Wikileaks, OpenLeaks und die Folgen

Asymmetrische Rache

Von 25. März 2011 um 15:23 Uhr

Gewaltige Wut. Tief sitzende Frustration. Anders ist die Heftigkeit nicht zu erklären. Nachdem WikiLeaks-Gründer Julian Assange juristisch nicht zu fassen war, richtete sich das Bedürfnis nach Vergeltung offenbar ausschließlich auf den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten. Anders sind die Eskalationen der US-Justiz und die wiederholten Verschärfungen der Haftbedingungen des ehemaligen Army-Gefreiten Bradley Manning nicht zu erklären.

Fast schon verzweifelt richtete Amnesty International gestern einen offenen Brief an US-Präsident Obama, um auf die untragbaren Zustände hinzuweisen. Die britische BBC stellt in einem langen Feature hartnäckig die Frage, ob Manning nicht schon längst vor Beginn des Prozesses vielfach bestraft ist.

Es scheint ganz so, als hätte sich die Weltmacht USA in Afghanistan und im Irak in asymmertrischen Kriegen verfangen und übertrage jetzt das Prinzip des Asymmetrie auf die eigene Strafverfolgung. In Guantanamo sitzen entrechtete Kombattanten und im Hochsicherheitstrakt eines Militärgefängnisses in Virginia sitzt der vermeintliche Whistleblower Manning. Er ist es, der als menschlicher Blitzableiter die aufgestauten Energien jetzt absorbieren muss. Etwas viel Asymmetrie für einen Rechtsstaat.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    eine mitfühlende darstellung über den echten helden der amerikaner.

    ein sehr schönes artikel.

    • 25. März 2011 um 16:15 Uhr
    • x1nv
  2. 2.

    Die Amerikanische Führung hat schon seit Anbeginn gerne ihr Mütchen an den Kleinen und Hilflosen gekühlt. Siehe Indianer, Mexikaner, unbeteiligte Zivilisten. Gadhafi muß weg. Nun gut. Wieviel Zivilisten
    sind schon dafür über die Klinge gesprungen? Bush senior hat Noriega in Panama entmachtet, nachdem er 20 Jahre auf der Pay Roll stand. Das hat so nebenbei 8000 Personen in Panama das Leben gekostet. “Just Cause” hieß diese Operation. Libyen wird wie Irak und Afghanistan im Desaster enden. Merkel ist ansonsten unfähig. Aber Ihre Weigerung hier
    mit zu mischen ist ein Pluspunkt für sie.

    • 25. März 2011 um 19:38 Uhr
    • Wilfried Schuler
  3. 3.

    Widerlich der oben wie immer übliche Antiamerikanismus.
    Was Noriega gemacht hat, ist Euch genauso egal, wie die internationale KGB-Strategie, die sozial-politische Idioten in der ganzen Welt aushielt, anstachelte so wie den Weltverschwörungs-Antisemitismus speziell auch zur Verschärfung des Djihads mit den Arabern und Khomeini gegen ISRAEL und den Westen, -
    und die die überhaupt nicht minder gewordenen Nachwehen erleben wir im Westen oft pro-islamisch wie zB rot-braun im Osten, – links und rechts zusammen meist gegen ISRAELs Selbstverteidigung, linksvölkisch gegen das Recht Jüdischer Menschen frei zu siedeln, und wann immer es antiwest-spalterisch geht gegen die USA, von der man ja seit Nazis und KGB “weiß”, daß sie angebl. von viel zu reiche Juden gesteuert sei.

    kein Wunder, daß es den Freinden von Demokratie und Freiheit in aller Welt leicht fällt, griefen sie mit dem immer wieder geforderten “Weltpolizisten”, den die USA immer weniger spielen kann, die falschen an.
    Gnade uns Gott, wenn die Lybien-verräterische und NATO-spalterische Rolle DEUTSCHLANDs weiter Erfolg statt Kritik gegeben wird !

    “Diplomatischer Totalschaden, – die übelste Isolierung gegen den Westen seit 1949″ schrieb DIE WELT zutreffend. – Die BRD auf “antiimperialistischer” LINKpd, NPD und RAF-Linie ! Bravo !

    • 26. März 2011 um 02:47 Uhr
    • Bertha Dix
  4. 4.

    [...] 02:53:22 am on March 26, 2011 | # | 0 Tags: Asymmetrische Rache http://blog.zeit.de/leaks-blog/2011/03/25/asymmetrische-rache/ [...]

  5. 5.

    Danke für Ihre Meinung, der ich voll und ganz zustimme.
    Schade, dass man hier nicht melden und löschen kann. Das wirre Zeug unter Ihrem Kommentar ist ja kaum zu ertragen. Den KGB gibt es nicht mehr, völlig unsachlich und am Thema Bradley Manning, dem echten amerikanischen Helden, vorbei.

    • 26. März 2011 um 08:58 Uhr
    • Carla6
  6. 6.

    Danke für den Beitrag. Die deutschen Medien sollten Manning wesentlich mehr Beachtung schenken.

    • 26. März 2011 um 11:01 Uhr
    • oan
  7. 7.

    [...] roerijk Gesellschaft, Kommentar, Politik Assange, Brad, Bradley, Bradley Manning, Julian, Julian Assange, Kritik, Manning, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Pressefreiheit, Todesstrafe, Wahrheit, Wikileaks Einen Kommentar hinterlassen Gewaltige Wut. Tief sitzende Frustration. Anders ist die Heftigkeit nicht zu erklären. Nachdem WikiLeaks-Gründer Julian Assange juristisch nicht zu fassen war, richtete sich das Bedürfnis nach Vergeltung offenbar ausschließlich auf den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten. Anders sind die Eskalationen der US-Justiz und die wiederholten Verschärfungen der Haftbedingungen des ehemaligen Army-Gefreiten Bradley Manning nicht zu erklären. Mehr [...]

  8. 8.

    “Bertha Dix”, was sie sich hier zusammenschreiben ist ja mal die Höhe.

    Wissen sie, was der fundamentale Unterschied ist, zwischen dem KGB, der SS, der Stasi etc? Diese Systeme existieren nicht mehr. Sie haben vielen Menschen das Leben gekostet, allerdings waren das DIKTATUREN. Diese existieren nicht mehr!

    Die USA widerum, die gibt es unverändert. Und sie kann tun und lassen was sie wollen. Es ist das einzige Land der Welt, (da es nunmal Weltmacht ist) dass die ganze Welt beherrschen kann. Das Problem ist nur, dass nicht die ganze Welt mitbestimmen darf, wer da was zu sagen hat.

    DAS ist das Problem und nicht was sie da von sich geben.

    • 26. März 2011 um 20:20 Uhr
    • Kommentierella
  9. Kommentar zum Thema

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