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Regeln fürs Netz

Von 20. Mai 2010 um 10:00 Uhr

Im Internet bleibst Du nie unerkannt. Jede Seite kann Dir Informationen geben – das bedeutet aber auch, dass sie sich welche über Dich nimmt. Ein paar Tipps für sicheres Surfen

Von Susanne Gaschke

Die Technik dahinter
Das Internet besteht aus Deinem Computer und vielen anderen Computern auf der ganzen Welt, die zu einem INTERnationalen NETz verbunden sind. Durch dieses Netz sausen elektrische Signale, die sich in Buchstaben, Bilder und Töne übersetzen lassen: Das ist dann das, was Du auf Deinem Bildschirm siehst oder aus Deinen Lautsprechern hörst, wenn Du zum Beispiel im Internet für die Schule recherchierst, chattest oder Musik herunterlädst.

Auf immer und ewig
Um das Internet sinnvoll und vor allem sicher nutzen zu können, solltest Du Dir ein paar Dinge klarmachen. Das Wichtigste: Alles, wirklich alles, was Du ins Netz stellst, bleibt für alle Ewigkeiten darin – und kann von jedem angesehen werden. »Soziale Netzwerke« wie SchülerVZ versprechen zwar, dass sie Deine Einträge auf Wunsch löschen. Aber »löschen« heißt nicht, dass Deine Bilder und Deine Angaben zur Person tatsächlich verschwinden. Wer sich technisch auskennt, kann sie immer noch finden. Also: Bei jedem Bild und bei jedem Chatbeitrag gut überlegen, ob Du willst, dass sie bis in alle Ewigkeit im Netz bleiben.

Vorsicht mit Bildern
Achte die Rechte anderer Menschen – auch im Netz! Du darfst keine Fotos von Personen einstellen, die das nicht ausdrücklich erlaubt haben. Jeder Mensch hat ein Recht am eigenen Bild und darf bestimmen, wo es erscheint und wo nicht (Ausnahmen sind nur berühmte Personen wie Sport- und Filmstars oder die Bundeskanzlerin).

Nicht zu viel ausplaudern
Daten – das, was Du über Dich selbst im Netz schreibst, aber auch die Kreditkartennummer Deiner Eltern oder Informationen darüber, welche Bücher sie online bestellen – sind wertvoll. Viele Leute wollen sie gern haben, weil sich damit eine Menge Geld verdienen lässt. Wenn man zum Beispiel weiß, was Leute gern kaufen, kann man ihnen passende Werbung schicken. Und Verbrecher gehen mit gestohlenen Kreditkartennummern sogar einkaufen! Deshalb solltest Du Dich beim Surfen immer fragen: Wer will meine Daten haben? Warum? Und vor allem: Will ich sie ihm geben? Im Zweifel: Eltern fragen!

Nicht austricksen lassen
Einige Internetseiten können Deine Eltern viel Geld kosten – und ihre Betreiber sammeln und verkaufen Deine Daten, ohne dass Du gefragt wirst. Solche fragwürdigen Internetseiten erkennst Du erstens daran, dass Du schon auf der ersten Seite persönliche Fragen beantworten sollst. Zweitens wirst Du auf solchen Seiten oft aufgefordert, Dich »in drei einfachen Schritten« zu registrieren. Drittens: Misstrauen ist immer angebracht, wenn Dir zum Beispiel »keine Abzocke« versprochen wird – das bedeutet meist genau das Gegenteil. Und schließlich: Vorsicht bei Gewinnspielen! Die meisten sind zum Datensammeln da, und Du musst viel zu viel über Dich und Deine Familie erzählen.

Prinz oder Frosch?
Viele Jugendliche und Kinder »chatten« im Internet, das heißt, sie führen eine schriftliche Unterhaltung mit jemandem, den sie nicht sehen können und nicht kennen. Wichtig: Du weißt nicht, wer am anderen Ende sitzt. Vielleicht sagt er die Wahrheit über sich und ist ein netter Prinz – vielleicht lügt er und ist in Wirklichkeit ein warziger Frosch. Deshalb gilt: Sag nichts Persönliches über Dich! Triff Dich niemals im wirklichen Leben mit Fremden! Und melde Dich nicht mit Deinem richtigen Namen an, sondern immer mit einem Spitznamen, einem »Nickname«.

Der richtige Spitzname
Gute »Nicknames« dürfen nichts über Dein Geschlecht, Dein Alter, Deinen echten Namen oder Deinen Wohnort aussagen. Es ist wichtig, dass Du Deinen »Nick« regelmäßig änderst. Ein richtig guter Nickname, der nichts über Dich verrät, wäre beispielsweise »Schreibtisch« oder »Duschvorhang«.

Lass Dich nicht erkennen
»Soziale Netzwerke« – wozu braucht man die eigentlich? Sind echte Freunde, die man anrufen und treffen kann, nicht viel besser? Wenn Du Dich trotzdem bei SchülerVZ, Facebook oder MySpace anmeldest, gilt: Gib auf keinen Fall Deinen Namen, Deine Adresse oder Telefonnummer an. Stell kein Foto in Dein Profil, auf dem Du zu erkennen bist! (Sonst werden Programme bald in der Lage sein, herauszufinden, wer Du bist.)

Bei diesen Tipps haben der Informatiker Peter Leppelt und der Kommunikationsdesigner Wulf Bolte geholfen. Sie bieten auch Vorträge in Schulen an. www.praemandatum.de

Die Illustrationen stammen von Beck.

Kategorien: Wissen
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