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Bedrohlich sprudelt das Öl ins Meer…

 
© Joe Raedle/ Getty Images

Am Golf von Mexiko und der Ostküste der USA droht die schlimmste Umweltkatastrophe seit Jahrzehnten. Eine unvorstellbare Menge von Rohöl sprudelt seit Tagen ins Meer, nachdem es vor einer Woche zu einer schweren Explosion auf einer Bohrinsel der Firma BP kam. Die Bohrinsel fing anschließend Feuer und ging danach unter. Rund 750 Tonnen Öl fließen seitdem jeden Tag ins Meer. Eine gigantische Menge.

Derzeit weiß keiner so recht, wie man das Öl aufhalten kann, das nun in großen schwarzen Wellen die Küsten erreicht. Seevögel, Fische, Delfine und Seekühe sterben an der schmierigen Masse, die das Gefieder verklebt und die Atemwege verstopft. Die Strände und Uferzohnen werden über Jahre verschmutzt und vergiftet sein. Die Bemühungen vieler Helfer, das Gefieder der Vögel zu reinigen und Ölbarrieren im Wasser aufzubauen, reichen nicht aus. Auch die Chemikalien, die ins Wasser gekippt werden, um das Öl zu lösen, kommen gegen die große Menge nicht an. Genausowenig wie die Schiffe, die versuchen, das Öl direkt aus dem Meer zu pumpen.

Experten stellen sich nun zwei Fragen: Wie konnnte das passieren?  Und warum kann das Leck in 1600 Meter Tiefe auf dem Meeresboden nicht gestopft werden? Bei Professor Matthias Reich von der Technischen Universität in Freiberg steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still. Er ist einer der wenigen deutschen Experten, die sich mit Bohrungen in dieser Tiefe auskennen. „Was genau passiert ist, kann ich aus der Distanz auch nicht beantworten“, sagte er der KinderZEIT Online. „Normalerweise kann man solche Lecks schnell stopfen, doch wir haben es hier mit einem schlimmen Unfall zu tun, bei dem die Sicherungsmaßnahmen versagt haben.“ Der Professor vergleicht den Unfall mit Störfällen in einem Atomkraftwerk oder einem Flugzeugabsturz.
Wenn das Leck tief unten auf dem Meeresboden nicht bald geschlossen werden kann,  sind die vielen Bemühungen, das Öl noch vor den Küsten aufzuhalten, fast umsonst.

Was genau den Pflanzen und Tieren droht, wenn noch mehr Öl die Küsten erreicht, erklärt der WWF in einem Interview.

Von Sandra-Valeska Bruhns

1 Kommentar

  1.   Richter

    750 Tonnen Oel ins Meer sind garantiert 749 zu viel !
    Aber die Überdramatisierung dieses Ereignisses ist recht auffallend.
    Beispiel hierfür ist auch dies in Literzahl neuerdings darzustellen, wo-
    bei allgemein von täglich 800 000 Liter gesprochen wird.
    Vielleicht sollte man sich beispielweise des Golfkrieges von 90/91 erinnern als der Irak kuwaitische Oelanlagen und Tanker in die Luft
    sprengte. Damals flossen auf Liter gerechnet 1,7 Milliarden Liter ins
    Meer. Aber auch im Golf von Mexico havarierte 1979 die Bohrinsel Ixtoc 1 und damals flossen mehr als 600 Millionen Liter aus.
    Also davon geht die „Welt“ nicht unter und Langzeitfolgen wurden bei
    den zuvor geschilderten Vorgängen auch nicht festgestellt.
    In dem Moment wo der WWF seine Prognosen stellt, wird aus einer
    normalen Rauchwolke schon ein finsteres C02-Gemisch, obwohl C02 bekanntlich unsichtbar ist !

    Erich Richter