8Hi_0

  29. 30.

    Die Lebensdauer von Leos übersteigt die Prognostizierbarkeit der politischen Entwicklung bei weitem. Was ist, wenn sich im Iran, einem hochzivilisiertem Land, die grüne Revolution durchsetzt und in Saudi-Arabien Al-Queida? Rüstungsexport ist kein Geschäft, sondern Außenpolitik. Saudi-Arabien aufzurüsten, ist die dümmstmögliche Außenpolitik. Die politische Radikalisierung des Islam geht von saudischen Sekte der Wahabiten aus. Im Gegensatz zum Iran missioniert Saudi-Arabien in aggressiver Weise. Der von Huntington vorhergesagte Zusammenprall der Kulturen ist noch keineswegs abgewendet. Wer garantiert uns, daß nicht eines Tages unser Bundeswehrsoldaten in das Rohr eines Leos starren?

  30. 31.

    @ Kuno Kuckuck

    „Die Lebensdauer von Leos übersteigt die Prognostizierbarkeit der politischen Entwicklung bei weitem.“

    Das ist echte Tragik. Das überlegene Gerät ist – wertarbeitsbedingt – auch von hoher Nachhaltigkeit – sofern die Wartung klappt.

    „Was ist, wenn sich im Iran, einem hochzivilisiertem Land, die grüne Revolution durchsetzt und in Saudi-Arabien Al-Queida?“

    Dann hätten die Iraner mit Nachholarbeiten aller Art eine Menge zu tun und sie würden zweifelsohne den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft für ihre Ungestörtheit dabei beanspruchen können.

    „Im Gegensatz zum Iran missioniert Saudi-Arabien in aggressiver Weise.“

    Da unterschätzen Sie möglicherweise das ‚Modell Hisbollah‘ ein wenig.

    Immerhin empfiehlt sich dieses Modell – zwar derb übertrieben, aber auch nicht ganz ohne Substanz – als die erfolgreichste militant-politische Organisationsform der Bestrebungen der ‚Arabischen Strasse'; namentlich gegen Israel aber auch sonst mit einer Reihe von Terrorinitiativen.

    „Der von Huntington vorhergesagte Zusammenprall der Kulturen ist noch keineswegs abgewendet“

    Huntington hat möglicherweise unterschätzt, welche Abrechnungs- und Übernahmepotentiale innerhalb so mancher Kultur mit Blick auf deren Anführung und Beerbung anzutreffen ist.

    „Wer garantiert uns, daß nicht eines Tages unser Bundeswehrsoldaten in das Rohr eines Leos starren?“

    Als Teil einer völkerrechtlich abgesichterten internationalen Initiative, einen demokratischen Iran gegen auswärtige Aggression zu verteidigen ?

    Aber das wäre doch Ehrensache !

    Ausgerechnet davor sollten wir uns mal ausnahmsweise nicht fürchten.

  31. 32.

    OT – Integration

    Am Montagabend ist es in einem Freizeitbad in Stein zu einem Übergriff auf zwei Frauen gekommen. Ein 23-Jähriger beleidigte sie, besprühte sie mit Reizgas und zeigte den „Hitlergruß“ – offenbar wegen eines Davidsterns an der Halskette einer der Frauen.

    http://www.nordbayern.de/region/fuerth/frauen-im-freizeitbad-beleidigt-und-mit-reizgas-bespruht-1.2227517

    Immerhin schließt die Polizei, trotz türkischer Wurzeln, einen muslimischen Hintergrund beim mutmaßlichen Täter aus. Zählt das schon als Integrationserfolg?

    • 4. August 2012 um 17:59 Uhr
    • Serious Black
  32. 33.

    Sehen Sie HJS? Gut, dass der Bulut seine Obsessionen hier pflegt.

    • 4. August 2012 um 20:04 Uhr
    • MRX
  33. 34.

    @32 sb – Integrationserfolg:
    Angesichts der national befreiten Zonen in Deutschland, deren Bewohne der von Ihnen geleugneten Holocaust morgen gerne wiederholen würden, ist die bruchlose Übernahme dieser Ideologie durch Migranten nur als voller Erfolg zu werten. Nicht umsonst verlangen wir ja von Einwanderern, sich der guten deutsche Kultur zu versichern. Und was könnte deutscher sein als Antisemitismus?
    Integrationsmedaille in Bronze am Band für den Herrn mit türkischem
    Migrationshintergrund. Silber gibt´s, wenn er sich von 1939 auf 1968 vorarbeitet und weiterhin davidsterntragende Leute besprüht, jetzt allerdings nicht antisemitisch, sondern antizionistisch.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 5. August 2012 um 20:47 Uhr
    • ThorHa
  34. 35.

    Krach zwischen Putins Kaukasischen Warlords –
    wer ist der zuverlässigere Extremismusbekämpfer ?

    „Republic of Ingushetia head Yunus-Bek Yevkurov and Chechen Republic head Ramzan Kadyrov have each rejected the other’s account of a recent incident in the Ingushetian village of Galashki close to the border between the two republics in which at least two insurgents were killed. Kadyrov has gone even further, accusing Yevkurov of seeking to drive a wedge between the Chechens and Ingush, and of not supporting those members of Ingushetia’s Muslim clergy who reject Islamic extremism.“

    http://www.rferl.org/content/chechen-ingush-leaders-cross-swords-over-galashki-deaths/24667129.html

    Ein ziemlich kleinteiliges Durcheinander; aber der Hintergrund ist klar: wer steht und wer wankt in der Front gegen die ‚zionistisch-wahabitische Verschwörung‘ ?

    Eine komplette Niederlage für Putin in Syrien wäre ein Todesurteil für Dutzende seiner Kaukasischen Paladine; die Alternative zur Niederlage aber heiß:

    Syriens Untergang im Chaos, oder (theoretisch) ein Ersatztyrann.

    Letzeres ist aber wohl schon nicht mehr hinzukriegen, sodass Putin allein auf die abschreckende Wirkung von Chaos wird setzen können, bzw. müssen.

  35. 36.

    Sunnitisches Agitationsvideo fordert Eingreifen der regülären GCC-Streitkräfte in levantinischen Konflikt: Min. 4,21 es folgt eine Vorstellung des verfügbaren (oder anvisierten) Geräts; unser Leo bei 5.37; vorher, alles was das Herz begehrt, inkl. T-90 ff.

    Von 3.58 bis 4.20 eine interessante Enhüllung zur strategischen Lage des schiitischen Irans; dieser müsse entweder mit den Sunniten, oder mit Israel Frieden schließen.

    (was natürlich beides nicht geht, weswegen ein Zweifrontenkrieg für dne Iran absehbar ist; mit Pakistan – sogar ein Dreifrontenkrieg).

    Saudische Militanz kommt eben nicht nur als Schmuddel-Jihadismus a la Taliban daher, sondern wird eben auch durch aus konventionell eingefordert. Sehr aufschlußreich !

    WW3 – Army of Dajjal (Shiaism) Vs. Army of Islam (Sunnah)

    http://www.youtube.com/watch?v=yvEIuTE9KiE

  36. 37.

    „Stabilität schaffen mit immer mehr Waffen das hat seit dem Kalten Krieg und dem »Gleichgewicht des Schreckens« nirgends mehr funktioniert.“
    – J.L.

    „Wer [das] Sicherheitsgefühl durch plausible Abschreckung erhöht, macht den Erstschlag unwahrscheinlicher […] Weil wir Deutschen seit zwei Jahrzehnten nur noch von Freunden umgeben sind, haben wir die Lehren des Kalten Krieges vergessen.“
    – Ebenfalls J.L.

    Was stimmt hier nicht?

    • 5. August 2012 um 21:55 Uhr
    • TobyR
  37. 38.

    Das wohl aktuelle offiziöse rachekultige Hauptstück von der Gegenseite.

    ‚Imam Khamenei (h) erzählt über die Tragödie Imam Alis (a.s).‘

    Religiösität umfasst auch stets die Kenntnis davon, wo ‚das Böse‘ anzutreffen ist und oft ist es garnicht so weit entfernt wie man denken mag.

    http://www.youtube.com/watch?v=9RYZ02p5DsY

  38. 39.

    @ TobyR

    „“Wer [das] Sicherheitsgefühl durch plausible Abschreckung erhöht, macht den Erstschlag unwahrscheinlicher […] Weil wir Deutschen seit zwei Jahrzehnten nur noch von Freunden umgeben sind, haben wir die Lehren des Kalten Krieges vergessen.”“

    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/06/06/warum-es-richtig-ist-dass-deutschland-atomwaffenfahige-u-boote-nach-israel-liefert_5586

    Und wenn das für Araber etwa nicht gelten soll; wie nennt man das dann ?

    Bingo, Rassismus !

  39. 40.

    sehr einfach zu beantworten, bei 200 leos bleibt in katar kein platz mehr für die kriegsgefangenen. battle on.

    • 6. August 2012 um 16:55 Uhr
    • maciste
  40. 41.

    Warum sollten wir Panzer ,an die übelsten Diktaturen der Welt verkaufen? Damit diese sich die Vormachtstellung im arabischen Raum sichern und und das Öl nicht versiegt …da sieht man doch das es in keinem der aktuellen Konflikte ,jemals um Menschenrechte ,Freiheit und Demokratie ging und gehen wird. Beginnend vom Irakkrieg ,Afghanistan usw. es geht nur um die Strategische Ellipse. Der Preis wird hoch sein , wenn diese Staaten sich gegen uns richten , aber im Moment ist ja alles unter Kontrolle…. lol

    • 7. August 2012 um 10:29 Uhr
    • Allpu
  41. 42.

    @ Allpu

    „Warum sollten wir Panzer ,an die übelsten Diktaturen der Welt verkaufen? Damit diese sich die Vormachtstellung im arabischen Raum sichern und und das Öl nicht versiegt“

    Zu verhindern,

    1. dass das Öl in Konflikten abgefackelt wird, wie teilweise im Iranisch-irakischen Krieg geschehen und

    2. dass es allzu direkt in die Finanzierung von Terrorismus, Massenvernichtungswaffen, Aggression und Völkermord einfließt
    (ganz verhindern wird man es wohl nie können) …

    … halte ich für schon irgendwo auch vielleicht vertretbare Ziele.

    “ …da sieht man doch das es in keinem der aktuellen Konflikte ,jemals um Menschenrechte ,Freiheit und Demokratie ging“

    Die Agenden und Aktionen der lokalen Akteure haben in dieser Richtung in der Tat noch nicht allzuviel hergegeben.

    “ und gehen wird.“

    Rassismus-Prophetie ? Werden die es garantiert nie lernen ?

    “ Beginnend vom Irakkrieg“

    wo die Regierung sagt, die Amis hätten aus Naivität zugelassen, dass der Irakischen Regierung von den Saudis und der Türkei ein terroristischer Regierungsflügel untergejubelt worden sei.

    „Afghanistan usw. es geht nur um die Strategische Ellipse.“

    Aber wohl nicht sehr erfolgreich; wenn jetzt überall wie selbstverständlich auf größere Nachfolgekreige hingearbeitet wird.

    Talibanbüro in Teheran … Pakistans Traditionsscharfmacher jammern, dass ihnen ein syrisches Schicksal bevorstehen könnte …

    „Zaid Hamid : Pak army must hear us loud and clear_ Either we save Pakistan or we become Syria! “

    “ Der Preis wird hoch sein , wenn diese Staaten sich gegen uns richten“

    Staaten, so geeint wie Syrien, so mächtig, wie Ägypten ?

    „aber im Moment ist ja alles unter Kontrolle….“

    Das gerade nicht mehr – alles läuft komplett aus dem Ruder.

    „lol“

    Es wird wohl auch weiterhin nichts zu lachen bekommen, wer jetzt schon nichts mehr zu lachen hat, davon können Sie ausgehen.

  42. 43.

    Endlich mal eine nüchtern-realpolitische Betrachtung:

    http://www.examiner.com/article/is-saudi-arabia-prepared-for-the-next-world-war

    „many persons believe Saudi Arabia is weak, faces the possibility of a future coup, and would be no match for Iran if a large scale war throughout the Middle East were to unfold. …

    Of the top ten military spenders, Saudi Arabia spends the most percentage of their GDP on building up their military. …

    Let’s not forget that many experts who study Islam believe that Saudi Arabia has financed approximately 80-85% of all the world’s mosques which means they have some very unique asymmetric capabilities. …

    Saudi Arabia has the money to make terror groups walk. More importantly, they have a world-wide network of Imams and Mullahs who could easily rally the troops if needed. …

    Saudi Arabia is arguably stronger today than it has been in a very long time. They are ready for war.“

    Bereit, aber nicht scharf ‚drauf, direkt mit dem Iran in den Ring zu steigen; die syrische Dynamik allerdings wirkt nötigend auf die Saudis.

  43. 44.

    @43 Thomas Holm – militärstrategische Analyse:
    Nein, ich werde Ihnen jetzt nicht erklären, warum das von einer schlüssigen Analyse so weit entfernt ist, wie die Kuh vom Klavierspielen. Und selbst als gebildete Meinungsäusserung schwach …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 7. August 2012 um 12:25 Uhr
    • ThorHa
  44. 45.

    @ TH

    So nüchtern-realpolitisch empfinde ich den Examiner-Artikel nicht.

    Das KSA (Saudi Arabien) wird nicht automatisch eine regionale Großmacht, weil man Waffen ordert. Man braucht auch Leute, die die neuen Spielzeuge effektiv einsetzen können. So eine Armee kann man nicht kaufen, die muß man ausbilden. Ob das KSA die demographische Basis hat, um Iran in Schach zu halten? Zum Glück haben sie ja die Amis auf ihrer Seite.

    Auch der Hinweis auf das steigende GDP der Saudis überzeugt nicht. Was sagt es denn realpolitisch aus?

    Das Verhältnis der Saudis zur Muslimbruderschaft beschreibt nicht wirklich gut. Auf der einen Seite sind es Sunniten, OK.
    Allerdings fürchtet das Haus Saud die Muslimbruderschaft mindestens ebenso, wie Iran (und die eigene schiitische Minderheit).

    Wenn die Saudis die Reisekosten der Jihadisten und Muslimbrüder an die syrische Front begleicht, schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: 1. Syrien und Iran werden geschwächt, 2. Die Muslimbruderschaft ist beschäftigt und hat keine Zeit am Thron des Hauses Saud zu sägen, 3. Man tut was fürs Image in der sunnitischen Welt

    • 7. August 2012 um 12:33 Uhr
    • Serious Black
  45. 46.

    Korrektur:

    … beschreibt der Examiner-Artikel nicht wirklich gut.

    • 7. August 2012 um 12:35 Uhr
    • Serious Black
  46. 47.

    Das KSA (Saudi Arabien) wird nicht automatisch eine regionale Großmacht, weil man Waffen ordert. Man braucht auch Leute, die die neuen Spielzeuge effektiv einsetzen können. So eine Armee kann man nicht kaufen, die muß man ausbilden. Ob das KSA die demographische Basis hat, um Iran in Schach zu halten? Zum Glück haben sie ja die Amis auf ihrer Seite.

    @ SB

    Das saudische Militär hat gegenüber dem iranischen einen großen technischen Vorsprung (siehe zumal Luftwaffe):

    http://de.wikipedia.org/wiki/Streitkr%C3%A4fte_Saudi-Arabiens

    Wenn Saudi-Arabien demografische Probleme hat, dann deshalb, weil die Geburtenrate zu hoch ist, und nicht deshalb, weil seine Truppenstärke für eine konventionelle militärische Auseinandersetzung mit Iran zu gering wäre.

    • 7. August 2012 um 12:52 Uhr
    • N. Neumann
  47. 48.

    @ ThorHA, SB, NN

    Mein Punkt sollte sein, dass der Artikel es unternimmt, die Battailone für das Kommende zu zählen; nicht unbedingt, dass er auch schon richtig, bzw. das Richtige gezählt hat. Es könnte sich sogar um einen PR-Artikel handeln*; dann aber ziemlich abenteuerlich, weil er Terrorkapazität als Pluspunkt wertet; was zwar zutreffend ist, man aber nicht sagt …

    *hxxp://www.kerry-patton.com/

    „Man braucht auch Leute, die die neuen Spielzeuge effektiv einsetzen können.“

    Weil schon die Lastwagenfahrer für die Flüchtlingsspenden aus Pakistan kommen müssen, steht da ja auch gleich Weltkrieg in der Überschrift; diese Schwachstelle der Saudis ist – ein Ausbreitungsherd für den Konflikt.

    „Allerdings fürchtet das Haus Saud die Muslimbruderschaft mindestens ebenso, wie Iran“

    Schon richtig, deswegen ist es aber auch gerade so wichtig, dass die MB in Syrien voll mit in der Tinte sitzt – so können die Saudis ihnen leichter einen ‚Sandburgfrieden‘ abtrotzen, weil es echt mit den Teufelanbetern gerade etwas mehr pressiert, als mit dem tatsächlich auch weithin ungeliebten Salafis.

    „3. Man tut was fürs Image in der sunnitischen Welt“

    Das wird nicht reichen, mit dem Jihadis dahin schicken; die werden überall dort, wo sie sich leichtsinnigerweise mit dem Aufstand konzentrieren – wie in Aleppo – platt gemacht und die produzieren auf die Dauer zuviel bad-will im Westen; d.h. Propagandavorteile für Assad, Teheran und Putin.

    Der Hinweis von Neumann ist – allein schon mit Blick auf die Luftwaffe – zutreffend; zwei-dreihundert Piloten kriegt man am Markt …

    Spannend wäre es zu wissen, wo überall jetzt auf die Schnelle geschult wird …

    Betrachten wir es mal vom SCAF aus: Der hat bestimmt keine geistlichen Sympathien zu den Saudis, aber wenn die Piloten und Panzerbesatzungen brauchen und Geld bieten, dann werden die dem Mursi schon sagen, dass er eine Islamreform auf der Arabischen Halbinsel doch bitte mal vertagen sollte. Wegen der Sinai-Sache sind die ägypt. Militärs gerade brastig auf Radikalinskis aller Art.

    General „Mazloum adds that the Jihadist agenda is to portray the security situation between Israel and Egypt as shaky, noting that these groups are ‘funded externally and by Hamas’“

    http://www.timesofisrael.com/egyptian-general-blames-hamas-for-funding-rafah-terrorists/

    @ NN, ThorHa

    Zur Molotowromantik in Sachen Panzerabwehr, etc. verweise ich auf:
    6. August 2012 um 20:50 Uhr; eine Katastrophe, wie das (nicht) läuft ..

    hxxp://blog.zeit.de/joerglau/2012/07/25/wie-deutschland-der-syrischen-opposition-hilft_5651/comment-page-50#comments

  48. 49.

    @ NN

    Auf dem Papier haben Sie recht.

    Nur macht exzellente Bewaffnung noch keinen guten Soldaten und die Hizb’Allah spielt für die Gegenseite.

    • 7. August 2012 um 13:15 Uhr
    • Serious Black
  49. 50.

    Darüberhinaus sind die iranischen regulären Streitkräfte doppelt so groß, wie die saudischen und die Revolutionsgarden kommen auch noch dazu.

    • 7. August 2012 um 13:16 Uhr
    • Serious Black
  50. 51.

    @ SB, NN

    Asymmetrie von Erbitterung und Feuerkraft …

    Wie Vietnam: Vietcong gegen Wehrpflicht-GI’s. Die Bilder dürften noch bekannt sein.

    … bei massiven Ressourcen- und Manpower-Reserven.

    Das ist nicht so, wie die Sahelzone gegen Georgien (keine Kohle, keine Leute) sondern: das genaue Gegenteil.

  51. 52.

    @ SB (49., 50.)

    Das halte ich für relativ unerheblich.

    Wie sähe denn eine halbwegs realistische, direkte militärische Konfrontation zwischen Saudi-Arabien und Iran aus?

    Es würde in diesem eher unwahrscheinlichen Fall doch nicht darum gehen, dass die saudische Armee den Iran mit Bodentruppen erobert.

    Wenn der Iran im Golf Tanker und/oder saudische Schiffe versenken würde, würde die saudische Luftwaffe iranische Schiffe und/oder iranische Stellungen in Küstennähe vernichten. Saudische Piloten werden sehr wahrscheinlich ihr Handwerk beherrschen. (Mal abgesehen davon, dass im Falle des Versenkens von Tankern durch Iran im Golf die USA sicher auf den Plan treten würden und die Saudis dann wohl außen vor blieben.)

    Sofern Hisbollah-Einheiten offen nach Syrien einmarschierten und sich damit Blöße geben würden, wären/könnten sie und Assad-Verbände eine relativ einfache Zielscheibe für saudische Kampfflugzeuge sein. Die USA könnten präziser bombardieren, aber die Saudis könnten wahrscheinlich schon jetzt die Assad-Truppen um Aleppo herum empfindlich treffen.

    (Mal abgesehen davon, dass es wahrscheinlich bei einem Proxy-Krieg in Syrien bleiben wird.)

    • 7. August 2012 um 13:40 Uhr
    • N. Neumann
  52. 53.

    @ NN, ThorHa, SB Aleppodesaster aktuell …

    “Syrian forces encircle rebels in Aleppo stronghold … said on Tuesday they were running low on ammunition as President Bashar al-Assad’s forces encircled their stronghold at the southern entrance to the country’s biggest city.”

    http://ca.reuters.com/article/topNews/idCABRE8610SH20120807?sp=true

    “wahrscheinlich bei einem Proxy-Krieg in Syrien bleiben wird”

    Von Libanon und (zumindest) dem westlichen Irak nicht losgelöst zu haben.

    Interventionsfocus wird aber Syrien von Jordanien aus sein.

    Schlagabtausch Golf zu Wasser zuungunsten des Iran; damit aber starke Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs (Versicherungsprämien);

    ferner Eskalation in Bahrain, Kuwait und Ostprovinz KSA, auf die dann die sunnitischen Machthaber mal ‘sowjetisch’; d.h. hier: Taliban-de-luxe mässig reagieren werden.

    Das dürfte dann Moqtadas Massen zu irgendwelchen kinderkreuzugartigen Freiwilligenoperationen provozieren und ferner dürfte die Teheraner Terror- und Raketentrickkiste geöffnet werden mit Angriffen gegen alles, was dem GCC Geld bringt (Ölinstallationen) oder irgendwie westlich aussieht, darunter natürlich auch Israel.

    Damit das nicht zur vollen Entfaltung kommen kann:

    wird hier ein größerer Militärschlag gegen den Iran wahrscheinlicher.

    Wenn das nicht ‘hilft’ werden trotzdem noch nicht die Saudis über den Golf schippern, sondern divisionsweise schweres modernes Material nach Pakistan verlegen (lassen !) … Eine ‘Westfront’ sehe ich für den Iran im Vor-Raum Levante-Mesopotamien (ob man den Saudis wird ausreden können, die schiitischen Schreine zu bombardieren ??? könnte Burgfiedensbedingung von Al Kaida sein …) und ansonsten eher eine ‘Ostfront’ zu Pakistan, wenn sich das Iranische Regime als elastischer als erwartet, erweisen sollte.

    Zur Entspannung, etwas Kultur:

    hxxp://www.zeit.de/kultur/kunst/2012-08/syrische-kunst/komplettansicht

  53. 54.

    Den Jemen habe ich mal besser nicht erwähnt, denn da soll es ja noch Stämme geben.

  54. 55.

    OT

    Estnische Kommunen führen seit 1.8. parallel in Euro und Kronen Buch.

    • 7. August 2012 um 14:35 Uhr
    • MRX
  55. 56.

    Warum sehe ich keinen Thread über das?

    Die Euro-Krise verleiht der deutschen Politik schärfere Konturen. Die Sozialdemokraten bekennen sich nun offensiv zur Schulden-Vergemeinschaftung.

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/heftige-euro-debatten-in-deutschland-1.17444192

    Oder ist das den Deutschen völlig wurst?

    • 7. August 2012 um 14:42 Uhr
    • Mamas Liebling
  56. 57.

    @ FS

    JL weiß natürlich, dass der Euro Schwachsinn ist, aber Opportunist, derer ist, weiß er natürlich auch, dass man’s bei der ZEIT nicht sagen darf.

    • 7. August 2012 um 14:53 Uhr
    • MRX
  57. 58.

    @ MR

    Schlecht ist die Idee einer gemeinsamen Währung nicht.

    Wenn man aber bei der Umsetzung wirtschaftliche Grundsätze zugunsten politischer Erwägungen über Bord wirft, darf man sich nicht über die anschließende Katastrophe wundern.

    • 7. August 2012 um 15:02 Uhr
    • Serious Black
  58. 59.

    In ihrem Positionspapier betonen Habermas und sein Team, sie sähen die Gefahr von Fehlanreizen sehr wohl und wollten ihr durch eine strikte gemeinschaftliche Kontrolle der nationalen Haushalte Rechnung tragen. Deutschland soll die Schulden anderer Staaten also nur dann übernehmen, wenn Brüssel dafür im Gegenzug deren Reformanstrengungen überwachen darf.

    Ds ist ja eigentlich auch Common Sense der meisten Beteiligten; nur wird man sich halt nicht einig, wie genau die Vergemeinschaftung aussehen soll und wie genau die Kontrolle funktionieren soll. Teils aufgrund ideologischer Positionen zu Verantwortung und Souveränität, teils aufgrund handfester Interessen. Und da zeigt sich, dass Merkel eine schlechte Diplomatin ist und nicht pokern kann. Sie setzt sich ein Ziel („der Euro darf nicht scheitern“), über dessen Erreichen sie nicht selbst bestimmen kann und kann dann von den anderen Staaten mit der Drohung erpresst werden, den Euro scheitern zu lassen. Das ist, als hätte Schmidt sich damals zum Ziel gesetzt „die Verhandlungen mit den Entführern dürfen nicht scheitern. Es darf keine Geisel zu Schaden kommen“.

    • 7. August 2012 um 15:36 Uhr
    • Arjen van Zuider
  59. 60.

    „Turkey will be next in line for violence after Syria if it continues to work on behalf of Western interests, Iranian Chief of General Staff Hasan Firuzabadi has said, according to Doğan news agency.“

    if it continues … Türkei hat’s gelesen.

    http://www.turkishweekly.net/news/139861/turkey-39-s-next-after-syria-iranian-chief-of-staff.html

  60. 61.

    Triumph der Toleranz:

    Saudisches Ministerium für Islamische Angelegenheiten ermahnt Imame im Freitagsgebet nicht mehr für die Vernichtung von Juden und Christen zu beten.

    http://arabic.upi.com/Social_Issues/2012/08/07/UPI-93791344338146/

    • 7. August 2012 um 16:29 Uhr
    • Serious Black
  61. 62.

    Warum sehe ich keinen Thread über das?

    Die Euro-Krise verleiht der deutschen Politik schärfere Konturen. Die Sozialdemokraten bekennen sich nun offensiv zur Schulden-Vergemeinschaftung.

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/heftige-euro-debatten-in-deutschland-1.17444192

    Oder ist das den Deutschen völlig wurst?

    @ FS

    Meiner Einschätzung nach gehen die meisten (mehr oder weniger politisch interessierten) Deutschen mit der Euro-Krise im Allgemeinen relativ unaufgeregt um.

    Ob den deutschen Wählern die Version einer Fiskalunion des SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel völlig wurst ist, wird sich spätestens bei den nächsten Bundestagswahlen zeigen.

    Bis auf weiteres halte ich Gabriels Vorstoß für eine Wahlkampf-Steilvorlage für Angela Merkel, über die zwar gemeckert wird, die aber ein relativ breites Grundvertrauen genießt.

    Auch davon abgesehen hätte Gabriel unter den drei möglichen SPD-Kanzlerkandidaten die schlechtesten Wahlchancen. Man muss noch abwarten, mit welchem „Euro-Programm“ genau die SPD in den Wahlkampf zieht.

    • 7. August 2012 um 16:40 Uhr
    • N. Neumann
    • 7. August 2012 um 16:42 Uhr
    • N. Neumann
  62. 64.

    Wie süß!
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagsabgeordnete-fordern-mildes-urteil-im-pussy-riot-prozess-a-848704.html

    Volker Beck(der meiner Meinung nach ein ziemlicher Russland-Hasser) ist, erdreistet sich Einfluss auf die russische Rechtssprechung zunehmen.

    Witzig, bei anderen Ländern, wie z.B. USA hat ein Herr Beck überhaupt keine Probleme mit den entsprechenden Urteilen, aber beim „bösen“ Russland muss diese absolut geniale Regierung, die wir hier in der Bundesrepublik Deutschland haben, natürlich handeln.

    Angesischts solcher Eskapaden frage ich mich, warum es immer noch Leute gibt, die ausgerechnet das politische System hier in Deutschland loben.
    Es gibt praktisch nur 1 Partei bestehend aus CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne.

    Linkspartei ist praktisch nicht mehr relevant und auch dort sind viele, die besser zu CDU/CSU,SPD,Grüne oder FDP passen würde.

    Demzufolge gibt es praktisch auch nur ein 1 Parteien-System in Deutschalnd, aber hier in Deutschland gehört es ja zum guten Ton gegen das „böse“ China und das „böse“ Russland zu sein.

    P.S.: Was würde eigentlich Volker Beck sagen, wenn die russische Regierung Einfluss nehmen würde auf deutsche Gesetze, die z.B. die Gleichgeschlechtliche Lebengemeinschafften beeinflussen. Herr Beck wäre garantiert schockiert, empört u.s.w, aber schließlich darf das „böse“ Russland ja nicht mit dem selben Maßstab beurteilt werden.

    • 7. August 2012 um 17:24 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
  63. 65.

    aber hier in Deutschland gehört es ja zum guten Ton gegen das “böse” China und das “böse” Russland zu sein.

    Bezeichnete Gas-Gerd seinen Kumpel Vladimir etwa nicht als ‚lupenreinen Demokraten’?

    • 7. August 2012 um 17:34 Uhr
    • Serious Black
  64. 66.

    @Pragmatisch und Seriös

    Ausnahmen bestätigen die Regel, abgesehen davon war es für Gas-Gerd aus finanziellen Gründen sinnvoll eine positive Einstellung gegenüber Russland zu haben.

    • 7. August 2012 um 17:44 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
  65. 67.

    64

    Womit genau haben Sie denn da ein Problem?

    Woher wissen Sie denn, daß Beck ein „ziemlicher Russlandhasser“ ist?
    Weil er in Moskau auf einer Demo von Homosexuellen zusammengeschagen wurde?
    Und daß nicht ihm allein, sondern den 120 weiteren Bundestagsabgeordneten und dem FDP-Abgeordneten, der schon vor einigen Tagen gegen den Umgang mit den Angeklagten protestierte, es gelingen könnte, mit Ihrem Protestbrief an den russischen Botschafter ein milderes Urteil für die jungen Frauen zu erzielen – was hätten Sie denn dagegen? Zumal auch aus anderen Ländern Protestnoten kommen und Putin inzwischen rüchzurudern scheint, nachdem er die Folterwerkzeuge in der Luft geschwenkt hat.
    Was sehen Sie denn da als eine „Erdreistung“!?

    „P.S.: Was würde eigentlich Volker Beck sagen, wenn die russische Regierung Einfluss nehmen würde auf deutsche Gesetze, die z.B. die Gleichgeschlechtliche Lebengemeinschafften beeinflussen. Herr Beck wäre garantiert schockiert, empört u.s.w, aber schließlich darf das “böse” Russland ja nicht mit dem selben Maßstab beurteilt werden.“

    Vielleicht denken mal darüber nach, ob es für Sie so etwas wie „Menschenrechte“ gibt und ob die nicht ein hilfreicherer Maßstab wären als Ihr Ressentiment gegen Herrn Beck.

  66. 68.

    @Putinfan:

    Volker Beck(der meiner Meinung nach ein ziemlicher Russland-Hasser) ist

    Nun ja, wenn man schwul ist, ist es halt irgendwo schwer, alles, was aus Russland kommt, vorbehaltlos gutzuheißen.

    Witzig, bei anderen Ländern, wie z.B. USA hat ein Herr Beck überhaupt keine Probleme mit den entsprechenden Urteilen

    Auch die Rechtsprechung der USA wird von deutschen Politikern aus der zweiten Reihe hin und wieder kritisiert – wenn auch weniger im Hinblick auf Gefängnisstrafen für „Vandalismus“ als im Hinblick auf die Todesstrafe für Mörder.

    Linkspartei ist praktisch nicht mehr relevant und auch dort sind viele, die besser zu CDU/CSU,SPD,Grüne oder FDP passen würde.

    Aber auch einige stramme Russophile, originalverpackt aus dem kalten Krieg.

    P.S.: Was würde eigentlich Volker Beck sagen, wenn die russische Regierung Einfluss nehmen würde auf deutsche Gesetze, die z.B. die Gleichgeschlechtliche Lebengemeinschafften beeinflussen.

    Dass Deutschland eben sowohl mit Punkprotestlerinnen als auch mit Schwulen einen zivilisierteren Umgang pflegt als Russland. Da hat sogar ein Grüner mal Gelegenheit, stolz auf sein Land zu sein.

    • 7. August 2012 um 17:52 Uhr
    • Arjen van Zuider
  67. 69.

    @ Milchbart

    „Volker Beck erdreistet sich Einfluss auf die russische Rechtssprechung zunehmen…“

    Abgesehen davon, dass sein Einfluss auf Putin und dessen Justiz extrem gering ist…
    Russland ist Mitglied des Europarates und hat sich damit vertraglich zur Rechtsstaatlichkeit verpflichtet. Prozesse wie die gegen Chodorkowski und Pussy Riot sind unfaire Polit-Prozesse, bei denen das Urteil im voraus feststand/ feststeht. Dagegen zu protestieren ist Pflicht aller demokratischen Parteien in Deutschland.

    • 7. August 2012 um 17:58 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  68. 70.

    68,AvZ

    Gegen die Exekution von nicht Zurechnungsfähigen könnte die BRD zur Zeit durchaus protestieren: in Texas, wie ich heute in einem wdr5-Beitrag hörte, bemißt man die Zurechnungsfähigkeit eines Angeklagten an einer Romanfigur von John Steinbeck, dem Lennie Small aus „Of Mice ans Men“.
    http://bit.ly/O2Mkht

    Was jetzt nicht heißt, daß ich die Exekution von Zurechnungsfähigen so prickelnd fände!

  69. 71.

    @Karola
    <>
    <>

    Das ist ganz einfach.
    Russland versucht nicht Einflussnahme auf Strafprozesse zu nehmen und akzeptiert die jeweiligen Urteile.

    <>

    Tja, das Thema „Menschenrechte“ ansich ist nobel, allerdings müsste man es dann auch universell anwenden. Die deutsche Regierung hingegen hält Menschenrechtsverletzungen bei ihren „Verbündeten“ für nicht erwähnenswert(manchmal sogar positiv), aber bei den „bösen“ Ländern wird es immer angeprangert.
    Also gibt es auch wieder den typsichen 2-er Maßstab(westlicher Maßstab und der Maßstab für die bösen Länder).

    @Goedendag

    <>
    Aussagen von Politikern aus der 2. Reihe haben in etwa genauso viel Relevanz wie ein Eintrag hier beim Blog von Jörg, praktisch gar keine.
    Diese sollen lediglich versuchen ein Bild von „verschiedenen Meinungen“ aufrecht zu erhalten. Ein Bild das ist praktisch nicht gibt, da sie auch selber 2. Reihe geschrieben haben, insofern gibt es in der 1. Reihe(die einzige, die relevant ist) keine Abweichungen.

    <>

    Man kann natürlich Stundenlang Vor- und Nachteile des jeweiligen Landes aufzählen.
    Nur mal als Beispiel. Ein harmloser alter Rentner, der friedlich protestiert hat, hat sein Auge verloren.

    @Sauer und salzig
    <>
    Das ist ihre Meinung. Ich weiß, Frau Merkel hat ja auch wochenlang über die Gasprinzessin geheult. In dieser Geschichte war Deutschland übrigens fast alleine. Es haben sehr wenige Länder die Ukraine für diesen Prozess kritisiert. Abgesehen davon hält die Bevölkerung in der Ukraine von den Beileidsbekundungen aus dem Ausland gegenüber der Gasprinzessin überhaupt nichts. Die meisten freuen sich eher, dass Tymoshenko im Gefängnis ist.

    <>
    Eine Pflicht gibt es erstmal nicht, aber davon abgesehen ist dieser Satz amüsant, da diese „Pflicht zur Kritik“ praktisch immer nur zu Tragen kommt, wenn es gegen die „bösen“ Länder geht. Bei den guten Ländern hört man so etwas nicht, höchstens aus der 2. ten Reihe und ab und zu erlaubt sich sogar mal 1 Politiker aus der 1. Reihe einen entsprechenden Spruch nur um ein paar Stunden später wieder mitzuteilen, dass er es gar nicht so gemeint hat.

    Aber bitte, wer diese Regierung super findet, soll sich daran erfreuen. Mir wird bei dieser Verolgenheit einfach nur übel.

    • 7. August 2012 um 18:35 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
  70. 72.

    @Karola
    !!Womit genau haben Sie denn da ein Problem?
    !!was hätten Sie denn dagegen?

    Das ist ganz einfach.
    Russland versucht nicht Einflussnahme auf Strafprozesse zu nehmen und akzeptiert die jeweiligen Urteile.

    !!Vielleicht denken mal darüber nach, ob es für Sie so etwas wie “Menschenrechte” gibt und ob die nicht ein hilfreicherer Maßstab wären als Ihr Ressentiment gegen Herrn Beck.

    Tja, das Thema „Menschenrechte“ ansich ist nobel, allerdings müsste man es dann auch universell anwenden. Die deutsche Regierung hingegen hält Menschenrechtsverletzungen bei ihren „Verbündeten“ für nicht erwähnenswert(manchmal sogar positiv), aber bei den „bösen“ Ländern wird es immer angeprangert.
    Also gibt es auch wieder den typsichen 2-er Maßstab(westlicher Maßstab und der Maßstab für die bösen Länder).

    @Goedendag

    !!Auch die Rechtsprechung der USA wird von deutschen Politikern aus der zweiten Reihe hin und wieder kritisiert

    Aussagen von Politikern aus der 2. Reihe haben in etwa genauso viel Relevanz wie ein Eintrag hier beim Blog von Jörg, praktisch gar keine.
    Diese sollen lediglich versuchen ein Bild von „verschiedenen Meinungen“ aufrecht zu erhalten. Ein Bild das ist praktisch nicht gibt, da sie auch selber 2. Reihe geschrieben haben, insofern gibt es in der 1. Reihe(die einzige, die relevant ist) keine Abweichungen.

    !!Dass Deutschland eben sowohl mit Punkprotestlerinnen als auch mit Schwulen einen zivilisierteren Umgang pflegt als Russland. Da hat sogar ein Grüner mal Gelegenheit, stolz auf sein Land zu sein.

    Man kann natürlich Stundenlang Vor- und Nachteile des jeweiligen Landes aufzählen.
    Nur mal als Beispiel. Ein harmloser alter Rentner, der friedlich protestiert hat, hat sein Auge verloren.

    @Sauer und salzig
    !!Prozesse wie die gegen Chodorkowski und Pussy Riot sind unfaire Polit-Prozesse,

    Das ist ihre Meinung. Ich weiß, Frau Merkel hat ja auch wochenlang über die Gasprinzessin geheult. In dieser Geschichte war Deutschland übrigens fast alleine. Es haben sehr wenige Länder die Ukraine für diesen Prozess kritisiert. Abgesehen davon hält die Bevölkerung in der Ukraine von den Beileidsbekundungen aus dem Ausland gegenüber der Gasprinzessin überhaupt nichts. Die meisten freuen sich eher, dass Tymoshenko im Gefängnis ist.

    !!Dagegen zu protestieren ist Pflicht aller demokratischen Parteien in Deutschland.

    Eine Pflicht gibt es erstmal nicht, aber davon abgesehen ist dieser Satz amüsant, da diese „Pflicht zur Kritik“ praktisch immer nur zu Tragen kommt, wenn es gegen die „bösen“ Länder geht. Bei den guten Ländern hört man so etwas nicht, höchstens aus der 2. ten Reihe und ab und zu erlaubt sich sogar mal 1 Politiker aus der 1. Reihe einen entsprechenden Spruch nur um ein paar Stunden später wieder mitzuteilen, dass er es gar nicht so gemeint hat.

    Aber bitte, wer diese Regierung super findet, soll sich daran erfreuen. Mir wird bei dieser Verolgenheit einfach nur übel.

    • 7. August 2012 um 18:36 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
  71. 73.

    @ Milchbubi

    „Abgesehen davon hält die Bevölkerung in der Ukraine von den Beileidsbekundungen aus dem Ausland gegenüber der Gasprinzessin überhaupt nichts. Die meisten freuen sich eher, dass Tymoshenko im Gefängnis ist.“

    Was Sie nicht sagen. Werden Sie von Putin und Janukowitsch bezahlt?

    • 7. August 2012 um 19:12 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  72. 74.

    @Sauer, Scharf und süß

    !! Was Sie nicht sagen. Werden Sie von Putin und Janukowitsch bezahlt? !!
    Nö, aber sowas haben ja auch nicht alle Länder nötig.
    Ich unterhalte mich halt gerne mit Menschen in der Ukraine und Russland und halten nicht besonders viel von Tymoshenko und was das Thema mit den Beileidsbekunden angeht, so beziehe ich mich hauptsächlich auf RT.

    Natürlich können sie als RT als russische Propaganda bezeichnen und als unseriös betrachten(damit liegen Sie vielleicht nicht ganz falsch),aber im Gegenzug könnte man dann ARD/ZDF als westliche Propaganda bezeichnen(was angesischts der Berichterstattung zum Thema Syrien nicht von der Hand zu weisen ist).

    • 7. August 2012 um 19:27 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
  73. 75.

    O Herr schmeiß Hirn herab!

    • 7. August 2012 um 19:36 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  74. 76.

    Ihre Aussage spricht für sich.
    Keinerlei Argumente, nur Beleidigungen.
    Was anderes habe ich von Ihnen auch nicht erwartet.

    • 7. August 2012 um 19:38 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
  75. 77.

    75
    „O Herr schmeiß Hirn herab!“

    Na, dann stellen Sie sich schon mal in die Reihe der Wartenden, Herr Sauer!
    Vielleicht klappt’s ja diesmal!

  76. 78.

    Schau schau, der Chef löscht innerhalb von Sekunden, wenn Ärzte von ihren Erfahrungen mit Beschneidungen an Säuglingen schreiben.

    • 7. August 2012 um 21:33 Uhr
    • Mamas Liebling
  77. 79.

    @ FS

    Haben Sie sich nicht schlicht im Thread geirrt?

    • 7. August 2012 um 21:41 Uhr
    • NKB
  78. 80.

    @ Milchmädchen

    ok. Rossija gutt. Ukraina gutt. Assad gutt. USA bese. Dajtschland bese.
    So gutt?

    Und nun dawai dawai!

    • 7. August 2012 um 21:58 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  79. 81.

    @NKB

    Gottseidank ja.

    • 7. August 2012 um 22:08 Uhr
    • Mamas Liebling
  80. 82.

    @Putinfan:

    Aussagen von Politikern aus der 2. Reihe haben in etwa genauso viel Relevanz wie ein Eintrag hier beim Blog von Jörg, praktisch gar keine.
    Diese sollen lediglich versuchen ein Bild von “verschiedenen Meinungen” aufrecht zu erhalten. Ein Bild das ist praktisch nicht gibt, da sie auch selber 2. Reihe geschrieben haben, insofern gibt es in der 1. Reihe(die einzige, die relevant ist) keine Abweichungen.

    Die Politiker aus der ersten Reihe (wozu ich Beck jetzt nicht gezählt habe; ich meine da eher die Kanzler- und Ministerebene) vertreten auch nicht irgendwelche Werte, sondern die strategischen Interessen der BRD. Und die liegen nunmal auch über 65 Jahre nach dem Krieg immer noch bei den Westalliierten, auch wenn das manchen Ostalgikern nicht passt.

    Man kann natürlich Stundenlang Vor- und Nachteile des jeweiligen Landes aufzählen.
    Nur mal als Beispiel. Ein harmloser alter Rentner, der friedlich protestiert hat, hat sein Auge verloren.

    Es kommt nicht nur darauf an, was passiert, sondern auch, wie die Politik und die Medien damit umgehen. Vieles von dem, was in Deutschland als Skandal gehandelt wird (zB in Sachen Polizeigewalt), ist in anderen Ländern so normal, dass sich schon gar niemand mehr danach umdreht.

    Ich frage mich, was zynischer ist: Einen Diktator unterstützen, weil einem die Alternative noch unangenehmer erscheint, oder einen Diktator unterstützen, weil man keinen großen Unterschied zwischen ihm und einer demokratischen Regierung zu erkennen vermag.

    • 8. August 2012 um 01:45 Uhr
    • Arjen van Zuider
  81. 83.

    Reisebedingt verabschiede ich mich bis Sonntagabend, den ich für die Weltgeschichte gerade noch erreichbar halte.

    Meine Überblicksempfehlung für das Kommende:

    Rebels struggle to unify as revenge rules

    mit einer schönen Kartenübersicht von 1.00-2.00

    http://www.youtube.com/watch?v=fDXh0Gw1Tq4&feature=plcp

    Einen ersten russischen General namens Vladimir Petrowich Kojyev soll es in Syrien erwischt haben – wahrscheinlich auch so ein Pilger.

    Der Phase Drei Vulkanaufstand von Aleppo geht allerdings darnieder – vielleicht etwas beschleunigt für Teherans Vernunftmeeting am Donnerstag.

    Als Hintergrundschmöker wohl empfehlenswert:

    „mbc Group of Saudi Prince al-Waleed Bin Ibrahim … has produced the largest Arabic drama series to be broadcasted during Ramadan month.

    It displays the biography of Omar Ibn al-Khattab (one of Prophet Mohammed’s close companions), as focusing on his crucial role in the elimination of the Persian state back then. However, it is strange that a Saudi channel produces such a series which embodies the role of a great companion like Omar, but perhaps the situation requires it!“

    hxxp://www.yobserver.com/opinions/10022191.html

    Ferner kann das Rätsel um die verbreiteten Assadsympathien als –
    zumindest katholischerseits teilweise – gelöst angesehen werden;

    Galloway on Syria –

    Abbitte für die Erbsünde (original sin) des Kolonialismus rechtfertigt alles

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=xUZ5FwYmkhw min 30.00-30.20

    In diesem Sinne: eine gesegnete Restwoche in diesem Heiligen Monat.

  82. 84.

    @ Th Holm (wenn Sie noch da sind) und andere Experten, z.B. MRX:

    Wie erklären Sie sich, dass es ausgerechnet im besinnlich sein sollenden Ramadan (sozusagen dem moslemischen Advent) besonders häufig zu Gewaltexzessen kommt? Die Extremisten scheinen eher nicht religiös zu sein.

    • 8. August 2012 um 08:11 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  83. 85.

    Ägypten macht ernst:

    Egypt launched air strikes in the Sinai region close to the border with Israel on Wednesday, killing more than 20 suspected Islamic terrorists and marking the largest Egyptian military operation in the Sinai since the 1973 Yom Kippur War

    http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=280458

    • 8. August 2012 um 09:13 Uhr
    • Serious Black
  84. 86.

    @ SB

    Interessant. Auch ein Mursi muss sich mit noch Radikaleren herumschlagen. Ob das zu einem Umdenken bei der MB führt?

    • 8. August 2012 um 09:33 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  85. 87.

    Auch Rumänien scheint in eine Diktatur abzugleiten:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-08/rumaenien-verfassungsgericht

    • 8. August 2012 um 09:51 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  86. 88.

    Auch Rumänien scheint in eine Diktatur abzugleiten

    Und das ganz ohne Islam. Wobei Rumänien ja lange unter osmanischer Herrschaft stand.

    • 8. August 2012 um 15:33 Uhr
    • Arjen van Zuider
  87. 89.

    @ Th Holm (wenn Sie noch da sind) und andere Experten, z.B. MRX:

    Wie erklären Sie sich, dass es ausgerechnet im besinnlich sein sollenden Ramadan (sozusagen dem moslemischen Advent) besonders häufig zu Gewaltexzessen kommt? Die Extremisten scheinen eher nicht religiös zu sein.

    @ HJS

    Möglicherweise gibt es unter militanten Salafisten unterschiedliche Ansichten darüber, ob (auch) während des Ramadans „Widerstand“ geleistet werden darf/soll.

    Für Terrorismus gilt allerdings weitgehend grundsätzlich, dass „Widerstand“ keine bloße Option ist, sondern heilige Pflicht (egal, ob das heilig hier buchstäblich oder nur sprichwörtlich zu verstehen ist).

    Das heißt auch: Die politische Ordnung, die man mit Gewalt bekämpft, gilt als per se illegitim. Insofern können dann Ausnahmen von normalerweise und/oder unter Gesinnungsgenossen geltenden Regeln gemacht werden. Und insofern gilt für Soldaten/Polizisten des ägyptischen Staates (der eben mitnichten auf der Auffassung von Islam der Angreifer basiert) keine Ramadan-Ruhe. Diese bleiben aus Sicht der Terroristen als Agenten der zu bekämpfenden politischen Ordnung auch im Ramadan legitime Ziele.

    Überflüssig zu erwähnen, dass für die meisten gewaltbereiten Salafisten auch Diebstahl kein Problem ist. Solange der Diebstahl nur dem von ihnen definierten Zweck dient und der oder die Bestohlenen Bestandteil der zu bekämpfenden Ordnung sind.

    So sagte der militante salafistische Prediger aus den „Hamburger Lektionen“ sinngemäß, dass man „die Zahnbürste“ nicht klauen sollte, aber ein Banküberfall für den Dschihad völlig in Ordnung wäre.

    Und wenn ich mich richtig erinnere, erklärte z.B. der Führer der GSPC im algerischen Bürgerkrieg in den 90ern ganz explizit jeden Algerier zum legitimen Ziel, der nicht auf Seiten der GSPC oder GIA kämpft.

    • 8. August 2012 um 16:22 Uhr
    • N. Neumann
  88. 90.

    Wobei Rumänien ja lange unter osmanischer Herrschaft stand.

    Wenn man das sagt, wird man doch nur wieder als Rechtspopulist beschimpft.

    • 8. August 2012 um 16:26 Uhr
    • N. Neumann
  89. 91.

    @ AvZ

    „Wobei Rumänien ja lange unter osmanischer Herrschaft stand.“

    Das erklärt natürlich alles.

    • 8. August 2012 um 16:27 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  90. 92.

    @ AvZ

    “Wobei Rumänien ja lange unter osmanischer Herrschaft stand.”

    Das erklärt natürlich alles.

    @ HJS

    Und man wird es ja wohl noch sagen dürfen.

    • 8. August 2012 um 16:29 Uhr
    • N. Neumann
  91. 93.

    @Hans isst chinesisch süß-sauer

    !! ok. Rossija gutt. Ukraina gutt. Assad gutt. USA bese. Dajtschland bese.
    So gutt?
    Und nun dawai dawai!

    Großartig.
    Stammtisch pur und das sogar Gratis.

    Mir ist nicht bekannt, dass ich USA und Deutschland ganz allgemein als böse bezeichnet habe.

    Ich habe eigentlich nur die Arroganz und Verlogenheit der Politiker hier in Deutschland beschrieben und meine Abneigung gegenüber diesen Verhaltensweisen und gegenüber dem politischen System hier in Deutschland zum Ausdruck gebracht.

    Daraus kann man aber nun nicht schließen, dass ich deshalb Deutschland generell ganz böse und schrecklich finde.
    Das ist nämlich nicht der Fall, aber vielleicht sind Sie ja auch überfordert damit, u.a. zwischen der Bevölkerung und dem politischen System einen Unterschied zu machen.

    Abgesehen davon gebe ich Ihnen noch einen Rat. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Arjen van Zuider. Dieser Nutzer hat eine gute Antwort gegeben und sich auch nicht im Ton vergriffen.

    Sie hingegen fragen entweder totalen Blödsinn(„Werden Sie von Putin bezahl“), werden beleidigend („O Herr schmeiß Hirn herab!“) oder versuchen auf krampfhafte Art und Weise witzig zu sein(„ok. Rossija gutt. Ukraina gutt. Assad gutt. USA bese. Dajtschland bese.
    So gutt? Und nun dawai dawai!“).

    Das sich daraus keine vernüntige Diskussion entwickeln kann, versteht sich wohl von selbst.

    Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen wunderschönen Abend.

    • 9. August 2012 um 17:32 Uhr
    • Ein Glas Milch schmeckt gut
    • 9. August 2012 um 17:54 Uhr
    • N. Neumann
  92. 95.

    @ NN

    Wobei Rumänien ja lange unter osmanischer Herrschaft stand.

    Richtich:

    http://www.youtube.com/watch?v=Y9iMPkMnmxo

    • 9. August 2012 um 18:09 Uhr
    • MRX
  93. 96.

    @ NN

    Danke für diesen lesenswerten Link!

    Erfinder der Gemeinschaften, über die sie herrschen, ebenso wie Erfinder ihrer eigenen, zumeist äußerst prekären politischen Existenz.

    Zumindest für Syrien boten sich dazu kaum echte Alternativen.

    A myth persists about Syria, perpetuated in part by the American media, which seem to lack historical memory, and in part by supporters of Israel, who wish to distinguish starkly between the democracy of the Jewish state and the nondemocracy of Arab states. The myth is that Syria’s Arab inhabitants have experience neither with democracy nor even with the rule of law. This is not true: Syria gave democracy a try, against enormous odds.

    http://www.theatlantic.com/magazine/archive/1993/02/syria-identity-crisis/3860/

    • 9. August 2012 um 18:09 Uhr
    • Serious Black
  94. 97.

    Es ist eine ironische Pointe, dass das syrische Regime, das aus dem antikolonialistischen Befreiungskampf hervorging, sich als letzte Kolonie einer russischen imperialen Imagination wiederfindet.

    @ SB

    Wobei das aus zweierlei Gründen nicht ganz richtig ist.

    1. Der arabische Nationalismus hat, als dessen bedeutendste Organisation man die Baath-Partei sehen kann, seine Wurzeln (auch) im antikolonialistischen Befreiungskampf. Die Baath-Partei wurde allerdings 1947 gegründet, Syrien war ab 1946 de jure und de facto ein souveräner Staat. Von einem Baath-Regime in Syrien wiederum lässt sich erst ab 1963 sprechen (was sich indirekt auch aus Ihrem englischen Zitat ergibt).

    Insofern ist das syrische Regime nicht, wie der Autor es formuliert hat, „aus dem antikolonialistischen Befreiungskampf [hervorgegangen]“.

    Das ist also mindestens ergänzungsbedürftig – wenngleich auch in guten Feuilleton-Texten nicht alles zur Sache gesagt und nicht alles immer präzise formuliert werden kann.

    2. Die ironische Pointe kann ich eher weniger erkennen. Auch die bis zu ihrer späteren Phase durchaus sowjetisch geprägte Baath-Diktatur (Wirtschaft, Militär, Sicherheitsapparat) war nie in dem Maße ein Vasallen-Staat der Sowjetunion wie die meisten osteuropäischen kommunistischen Diktaturen oder gar ehemaliger sowjetischer Teil-Republiken. Die Baath-Diktatur war bzw. ist stets in einem leninistischen Sinne antiimperialistisch (antiwestlich).*

    Wenn sie sich heute in einer russischen (post)imperialen Imagination wiederfindet, dann zeugt das lediglich von einem Stück historischer Kontinuität, die man bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion wohl kaum als Ironie bezeichnet hätte.

    Wenn man so will, hat Syrien einen dem russischen sehr ähnlichen postsowjetischen Modernisierungspfad eingeschlagen wie Russland. Die Wirtschaft wurde (zeitverzögert) etwas liberalisiert, der Autoritarismus etwas gelockert und Korruption sowie Klintelismus auf hohem Niveau beibehalten.

    Neben dem historisch begründeten Anlass zur (post)imperialen Imagination bildet all dies für die russische Reaktion wahrscheinlich auch einen Beweggrund dafür, das syrische Baath-Regime sehr sympathisch zu finden.

    * Das gilt umgekehrt auch für eine Reihe vermeintlicher amerikanischer Vasallen im Kalten Krieg. Ich habe das hier mal am mithin irre führenden Begriff des Stellvertreterkriegs verdeutlicht. Häufig hat im Kalten Krieg der Schwanz mit dem Hund gewackelt. So haben einige der tatsächlichen und/oder vermeintlichen Stellvertreter, aus sich heraus, eine gegenüber den Großmächten eigenständige Politik betrieben. Dies wurde und wird häufig aufgrund von gemeinsamen Interessen zwischen Großmacht und „Stellvertretern“ wenig gesehen, die nicht notwendigerweise auch so ein ausgeprägtes ideologisches Substrat haben mussten, wie es in Bezug auf die SU und das baathistische Syrien der Fall war.

    • 9. August 2012 um 19:40 Uhr
    • N. Neumann
  95. 98.

    Jörg Lau/MRX

    Bin gerade zurück aus Griechenland.

    Zu den Rüstungsexporten: Die Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet. Warum sind Sie so verwundert seit Wulf, Guttenberg, Mappus und Co, wenn man „Kriminelle“ an die Spitzen der Macht lässt und ihr Medien-Politischen Eliten nicht aufpasst, dann wäre Selbstkritik angebracht.

    Zudem muss man sich wappnen, höchstwahrscheinlich ein paar Hundert MRD Euros abzuschreiben(Euro-Krise) und da ist Blutgeld eben kein Tabu mehr.

    • 10. August 2012 um 17:01 Uhr
    • cem.gülay
  96. 99.

    Drogendealer sagen auch, wenn ich das Koks nicht´verkaufe, verkaufst es jemand anderes.

    • 10. August 2012 um 17:03 Uhr
    • cem.gülay
  97. 100.

    @ cg

    ich hatte Sie schon vermisst.

    • 10. August 2012 um 17:04 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  98. 101.

    MRX

    Was ich in Griechenland aus erster Hand mitbekommen habe, ist wirklich hart.

    Die deutsche Regierung muss wirklich aufpassen.
    Es wäre besser einen Volksentscheid in D durchzuführen. Wir sollten hier selber entscheiden dürfen, ob wir in den nächsten 20 Jahren die „Huren“ für die „Südländer“ sein müssen.

    Wär schon brutal, wenn man uns zum anschaffen zwingt

    • 10. August 2012 um 17:21 Uhr
    • cem.gülay
  99. 102.

    @N. Neumann #89

    «Wie erklären Sie sich, dass es ausgerechnet im besinnlich sein sollenden Ramadan (sozusagen dem moslemischen Advent) besonders häufig zu Gewaltexzessen kommt? Die Extremisten scheinen eher nicht religiös zu sein.»

    Das islamische Recht bietet da einen netten Anreiz: Wer sich in Lebensgefahr befindet, der darf nicht nur, der muss das Fasten brechen 😉

    • 11. August 2012 um 09:58 Uhr
    • 6bb6
  100. 103.

    Die Kleingeister von ZON stehen mal wieder kurz vor einem Löschkoller, daher hier ein Beitrag zum historischen Miekka-Meeting:

    Wackelkandidaten II; 21 weitere ich würde hinzufügen:

    und zwar wegen akuter dort möglicher Unbeliebtheit von Saudis bzw. Wahabiten, bzw. eigener Frühlingsphobie.

    Afghanistan (iran. Zuwendungen an Karzai + pak. Haltung)
    Aserbaidschan (Geographie !)
    Bangladesch (wg. Pak.)
    Benin (WK*)
    Burkina Faso (WK)
    Dschibuti (WK)
    Elfenbeinküste (WK)
    Gabun (WK)
    Guinea-Bissau (WK)
    Indonesien (WK)
    Irak (schiitisch regiert)
    Kuwait (30% Schiiten)
    Mauretanien (WK)
    Niger (WK)
    Nigeria (WK)
    Palästinensische Autonomiegebiete (BKK)
    Senegal (WK)
    Somalia (WK)
    Tadschikistan (Ex-SU)
    Togo (WK)
    Tschad (WK)

    *WK=möglicher Wahabitenkoller – wegen eigener Extremisten
    BKK=Bürgerkriegskandidat

    Die meisten wollen keinen Ärger; Ärger=Aufstand mit dem Risiko, dass dann Wahabiten Schreine zerstören, etc.

    Es könnte also sein, dass die meisten den Aufstand nicht unterstützen; denn so verläuft das Spiel: es geht nicht um eine Unterstützung für Assad – sondern um eine Unterstützung des Aufstandes: ja oder nein.

    21+16=37; wenn ich mich bei 5 Ländern irre und die Saudis weitere 5 Länder ‚umdrehen‘ können, dann sind wir bei ca. 50/50. Also ziemlich ein offenes Rennen, was die Saudis einiges kosten dürfte.

    Bitte verzichten Sie auf Spekulationen und kehren zum konkreten Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/ls

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-08/syrien-gipfel-ausschluss?commentstart=9#cid-2247051

  101. 104.

    Warum Deutschland keine Panzer nach Katar liefern sollte

    Türkische Migranten hoffen auf muslimische Mehrheit

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article108659406/Tuerkische-Migranten-hoffen-auf-muslimische-Mehrheit.html

    Man brauch die Panzer zuhause 😉

    • 18. August 2012 um 10:37 Uhr
    • Freeway
  102. 105.

    @cem.gülay

    http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012/08/Who%20benefits%20from%20Euro.jpg

    From UBS:

    If we look across the larger and longer established Euro membership we can see these two patterns being replicated according to country type. Each country shows the cumulative real disposable household income growth for each of its income deciles. The lowest income decile is to the left of each country’s selection, and the highest to the right.

    Austria looks to be alarmingly weak – what this actually represents is very little change in nominal disposable income growth, coupled with inflation. Germany, Ireland, most of Italy and the French middle class all experience a decline in their standards of living. In most of these countries, the highest income groups do relatively well.

    What stand out are Greece, Portugal and Spain. These economies have benefited from increased standards of living under the Euro (at least, until 2010), as nominal incomes have overcome inflation pressures. There has also been a concentration on improving the lot of the lower income groups in these societies.

    • 18. August 2012 um 10:40 Uhr
    • Freeway
  103. 106.

    104
    „Man brauch die Panzer zuhause ;)“

    So isses, @Freeway!

    Und seit gestern dürfen die laut Bundesverfassungsgesetz auch eingesetzt werden. 😉
    http://bit.ly/TLo45F

  104. 107.

    Um Idioten wie Freeway zu bekämpfen, braucht es keine Panzer. Da reicht die Einweisung in eine geschlossene Anstalt.

    • 18. August 2012 um 11:09 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  105. 108.

    Freeway

    In Griechenland gab es keinen Einzigen Armen Griechen!

    Die haben den absoluten Wohlstandssozialismus gelebt.

    Was ich dort mitbekommen habe, ist so unglaublich, dass es einem die Sprache verschlagen hat, und das ist, wie Sie Wissen, eigentlich unmöglich bei mir.

    • 20. August 2012 um 15:11 Uhr
    • cem.gülay
  106. 109.

    @ Freeway
    Für die von Ihnen angesprochene Studio sind gut tausend repräsentativ ausgesuchte Menschen befragt worden. Die ist also genauso bedeutungslos wie viele andere zuvor.
    Auch wenn ich denke dass diese Studie den Trend richtig darstellt hat sie mit ernstzunehmender Statistik nicht viel zu tun.

    • 23. August 2012 um 20:43 Uhr
    • Bredow
  107. 110.

    @ Sauer

    Jawoll, alle einweisen, die nicht wollen wie du. Auf die Idee mit den Psychatrien und Lagern sind aber schon andere gekommen.

    • 23. August 2012 um 20:48 Uhr
    • Bredow
  108. Kommentar zum Thema

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