Was ist edel?
Am Montagabend war ich bei Vincenzo. Er betreibt das Restaurant “La Fenice” in Stuttgart. Sein Schwester Rosanna kocht wunderbar und der Padrone bedient mit seiner Schwester und einem Freund. Ich fühle mich dort sauwohl. Ein wirklich rundum sensibel eingerichtetes und betriebenes Restaurant. Man könnte es elegant nennen, aber die Eleganz ist von einer seltenen Duftigkeit und ohne jeden Protz.
Ich sage Restaurant, zum einen, weil ich selbst eines betreibe, zum anderen um darauf aufmerksam zu machen, dass McDonalds die Chuzpe hat, unter diesem klassischen Namen auf den Putz zu hauen.
Vincenzo betreibt also ein Ristorante und keine Pizzeria. Dann lese ich in einer Zeitung, da wird dieser Ort als “Edelitaliener” genannt. Was hat jetzt das zu bedeuten? Was ist edel? Die Einrichtung, die Gäste, die Unterwäsche des Chefs oder das Outfit des Personals?
Oft wird der Ausdruck gebraucht, nicht wegen des Essens, sondern wenn das Ambiente klasse ist und erst recht die Preise. Ich gebrauche zwei Wort nie: “Edel und fein!” Beide Begriffe - verwendet, um eine Qualitätskategorie zu bezeichnen – haben für mich das Odeur des Unwahren, der dubiosen Oberflächlichkeit und letztlich des unechten Schimmers. Ich weiß, darüber könnte man jetzt tagelang diskutieren. Ich geh’ jetzt wieder kochen.
“Oberflächlichkeit und unechter Schimmer” sind doch Charakteristika unserer Gesellschaft. Extrem kann man das in den USA sehen. Und das nicht nur in den USA, sondern auch in dem, was über unsere Bildschirme flimmert.
Leider sind viele im Westen traditionell amerikahörig.
An Vincent nur, Sie sind ein toller bodenstämdiger Koch und Mensch!
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Wo kann ich unterschreiben?
Da gibts nämlich nichts zu diskutieren. Solche pejorativen Ausdrücke gehören verbannt.
Zumindest aus den Gastroartikeln von Profis, die sich auch als solche sehen. Und die sind leider in der Unterzahl.
Die Sprachqualität vieler Foodredaktoren reicht meistens nicht mal bis zum Fussabtreter eines guten Restaurants. Das ist dann nicht nur ärgerlich zum lesen sondern einfach geschmacklos.
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Wenn man so drüber nachdenkt … man sollte wirklich andere Ausdrück verwenden. Danke für die, wie immer, guten Anregungen !
Das Restaurant “La Fience” klingt sehr einladend. Der nächste Stuttgart-Trip kommt bestimmt …
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[...] Italiener” habe ich aufgrund eines sehr guten Denkanstosses von Vincent Klink auf den Nachgesalzen-Blog [...]
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Ich kann mit diesen Bezeichnungen auch nichts anfangen. Ein Restaurant, dass als “Edel”-Italiener bezeichnet wird, würde ich nicht besuchen, da ich damit immer eine gewisse Sterilität und Kälte assoziiere.
Mir kommt es speziell bei italienischen Restaurants auf Natürlichkeit, Herzlichkeit und eine gewisse Bodenständigkeit an, alles Attribute, die ich nicht mit den Begriffen “edel” oder “fein” verbinde.
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Mit einem Restaurantbesuch verbinde ich nicht die Attribute “edel” und “fein” sondern Genuss. Ein solches Genuss – Erlebnis hatten wir, meine Freundin und ich, am vergangenen Wochenende in München. Im Jean de St. Malo wird bodenständige Küche aus der Bretagne angeboten.
Wir haben uns für ein Drei-Gänge-Menü entschieden. Dieses Lokal werden wir sicher wieder besuchen. Eine Reservierung ist am Wochenende unbedingt erforderlich.
Ansonsten kann ich den hier gemachten Aussagen nur zustimmen.
Schöne Grüße aus dem Kraichgau
Helmut Lang
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