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Illegale Downloads und fragwürdige Zahlen – ein offener Brief an die Musikindustrie

 

Lieber Herr Michalk,

vor einiger Zeit haben wir uns bei einer Konferenz kennen gelernt, bei der ich mich zum Verhalten der Kulturindustrie im Allgemeinen und der Musikindustrie im Besonderen äußern durfte. Ich echauffierte mich darüber, wie manipulativ Lobbyisten der Verwertungsindustrie mit Zahlen hantieren, wenn es darum geht zu zeigen, wie Urheberrechtsverletzungen ihnen zu schaffen machen (gern als „Piraterie“ oder „Raubkopien“ bezeichnet, um zu suggerieren, dass es sich um ein Verbrechen handelt, bei dem Menschen Gewalt angetan wird; oder auch mit organisierter Gewaltkriminalität und gar Terrorismus in Zusammenhang gebracht).

Demnach sollen den Rechteinhabern (nicht den Urhebern!) durch Verletzungen von Imaterialgüterrechten 200 bis 250 Milliarden Dollar an Einnahmen verloren gehen und es würden 750.000 Jobs gefährdet. Das Problem an den Zahlen ist nicht allein, dass nicht klar ist, worauf sie sich beziehen. Gehen diese Jobs und diese Einnahmen pro Jahr verloren? Oder kumulativ? Über welchen Zeitraum?

Sondern dass bislang auch unklar blieb, wie diese Zahlen zustande kamen. Wer hat sie erhoben? Mit welcher Methode?

Zum Glück gibt es Blogs. Daher können wir beide den Machern von Ars Technica dankbar sein, die für einen wunderbaren Beitrag mit dem Titel „750,000 lost jobs? The dodgy digits behind the war on piracy“ aufwändig recherchiert haben, was dran ist an den Zahlen. Ein Hinweis bietet schon der Untertitel: „A 20-year game of Telephone“, sinngemäß „20 Jahre stille Post“.

Die Antwort: nichts ist dran an den Zahlen. Ausgedacht, weitererzählt, zitiert, dann wieder zitiert, dann nochmal zitiert, und schon hat man Quelle über Quelle, auf die man sich berufen kann – völlig unabhängig davon, dass es nie eine belastbare Aussage gab.

Sie waren bei der Konferenz mit meinen Einlassungen nicht einverstanden und haben mir in Ihrer freundlichen Art (keine Ironie, ich finde Sie sehr sympathisch!), gesagt, dass wir uns unbedingt zusammensetzen sollten um darüber zu reden, woher denn die Zahlen kommen. Daran hätte ich großes Interesse, sagte ich und schickte Ihnen den Link zum Artikel von Ars Technica, den Sie aber nie kommentiert haben.

Ebenfalls großes Interesse hatte ich kurz nach der Konferenz am Artikel eines Kollegen des Guardian Illegal downloads and dodgy figures, der die Zahlenspiele der Musikindustrie im Besonderen unter die Lupe genommen hatte. Sein Fazit: „As far as I’m concerned, everything from this industry is false, until proven otherwise.“ Er ist übrigens Wissenschafts-, nicht Musikjournalist.

Es dauerte dann noch mehr als ein halbes Jahr, bis wir uns tatsächlich trafen, nicht ganz unpassend im Einstein unter den Linden, wo sich Lobbyisten und Journalisten eben treffen. (Ich habe mein Frühstück selbst bezahlt.) Wir redeten kaum über Zahlen. Es ging vielmehr darum, wie es in Zukunft weitergehen wird mit Internet und Digitalisierung, was die Aufgabe der Verwerter sein kann und wovon Kreative leben sollen. Es war ein angenehmes Gespräch, und ich habe Sie als klugen und differenzierten Beobachter empfunden. Dass wir bei den meisten Themen nicht einer Meinung waren, hat mich nicht überrascht (und Sie bestimmt auch nicht). Wir sind ja erwachsen und können damit leben, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt in dieser Welt.

Kürzlich habe ich dann in meinem Posteingang eine Email mit folgendem Bestreff gefunden: „Bundesverband Musikindustrie veröffentlicht Positionspapier zur Kulturflatrate“. Und was lese ich da?

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat ein Positionspapier mit zehn Argumenten gegen die Kulturflatrate veröffentlicht. „Bei Diskussionen um das Urheberrecht in der digitalen Welt fällt immer wieder das Schlagwort von der Kulturflatrate, obwohl eigentlich niemand genau weiß, was damit genau gemeint ist“, so Stefan Michalk, BVMI-Geschäftsführer. „Was von den Befürwortern als Lösung aller Probleme gesehen wird, wäre letztlich nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor der Komplexität des Urheberrechts in der digitalen Welt“, so Michalk weiter.

In zehn Thesen, „Argumente“ genannt, wird dann erläutert, warum die Kulturflatrate eine Kapitulation der Politik vor der Komplexität des Urheberrechts wäre.

Der Blogger Simon Columbus Markus Beckedahl hat diese Thesen bei netzpolitik.org sofort zur Diskussion gestellt. Und auch sonst ist viel über die Flatrate geschrieben worden. Keine Angst, ich will sie nicht überzeugen, dass sie eine tolle Idee ist – darum geht es gar nicht.

Denn ich bin ohnehin nur bis zu Punkt drei ihrer „Argumente“ gekommen. Da steht:

Die Kulturflatrate führt zu einer unverhältnismäßig hohen Belastung aller Konsumenten und benachteiligt sozial Schwache. Mit fortschreitender Digitalisierung und zunehmendem Ausbau der Bandbreiten sind immer mehr Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft vom unrechtmäßigen Gebrauch ihrer Produkte betroffen. Eine Kulturflatrate müsste mittelfristig nicht nur Musik, Filme oder Bücher erfassen, sondern würde alle Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft betreffen. Nach Schätzungen der Bundesjustizministerin kämen auf jeden Verbraucher mit Internetanschluss zusätzliche Kosten in Höhe von 50 Euro pro Monat zu. Gerade sozial Schwache können sich das nicht leisten.

Schätzungen der Bundesjustizministerin? Das ist interessant. Können Sie mir dafür eine Quelle nennen? Sie meinen doch hoffentlich nicht die Interviews, in denen die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sagte, dass die Kosten für jeden Einzelnen bei fünfzig Euro im Monat liegen könnten, oder? Weil, wenn Sie das meinen, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass da ein Missverständnis vorliegt.

Frau Zypries hat einfach irgendwelche Zahlen genommen, die von den Befürwortern der Kulturflatrate ins Spiel gebracht worden waren. Aber die können für sie ja keine Relevanz haben, da „eigentlich niemand genau weiß, was damit genau gemeint ist“, wie sie sagen, so dass genaue Zahlen nach Ihrer Ansicht gar nicht existieren können. Schon gar nicht, wenn diese Schätzung der Befürworter offenbar noch mit einem Faktor zwischen fünf und zehn multipliziert wurde.

Wie Frau Zypries darauf kam, hat sie nicht verraten, musste allerdings recht schnell ihre Aussage zurücknehmen und erwähnte anschließend gar keine Zahlen mehr. Sie waren wohl etwas vage.

Nicht zu vage allerdings, um von Ihnen acht Monate später als „Schätzungen der Bundesjustizministerin“ verkauft zu werden.

Mich machen solche Tricks misstrauisch. Als Journalist lernt man, wenn Namen und Zahlen nicht stimmen, verspielt man die Glaubwürdigkeit des gesamten Artikels. Und irgendwann auch die Glaubwürdigkeit der Institution, die sie veröffentlicht hat.

Trotzdem bin ich nicht sehr optimistisch, was die „Schätzungen der Bundesjustizministerin“ angeht. Ich fürchte, es wird weiter abgeschrieben werden. Und irgendwann werden eine Menge Menschen davon ausgehen, dass die Kulturflatrate jeden Bürger fünfzig Euro im Monat kostet und glauben, dass der Bundesverband Musikindustrie sich für die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft einsetzt.

Ich hoffe, ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass es dazu nicht kommt. Und schließe mich dem Kollegen des Guardian an: Ich gehe (weiterhin) davon aus, dass alles, was von dieser Industrie kommt, als falsch betrachtet werden muss, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Spielkamp

Stefan Michalk ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Matthias Spielkamp ist Journalist, Blogger und Gründer von iRights.info, einer Seite, die sich mit Urheberrechten in der digitalen Welt beschäftigt.

55 Kommentare

  1.   Thomas Koppenhagen

    Um das Thema anhand eines Beispiels etwas auszuweiten:
    Neulich habe ich mir ein Album bei iTunse runtergeladen. Der Download funktionierte nicht richtig, eine der Dateien/Songs war beschädigt. Trotzdem hat iTUnes den Preis für das komplette Album von meinem Konto abgebucht. Die Versuche, mit der Firma Apple/iTunes als geschädigter Kunde in Kontakt zu treten, nahmen kafkaeske Züge an und blieben letztlich erfolglos! Da der Streitwert bei 0,99€ liegt, betrachte ich die Geschichte als durchaus lohnende Erfahrung in einem Bereich, in dem ich bislang völlig unvoreingenommen unterwegs war. Illegale Downlads? Was soll die Diskussion, wenn Weltfirmen wie iTunes nichtmal ihre Hausaufgaben in Sachen Kundenbetreuung gemacht haben? Das ist doch ein Witz und sollte, wie die ganze „legale“ Musikindustrie als solcher betrachtet werden. Die kämpfen um ihr Überleben und sind blind für die Fehler, die sie gemacht haben und immer noch machen.

  2.   iosono

    warum diese Panik bei normalen Vorgänngen auf diesem Planeten?
    Veränderung ist angebracht.
    siehe “illegale“downloads.

    vor ca.100 Jahren hat der Mensch es geschafft Audio
    zu speichern und wiederzugeben.
    Technik hat ermöglicht das man aus Musik ein
    Geschäft machen konnte.
    es war also keine Selbstverständlichkeit das man für
    Musik-hören bezahlt hat-1800 Jahre mindestens im Christentum-)

    damals tingelten die Künstler durchs land und verdienten
    ihr Geld mit Auftritten.

    wenn also Technik es ermöglicht hat mit Cd’s,Platten usw.
    Millionen zu verdienen,also man brauchte nicht mehr vor ort zu sein
    um mit seiner Musik Geld zu bekommen-
    so macht die heutige Technik und damit
    der normale menschliche Fortschritt dieses einträgliche Geschäft kaputt.
    natürlich möchte die Musikindustrie diesen Fortschritt aufhalten
    und erzählt uns so etwas ist nicht fair.

    wieso? hat die derzeitige Musikindustrie eine Art Artenschutz?
    viele unserer vorfahren haben ihre Arbeitsplätze oder ihr auskommen
    durch technischen fortschritt verloren-andere neue arten des geldverdienens
    sind entstanden.das ist ein natürlicher Prozeß.
    fragt mal die “Verkehrs-land-faltkartenproduzenten“—schei.. Nav’is -)

    die Künstler werden wieder durch die Gegend tingeln müssen und
    mit Auftritten ihr Geld verdienen-manche zusätzlich Werbung..usw.
    das kommt den kulturellen Angebot unserer städte zugute–wer viel verdienen
    will muss viel auftreten.
    ich garantiere das man damit weiter seine Villen,seine Autos,seine Frauen,Drogen……
    finanzieren kann und viel mehr als Herzchirurgen,die meisten Wissenschaftler,ingnieure
    verdient–und demokratischer ist es sowieso da keine Industrie mehr bestimmt,
    wer wie lange die derzeitigen Superstarsplätze belegt und welches image gerade “in“ ist.
    vielfalt nennt sich das-musik frei im internet——oder für 1 euro.
    CD’s werden nur noch Werbegeschenke sein so wie heute Kugelsschreiber-kostenlos.
    war auch mal anders das mit den Kugelschreibern…….

    und was den download von filmen angeht—eine Filmindustrie ,die seit der
    Erfindung der bewegten Bilder,es gerade mal geschafft hat das es mehr Farbe im
    Kino gibt und das es lauter ist-und nacht Popcorn stinkt,
    diese Kino–industrie braucht sich nicht zu wundern das Leute lieber
    Homekino schauen, denn Kino ist ja kein Erlebnis mehr,Homekino reicht.

    es stelle sich nur einer vor die Autoindustrie hätte sich auch so entwickelt
    die letzten 100 Jahre—-dann würden wir heite gerade mal den Sicherheitsgurt
    kennenlernen.
    wo bleibt das 3-d Kino?Geruchskino?abrupte Klima-temperaturregelungen im Kino
    um das Gefühl von Sahara oder Alaska-kälte zu transportieren………….
    ok,das letzte habe ich mir ausgedacht.
    aber langsam tut sich was -siehe 3d——ohne illegalen downloads gäbe es keine 3D Kinos behaupte ich mal.
    aber ein menschenrechts-existenzrecht
    hat die Musik und Filmindustrie nicht—-siehe Geschichte des menschlichen
    Fortschritts.

    p.s.-Filmindustrie profitiert auch vom Fortschritt—vor 20 Jahren
    gab’s noch kaum Videospiele-heute macht Hollywood damit mehr Umsatz als mit Kino—
    sehen sie das als Entschädigung für die illegalen download’s liebe Filmbosse.
    Fortschritt ist nicht nur für euch da.
    Veränderung gehört zu Geschichte-Technik gibt-und Technik nimmt.

  3.   iosono

    Sorry für die Orthographie-habe extra meinen Eintrag durch eine Rechtschreibprüfung laufen lassen und habe da was falsch gemacht.


  4. Schauen wir uns doch mal die 4 Grossen Musikrechteverwalter an:

    Universal:
    Mitarbeiter 1050 Umsatz: 33,2 Mrd USD (2008)

    Sony BMG:
    Mitarbeiter 2863 Umsatz: 2,8 MRD USD (2006)

    EMI
    Mitarbeiter: 5500 Umsatz: 2,7 MRD USD (2007)

    Warner Music:
    Mitarbeiter: 4000 Umsatz: 3,5 MRD USD (2009)

    Also insgesamt Mitarbeiter: 13413 Weltweit !
    Gesamtumsatz: 42,2MRD USD

    Wo genau sollen denn bitte diese 750000 Menschen arbeiten und 200MRD mehr Umsatz kommen, was auch nur einer verfünfachung des Umsatzes bei einer verfünfzigfachung der Mitarbeiter denn herkommen?

    Langsam wirds ja richtig peinlich.

  5.   freiheitszone

    Tolles Statement. danke m.s. ich bin keine überaus internet-fanatiker-downloaderin von musik o. film. dennoch finde ich die pauschale diskriminalisierungskampagne der lobbyisten und institutionen für menschenverachtend. daß das überhaupt für ein justizministerium relevant ist, ist schon beachtlich. angenommen mir gefällt ein song, den ich mir runterlade, dann bin ich noch lange nicht kriminell. natürlich finde ich die massenproduktions-downloads mit anschließendem illegalen verkauf auch übel, aber für private personen ist das absolut in ordnung und legitim. Als es noch die guten alten venylplatten gab, hab ich mir auch nicht jede gekauft, hab sie mir geliehen um auf die alte kassette aufzunehmen. ich hab mich in keinsterweise schuldig gefühlt, da ich, wenn mir die platte gefallen hat diese viell. sogar gekauft habe. also hat die musikbranche an mir verdient, da ich eine neue kundin war. so in etwa. das was heutzutage aus dem internet entstanden ist: menschen werden manipuliert, vollgepumpt mit allem, verarscht und zum missbrauch angeregt und daß alles für eine i-net-flatrate, sie bezahlen ja schließlich fürs internet. Es geht letztendlich nur um kapitalismus in allen bereichen. und mal ehrlich. wer ins kino geht und einen film dort genießen will macht keine raubkopien, die scheisse sind um kohle zu machen. das sind meistens jugendliche, idioten oder sonstige. gibts auf der ganzen welt in jedem bereich. aber diese ‚veramerikanisierte‘ law and order mentalität die auf den kulturellen bereich ausgeweitet wird ist zum kotzen. irgenwann ihr lieben digitalisierten erdbewohner kostet alles nur noch geld, was man im internet anklickt (zusätzlich zur flatrategebühr)und das interesse schwindet zusehends. wie gewonnen so zerronnen. dann werde ich meine platten und kassetten und videos zum downloaden anbieten im second hand shop..


  6. Ein Bezug auf Brigitte Zypries (deren Amtszeit gnädig im Nebel der Vergangenheit verschwindet) ist schon besonders spassig.

    Brigitte Zypries, die der Musikindustrie ein Auftragsgesetz in den Rachen geschoben hat (Aufhebung des Rechtes auf Privatkopie, wenn ein funktionsfähiger Kopierschutz auf dem Datenträger vorliegt) und wo noch zu ihrer Amtszeit die Industrie zu der Erkenntis gekommen ist, das die Kunden sowas nicht kaufen und deswegen genau diesen funktionsfähigen Kopierschutz auf den CDs nicht mehr anwenden.

    Stärker kann man sich in einer Gesetzgebung fast nicht blamieren (wenn sich Frau Zypries mit ihren anderen Gesetzen auch alle Mühe gegeben hat)

    Das einzige was von ihrer Amtszeit in Erinnerung bleiben wird, ist der Schaden den sie im deutschen Rechtssystem und an den Grundrechten angerichtet hat.


  7. Ich (18 jahre jung) hab seit nem jahr Schallplatten für 500€ zu Hause liegen also das gute schwarze Gold ist nicht ausgestorben. Für Musik bezahle ich immernoch auch wenn ich sie nicht auf CD kaufe sondern über Beatport, iTunes oder whatpeopleplay.com. In dem Bereich muss ich allerdings sagen, dass meine Musik entweder so speziell ist oder die Künstler die sie machen ganz genau darauf achten, dass sie in keiner Tauschbörse auftauchen. Wenn mir Musik gefällt bin ich allerdings auch bereit dafür zu zahlen. Dann kann es sogar vorkommen, dass ich mir ein Album illegal hole aber dann auch noch Original kaufe nur um den Künstler zu unterstützen.

    Im diesem Sinne:

    Save the Vinyl 😉 gell Curly?

  8.   Freude Durch Musik

    Hallo Herr Brockmann,

    glücklicher Weise gibt es nicht nur die von Ihnen beschriebenen Konzerne mit den Mitarbeiter und Umsatzzahlen, wie von Ihnen skizziert. Allein in Deutschland gibt es eine grosse Anzahl an mittelständischen Tonträgerunternhemen und Kleintslabels, Promotoren, Konzertveranstaltern, Produzenten, Studios, Grafikern, Musikmagazinen die von den Marketinggeldern der Musikindustrie leben etc etc etc… Wenn Sie das mal auf den Globus umlegen, dann kommen Sie mit Sicherheit auf eine extrem größere Zahl an Personen die zur „Musikindustrie“ hinzugezählt werden müssen, als die paar von Ihnen errechnet. Ich denke, dass bei dieser Diskussion mal über den Tellerrand geschaut werden sollte, denn die „Musikindustrie“ machen nicht nur die 4 Konzerne aus, sondern im eigentlichen Sinn die Heerscharen an Zulieferern und Kreativen, die alle durch die Bank weg, um Ihre Jobs fürchten müssen und nicht die gängigen Klischees wie „Millionäre, Drogen, Parties, dicke Autos etc…“ erfüllen.


  9. Schöner Artikel, Danke! Den Unsinn öffentlich zu machen ist die einzige Möglichkeit deren Argument „jede Kopie ist ein fehlender Kauf“ zu enttarnen.

    Was mir aber noch aufgefallen ist:
    „Die Kulturflatrate führt zu einer unverhältnismäßig hohen Belastung aller Konsumenten und benachteiligt sozial Schwache. […] Gerade sozial Schwache können sich das nicht leisten.“
    Selten so gelacht. Also die Leute die sich keine Kulturflatrate leisten können sind aber in der Lage CDs und DVDs für knapp 20€, PC bzw. Video Zocks für gut 50€ zu kaufen. Das muss mir jemand erklären, anscheinend hab ich bei Mathe nicht aufgepasst.

  10.   Formulierungsurheberrechtsignorierer

    „In zehn Thesen, “Argumente” genannt, […]

    Sehr schön, das werde ich bestimmt auch mal verwenden. Danke!