Es geht auch ohne Fernsehen
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Dokumentation

Gaming-Doku: “i49 – TF2 Fragumentary”

Von 21. August 2014 um 11:32 Uhr

Dokumentationen über Videospiele gehören mittlerweile zum guten Ton in der Gaming-Szene. Im März veröffentlichte das Spielestudio Valve die teuer produzierte Doku Free To Play über das hauseigene Spiel Dota 2, im vergangenen Jahr gab es unter anderem The Story of Minecraft gratis im Netz. Dazu kommen hochgelobte Titel wie Indie Game: The Movie und weniger erfolgreiche Projekte wie Zach Braffs Video Games: The Movie.

Der neuste Film in dieser Reihe beschäftigt sich mit einem weiteren Kult-Spiel: Team Fortress 2. Die TF2 Fragumentary ist allerdings nicht von Valve produziert, auch wenn sie einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt wie Free to Play. Auch hier geht es um ein Turnier, nämlich das Insomnia 49 (i49) im vergangenen Jahr, und zwei Clans, die dort um den Titel spielten.

Der Film ist bei weitem nicht so geschliffen wie andere, zeigt dafür aber auch reichlich Szenen aus dem Spiel neben den Protagonisten. Die fühlen sich in der E-Sports-Welt durchaus etwas missverstanden. Denn im Vergleich zu Spielen wie Dota oder League of Legends bekommen sie für ihre Leistungen bei weitem jicht so hohe Preisgelder. Spaß haben sie offenbar trotzdem, wie die Fragumentary zeigt.

(via)

Kategorien: Dokumentation

“Going Dark”: Die letzten Tage des Filmvorführers

Von 6. August 2014 um 15:59 Uhr

Erst vor wenigen Wochen erschien auf ZEIT ONLINE ein Artikel über ein Handwerk, das langsam aber sicher ausstirbt: der Filmvorführer. In den großen Kinozeiten war er die wichtigste Person, nur durch seine Arbeit kamen die schweren Rollen überhaupt auf den Projektor und anschließend möglichst nahtlos auf die Leinwand.

Doch mit der Digitalisierung des Filmemachens verändert sich auch das Kinogeschäft; inzwischen setzen immer mehr Kinos auf Computer, Filmrollen schleppen nur noch wenige. Immer mehr Filmstudios wie Paramount entschließen sich dazu, ab dem kommenden Jahr gar keine klassischen Filmrollen mehr auszuliefern, sondern neue Filme ausschließlich digital zu vertreiben.

Die Kurzdokumentation Going Dark von Jason Gwynn und Jay Sheldon beschäftigt sich ebenfalls mit diesem Phänomen. Sie begleitet eine Gruppe Filmvorführer und erzählt mit aktuellen und Archivaufnahmen, wie sich der Beruf und das Kinogeschäft im Verlauf des letzten Jahrhunderts verändert hat – und wohin die Reise möglicherweise geht.

Kategorien: Dokumentation

“New Music Cities”: Die Musikszene in Göteborg

Von 1. August 2014 um 09:28 Uhr

Göteborg ist nicht nur Schwedens zweitgrößte Stadt, sondern auch die Heimat vieler erfolgreicher Indie-Rock- und Popbands. Air France, Jens Lekman, The Knife und Little Dragon sind nur vier, die mir spontan in den Sinn kommen. In jedem Fall bietet Göteborg genug Anlass für eine kleine Dokumentation über die Musikszene der Stadt. Genau die zeigt der Online-Shop All Saints in der neusten Ausgabe von New Music Cities, erzählt von Singer-Songwriter José Gonzales.

Auch die vorherigen vier Episoden aus der Serie lohnen sich. Bislang ging es in den knapp zehnminütigen Folgen nach Tokio, New York, Südlondon und nach Nashville. Im Vimeo-Kanal von All Saints gibt es außerdem noch zahlreiche Einzelvideos von kurzen Auftritten der vorgestellten Künstler.

Kategorien: Dokumentation, Musik

Plastik im Pazifik: “It’s a Plastic World”

Von 31. Juli 2014 um 13:42 Uhr

Es war im Jahr 1988, als die Meeresforscher erstmals die Existenz des Great Pacific Garbage Patch vermeldeten. Dieser durch den Pazifik zirkulierende Wirbel aus kaum sichtbaren Kunststoffteilchen ist seitdem nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Inzwischen bedroht er nicht nur die Meerestiere, die mit ihre Nahrung das Plastik aufnehmen, sondern, und das ist die Ironie des Schicksals, auch wieder uns Menschen: Über die Fische und das Wasser landet es zum Teil wieder in unserer Nahrungskette. Das Projekt It’s a Plastic World möchte mit dem folgenden Erklärfilm noch einmal auf das Plastik-Problem hinweisen.

Kategorien: Dokumentation

“The Jump”: Die Anfänge des Bungeespringens

Von 24. Juli 2014 um 16:13 Uhr

Bungeespringen klingt heute wie etwas, das es immer schon gab: Ein paar mutige Menschen, die sich eben an einem Gummiseil in die Tiefe stürzen. Und tatsächlich gehen die Verläufer dieser Idee auf die Lianenspringer von Pentecôte zurück. Wirklich populär in der Kultur aber wurde das Bungeejumping erst zu Beginn der Achtziger Jahre – dank einer Gruppe Neuseeländer um A.J. Hackett. Die leider viel zu kurze Doku The Jump lässt die heute etwas gealterten, aber immer noch sehr lebensfrohen Kiwis zu Wort kommen.

Kategorien: Dokumentation

Die WM in Katar fordert Opfer

Von 21. Juli 2014 um 12:12 Uhr

Nach der WM ist vor der WM. Während das Turnier in Brasilien zwar für den Gastgeber sportlich wenig erfolgreich verlief, hielten sich zumindest die Proteste in Grenzen. Spätestens bei den kommenden Turnieren 2018 in Russland und 2022 in Katar werden sie uns wieder begleiten. Vor allem aus Katar erreichen uns bereits acht Jahre vor dem Beginn – sollte die WM tatsächlich stattfinden – Nachrichten über hunderte Gastarbeiter, die bei den Bauarbeiten ums Leben kamen. Die meisten von ihnen kamen aus Nepal. ESPN blickt in einer Folge E:60 auf die Gastarbeiter und ihre Arbeitsbedingungen in Katar.

Kategorien: Dokumentation

Hacker-Webserie: “Phreaked Out”

Von 12. Juni 2014 um 08:54 Uhr

Im aktuellen Computerspiel Watch Dogs schlüpfen die Spieler in die Rolle eines Hackers. Über eine Software der Stadtverwaltung bekommt dieser die Kontrolle über nahezu alle Einrichtungen der Stadt, und persönliche Informationen direkt von den Smartphones der Bürger. Ein Wisch, und sie sind gehackt.

Nun ist das Hacken in Watch Dogs nicht mit der Realität zu vergleichen, doch das Spiel enthält hinter seiner überspitzten Darstellung der Großstadt im 21. Jahrhundert durchaus interessante Denkansätze. Das dachte auch das Onlinemagazin Motherboard und hat die dreiteilige Serie Phreaked Out produziert, in der es um moderne Überwachung und Hackerangriffe geht – was ist möglich und vor allem: wer weiß darüber Bescheid?

Im ersten Teil geht es um das Verkehrskontrollsystem in Los Angeles. Das wurde im Jahr 2006 gehackt. Wie in Watch Dogs konnten zwei mutmaßliche Hacker plötzlich die Ampeln steuern und die Stadt in ein Verkehrschaos stürzen. In der zweiten Folge geht es um ein Auto, das gehackt wird. Im Zeitalter des vernetzten Autos, in dem Bordcomputer immer wichtigere Funktionen übernehmen, ist auch das längst keine Fiktion mehr.

Ebensowenig wie das Hacken von Mobiltelefonen natürlich. Dass die zahlreichen Sensoren gerne schnüffeln und natürlich die Geheimdienste auf die Verkehrsdaten zugreifen können, ist spätestens seit der NSA-Affäre jedem bekannt. In der dritten Episode von Phreaked Out zeigen zwei Hacker, wie leicht es tatsächlich ist, über die Wlan-Verbindung auf Smartphones zuzugreifen und dabei persönliche Daten anzuzapfen oder falsche Inhalte wie Websites auszuspielen.

Spannend ist auch, wie sie eine Drohne kapern – vielleicht sollte Amazon seine Idee des modernen Lieferdienstes doch noch einmal überdenken.

Kategorien: Dokumentation

Alan Turing, aus dem Leben eines Genies

Von 11. Juni 2014 um 13:26 Uhr

Alan Turing ist dieser Tage wieder schwer angesagt. Der britische Logiker und Mathematiker formulierte 1950 den Turing-Test, in dem ein Fragesteller anhand zweier Gesprächspartner herausfinden soll, bei welchem der beiden es sich um einen Menschen und bei welchem um eine Maschine handelt. Am Wochenende dann die scheinbar große Sensation: Ein Chatbot namens Eugene Goostman habe den Turing-Test bestanden! Zum ersten Mal in der Geschichte! Die Roboter sind da und es gibt kein Entkommen!

Nun, nicht wirklich. Denn an dem Test und der Meldung gibt es durchaus berechtigte Kritik. Was aber nicht die Arbeit von Alan Turing schmälern sollte. Im Zweiten Weltkrieg hat er als Codeknacker die Nachrichten der Nazis entschlüsselt, später trug er mit seinen Schriften maßgeblich zur Entwicklung früher Computersysteme bei.

Allerdings war Turing auch eine tragische Figur. Nur zwei Jahre nachdem er den Turing-Test formulierte, wurde er aufgrund seiner Homosexualität zur “chemischen Kastration” verurteilt, in der er mit dem weiblichen Hormon Östrogen behandelt wurde. Gezeichnet von Depressionen, nahm sich Turing am 7. Juni 1954 das Leben.

Zum 60. Todestag vergangene Woche hat die Universität von Cambridge dem Vordenker eine kurze Dokumentation spendiert. Weitere Arbeiten über Turing und sein Werk hatte ich bereits vor zwei Jahren anlässlich seines 100. Geburtstags zusammengetragen.

Kategorien: Dokumentation